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Arbeitskampf und Tarifautonomie in Zeiten der Fachgewerkschaften. Muss die Kampfparität der Kampfmittelfreiheit weichen?

Der moderne Arbeitskampf von Fachgewerkschaften im Spannungsverhältnis zwischen Koalitionsfreiheit und dem Wegfall der Tarifeinheit

Título: Arbeitskampf und Tarifautonomie in Zeiten der Fachgewerkschaften. Muss die Kampfparität der Kampfmittelfreiheit weichen?

Tesis de Máster , 2010 , 124 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Dominik Boisen (Autor)

Derecho - Civil / Derecho laboral
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Die Arbeit befasst sich mit dem Arbeitskampf der Fachgewerkschaften im Lichte der Tarifautonomie. Eine besondere Rolle spielt dabei die Frage, wie sich neueste Rechtsprechung des BAG zum Arbeitskampfrecht sowie die Abkehr vom Grundsatz der Tarifeinheit auf die Kampfparität auswirken.

Extracto


Gliederung

§ 1 Der Arbeitskampf und seine Bedeutung für das Wirtschaftsleben

I. Einleitung

II. Die Notwendigkeit von Arbeitskämpfen in der modernen Arbeitswelt

III. Die Bedeutung des Arbeitskampfs im Lichte der Tarifautonomie

IV. Lex iduex: das Richterrecht als dogmatische Grundlage des Arbeitskampfs

V. „Panta rhei“ – die Rechtsprechung zum Arbeitskampf im Wandel

VI. Flashmob & Co. – Kritische Entwicklungen des modernen Arbeitskampfes

VII. Die Tariflandschaft in Deutschland: Zunahme der Tarifkomplexität

VIII. Wechselwirkungen im Spannungsfeld zwischen dem Arbeitskampfrecht und dem Grundsatz der Tarifautonomie

IX. Volkswirtschaftliche Konsequenzen des Arbeitskampfes im Fokus der Rechtsprechung

§ 2 Grundlagen der Tarifautonomie, der Gewerkschaften und des Arbeitskampfs

I. Historische Grundlagen des Arbeitskampfes

II. Die Entwicklung der Koalitionsfreiheit

III. Inhalt, Bedeutung und Reichweite der Koalitionsfreiheit

1. Rechtsgrundlagen

2. Die Tarifautonomie

3. Grenzen der Tarifautonomie / Praktische Konkordanz

4. Die Tarifvertragsparteien

a. Gewerkschaften

b. Arbeitgeberverbände / einzelne Arbeitgeber

5. Die Anwendbarkeit von Tarifverträgen

§ 3 Die Koalitionsfreiheit im Lichte der Fachgewerkschaften

I. Die Praktische Bedeutung von Fachgewerkschaften

II. Die Fachgewerkschaften im Lichte des Tarifrechts

III. Betriebsinterne Kollision und gewerkschaftlicher Wettbewerb

IV. Der Arbeitskampf der Fachgewerkschaften

V. Die Rechtmäßigkeit von Arbeitskämpfen

1. Verfolgung eines rechtmäßiges Ziels

2. Die Einhaltung der Friedenspflicht

3. Das Gebot der Kampfparität

4. Das Ultima-Ratio-Prinzip

5. Das Gebot fairer Kampfführung

6. Die Geimeinwohlbindung von Arbeitskämpfen

§ 4 Bewertung und Ausblick

I. Analytische Bewertung des gegenwärtigen Rechtszustandes

II. Maßnahmen zu Herstellung eines neuen Gleichgewichts

1. Rückkehr zum Grundsatz der Tarifeinheit

2. Gesetzliche Regelung der Tarifeinheit

3. Verpflichtung zum gemeinsamen Tarifvertragsschluss

4. Verpflichtung zur Laufzeitsynchronisierung von Tarifverträgen

5. Obligatorische Schlichtung

6. Verbot sittenwidriger Forderungen

III. Fazit und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die rechtlichen und sozioökonomischen Auswirkungen des modernen Arbeitskampfes durch Fachgewerkschaften im Kontext des Wegfalls des Grundsatzes der Tarifeinheit. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Wahrung der Kampfparität in einem zunehmend komplexen Tarifgefüge, in dem spezialisierte Berufsgruppen durch Arbeitskampfmaßnahmen erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen erzielen können.

