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Zum Verhältnis von Demokratie und Heterogenität

Title: Zum Verhältnis von Demokratie und Heterogenität

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 31 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Silvia Brugger (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Nach dem Siegeszug der Demokratie und der damit einhergehenden Konzentration der Wissenschaft auf Transitions- und Demokratisierungsprozesse in den vergangenen Jahrzehnten rückt nun immer mehr der Qualitätsverlust demokratischer Systeme in den Fokus des Forschungsinteresses. Sowohl externe als auch interne Herausforderungen können zu einer Beeinträchtigung von Demokratien führen. Neben der eingeschränkten Gestaltungskraft demokratisch legitimierter Institutionen im Zuge der Globalisierung wird das demokratische System insbesondere durch die zunehmende Heterogenität vieler Gesellschaften auf die Probe gestellt.
Der Frage nach den Implikationen struktureller und kultureller Heterogenität für die Qualität einer Demokratie soll das zentrale Erkenntnisinteresse dieser Arbeit gelten. Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Existenz eines bestimmten Grads an politischer Gleichheit sowie grundlegender Gemeinsamkeiten, auf denen die Legitimität eines demokratischen Systems beruht.

Nach einer Annäherung an demokratietheoretische Herausforderungen mittels einer Gegenüberstellung von „eingebetteten“ und defekten Demokratien soll die Bedeutung von gesellschaftlicher Homogenität für die demokratische Einheitsbildung anhand einer Betrachtung des Begriffs der politischen Gleichheit und des Stellenwerts von Konsens und Konflikt für die Existenz und Stabilität einer Demokratie aufgezeigt werden. Vor diesem Hintergrund soll daran anschließend das Verhältnis von Demokratie einerseits und sozioökonomischer Ungleichheit und kulturellem Pluralismus – den zwei Dimensionen von Heterogenität – andererseits untersucht werden, um schließlich erste Konsequenzen für die demokratische Theorie und Praxis ziehen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Von der „eingebetteten“ zur defekten Demokratie: Herausforderungen für die Demokratietheorie

1.1 Minimalbedingungen und Idealvorstellungen

1.2 Bewertung demokratischer Qualität

1.3 Demokratische Systeme in der Grauzone

2. Zur Bedeutung von sozialer Homogenität und Kohäsion für Demokratien

2.1 Begriff der politischen Gleichheit

2.2 Die demokratische Einheitsbildung

2.3 Integration durch Konflikt

3. Strukturelle und kulturelle Heterogenität in demokratischen Systemen

3.1 Teilbare und unteilbare Konflikte: die zwei Dimensionen von Heterogenität

3.2 Demokratie und sozioökonomische Ungleichheit

3.3 Demokratie und kultureller Pluralismus

3.4 Konsequenzen für die Demokratietheorie und -praxis

Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Demokratie und gesellschaftlicher Heterogenität, insbesondere die Auswirkungen von sozioökonomischer Ungleichheit und kulturellem Pluralismus auf die Qualität und Stabilität demokratischer Systeme.

  • Konzeptualisierung von eingebetteten vs. defekten Demokratien.
  • Die fundamentale Rolle politischer Gleichheit als Demokratievoraussetzung.
  • Soziale Homogenität und Kohäsion als Bedingung für demokratische Stabilität.
  • Integration durch Konflikt und die Unterscheidung von teilbaren und unteilbaren Konflikten.
  • Demokratische Herausforderungen durch sozioökonomische Ungleichheit und kulturelle Identitätskonflikte.

Auszug aus dem Buch

1.1 Minimalbedingungen und Idealvorstellungen

Wann verdient ein politisches System die Bezeichnung Demokratie? Diese eigentlich sehr einfach anmutende Frage erweist sich bei näherer Betrachtung als nicht trivial, zumal zahlreiche Staaten zwar als demokratisch gelten, grundlegende Institutionen einer Demokratie aber Defizite aufweisen oder sogar ganz fehlen. Neben dem Kriterium der Volkssouveränität – Demokratie als „government of the people, by the people and for the people“ – wurden weitere Kriterien entwickelt und Bedingungen aufgestellt, welche Demokratie beschreiben und von anderen Herrschaftsformen abgrenzen. Ausgehend von der Bedeutung eines demokratischen Wertesystems sowie einer effektiven Regierung und Opposition definiert Seymour Martin Lipset Demokratie folgendermaßen:

„[…] democracy (in a complex society) is defined as a political system which supplies regular constitutional opportunities for changing the governing officials. It is a social mechanism for the resolution of the problem of societal decision-making among conflicting interest groups which permits the largest possible part of the population to influence these decisions through their ability to choose among alternative contenders for political office.“

Allgemeine, freie und gleiche Wahlen, die in regelmäßigen Zeitabständen abgehalten werden, stellen demnach den Ausgangspunkt für ein demokratisches System dar. Von einer wirklichen Entscheidungsmacht des Volkes kann allerdings erst die Rede sein, wenn die Bürger ein Mindestmaß an bürgerlicher und politischer Freiheit und Gleichheit genießen und zwischen mehr als einer ernstzunehmenden politischen Alternative wählen können. Die demokratisch legitimierten Institutionen müssen zudem wirksam sein und eine hinreichende Vielfalt von Informationsquellen sollte eine freie Meinungsbildung garantieren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in das Forschungsthema ein und erörtert, wie zunehmende gesellschaftliche Heterogenität die Qualität demokratischer Systeme herausfordert.

