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Caesars Darstellung seines Gegenspielers Pompeius im Bürgerkrieg

Title: Caesars Darstellung seines Gegenspielers Pompeius im Bürgerkrieg

Seminar Paper , 2010 , 22 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Ann-Christin Graé (Author)

Latin philology - Literature
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Es existieren nur wenige bedeutende Persönlichkeiten der Antike, deren Ruhm bis in die heutige Zeit nicht verblasst ist. Die geschichtlichen Größen Pompeius und Caesar können hierzu gezählt werden und sollen Untersuchungsgegenstand dieser Hausarbeit sein. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellungsweise des Pompeius im Bellum Civile (BC) von Caesar. Exemplarisch wird hauptsächlich nur das dritte Buch herangezogen, um Caesars Sichtweise der Ereignisse im Bezug auf Pompei-us zu prüfen.
Interessant ist diese Thematik, da das Bild des Pompeius durch sein finales Schei-tern im Bürgerkrieg gegen Caesar maßgeblich geprägt wurde. Sein Rivale Caesar stellt im Werk commentariorum libri tres de bello civili seine Darstellung des Kriegsverlaufs dar. Pompeius, der bis zum Bürgerkrieg erfolgreichster römischer Heerführer war, unterliegt hier Caesar, der zudem noch aus einer schlechteren Ausgangsbasis den Krieg begonnen hatte.
Es muss beachtet werden, dass Caesars Ausführungen über seinen Kontrahenten, seinen ehemaligen Weggefährten, nicht immer historisch stimmig sind, da er das BC als Element der Propaganda nutzte und es sehr zeitnah von ihm verfasst wur-de, sodass durch die hiermit verbundene Emotionalität eine objektive Zeichnung des Gegners nicht möglich war. Insbesondere seine Pompeius-Darstellung weist eine mangelnde Distanz zu den Ereignissen auf (nach Karl Barwick). Die ersten beiden Bücher stellen das erste Kriegsjahr 49 v.Chr. dar, das dritte Buch fasst un-vollständig die Ereignisse des Jahres 48 v.Chr. zusammen.
Der Popular Caesar verfasste seine Berichterstattung über den Bürgerkrieg, der in den Jahren von 49-45 v.Chr. stattfand, aus zwei Gründen: Zum einen will er seine Vorgehensweise, die aus juristischer Sicht betrachtet Hochverrat wäre, sowohl vor Anhängern als auch Kritikern rechtfertigen, zum anderen versucht er seinen Ruhm für die Nachwelt zu zeichnen, indem er das Verhalten seines Gegners diskreditiert und seine eigenen Taten in das rechte Licht rückt. Unter Kenntnisnahme dieser Voraussetzungen soll seine Darstellungsweise des Pompeius untersucht werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 ENTSTEHUNG DES BÜRGERKRIEGS

3 CAESARS DARSTELLUNG DES POMPEIUS

3.1 POMPEIUS ALS AUSLÖSER FÜR DEN BÜRGERKRIEG UND SEIN FORTDAUERN

3.2 POMPEIUS ALS STRATEGE

3.3 POMPEIUS ALS HEERFÜHRER

3.4 POMPEIUS ALS MENSCH

4 SCHLUSSREFLEXION

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische und oft tendenziöse Darstellungsweise des Pompeius in Caesars Werk Bellum Civile. Ziel ist es zu analysieren, wie Caesar durch die Charakterisierung seines Gegners als militärisch unfähig und moralisch unterlegen die eigene Rolle im Bürgerkrieg rechtfertigt und seinen Ruhm für die Nachwelt sichert.

  • Analyse der Rolle des Pompeius als vermeintlicher Auslöser des Bürgerkriegs.
  • Untersuchung der strategischen und militärischen Führungskompetenzen von Pompeius aus Sicht Caesars.
  • Deutung der charakterlichen Zuschreibungen, insbesondere hinsichtlich Stolz, Feigheit und Hochmut.
  • Vergleich der Darstellung von Pompeius mit der Selbstdarstellung Caesars (insbesondere im Hinblick auf clementia).
  • Kontextualisierung der propagandistischen Ziele Caesars in der Berichterstattung.

Auszug aus dem Buch

3.4 Pompeius als Mensch

Passus BC III,77,3 präsentiert er sich trotzig und unüberlegt. Er versucht verbissen mit allen Mitteln Caesar nachzusetzen, da dieser ihn ausgetrickst hat. Pompeius lassen sich jedoch noch weitere negative Attribute zuschreiben.

Caesar entwickelt sukzessive das Bild eines feigen Feldherrn von Pompeius, der sich vor einer Entscheidungsschlacht scheut. In BC III,41,1 bietet Caesar ihm offensichtlich eine alles entscheidende Schlacht an: postridie eductis omnibus copiis acie instructa decernendi potestamtem Pompeio fecit. Dieser reagiert jedoch nicht, sodass Caesar sein Heer auch wieder ins Lager zurückführte. Caesar wirkt mutig und gewillt den Krieg zu einer Entscheidung zu bringen. Pompeius hingegen kann sich aus unbestimmten Gründen hierzu nicht entschließen. Auch im späteren Verlauf fordert er ihn mehrfach auf, die entscheidende Schlacht auszutragen.