  • Wandlung der Gewerkschaftslandschaft durch Fachgewerkschaften
  • Rechtliche Einordnung und Folgen des Wegfalls der Tarifeinheit
  • Die Rolle der Kampfparität und der Verhältnismäßigkeit im Arbeitskampf
  • Herausforderungen durch moderne Arbeitskampfmittel wie den Flashmob
  • Perspektiven für eine gesetzliche Neuregelung oder Anpassung der Tarifautonomie

Auszug aus dem Buch

VI. Flashmob & Co. – Kritische Entwicklungen des modernen Arbeitskampfes

Eine, neben den bereits erwähnten, weitere wichtige Ursache für die vielfach geäußerte Unzufriedenheit im Zusammenhang mit der gesetzgeberischen Untätigkeit in arbeitskampfrechtlichen Fragen besteht darin, dass sich häufig gerade Arbeitnehmerorganisationen, trotz oder gerade wegen der durch die Rechtsprechung entwickelten Rahmenbedingungen und der nur abstrakten Regeln zur Zulässigkeit von Arbeitskampfmaßnahmen, sowie hinsichtlich der Art und Weise, wie Arbeitskämpfe zu führen sind, weitgehend frei fühlen und ständig die Grenzen ausloten.

Zwar sollen die Koalitionen beim Abschluss von Tarifverträgen weitgehend frei sein, weshalb es erforderlich ist, dass sie die Mittel, die sie zur Erreichung ihres Ziels einsetzen wollen, selbst wählen können. Als besonders unbefriedigend empfunden wird jedoch aus Arbeitgebersicht bisweilen der Umstand, dass es keinen „numerus clausus“ zulässiger Kampfmittel gibt und es gerade im Rahmen des „Wie“ zu den für Arbeitgeber äußerst bedeutsamen Fragen, wie lang, wie intensiv und mit welchen Mitteln ein Arbeitskampf geführt werden darf, keine spezialgesetzlichen Vorgaben gibt, welche arbeitnehmerseitigen Arbeitskampfmaßnahmen Restriktionen auferlegen und ihnen neben zeitlichen insbesondere inhaltliche Grenzen setzen.

Dieser gesetzlichen Unbeschränktheit stehen zum Leidwesen vieler Arbeitgeber der Einfallsreichtum und die Fantasie der Arbeitnehmerorganisationen gegenüber, aufgrund derer es immer wieder zu neuen Aktionen und Entwicklungen kommt, die Fragen mit sich bringen, welche – zeit- und kostenintensiv – durch Arbeitsgerichte zu entscheiden und auf ihre Rechtmäßigkeit hin zu überprüfen sind.

Dies hat gerade in der jüngeren Vergangenheit mehrfach zu Streit zwischen den Parteien eines Arbeitskampfes geführt, da Arbeitgeber in einigen Fällen die Kampfparität, die als „heilige Kuh des Arbeitskampfs“ im Rahmen der Verhältnismäßigkeit zwingende Voraussetzung für die Zulässigkeit und Rechtmäßigkeit eines Arbeitskampfes ist, nicht mehr gewahrt sahen (Stichwort. Flashmob, Sympathie- und Solidaritätsstreik), oder die Auffassung vertraten, dass bei den Arbeitskampfmaßnahmen der Arbeitnehmer überhaupt kein zulässiges, tariflich regelbares Ziel verfolgt werde (Stichwort: Streik um Tarifsozialpläne).

Zusammenfassung der Kapitel

§ 1 Der Arbeitskampf und seine Bedeutung für das Wirtschaftsleben: Einleitung in die Problematik des modernen Arbeitskampfes unter besonderer Berücksichtigung der Fachgewerkschaften und des Wegfalls der Tarifeinheit.

§ 2 Grundlagen der Tarifautonomie, der Gewerkschaften und des Arbeitskampfs: Historische und verfassungsrechtliche Herleitung der Koalitionsfreiheit und der Tarifautonomie als tragende Säulen des Arbeitsrechts.

§ 3 Die Koalitionsfreiheit im Lichte der Fachgewerkschaften: Detaillierte Analyse der speziellen Herausforderungen durch Fachgewerkschaften und der rechtlichen Voraussetzungen für die Rechtmäßigkeit von Arbeitskämpfen.

§ 4 Bewertung und Ausblick: Analytische Bewertung des gegenwärtigen Rechtszustands sowie Diskussion möglicher Lösungsansätze zur Wiederherstellung eines Gleichgewichts zwischen den Tarifparteien.

