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Kunst-Stühle - Umwandlung eines Alltagsgegenstandes in einer 4. Grundschulklasse

Titre: Kunst-Stühle - Umwandlung eines Alltagsgegenstandes in einer 4. Grundschulklasse

Epreuve d'examen , 2010 , 84 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Ann Kristin Müglich (Auteur)

Pédagogie - Éducation artistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

"Wir neigen dazu, in einer Welt von Gewissheit, von unbestreitbarer Stichhaltigkeit der Wahrnehmung zu leben, in der unsere Überzeugungen beweisen, dass die Dinge nur so sind, wie wir sie sehen. Wenn wir jedoch nur sehen, was wir wissen, ist es sinnlos,
die Wahrnehmung schärfen zu wollen."

Das Zitat von Humberto R. Maturana verdeutlicht die dieser Arbeit zugrunde liegende Kernidee. Unter dem Gesichtspunkt der gegenwärtigen Entwicklung der veränderten Kindheit erhält die Sensibilisierung der Wahrnehmung für den Kunstunterricht besondere Bedeutung. In der vorliegenden Arbeit geht es darum, Kindern die Möglichkeit zu ästhetischem Erfahrungslernen in einem dafür geeignetem Lernarrangement zu bieten.
Die dargestellte Unterrichtseinheit "Kunst-Stühle – Umwandlung eines Alltagsgegenstandes" ist geprägt von dem Leitgedanken, Schülern die Lebenswelt transparenter zu machen und zum genauen Hinsehen anzuregen. Die Umwandlung eines gewöhnlichen Gegenstandes evoziert eine bewusste Neuinszenierung der Wahrnehmung, indem durch das künstlerische Mittel der Verfremdung neue Sichtweisen auf scheinbar Altbekanntes eröffnet werden. Durch die intensive, künstlerisch- ästhetische Auseinandersetzung verschwimmt die Grenze zwischen Alltäglichkeit und Einzigartigkeit. Somit werden eine neue Art der Wahrnehmung sowie eine erhöhte Form der Aufmerksamkeit erschaffen.

In der vorliegenden Unterrichtseinheit zeigen Schülerinnen und Schüler einer vierten Grundschulklasse den Versuch, auf der Schwelle zwischen Wirklichkeitserfahrung und Fantasie den Alltagsgegenstand Stuhl neu zu sehen, indem sie aus ihm Neues erschaffen.Die Einheit steht unter dem Anspruch, sowohl der Vielfalt der ästhetischen Materialien und Techniken, als auch der Individualität der kindlichen Sichtweisen gerecht zu werden und Differenzierung bzw. Individualisierung der bildnerischen Arbeit sowie eine größere Vielfalt der ästhetischen Zugriffsweisen zu ermöglichen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Allgemeine Überlegungen zur Sache

