Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Política - Tema: Paz y Conflictos, Seguridad

Die Bedeutung ethnischer Identität für den innerstaatlichen Krieg

Eine theoretische Annäherung

Título: Die Bedeutung ethnischer Identität für den innerstaatlichen Krieg

Tesis de Maestría , 2004 , 127 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Christian Binnig (Autor)

Política - Tema: Paz y Conflictos, Seguridad
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Der Krieg ist eines der sozialen Phänomene, die vermutlich nur unwesentlich jünger sind als die Menschheit selbst. Insbesondere der Innerstaatliche Krieg, den wir im Alltag meist unter dem Begriff Bürgerkrieges fassen, ist zu jeder Zeit die vorherrschende Form des gewaltsamen Konflikaustrages gewesen, gemessen sowohl an der Anzahl der Konflikte als auch an der Anzahl der Toten. Die Ursachen innerstaatlicher Kriege erscheinen indes so divers wie die an der wissenschaftlichen Kriegsursachenforschung beteiligten Fachdisziplinen.

Die vorliegende Arbeit richtet ihr Augenmerk auf die Bedeutung ethnischer Identität für die gewaltsame Eskalation von innerstaatlichen Konflikten. Sie stellt eine theoriegeleitete Erklärung für den quantitativ festgestellten Zusammenhang zwischen der ethnischen Fragmentierung einer Gesellschaft und der Wahrscheinlichkeit eines gewaltsamen Konfliktaustrages bereit und untersucht, inwiefern und welchermaßen ethnischer Identität eine verursachende Bedeutung für die Art des Konfliktaustrages in diesen Gesellschaften zukommt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I.1. Der Stand der Kriegsursachenforschung

I.2. Ethnische Gruppen und gewaltsamer innerstaatlicher Konfliktaustrag: Empirische Ausgangsbeobachtungen

I.3. Fragestellung und Erkenntnisinteresse

I.4. Kausalverständnis

I.5. Struktur und Aufbau der Arbeit

II. Ethnische Identität und innerstaatlicher Krieg: Problemfälle sozialwissenschaftlicher Begriffsbildung

II.1. Konflikt und Konfliktaustrag

II.2. Was ist ein gewaltsamer innerstaatlicher Konfliktaustrag?

II.2.1. Der Krieg der Worte um den Krieg der Waffen

II.2.2. Die Abhängige Variable: Der innerstaatliche Krieg

II.2.3. Ethnische Konflikte/ Kriege: Eine Klasse für sich ?

II.3. Identität und ethnische Identität: Ein Krieg um Begriffe

II.3.1. Identität

II.3.2. Persönliche und soziale Identitäten

II.3.3. Ethnien und ethnische Identität

III. Primordialismus, Instrumentalismus, Konstruktivismus: Die Suche nach einer Theorie zu ethnischer Identität und Krieg

III.1. Der Primordialismus

III.1.1. Problemfelder primoridaler Ansätze

III.2. Der Instrumentalismus

III.2.1. Problemfelder instrumenteller Ansätze

III.3. Der Konstruktivismus

III.3.1. Problemfelder konstruktivistischer Ansätze

III.4. Wege zu einer neuen Theorie

III.4.1. Die Abduktion als Schlussverfahren

IV. Konzepte im Hinblick auf die Theoriebildung

IV.1. Divisible und Indivisible Conflicts

IV.2. Das Sicherheitsdilemma

IV.2.1. Anarchy is what ethnic groups make of it

IV.3. Security Communities und der kultivierte Konflikt

IV.4. Das Spiral Game

IV.5. Societal Securitization

IV.6. Identities, Narratives und Frames

IV.6.1. Identities

IV.6.2. Narratives

IV.6.3. Frames

IV.7. Emotionen: Angst

IV.8. Causal Ambiguity

IV.8.1. Causal Ambiguity und das Verhältnis von Angst und Sorge

IV.8.2. Ethnische Identität, Sorge und Angst: Ein komplexes Tipping Game?

V. Das theoretische Modell

V.1. Graphische Darstellung

V.2. Verbale Darstellung

V.3. Theoriedefizite

V.3.1. Das Problem der Analyseebenen

V.3.2. Das Akteur-Struktur Problem

V.4. Theoretisches Modell und Realität: Processtracing am Einzelfall

VI. Innerstaatlicher Krieg und das ehemalige Jugoslawien

VI.1. Jugoslawien: Eine Security Community?

VI.2. Serben und Albaner im Kosovo: Ein Spiral Same?

