In dieser Bachelor-Arbeit wird die Thematik der Unternehmensnachfolge durch Employee- oder Management-Buyout, bezogen auf die Sichtweise potenzieller Nachfolger, behandelt. Da alleine in Österreich laut der Wirtschaftskammer Österreich zwischen 2009 und 2018 ca. 57.500 Unternehmen vor der Unternehmensübergabe stehen und ein Großteil davon scheitern, ist dieses Thema von großer wirtschaftlicher Wichtigkeit. Zur Bearbeitung des Themas wurden deshalb drei Schwerpunkte gesetzt. Der erste Abschnitt befasst sich mit grundlegenden Fragen bezüglich der Beweggründe für den Eintritt in die Selbstständigkeit, sowie den Voraussetzungen für diesen Schritt. Da es potenziellen Nachfolgern, aufgrund unzureichender Kenntnisse, schwer fallen kann den Prozess der Unternehmensnachfolge zu durchlaufen, wurde dieser im zweiten Abschnitt im Wesentlichen abgebildet und umfasst die Phasen Vorbereitung, Bewertung, Verhandlung und Vertragsabschluss. In diesen Prozessphasen wurden beispielsweise die Selbstanalyse des Nachfolgers, die Unternehmensbewertung, Kaufpreisverhandlungen, Finanzierungsmöglichkeiten und Übergabearten behandelt. Um auf mögliche Schwierigkeiten nach der Übergabe aufmerksam zu machen, wurde im dritten Abschnitt die Umsetzung danach bezüglich der Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, aber auch im Bezug auf das Führungsverhalten betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Forschungsfrage
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Die Unternehmensnachfolge
2.1. Begriffserklärung
2.2. Ursachen eines Unternehmensverkaufes
2.3. Möglichkeiten und Formen der Unternehmensnachfolge
3. Der Start in die Selbstständigkeit
3.1. Argumente für Neugründung oder Übernahme
3.2. Chancen und Risiken der Übernahme
3.3. Qualifikationsvoraussetzungen
4. Unternehmensnachfolge – Der Prozess zur erfolgreichen Übernahme
4.1. Phase 1 – Die Vorbereitung
4.1.1. Selbstanalyse
4.1.2. Persönliche Situation des Nachfolgers
4.1.3. Voruntersuchung des Unternehmens
4.1.4. Zieledefinition
4.1.5. Externe Beratungsmöglichkeiten
4.2. Phase 2 – Die Bewertung
4.2.1. Ertragswertmethode
4.2.2. DCF-Discounted Cash Flow
4.2.3. Substanzwertverfahren
4.2.4. Liquidationswertverfahren
4.2.5. Mittelwertverfahren
4.2.6. Verfahren in der Praxis
4.3. Phase 3 – Die Verhandlung
4.3.1. Kaufpreisverhandlung
4.3.2. Zeitpunkt und Art der Zahlung
4.3.3. Übertragungsform
4.3.4. Finanzierungsmöglichkeiten
4.4. Phase 4 – Der Vertragsabschluss
5. Und dann – Die Umsetzung
5.1. Mitarbeiter
5.2. Kunden und Lieferanten
5.3. Unterstützungsmaßnahmen bei einem Wechsel
5.4. Führungsverhalten
6. Stolpersteine und Probleme
7. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit dient als Hilfestellung für Mitarbeiter und Führungskräfte, die vor der Entscheidung stehen, ein Unternehmen mittels Employee- oder Management-Buyout zu übernehmen. Das Hauptziel ist die Vermittlung eines strukturierten Überblicks über den gesamten Nachfolgeprozess, um eine fundierte Kaufentscheidung zu ermöglichen und einen erfolgreichen Übergang der Geschäftsführung sicherzustellen.
- Grundlagen der Unternehmensnachfolge und Motive für den Schritt in die Selbstständigkeit
- Prozessphasen der Übernahme: Vorbereitung, Bewertung, Verhandlung und Vertragsabschluss
- Methoden der Unternehmensbewertung (z. B. Ertragswert- und DCF-Verfahren)
- Herausforderungen in der Umsetzungsphase (Mitarbeiterführung, Kommunikation mit Kunden/Lieferanten)
- Analyse von Stolpersteinen und kritischen Erfolgsfaktoren im Nachfolgeprozess
Auszug aus dem Buch
4.1.1. Selbstanalyse
Wie bereits in vorhergehenden Kapiteln erwähnt, ist es als Führungskraft nötig, bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten aufzuweisen. In diesem ersten Schritt im Nachfolgeprozess führt der angehende Geschäftsführer eine Ist-Analyse seiner Persönlichkeit und Fähigkeit durch, um herauszufinden und sicherzustellen, ob er oder sie ein Unternehmertyp ist oder nicht.
Als Manager eines Betriebes kann es schon mal sein, dass eine 56 Stunden Woche die Regel ist. Dazu darf es nicht an Motivation und Leistungsbereitschaft mangeln. Führungskräfte zeichnen sich unter anderem in der Literatur durch folgende fünf Merkmale aus:
Emotionale Intelligenz ist eine Charaktereigenschaft, die den Geschäftsführer befähigt, sich in seine Angestellten und Mitarbeiter hinein fühlen zu können. Die emotionale Fähigkeit verschafft Verständnis für die Gefühle anderer. Begegnet man Menschen mit Verständnis und Einfühlungsvermögen, verschafft man sich Vertrauen, was für eine erfolgreiche Zusammenarbeit nötig ist.