2.1 Der Alltagsgegenstand

2.2 Umwandlung

2.3 Ästhetisches Erfahrungslernen

2.4 Plastisches Gestalten

3 Planung der Unterrichtseinheit

3.1 Ziele der Unterrichtseinheit

3.2 Organisatorische Rahmenbedingungen

3.3 Beschreibung der Lerngruppe

3.3.1 Arbeits- und Sozialverhalten

3.3.2 Lernvoraussetzungen

3.4 Begründungszusammenhänge

3.4.1 Begründung der Themenwahl

3.4.2 Begründung der Entscheidung für plastisches Gestalten

3.4.3 Begründung der methodischen Entscheidungen

4 Durchführung der Unterrichtseinheit

4.1 Sequenz 1: Kunstrezeption

4.1.1 Verlaufsplanung

4.1.2 Verlauf und Reflexion

4.2 Sequenz 2: Der Stuhl als Alltagsgegenstand

4.2.1 Verlaufsplanung

4.2.2 Verlauf und Reflexion

4.3 Sequenz 3: Entwicklung einer Gestaltungsidee

4.3.1 Verlaufsplanung

4.3.2 Verlauf und Reflexion

4.4 Sequenz 4: Konkretisierung der Ideen

4.4.1 Verlaufsplanung

4.4.2 Verlauf und Reflexion

4.5 Sequenz 5: Organisation der praktischen Arbeit

4.5.1 Verlaufsplanung

4.5.2 Verlauf und Reflexion

4.6 Sequenz 6: Künstlerisch-ästhetische Praxis

4.6.1 Verlaufsplanung

4.6.2 Verlauf und Reflexion

4.7 Sequenz 7: Haptische Materialqualitäten – ausführliche Darstellung der Stunde

4.7.1 Stellung der Stunde in der Unterrichtseinheit

4.7.2 Schwerpunktziel der Stunde

4.7.3 Einordnung der Stunde ins Kerncurriculum

4.7.4 Bemerkungen zur Lerngruppe und zu den Rahmenbedingungen

4.7.5 Überlegungen zur Sache

4.7.6 Didaktisch-methodische Überlegungen

4.7.7 Verlaufsplanung

4.7.8 Verlauf und Reflexion

4.8 Sequenz 8: Zwischenreflexion

4.8.1 Verlaufsplanung

4.8.2 Verlauf und Reflexion

4.9 Sequenz 9: Künstlerisch-ästhetische Praxis

4.9.1 Verlaufsplanung

4.9.2 Verlauf und Reflexion

4.10 Sequenz 10: Schreiben zu den Kunst-Stühlen

4.10.1 Verlaufsplanung

4.10.2 Verlauf und Reflexion

4.11 Sequenz 11: Abschlussreflexion

4.11.1 Verlaufsplanung

4.11.2 Verlauf und Reflexion

4.12 Sequenz 12: Präsentation

4.12.1 Verlaufsplanung

4.12.2 Verlauf und Reflexion

5 Abschlussreflexion der Unterrichtseinheit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob Schüler einer vierten Grundschulklasse durch die künstlerische Umwandlung eines Alltagsgegenstandes (eines Stuhls) ihre Wahrnehmung sensibilisieren und ästhetische Erkenntnisprozesse in einem werkstattähnlichen Lernarrangement durchlaufen können. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob dieses Lernarrangement Individualität und Originalität der ästhetisch-künstlerischen Auseinandersetzung unterstützt.

  • Ästhetisches Erfahrungslernen durch den bewussten Umgang mit Kunst
  • Die Umwandlung und Verfremdung alltäglicher Gegenstände als künstlerische Strategie
  • Plastisches Gestalten im Kunstunterricht als Mittel der Sinnbildung
  • Förderung der haptischen Wahrnehmung und Materialsensibilisierung
  • Entwicklung von Kooperations- und Reflexionskompetenzen im projektorientierten Unterricht

Auszug aus dem Buch

Der Alltagsgegenstand in der bildenden Kunst

Alltagsgegenstände werden zu ästhetischen Objekten, indem sie aufgrund von subjektiver Wahrnehmung als solche konstituiert werden (s. Abschnitt „Begriffsbestimmung“). Im Gegensatz zum Alltagsding, dessen damit verknüpfte Bedeutung für jedes Subjekt individuell erdacht werden kann, ist im Sein des Kunstdings seine Bedeutung integriert. Viele Begriffe aus der Kunst des 20. Jahrhunderts bezeichnen Richtungen, Tendenzen und Phänomene, durch die sich Kunst und Leben annähern, z. B. Ready Made, Fallenbild, Combine Painting, Arte Povera oder Fluxus. Sie sind der Gattung der Objektkunst zuzuordnen, „die alltägliche Gegenstände zum Ausgang nimmt, um sie mehr oder weniger verändert zu präsentieren“.

Seit etwa einem Jahrhundert stehen Alltagsgegenstände als kunstwürdiges Repertoire zur Verfügung, können Eingang in ein Kunstwerk finden oder zu einem Kunstwerk umgedeutet werden. Alltägliche Materialien, Objekte oder Verhaltensweisen der Konsumgesellschaft sind für diesen Zweck attraktiv und unerschöpflich. Die Objektkunst entwickelte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Trend der Verdinglichung der Kunst ist historisch betrachtet eine Gegenbewegung zur den Veränderungsprozessen in der Wahrnehmung gegenüber alltäglicher Handlungsformen, die aus der zunehmenden Industrialisierung der Warenproduktion, der Medialisierung und der damit einhergehenden Virtualisierung der Gegenstandswelt resultiert.