Schlüsselwörter

Arbeitskampfrecht, Tarifautonomie, Fachgewerkschaften, Koalitionsfreiheit, Tarifeinheit, Kampfparität, Tarifpluralität, Ultima-Ratio-Prinzip, Friedenspflicht, Flashmob, Arbeitskampf, Tarifvertrag, Arbeitsgerichte, Gemeinwohlbindung, Soziale Mächtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Masterarbeit befasst sich mit der rechtlichen Einordnung des modernen Arbeitskampfes von Fachgewerkschaften und den Herausforderungen, die sich aus dem Wegfall des Grundsatzes der Tarifeinheit für die Tarifautonomie und die Kampfparität ergeben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der Tariflandschaft, die verfassungsrechtlichen Grundlagen der Koalitionsfreiheit, die Problematik der Tarifpluralität sowie die verschiedenen Arbeitskampfmittel der Gewerkschaften und Arbeitgeber.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Analyse der aktuellen Rechtslage und die Suche nach praktischen Lösungsansätzen, um das Gleichgewicht der Kräfte (Kampfparität) im Arbeitskampf zu bewahren und die Funktionsfähigkeit der Tarifautonomie zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Untersuchung, die auf einer umfassenden Analyse der aktuellen Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, einschlägiger Literatur sowie der Berücksichtigung sozial- und wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historischen Grundlagen, die spezifische Rolle der Fachgewerkschaften, die Prüfung der Rechtmäßigkeit von Arbeitskämpfen anhand verschiedener Kriterien sowie eine evaluierende Betrachtung des gegenwärtigen Rechtszustands.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Arbeitskampfrecht, Tarifautonomie, Fachgewerkschaften, Kampfparität, Tarifpluralität und Flashmob charakterisieren.

Warum ist das Thema des Flashmobs in dieser Arbeit so bedeutend?

Der Flashmob ist ein aktuelles Beispiel für ein modernes Arbeitskampfmittel, das die klassische Vorstellung der Kampfparität an ihre Grenzen bringt, da Arbeitgeber kaum effektive Abwehrmöglichkeiten haben und das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Gewerkschaften sehr vorteilhaft ist.

Welche Konsequenzen hat der Wegfall der Tarifeinheit nach Ansicht des Autors?

Der Autor konstatiert eine massive Stärkung von Spartengewerkschaften, eine Zunahme an Arbeitskampfmaßnahmen und eine Gefährdung der Planungssicherheit für Arbeitgeber, was letztlich das System der sozialen Befriedung durch Tarifverträge vor neue Belastungen stellt.

Welche Lösungsmodelle für das Problem der Tarifpluralität werden diskutiert?

Diskutiert werden unter anderem die Rückkehr zum Grundsatz der Tarifeinheit, eine gesetzliche Regelung der Tarifeinheit, eine verpflichtende Tarifgemeinschaft sowie die Harmonisierung von Laufzeiten der Tarifverträge.

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Detalles

Título
Arbeitskampf und Tarifautonomie in Zeiten der Fachgewerkschaften. Muss die Kampfparität der Kampfmittelfreiheit weichen?
Subtítulo
Der moderne Arbeitskampf von Fachgewerkschaften im Spannungsverhältnis zwischen Koalitionsfreiheit und dem Wegfall der Tarifeinheit
Universidad
University of Augsburg  (Fakultät für Rechtswissenschaften)
Curso
LL.M. Recht der internationalen Wirtschaft
Calificación
1,7
Autor
Dominik Boisen (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
124
No. de catálogo
V162858
ISBN (Ebook)
9783640777921
ISBN (Libro)
9783640777679
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tarifautonomie Fachgewerkschaft Spartengewerkschaft Koalitionsfreiheit Kampfparität Kampfmittelfreiheit Arbeitskampf Art. 9 Abs. 3 GG Funktionselite Bahnstreik Pilotenstreik Marburger Bund GDL Transnet UfO Verdi BDA DGB VC Cockpit GDBA GdF Verinigung Gewerkschaft Arbeitsrecht kollektives Arbeitsrecht BAG Tarifpluralität Tarifeinheit Grundsatz der Tarifeinheit Arbeitskampfrecht Flashmob Tarifsozialplan Streik Symphatiestreik Unterstützungsstreik
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Citar trabajo
Dominik Boisen (Autor), 2010, Arbeitskampf und Tarifautonomie in Zeiten der Fachgewerkschaften. Muss die Kampfparität der Kampfmittelfreiheit weichen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/162858
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