1. Von der „eingebetteten“ zur defekten Demokratie: Herausforderungen für die Demokratietheorie: Dieses Kapitel definiert Demokratiebegriffe und analysiert die Abgrenzung von konsolidierten, eingebetteten Demokratien hin zu defekten oder hybriden Systemen.

2. Zur Bedeutung von sozialer Homogenität und Kohäsion für Demokratien: Es wird die Rolle der politischen Gleichheit, der demokratischen Einheitsbildung und der positiven Integrationsfunktion von Konflikten untersucht.

3. Strukturelle und kulturelle Heterogenität in demokratischen Systemen: Das Kapitel differenziert zwischen struktureller sozioökonomischer Ungleichheit und kulturellem Pluralismus und diskutiert deren spezifische Auswirkungen auf die demokratische Praxis.

Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die Notwendigkeit zusammen, sozioökonomische und identitätsbezogene Faktoren in demokratietheoretische Analysen stärker einzubeziehen, um die Qualität von Demokratien zu sichern.

Schlüsselwörter

Demokratietheorie, Heterogenität, politische Gleichheit, sozioökonomische Ungleichheit, kultureller Pluralismus, soziale Kohäsion, Demokratiequalität, defekte Demokratie, Identitätspolitik, Partizipation, Konflikt, Integration, Rechtsstaatlichkeit, Polyarchie, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verhältnis von Demokratie und gesellschaftlicher Heterogenität und untersucht, wie strukturelle sowie kulturelle Vielfalt die Qualität demokratischer Systeme beeinflussen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die Konzepte von eingebetteten und defekten Demokratien, die Rolle politischer Gleichheit, soziale Kohäsion, die Dynamik von Konflikten sowie die Auswirkungen sozioökonomischer Ungleichheit und kulturellen Pluralismus.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, welche Implikationen strukturelle und kulturelle Heterogenität für die Qualität einer Demokratie haben und inwieweit Demokratietheorien erweitert werden müssen, um diese Herausforderungen abzubilden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Analyse, indem sie existierende Demokratiemodelle und Konzepte (wie das der Polyarchie oder eingebetteten Demokratie) kritisch gegenüberstellt und auf Basis der Fachliteratur eine eigene Synthese zum Themenkomplex Heterogenität entwickelt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Demokratietheorien, die Bedeutung von sozialer Homogenität für die politische Gleichheit und Einheitsbildung sowie die Differenzierung zwischen teilbaren (sozioökonomischen) und unteilbaren (kulturellen/identitätsbezogenen) Konflikten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Demokratiequalität, politische Gleichheit, sozioökonomische Disparitäten, kultureller Pluralismus, Konfliktintegration und das Konzept der eingebetteten Demokratie.

Warum wird zwischen „teilbaren“ und „unteilbaren“ Konflikten unterschieden?

Die Unterscheidung dient dazu, die Integrationsfähigkeit einer Gesellschaft besser zu verstehen: Während sozioökonomische, teilbare Konflikte oft durch Kompromisse gelöst werden können, sind kulturelle oder Identitätskonflikte häufig „Entweder-Oder“-Situationen, die schwerer zu vermitteln sind.

Welche Rolle spielt die sozioökonomische Ungleichheit in der Arbeit?

Die Arbeit hebt hervor, dass extreme ökonomische Ungleichheit das demokratische System unterminiert, da sie politische Teilhabe erschwert und zur Ausgrenzung schwacher gesellschaftlicher Gruppen führen kann, was letztlich in einer defekten Demokratie enden kann.

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Details

Title
Zum Verhältnis von Demokratie und Heterogenität
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft)
Course
Fragen angewandter Politikforschung
Grade
1,3
Author
Silvia Brugger (Author)
Publication Year
2009
Pages
31
Catalog Number
V163072
ISBN (eBook)
9783640770588
ISBN (Book)
9783640771035
Language
German
Tags
Demokratietheorie Politische Gleichheit demokratische Qualität Homogenität Heterogenität Pluralismus kultureller Pluralismus Ungleichheit sozioökonomische Ungleichheit defekte Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvia Brugger (Author), 2009, Zum Verhältnis von Demokratie und Heterogenität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163072
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