Senioren, der vernachlässigte Markt

Ein Marktsegment mit Ressourcen


Essay, 2011
4 Seiten

Leseprobe

Senioren, der vernachlässigte Markt

Im Zeitalter des Überangebotes sind die Methoden der Kundengewinnung immer feiner geworden. Eine weit verbreitete Möglichkeit ist, die Kunden in Zielgruppen zu klassifizieren und zielgruppengerechte Angebote zu entwickeln. Diese Strategie ist besonders deutlich bei den Automobilherstellern zu beobachten, die ihre Produktpalette speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen Zielgruppen ausrichten.

Eine Zielgruppe, die immer noch stark vernachlässigt wird, sind die Senioren. Das mag damit zusammenhängen, dass das Bild der Jugend in der Werbung moderner und attraktiver ist. Die Unternehmen wollen sich zeitgemäß präsentieren und nicht in die Nähe des „Rentner-Image“ geraten. Sie wollen zwar die „Alten“ als Kunden aber das nicht vordergründig zum Ausdruck bringen. Deshalb verwendet man für die ältere Generation auch gern verschönernde Begriffe wie Best-Age, Master-Consumer, Silver-Surfer, 50Plus Generation etc.

Wie immer auch diese Altersgruppe genannt wird, sie hat in den letzten Jahrzehnten einen erstaunlichen Wandel durchlaufen. Sie gestaltet den dritten Lebensabschnitt aktiver und selbstbewusster als die Generationen vor ihr. Die älteren Menschen erobern das Internet, betreiben Sport, widmen sich der Fortbildung, engagieren sich sozial, erleben und genießen den letzten Lebensabschnitt sehr bewusst. Und: Der überwiegende Teil muss nicht mit jedem Cent rechnen. Sie sind souverän und differenzierter in ihren Kaufentscheidungen, weil sie über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügen.

Auf der Homepage von „research-tools.net“ ist ein allgemein einsehbarer Auszug aus der Untersuchung „Senior-Efficiency Index 2008“ zu lesen, aus dem ich den folgenden Auszug gewählt habe:

„Die Zielgruppe der Senioren –hier wie auch in vielen anderen Studien weit definiert als Zielgruppe 50plus -wird demografisch immer wichtiger. Der Anteil älterer Menschen in unserer Gesellschaft nimmt kontinuierlich zu. Diese Entwicklung wird sich den Bevölkerungsprognosen des Statistischen Bundesamtes zufolge langfristig weiter fortsetzen.

- In den nächsten 4 bis 6 Jahren gehören die geburtenstärksten Jahrgänge (1956-1964) zur Generation 50plus
- Der Anteil der Generation 50plus an der Gesamtbevölkerung steigt damit auf ca. 43 %
- Die Generation 50plus hält 2008 etwa 60 Prozent des Vermögensaller Haushalte, was 2.2 Billionen Euro entspricht
- Das durchschnittliche Nettoeinkommen der Generation 50plus liegt 2008 bei ca. 2500 Euro mtl.“

Wer für sein Unternehmen die Frage stellt: „Was muss ich tun, damit ich morgen noch wettbewerbsfähig bin?“, sollte für sich möglichst bald eine Antwort finden, um sich in diesem Segment zielgruppengerecht zu etablieren. Wenn in wenigen Jahren fast jede zweite Person zu dieser Generation gehört, müssen sich die Angebote und Leistungen sowieso darauf einstellen.

Dass diese Angebotsaktualisierung unumgänglich ist, beweist ebenfalls die gleiche Untersuchung von research-tools.net, wo auf Seite 5 die „Senioren- und Jugendmarken im Branchenüberblick“ dargestellt werden. In diesem Vergleich, der sich über 10 Branchen erstreckt, wird deutlich, dass es zwischen den Jüngeren und den Älteren erhebliche Unterschiede in der Akzeptanz der Marken gibt. Vergleicht man die jeweils bevorzugten Marken, ergeben sich folgende Erkenntnisse für die Seniorenmarken:

- Der Unternehmensauftritt ist seriöser
- Das Preisniveau dieser Anbieter ist höher
- Die individuelle Betreuung und die generelle Servicebereitschaft der Seniorenmarken sind höher einzuschätzen und
- Die Ausrichtung auf die Gesundheit ist größer.

Legt man diese allgemeinen Erkenntnisse zu Grunde, ergeben sich generell folgende Fragen:

- In welchen Bereichen kann ich mich zielgruppengerecht weiter entwickeln?
- Angebot
- Werbung
- Pre-Sales-Service
- Beratung
- Angebot/Leistung
- Arbeitsablauf
- Nachbetreuung
- Kundendienst
- After-Sales-Service
- Garantie
- Kundenbindung
- Welche Leistungen und Angebote können bzw. müssen vereinfacht werden, damit sie verständlicher werden?
- Welche Leistungen können bzw. müssen zusätzlich aufgenommen werden, um die Erwartungshaltungen und Wünsche von Senioren zu erfüllen?
- Welche Leistungen sind so ausbaubar, dass sie einen echten Mehrwert bieten, der auch in Rechnung gestellt werden kann?
- Welche Arbeits-, Dienst- und Serviceleistungen müssen in Zukunft seniorengerechter herausgestellt werden?
- Inwieweit muss die Argumentation in der Werbung verändert werden?
- Welche Referenzen müssen stärker dargestellt werden?

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Senioren, der vernachlässigte Markt
Untertitel
Ein Marktsegment mit Ressourcen
Autor
Jahr
2011
Seiten
4
Katalognummer
V164136
ISBN (eBook)
9783640789016
ISBN (Buch)
9783640788811
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Konfuzius hat gesagt: „Sorge Dich nicht um die Ernte, sondern um die Bestellung der Felder.“ Damit ist gesagt, wer sich jetzt mit der Zukunft beschäftigt, muss in der Zukunft nicht mit der Gegenwart kämpfen, bzw. wer jetzt agiert, muss später nicht reagieren. Hinzu komm, dass die Pionierposition immer nur einmal vorhanden ist. Wer die damit verbundenen Vorteile nutzen will, muss jetzt handeln.
Schlagworte
Senioren, Markt, Marktsegment, Ressourcen
Arbeit zitieren
Hans-Jürgen Borchardt (Autor), 2011, Senioren, der vernachlässigte Markt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164136

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