Auch Delegationsvermögen sollte zu den Eigenschaften eines Geschäftsführers zählen. Er sollte in der Lage sein, Aufgaben je nach Eignungs- und Qualifikationsgrad eines Mitarbeiters zu delegieren. Obwohl es Personen gibt, denen es schwer fällt, Aufgaben abzugeben, sollte dies bei Führungspersonen nicht der Fall sein. Die Arbeitsaufträge oder Projekte dürfen nicht zur Überforderung, aber auch nicht zur Unterforderung führen, sondern eine adäquate Herausforderung für den Angestellten bzw. Arbeiter sein.
Mit Selbstwirksamkeit ist das Vertrauen in sich selbst gemeint. Eine Führungskraft sollte der Umsetzung eigener Pläne optimistisch gegenüber stehen. Erst durch den Glauben und das Vertrauen in sich selbst kann das Gefühl, „Wir schaffen es“, auf die Belegschaft übertragen werden.
Auch ein starker Leistungswille muss vorhanden sein, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Die Ziele sollten zwar hoch gesetzt sein, aber dennoch realistisch bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problemstellung, das Ziel und den Forschungsfokus der Arbeit auf Employee- und Management-Buyouts dar.
2. Die Unternehmensnachfolge: Das Kapitel definiert den Begriff der Unternehmensnachfolge, beleuchtet Ursachen für Unternehmensverkäufe und grenzt die verschiedenen Formen der Nachfolge voneinander ab.
3. Der Start in die Selbstständigkeit: Hier werden die Beweggründe für den Eintritt in die Selbstständigkeit diskutiert sowie Chancen, Risiken und notwendige Qualifikationen für eine Übernahme gegenübergestellt.
4. Unternehmensnachfolge – Der Prozess zur erfolgreichen Übernahme: Das Kapitel bietet einen detaillierten Leitfaden durch die vier Phasen des Nachfolgeprozesses: Vorbereitung, Bewertung, Verhandlung und Vertragsabschluss.
5. Und dann – Die Umsetzung: Der Fokus liegt auf der Phase nach dem offiziellen Eigentümerwechsel, insbesondere der Kommunikation mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und der Bedeutung des Führungsverhaltens.
6. Stolpersteine und Probleme: In diesem Kapitel werden kritische Hindernisse im Nachfolgeprozess identifiziert, um vorbeugende Maßnahmen zu ermöglichen und den Übergang zu erleichtern.
7. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung rekapituliert die zentralen Erkenntnisse und Schritte, die für einen erfolgreichen Unternehmensübergang durch Mitarbeiter oder Führungskräfte notwendig sind.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, Employee-Buyout, Management-Buyout, Nachfolgeprozess, Unternehmensbewertung, Ertragswertmethode, DCF-Verfahren, Selbstständigkeit, Führungskompetenzen, Due Diligence, Kaufpreisverhandlung, Unternehmensführung, Change-Management, Unternehmertum, Krisenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Unternehmensnachfolge aus der Perspektive von Angestellten oder Führungskräften, die durch ein Employee- oder Management-Buyout selbst zum Unternehmer werden möchten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Vorbereitung auf die Selbstständigkeit, die methodische Bewertung von Unternehmen, die Strukturierung von Verkaufsverhandlungen sowie die erfolgreiche Umsetzung und Führung in der Phase nach der Übernahme.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, potenziellen Nachfolgern eine Hilfestellung zu geben, wie sie den komplexen Prozess einer Unternehmensübernahme erfolgreich durchlaufen können, um so die Basis für eine nachhaltige Unternehmensführung zu schaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse bestehender Modelle und Theorien zur Unternehmensbewertung (z.B. DCF, Ertragswert) sowie auf praxisorientierte Ansätze zur Prozesssteuerung und Mitarbeiterführung im Nachfolgekontext.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorbereitung durch Selbst- und Unternehmensanalyse, die Durchführung der Unternehmensbewertung, die Verhandlung über Kaufpreis und Übertragungsformen sowie die praktische Umsetzung des Führungswechsels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Unternehmensnachfolge, Employee- oder Management-Buyout, Unternehmensbewertung, Due Diligence, Führungsverhalten und Change-Management.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Employee- und Management-Buyout wichtig?
Diese Unterscheidung ist relevant, da sie die Art der Akteure (Mitarbeiter vs. Führungskräfte) sowie die Komplexität und den Umfang der übernommenen Unternehmensanteile beeinflusst, was unterschiedliche Anforderungen an die Vorbereitung und Finanzierung stellt.
Wie kann ein Nachfolger die Finanzierung einer Übernahme realisieren?
Die Arbeit diskutiert Finanzierungen aus privaten Mitteln (Bankkredite, privates Eigenkapital) sowie öffentliche Förderprogramme und Beteiligungsfinanzierungen, wobei letztere oft eine stärkere Einbindung Dritter in die Unternehmenskontrolle erfordern.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in der Umsetzungsphase?
Die Kommunikation ist entscheidend, um Vertrauen bei Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten aufzubauen, Unsicherheiten zu minimieren und den wichtigen Wissens- und Kundenstamm nach dem Ausscheiden des Altinhabers im Unternehmen zu halten.
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- Jennifer Wohlgenannt (Autor), 2010, Vom Angestellten zum Unternehmer, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162814