In BC III,55 stellt Caesar täglich sein Heer direkt vor Pompeius’ Lager in Schlachtordnung auf, doch dieser stellt nur zum Schein sein völlig gedecktes Heer auf, ut famam opinionemque hominum teneret (III,55,2). Abermals drückt sich Pompeius vor der Entscheidung. Sogar seine eigenen Soldaten bemerken, dass er die ausschlaggebende Schlacht vermeidet und unterstellen ihm, dass die Entscheidung an nur einem Tag herbeigeführt werden könne, sed illum delectari imperio et consularis praetoriosque servorum habere numero dicerent (III,82,2). Diese Aussage lässt auf seinen schlechten Charakter schließen, da er den Oberbefehl genießt und ehemalige Konsuln und Prätoren als seine Sklaven ansieht. Zudem impliziert sie einen Machtmissbrauch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einleitung in die Themenstellung sowie Erläuterung der Relevanz von Caesars Bellum Civile als propagandistisches Werk zur Charakterisierung des Pompeius.

2 ENTSTEHUNG DES BÜRGERKRIEGS: Historische Herleitung des Konflikts ausgehend vom ersten Triumvirat bis hin zum Ausbruch des Bürgerkriegs und dem senatus consultum ultimum.

3 CAESARS DARSTELLUNG DES POMPEIUS: Einleitung in das methodische Vorgehen Caesars, Pompeius primär durch Gegenüberstellungen und Vergleiche negativ zu zeichnen.

3.1 POMPEIUS ALS AUSLÖSER FÜR DEN BÜRGERKRIEG UND SEIN FORTDAUERN: Analyse der Friedensangebote Caesars und der Zurückweisung durch Pompeius, wodurch ihm die Schuld am Fortdauern des Konflikts zugeschrieben wird.

3.2 POMPEIUS ALS STRATEGE: Darstellung der militärischen Defizite des Pompeius, indem Caesar seine eigene taktische Überlegenheit und Vorausschau betont.

3.3 POMPEIUS ALS HEERFÜHRER: Untersuchung der mangelnden Führungsqualitäten des Pompeius, illustriert durch mangelnde Disziplin seiner Truppen und Grausamkeit seiner Untergebenen.

3.4 POMPEIUS ALS MENSCH: Charakterisierung des Pompeius als stolz, feige und hochmütig, insbesondere anhand seines Verhaltens in und nach der Schlacht bei Pharsalos.

4 SCHLUSSREFLEXION: Zusammenfassende Bewertung der propagandistischen Intention Caesars, Pompeius als Sündenbock und Antithese zum eigenen, milden und erfolgreichen Feldherrenbild zu nutzen.

Schlüsselwörter

Caesar, Pompeius, Bellum Civile, Bürgerkrieg, Propaganda, Antike, Heerführer, Strategie, Pharsalos, clementia, Charakterdarstellung, Machtmissbrauch, Römische Geschichte, amicitia, Propaganda.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die spezifische Darstellung von Pompeius Magnus in Caesars Werk "Bellum Civile" und untersucht, wie Caesar sein Bild des Gegners einsetzt, um seine eigenen Handlungen zu rechtfertigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Kernbereichen zählen die militärische Strategie, das Verhalten als Heerführer, die persönliche Charakterstruktur des Pompeius und die propagandistische Funktion des Textes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, durch eine detaillierte Textanalyse aufzuzeigen, wie Caesar Pompeius als unfähigen, feigen und stolzen Gegner konstruiert, um sich selbst als überlegene und rechtmäßige Führungspersönlichkeit zu inszenieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenkritische Analyse, die zentrale Textstellen aus dem dritten Buch von Caesars "Bellum Civile" exzerpiert und in den historischen sowie propagandistischen Kontext einordnet.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Pompeius als Auslöser des Krieges, als Stratege, als Heerführer und als Mensch, wobei jeweils belegt wird, wie Caesar ihn durch gezielte Kontrastierung abwertet.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Caesar, Pompeius, Bürgerkrieg, Propaganda, Feldherrn-Vergleich, militärische Inkompetenz und die clementia Caesaris.

Wie bewertet die Arbeit die Schuldfrage am Bürgerkrieg?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Caesar Pompeius tendenziös die Schuld am Ausbruch und Fortdauern des Krieges zuweist, um sich selbst als "Erlöser" und Friedenssuchenden darzustellen.

Welche Bedeutung kommt der Schlacht bei Pharsalos in der Analyse zu?

Pharsalos dient als Kulminationspunkt der Darstellung, an dem Pompeius sowohl militärisch versagt als auch als Mensch durch Feigheit und Flucht entlarvt wird, was seine moralische Unzulänglichkeit unterstreicht.

Wie verhält sich das Pompeius-Bild zum Selbstbild des Caesar?

Das negative Bild des Pompeius fungiert als Kontrastfolie für Caesars Selbstbild, welches durch Milde (clementia), taktische Brillanz und verantwortungsvolles Handeln für den Staat geprägt ist.

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Details

Title
Caesars Darstellung seines Gegenspielers Pompeius im Bürgerkrieg
College
Bielefeld University  (Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft)
Course
Sallusts Iughurta und Caesars Bellum Civile
Grade
3,0
Author
Ann-Christin Graé (Author)
Publication Year
2010
Pages
22
Catalog Number
V163996
ISBN (eBook)
9783640790609
ISBN (Book)
9783640790302
Language
German
Tags
Caesar und Pompeius Caesar Pompeius Bellum Civile
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ann-Christin Graé (Author), 2010, Caesars Darstellung seines Gegenspielers Pompeius im Bürgerkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/163996
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