Mit dem Erlass des nationalen Klimaschutzprogramms im Juni 2007 hat China zum ersten Mal ein umfassendes Dokument zum Klimaschutz auf nationaler Ebene vorgelegt und damit die politische Aufmerksamkeit der chinesischen Regierung zum Klimaschutz deutlich gemacht. Gleichzeitig hat die chinesische Regierung dadurch eine große Eigeninitiative bewiesen, da China als Schwellenland im Kyoto-Protokoll keine Verpflichtungen zur Reduktion der Treibhausgase hat. Dennoch wurde im Jahr 2007 mit dem Klimaschutzprogramm eine nationale Strategie zum Klimaschutz ausgearbeitet und darin anspruchsvolle Ziele bis 2010 festgelegt. Das Programm gibt eine ausführliche Begründung für die Handlungsnotwendigkeit zum Klimaschutz und beendet damit die jahrelange Missachtung dieser Problematik. Mit dem Dokument wird deutlich, dass ein Umdenken in der Wahrnehmung des Klimaschutzes stattgefunden hat und der Klimawandel mit seinen dramatischen Folgen für China endlich auch von höchster Regierungsebene anerkannt wurde. Es ist ein ambitioniertes Programm, in dem nationale Klimaziele mit sektorspezifischen Maßnahmen und Vorgaben für den Zeitraum bis 2010 festgelegt werden. Das Programm bestimmt dabei grundlegende Prinzipien für die Klimaschutzarbeit, die innerhalb des wissenschaftlichen Ansatzes zur Entwicklung, im Rahmen des Aufbaus einer sozialistischen und harmonischen Gesellschaft sowie unter dem Grundsatz des Ressourcenerhalt und den Umweltschutz als fundamentale nationale Politik verwirklicht werden soll. Darüber hinaus werden Maßnahmen zur Verringerung der CO2-Reduktion als auch zur Anpassung an den Klimawandel berücksichtigt. Bei einer vollständigen Umsetzung der 52 Maßnahmen soll dies zu einer Einsparung von insgesamt 950 Millionen t CO2 bis 2010 führen. Fragestellung: Inwieweit reichen die bestehenden gesetzlichen Vorgaben und die neuen Maßnahmen des NCCP für eine effektive Bekämpfung des Klimawandels in China aus, und sind sie überhaupt für eine Reduktion der CO2-Emissionen angemessen? Diese Fragen werden in der vorliegenden Arbeit geprüft und die Hintergründe eingehend beleuchtet. Dazu werden die vorhandenen und für den Klimaschutz relevanten Regelungen im Bereich der chinesischen Gesetzgebung hinsichtlich ihrer Effektivität für eine Reduktion des CO2-Ausstoßes analysiert. Die Maßnahmen des NCCP werden dabei zusammen mit der bestehenden Gesetzgebung betrachtet und hinsichtlich ihrer positiven Wirkung und ihrer Defizite bei der Treibhausgasreduktion analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. KAPITEL: FRAGESTELLUNG
I. EINLEITUNG UND FRAGESTELLUNG
II. RELEVANZ DES THEMAS
2. KAPITEL: CHINAS POSITIONIERUNG ZUM KLIMAWANDEL
I. KLIMASCHUTZPOLITIK IN China
1. Entwicklung und Wahrnehmung des Klimaschutze
2. Zusammenhang von Klimapolitik und Energiepolitik
3. KAPITEL: KLIMARECHTLICHES HANDLUNGSPROGRAMM UND GEGENWÄRTIGE RECHTSINSTRUMENTE ZUR KONTROLLE DER CO2-EMISSIONEN
I. GESETZGEBUNG IM BEREICH ENERGIEEINSPARUNG UND ENERGIEEFFIZIENZ
1. Entwicklung der Energieeinsparungspolitik
2. Verstärkung der Energieeinsparung im nationalen Klimaschutzprogramm
3. Das Energieeinsparungsgesetz
II. GESETZGEBUNG IM BEREICH SAUBERER ENERGIEN UND ENERGIEERZEUGUNG
1. Chinas Energiestrukturen
2. Maßnahmen zum Energiesystem im nationalen Klimaschutzprogramm
3. Der Entwurf des Energiegesetzes
4. Förderung der erneuerbaren Energien im nationalen Klimaschutzprogramm
5. Das Erneuerbare–Energien–Gesetz
III. GESETZGEBUNG IM BEREICH DER UMGESTALTUNG DER WIRTSCHAFTSSTRUKTUREN
1. Chinas Wirtschaftsstrukturen und das Konzept der Kreislaufwirtschaft
2. Maßnahmen zur Umgestaltung der Wirtschaftsstrukturen im nationalen Klimaschutzprogramm
3. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz
4. KAPITEL: FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Effektivität der chinesischen Gesetzgebung im Energiebereich sowie Anpassungsmaßnahmen im Kontext des nationalen Klimaschutzprogramms, um die Forschungsfrage zu beantworten, inwieweit diese gesetzlichen Vorgaben zur Reduktion von CO2-Emissionen ausreichen.
- Analyse der nationalen Klimaschutzpolitik und der Energiegesetzgebung in China.
- Untersuchung der Klimaschutzrelevanz von Gesetzen zur Energieeinsparung, erneuerbaren Energien und Kreislaufwirtschaft.