VI.3. Der Brennpunkt Kosovo: Ursprung eines Sicherheitsdilemmas

VI.3.1. Der Kosovo Boomerang: Ein interethnischer Machtkonflikt

VI.4. Serbische Eliten, politische Mythen und die Saat der Sorge

VI.5. Kroatische Handlungen und die Ernte der Angst

VII. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Verbindung zwischen ethnischer Identität und dem gewaltsamen innerstaatlichen Konfliktaustrag. Ziel ist es, durch die Entwicklung eines kausalen Modells aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen ethnische Identität eine zentrale Rolle bei der Eskalation von Konflikten spielt und warum dies der Fall ist, um ein besseres Verständnis für besonders gefährdete Gesellschaften zu entwickeln.

  • Bedeutung ethnischer Identität für innerstaatliche Kriege
  • Sozialwissenschaftliche Debatten: Primordialismus, Instrumentalismus, Konstruktivismus
  • Konzepte der Konflikteskalation wie Sicherheitsdilemma, Spiral Game und Securitization
  • Rolle von Emotionen (Angst/Sorge) bei der kollektiven Mobilisierung
  • Fallstudie zum Zerfall des ehemaligen Jugoslawien

Auszug aus dem Buch

VI.3.1 DER „KOSOVO- BOOMERANG“: EIN INTERETHNISCHER MACHTKONFLIKT

Mit der unter Tito verabschiedeten jugoslawischen Verfassung von 1974 kam es zu einer in der jugoslawischen Nachkriegsgeschichte bis dahin nie gekannten Dezentralisierung der politischen Entscheidungen und einer Diffusion von Macht von der föderalen Ebene hinein in die Republiken und autonomen Provinzen Jugoslawiens. In der föderalen Entscheidungsfindung waren die sechs Republiken (Serbien, Kroatien, Slowenien, Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien) und die zwei autonomen Provinzen Serbiens (Vojvodina und Kosovo) gleichberechtigt vertreten. Alle bedeutsamen Entscheidungen auf föderaler Ebene mussten im Konsens getroffen werden und jede Republik und autonome Provinz hatte ein Vetorecht, mit der es Entscheidungen, die im Gegensatz zu den eigenen Interessen standen, abwehren konnte. Damit lässt sich das politische System Jugoslawiens nach 1974 durchaus als Institutionalisierung einer security community zwischen den einzelnen Ethnien begreifen, die einen Zustand von asecurity ermöglichte. Keine Ethnie konnte unilateral Entscheidungen durchsetzen, die die Sicherheit der anderen Ethnien hätten gefährden können.

Die ‚Rezentralisierung’ serbischer Herrschaft durch Annullierung der kosovarischen Autonomie, und damit die Verbesserung der serbischen Sicherheit, hatte aber noch einen sehr viel weiter reichenden Effekt, als möglicherweise durch Serbien bezweckt worden war: Sie höhlte die Verfassung von 1974 und damit die institutionelle Garantie interethnischen Vertrauens völlig aus. Im föderalen Präsidentschaftsrat kontrollierte Serbien neben der eigenen und der Montenegros nun auch zwei weitere und damit vier von acht Stimmen, was es in die Lage versetzte, jegliche Mehrheitsentscheidung zu blockieren.

Einfach ausgedrückt entfachte Serbien in seinem Bestreben, das Sicherheitsdilemma mit den Albanern des Kosovo aufzulösen, ein weiteres und bedeutend größeres Sicherheitsdilemma zwischen sich selbst und allen anderen Republiken, indem es die gesamtjugoslawische Verfassung als Institution der security community zwischen den Ethnien antastete. Denn wer konnte den anderen Ethnien nach der militärischen Besetzung und Entrechtung des Kosovo nun noch die Gewaltfreiheit Serbiens garantieren? Wer konnte garantieren, dass Serbien nicht auch versuchen würde den Status der Republiken anzutasten? Ohne das Instrument der Verfassung von 1974 war die security sommunity Jugoslawiens de facto zerbrochen und ein Sicherheitsdilemma zwischen Belgrad und den Republiken, verstärkt durch ein Problem von credible commitments, musste folgen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kriegsursachenforschung ein, stellt das Problem der unzureichenden Erklärung innerstaatlicher Konflikte dar und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

II. Ethnische Identität und innerstaatlicher Krieg: Problemfälle sozialwissenschaftlicher Begriffsbildung: Hier werden zentrale Begriffe wie Konflikt, innerstaatlicher Krieg und ethnische Identität begrifflich geschärft und für die Analyse konzeptualisiert.

