Sämtliche Entscheidungen im Unternehmen werden von Menschen mit beschränkten Fähigkeiten und menschlichen Eigenschaften getroffen. Menschliches Verhalten führt zu systematischen Verzerrungen in betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen. Deswegen wird die Einbeziehung psychologischer Erkenntnisse in die Controllingtheorie immer stärker gefordert. Diese Forderung geht einher mit Kritik an praxisfernen neoklassischen Systemen und an der klassischen ökonomischen Theorie des Homo Oeconomicus. Jenem objektiv rational handelnden Marktteilnehmer, der fernab persönlicher Präferenzen mit vollständiger Voraussicht, unendlichen finanziellen Mitteln und uneingeschränktem Marktzugriff durch Nutzenkalkül motiviert wird. Stärker auf die realen Eigenschaften von Menschen einzugehen, und dadurch neue Perspektiven zu öffnen, wird in der Theorie mit „Verhaltensorientierung“ beschrieben.
Im Rahmen dieser Seminararbeit werden zunächst die klassische Auffassung des Controllings, wie sie in vielen Lehrbüchern beschrieben wird, sowie weitere wichtige Grundbegriffe in diesem Zusammenhang erklärt. Anschließend werden mit Hilfe der sog. Prinzipal-Agent-Theorie erste Fragestellungen und Erklärungen auf das Zusammenwirken von Wirtschaftssubjekten gegeben. In Kapitel drei werden häufig auftretende Probleme im Verhältnis zwischen Controller und Manager aufgezeigt, bevor in Kapitel vier praxisnahe Handlungsempfehlungen für den modernen Controller abgeleitet werden.
Ziel dieser Arbeit soll sein, ein verhaltensorientiertes Controlling (Behavioral Controlling) in seiner Funktion als meinungsbildendes Instrument des Managements genauer zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1 Einführung
2 Grundlagen zur Verhaltensorientierung im Controlling
2.1 Entwicklungsgeschichte
2.2 Verhaltenswissenschaften und Betriebwirtschaftslehre
2.2.1 Verhalten
2.2.2 Controllingbegriff und Aufgaben des Controllers
2.3 Prinzipal-Agent-Theorie als Erweiterung der ökonomischen Theorie
3 Behavioral Controlling
3.1 Begriffliche Grundlagen
3.2 Menschliches Informationsverhalten
3.2.1 Fehler bei Wahrnehmung und Interpretation von Informationen
3.2.2 Information Overload
4 Handlungsempfehlungen für ein Behavioral Controlling
5 Ausblick
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist verhaltensorientiertes Controlling (Behavioral Controlling)?
Es handelt sich um einen Ansatz im Controlling, der psychologische Erkenntnisse einbezieht und berücksichtigt, dass menschliches Verhalten zu systematischen Verzerrungen in betriebswirtschaftlichen Entscheidungen führt.
Warum wird die klassische Theorie des Homo Oeconomicus kritisiert?
Kritiker bemängeln, dass das Modell des rein rational handelnden Marktteilnehmers praxisfern ist, da reale Menschen begrenzte Fähigkeiten haben und persönlichen Präferenzen unterliegen.
Welche Rolle spielt die Prinzipal-Agent-Theorie im Behavioral Controlling?
Die Theorie erklärt das Zusammenwirken von Wirtschaftssubjekten (z. B. Manager und Controller) und hilft dabei, Informationsasymmetrien und Interessenkonflikte zu verstehen.
Was versteht man unter "Information Overload" im Controlling?
Information Overload bezeichnet die Überflutung mit Informationen, die dazu führt, dass Entscheidungsträger wichtige Daten nicht mehr effizient wahrnehmen oder interpretieren können.
Welche Fehler treten bei der menschlichen Informationswahrnehmung auf?
Es kommt häufig zu Fehlern bei der Wahrnehmung und Interpretation von Informationen, die durch kognitive Verzerrungen und begrenzte Rationalität bedingt sind.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit zum Behavioral Controlling?
Ziel ist die Untersuchung des Controllings als meinungsbildendes Instrument des Managements unter Berücksichtigung realer menschlicher Verhaltensweisen.
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- Daniel Punzo (Author), 2010, Verhaltensorientiertes Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163214