- Bewertung der institutionellen Rahmenbedingungen und Kontrollmechanismen zur Durchsetzung gesetzlicher Ziele.
- Diskussion des Spannungsfeldes zwischen Wirtschaftswachstum, Energiesicherheit und Klimaschutzvorgaben.
Auszug aus dem Buch
1. Entwicklung und Wahrnehmung des Klimaschutzes
Mit der kontinuierlichen Aufwertung des Klimaschutzes auf internationaler Ebene in den letzten vier Jahren ist der Klimawandel auch von China zunehmend als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen worden. Vorher waren Zielsetzungen zum Klimaschutz hauptsächlich außenpolitisch orientiert und die Thematik wurde mehr als Problem und Aufgabe der westlichen Länder betrachtet, deren Emissionsausstoß die Ursache war. Die wenigen Aktivitäten auf diesem Gebiet blieben lange Zeit nur Lippenbekenntnisse und wenig bis gar keine konkreten Maßnahmen wurden zum Klimaschutz unternommen. Die Prioritäten Chinas lagen vielmehr in der Entwicklung und Modernisierung des Landes. Diese sollten keinesfalls gehemmt werden.
Ein Wahrnehmungswandel vollzog sich erst nach der Amtsübernahme der neuen Führungsgeneration im Jahr 2002, die sich mit enormen Herausforderungen, wie u.a. den Auswirkungen der gravierenden Umweltzerstörungen, konfrontiert sah. Es wurden zunehmend alternative und nicht mehr einseitig auf das Wirtschaftswachstum ausgerichtete Entwicklungsstrategien berücksichtigt. Eine nachhaltigere Entwicklung mit einem ausgeglichenen Wirtschaftswachstum sollte nun durch neue offizielle Prinzipien des „wissenschaftlichen Entwicklungskonzepts“ und der „harmonischen Gesellschaft“ verwirklicht werden. Dabei spielten die Umgestaltung der Ressourcennutzung in eine Kreislaufwirtschaft, die Verbesserung von Umweltschutzbemühungen und die Bekämpfung des Klimawandels eine wichtige Rolle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. KAPITEL: FRAGESTELLUNG: Einführung in die Problematik des Klimawandels aus chinesischer Sicht und Darstellung der methodischen Vorgehensweise zur Untersuchung der Gesetzgebung.
2. KAPITEL: CHINAS POSITIONIERUNG ZUM KLIMAWANDEL: Analyse der klimapolitischen Entwicklung in China und des Zusammenhangs zwischen Energie- und Klimapolitik.
3. KAPITEL: KLIMARECHTLICHES HANDLUNGSPROGRAMM UND GEGENWÄRTIGE RECHTSINSTRUMENTE ZUR KONTROLLE DER CO2-EMISSIONEN: Detaillierte Untersuchung spezifischer Gesetze in den Bereichen Energieeinsparung, saubere Energien und Wirtschaftsstrukturen sowie deren Wirksamkeit.
4. KAPITEL: FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf notwendige zukünftige Schritte für eine effektive Klimaschutzpolitik in China.
Schlüsselwörter
China, Klimaschutz, Energieeinsparung, CO2-Emissionen, Energiegesetz, Erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft, Klimaschutzprogramm, Nachhaltige Entwicklung, Energieeffizienz, Rechtsinstrumente, Umstrukturierung, Energiesicherheit, Emissionsreduktion, Umweltpolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit analysiert die chinesische Gesetzgebung im Energiesektor und ihre Effektivität bei der Reduktion von CO2-Emissionen im Rahmen des nationalen Klimaschutzprogramms.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Energieeinsparung, der Ausbau sauberer Energien und die Umgestaltung industrieller Wirtschaftsstrukturen hin zu einer Kreislaufwirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu prüfen, ob die vorhandenen Gesetze und Maßnahmen des nationalen Klimaschutzprogramms ausreichen, um Chinas Treibhausgasemissionen wirksam zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine rechts- und politikwissenschaftliche Analyse der bestehenden Gesetze hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Umsetzbarkeit in den definierten Schlüsselsektoren durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse des Energieeinsparungsgesetzes, dem Entwurf des Energiegesetzes, dem Erneuerbare-Energien-Gesetz sowie dem Kreislaufwirtschaftsgesetz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
China, Klimaschutz, Energieeinsparung, CO2-Emissionen, Erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft.
Warum spielt die Energiegesetzgebung eine so entscheidende Rolle für Chinas Klimapolitik?
Da Chinas Wirtschaft hochgradig von Kohle abhängig und energieintensiv ist, bilden die Regelungen zur Energieerzeugung und -nutzung den direkten Hebel zur Kontrolle der klimaschädlichen Emissionen.
Welche Defizite identifiziert die Autorin bei der Umsetzung der Gesetze?
Die Autorin kritisiert insbesondere die ungenauen Verantwortlichkeiten, mangelnde Kontrollmechanismen, zu geringe finanzielle Sanktionen bei Verstößen und das Fehlen verbindlicher nationaler Reduktionsziele.
- Citar trabajo
- Susanne Topp (Autor), 2009, Chinas Herausforderung im Klimaschutz - Nationale Klimastrategie und rechtliche Umsetzung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164554