III. Primordialismus, Instrumentalismus, Konstruktivismus: Die Suche nach einer Theorie zu ethnischer Identität und Krieg: Dieses Kapitel diskutiert und kritisiert bestehende theoretische Ansätze und leitet zur Notwendigkeit der Entwicklung eines eigenen Modells über.

IV. Konzepte im Hinblick auf die Theoriebildung: Hier werden verschiedene theoretische Konzepte, wie das Sicherheitsdilemma, Securitization und das Spiral Game, vorgestellt, die als Bausteine für das eigene Modell dienen.

V. Das theoretische Modell: Das Kapitel integriert die zuvor diskutierten Konzepte zu einem einheitlichen theoretischen Modell, das den Zusammenhang von Identität, Emotionen und Krieg in einem kausalen Mechanismus darstellt.

VI. Innerstaatlicher Krieg und das ehemalige Jugoslawien: Anhand einer Fallstudie zum Zerfall Jugoslawiens wird das theoretische Modell empirisch geprüft und auf seine Plausibilität hin untersucht.

VII. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel diskutiert die Ergebnisse und zieht ein Fazit über die Bedeutung ethnischer Identität und Angst für die Eskalation innerstaatlicher Kriege.

Schlüsselwörter

Innerstaatlicher Krieg, ethnische Identität, Sicherheitsdilemma, Security Community, Securitization, Spiral Game, Machtkonflikt, kollektive Mobilisierung, Jugoslawien, Angst, Sorge, Kausaler Mechanismus, Prozessanalyse, Politische Mythen, Framing.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, warum und unter welchen Bedingungen ethnische Identität in innerstaatlichen Konflikten eine Rolle spielt und wie diese Identität zur Eskalation von Gewalt beitragen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Schnittstelle von Kriegsursachenforschung, Identitätspolitik, Sicherheitsdilemmata in heterogenen Gesellschaften und der Rolle von Emotionen bei der Mobilisierung von Massen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Welche Verbindung besteht zwischen ethnischer Identität und dem gewaltsamen innerstaatlichen Konfliktaustrag, und warum ist dies der Fall?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit entwickelt ein theoretisches Modell mittels Abduktion und unterzieht dieses Modell einer Einzelfallstudie (Process Tracing) am Beispiel des ehemaligen Jugoslawien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung bestehender Ansätze (Primordialismus, Instrumentalismus, Konstruktivismus), die Entwicklung eines eigenen Kausalmodells unter Einbeziehung von Sicherheitskonzepten und Emotionstheorien sowie die empirische Fallanalyse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere die Begriffe Sicherheitsdilemma, Securitization, ethnische Identität, Spiral Game und die Analyse der Rolle von Angst und Sorge.

Warum wird das Modell am Beispiel Jugoslawiens geprüft?

Jugoslawien gilt als ein "starker Test" für das Modell, da es trotz anfänglicher Anzeichen einer funktionierenden "Security Community" in einen gewaltsamen Zerfallsprozess mündete, was die theoretische Relevanz des Modells bei der Erklärung von Wandlungsprozessen unterstreicht.

Welche Rolle spielt Angst bei der Mobilisierung?

Angst wird nicht als irrationales Element, sondern als funktionaler Mechanismus verstanden, der in Situationen existentieller Bedrohung das Überleben als Ziel aktiviert und rationale Handlungen, wie den Griff zu den Waffen, innerhalb eines Sicherheitsdilemmas legitimiert.

Warum wird die „Copenhagen School“ diskutiert?

Ihre Konzepte, insbesondere "Societal Security" und der "Speech Act" der Sekurisierung, bieten einen innovativen Rahmen, um zu verstehen, wie Eliten gesellschaftliche Bedrohungswahrnehmungen konstruieren.

Final del extracto de 127 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Bedeutung ethnischer Identität für den innerstaatlichen Krieg
Subtítulo
Eine theoretische Annäherung
Universidad
University of Tubingen  (Institut für Politikwissenschaft)
Calificación
1,0
Autor
Christian Binnig (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
127
No. de catálogo
V162321
ISBN (Ebook)
9783640767748
ISBN (Libro)
9783640768035
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bedeutung Identität Krieg Eine Annäherung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Binnig (Autor), 2004, Die Bedeutung ethnischer Identität für den innerstaatlichen Krieg, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162321
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  127  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint