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Parmigiano Reggiano. Gelebte Handwerkskunst im Industriezeitalter prägt eine Region

Título: Parmigiano Reggiano. Gelebte Handwerkskunst im Industriezeitalter prägt eine Region

Tesis (Bachelor) , 2010 , 49 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: B.A. Dorothea Bernhard (Autor)

Ciencias de la Tierra / Geografía - Geografía regional
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Globalisierung, Standardisierung, Rationalisierung. Gerade heute scheint es das allgegenwärtige Ziel zu sein, mit möglichst geringem Aufwand an Arbeit, Kapital und Zeit möglichst viel zu erreichen. Maximaler Gewinn hat oberste Priorität. Dank dieser Einstellung hat die Gesellschaft weltweit begonnen Traditionen zu vergessen. Einsetzend mit der industriellen Revolution entwickelte sich ein Trend, der wohl heute seinen Höhepunkt erreicht hat: Discounterwaren dominieren den Markt. Traditionen und Handwerk spielen nur noch in den wenigsten Bereichen eine nennenswerte Rolle.

Allerdings beginnt sich langsam ein Umdenken abzuzeichnen. Laut Konsumforschung legen immer mehr Konsumenten Wert auf Qualität und sind auch bereit dafür zu zahlen: Qualität statt Quantität ist das neue Motto. Diese Rückbesinnung kann als Folge des gehobenen Lebensstandards gesehen werden, der unsere heutige Gesellschaft zu großen Teilen prägt. Traditionelles Handwerk steht für Originalität und Qualität. Ein Paradebeispiel für ein solches Traditionsprodukt ist Parmesan – oder korrekter Parmigiano Reggiano. Der Extra-Hartkäse aus der italienischen Po-Ebene wird bis heute nach traditioneller Art, rein handwerklich produziert. Trotzdem ist er, wie man vermuten möchte, kein Nischenprodukt; Parmigiano Reggiano isst man auf der ganzen Welt. Wie ein so traditionelles Produktionssystem in der heutigen Zeit nicht nur überleben, sondern erfolgreich funktionieren kann, soll in dieser Arbeit untersucht werden.

Dafür wird zunächst die Geschichte des Parmigiano Reggiano dargestellt. Es folgt eine genaue Erläuterung der Produktionsmethoden (der Milch und des Käses) sowie der Vermarktung des Käses und dessen enger Bindung an die definierte Produktionsregion. Ebenso wird auf die zum Schutz des Produktes ergriffenen Maßnahmen eingegangen. Ziel der Arbeit ist es, herauszufinden, ob das Parmigiano-Reggiano-Produktionssystem einen gewissen Modellcharakter hat. Ob also auch andere Regionen eines ihrer ehemals traditionellen Produkte in einem vergleichbaren System produzieren und erfolgreich vermarkten könnten, um ähnlich positive Effekte, wie die Schaffung von Arbeitsplätzen im Landwirtschaftssektor, zu erreichen.

Extracto


Inhalt

1. Einleitung

2. Parmigiano Reggiano

2.1 Geschichte

2.2 Produktion

2.2.1 Das Produktionsgebiet

2.2.2 Die Milchherstellung

2.2.3 Die Herstellung von Parmigiano Reggiano

2.2.4 Die Rolle des Käsers

2.2.5 Reifung und Vermarktung

2.2.6 Typizität von Parmigiano Reggiano

2.3 Parmigiano Reggiano als geschützte Ursprungsbezeichnung

2.3.1 Begriffsdefinition „geschützte Ursprungsbezeichnung“

2.3.2 Gesetzlicher Schutz durch die EU

2.3.3 Das Consorzio

2.3. Konkurrenzprodukte

2.4 Auswirkungen auf das Produktionsgebiet

3. Modellcharakter des Parmigiano Reggiano Produktionssystems

3.1 Hat das Produktionssystem Modellcharakter?

3.2 Übertragbarkeit des Systemmodells

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie das traditionell handwerkliche Produktionssystem des Parmigiano Reggiano trotz des Trends zur industriellen Rationalisierung erfolgreich bestehen kann und ob dieses Modell auf andere Regionen und Produkte übertragbar ist.

  • Historische Entwicklung der Parmesanherstellung
  • Analyse der handwerklichen Produktionsmethoden und der Rolle des Käsers
  • Rechtlicher Schutz durch die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)
  • Sozioökonomische Auswirkungen des Produktionssystems auf die Region
  • Potenzial der Modellübertragung auf andere landwirtschaftliche Nischenprodukte

Auszug aus dem Buch

2.2.4 Die Rolle des Käsers

Die Rolle des Parmigiano-Reggiano-Käsers ist eine ganz besondere. Ein P.R.-Käser überwacht nicht nur einfach den Produktions- und Reifeprozess des Käses, er selbst – oder besser gesagt sein persönlicher Fähigkeitsgrad – nimmt entscheidenden Einfluss auf die Qualität des Parmesans. Auch ist es in erster Linie der Käser, der die Herstellung von Parmigiano Reggiano zur Handwerkskunst macht.

Eine Ausbildung zum P.R.-Käser erfolgt rein traditionell: sieben bis neun Jahre lang begleitet der Lehrling einen bereits erfahrenen Käser und lernt so alles über den Herstellungsprozess; das sind etwa fünf Jahre mehr, als eine normale Ausbildung zum Käser dauert. Auch beinhaltet die Ausbildung keinen Schulbesuch. Nur das Wissen und die Erfahrung des lehrenden Käsers werden weitergegeben. Die Ausbildungsphase erscheint vor allem dann lang, wenn man weiß, dass ein P.R.-Käser im Durchschnitt zwischen 18 und 28 Jahre (inklusive Ausbildung) aktiv tätig ist. Aber die Dauer der Ausbildung lässt auch den hohen Schwierigkeitsgrad erkennen, der mit dem Beruf verbunden ist.

Die Handwerkskunst des Käsers zeigt sich in seiner Fähigkeit den täglichen Qualitätsschwankungen der Milch erfolgreich zu begegnen; denn die Qualität der Milch ist immer anders, je nach Produktionsgebiet, je nach Produzent, von Jahreszeit zu Jahreszeit und von Tag zu Tag. Milch ist ja ein lebendiges Produkt. Sie enthält Millionen von Mikroorganismen, die wiederum mit dem Fett-, Kasein- und Laktosegehalt der Milch zusammenhängen. Stündlich ändert sich deshalb der Fermentationszustand der Milch. Diese Vorgänge muss der Käser bei allen Arbeitsschritten stets beachten: er legt fest, wie lange die Milch bei welcher Temperatur zum Entrahmen gelagert wird, wann genau der Milch im Kochkessel welche Menge an Molke und Lab zugefügt wird und wann die geronnene Käsemasse die Idealtemperatur und -körnung erreicht hat. Bei all diesen elementaren Entscheidungen muss sich der Käser jeden Tag aufs Neue auf seine Erfahrung verlassen; er ist die Schlüsselfigur die Qualität des Käses betreffend.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Konflikt zwischen globaler Standardisierung und der Rückbesinnung auf traditionelle Qualitätsprodukte sowie die Zielsetzung der Arbeit.

2. Parmigiano Reggiano: Dieses Kapitel erläutert detailliert die Geschichte, die komplexen Produktionsprozesse, die unverzichtbare Rolle des Käsers, die Reifung sowie die rechtliche Absicherung des Produkts.

3. Modellcharakter des Parmigiano Reggiano Produktionssystems: Hier wird analysiert, ob die Prinzipien der Parmesanherstellung als Vorbild für andere Regionen dienen können, insbesondere am Beispiel von Flachs und Hanf.

4. Fazit: Das Fazit bestätigt die Einzigartigkeit des Systems und betont die Bedeutung von Tradition und Handwerk für die Zukunftsfähigkeit regionaler Wirtschaftsweisen.

Schlüsselwörter

Parmigiano Reggiano, Tradition, Handwerkskunst, geschützte Ursprungsbezeichnung, Consorzio, Produktionssystem, Milchherstellung, Käser, Reifung, Qualität, Regionalentwicklung, Modellcharakter, Naturprodukte, Nachhaltigkeit, Lebensmittelwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Parmigiano Reggiano als Beispiel für ein erfolgreich fortbestehendes, traditionelles handwerkliches Produktionssystem im Zeitalter der industriellen Globalisierung.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung, den spezifischen Produktionsschritten der Milchverarbeitung, der Rolle der Dachorganisation (Consorzio) und den sozioökonomischen Auswirkungen auf die Produktionsregion.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Modellcharakter des Parmigiano-Reggiano-Produktionssystems zu identifizieren und zu prüfen, ob dieses Modell auf andere Regionen und Kulturpflanzen übertragbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Datenanalyse, unter anderem basierend auf der Studie des Agrarökonomen Kees de Roest, sowie einer vergleichenden Betrachtung verschiedener Produktionsmodelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Im Hauptteil wird der gesamte Lebenszyklus des Parmigiano Reggiano von der Milchgewinnung über die handwerkliche Verarbeitung durch den Käser bis hin zur Reifung, Kennzeichnung und Vermarktung detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Parmigiano Reggiano, handwerkliche Tradition, geschützte Ursprungsbezeichnung, regionale Wertschöpfung und Nachhaltigkeit charakterisiert.

Warum ist die Ausbildung zum P.R.-Käser so ungewöhnlich?

Sie erfolgt rein traditionell durch eine sieben- bis neunjährige Lehrzeit ohne Schulbesuch, da die komplexen, nicht technisierbaren Entscheidungen allein auf der persönlichen Erfahrung des Meisters beruhen.

Inwiefern beeinflusst das Produktionssystem die regionale Landschaft?

Die strengen Futterregularien, insbesondere das Verbot von Silage, führen zu einer flächendeckenden Dominanz des Anbaus von Alfalfa, was das optische Erscheinungsbild der gesamten Region nachhaltig prägt.

Welches alternative Produkt wird als Beispiel für die Modellübertragung genannt?

Als Beispiel für eine mögliche Übertragung des Modells auf die Region Niederbayern werden die Kulturpflanzen Flachs und Hanf diskutiert.

Final del extracto de 49 páginas  - subir

Detalles

Título
Parmigiano Reggiano. Gelebte Handwerkskunst im Industriezeitalter prägt eine Region
Universidad
University of Passau  (Regionalgeographie)
Calificación
1,0
Autor
B.A. Dorothea Bernhard (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
49
No. de catálogo
V162423
ISBN (Ebook)
9783668678439
ISBN (Libro)
9783668678446
Idioma
Alemán
Etiqueta
Parmesan Parmigiano Reggiano Handwerkskunst Italien Norditalien Reggio nell'Emilia Milch Käse Milchbauer Kühe Produktionssystem Käser Grana Padano Industriezeitalter Geschichte Consorzio Reifung Produktionsgebiet Milchherstellung Konkurrenz
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
B.A. Dorothea Bernhard (Autor), 2010, Parmigiano Reggiano. Gelebte Handwerkskunst im Industriezeitalter prägt eine Region, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162423
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