„Die Geschichte der Objektkunst reicht von der Materialmontage des Dadaismus, den Materialhappenings und Akkumulationen der neuen Realisten, den Environments und Assemblagen der Pop Art bis hin zu den Stilrichtungen der jüngsten Zeit, den Video und Rauminstallationen.“ Ihren Anfang gefunden hat das Dinginteresse vor allem mit Marcel Duchamp (1913), bis dahin wurden Gegenstände lediglich in der Stilllebenmalerei in der Kunst thematisiert. Alltagsgegenstände werden von Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts durch künstlerische Prozesse verändert, verfremdet und in neue Kontexte gestellt, wodurch sie unsere Wahrnehmung beeinflussen und Phänomene des Alltags bewusst machen. Innerhalb eines bekannten Gegenstandes findet eine Abstraktion statt, welche die vertraute Wahrnehmung überschreitet.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung begründet das Thema durch das Zitat von Maturana und führt die Kernidee der Wahrnehmungssensibilisierung durch künstlerische Verfremdung ein.

2 Allgemeine Überlegungen zur Sache: Dieses Kapitel definiert theoretische Grundlagen zu Alltagsgegenständen, deren Umwandlung, ästhetischem Erfahrungslernen und plastischem Gestalten.

3 Planung der Unterrichtseinheit: Hier werden Ziele, Rahmenbedingungen, die Lerngruppe sowie didaktische und methodische Begründungen für die Einheit detailliert dargelegt.

4 Durchführung der Unterrichtseinheit: Dieses umfangreiche Kapitel dokumentiert den Verlauf der zwölf Sequenzen, von der Kunstrezeption bis zur Präsentation, inklusive Reflexionen zu den Schülerprozessen.

5 Abschlussreflexion der Unterrichtseinheit: Das Fazit bewertet den Erfolg der Unterrichtseinheit hinsichtlich der gesteckten Ziele und der Kompetenzentwicklung der Schüler.

Schlüsselwörter

Kunstunterricht, Alltagsgegenstand, Umwandlung, Verfremdung, Plastisches Gestalten, Ästhetisches Erfahrungslernen, Grundschule, Objektkunst, Wahrnehmung, Kreativität, Projektorientierter Unterricht, Kooperation, Haptik, Materialität, Reflexion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit dokumentiert eine Unterrichtseinheit im Fach Kunst in einer vierten Grundschulklasse, bei der Alltagsgegenstände (Stühle) künstlerisch umgewandelt und verfremdet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Auseinandersetzung mit Objektkunst, die Förderung ästhetischer Erfahrung, plastisches Gestalten, haptische Wahrnehmung und die Entwicklung von Selbstständigkeit durch projektorientiertes Arbeiten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch die Umwandlung eines Alltagsgegenstandes neue Sehweisen bei den Schülern zu eröffnen. Die Forschungsfrage lautet, ob das werkstattähnliche Lernarrangement die Individualität und Originalität der künstlerischen Auseinandersetzung fördern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine schriftliche Hausarbeit, die den Unterrichtsverlauf plant, dokumentiert sowie auf Basis fachdidaktischer Literatur analysiert und reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die detaillierte Planung der Unterrichtseinheit und die empirische Durchführung und Reflexion der zwölf aufeinanderfolgenden Unterrichtssequenzen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Verfremdung, Stuhlobjekte, ästhetische Praxis, haptische Qualitäten, Schülerorientierung und Kompetenzentwicklung.

Warum wurde ausgerechnet der Stuhl als Alltagsgegenstand gewählt?

Der Stuhl wurde gewählt, weil er ein elementares Inventar der dinglichen Umwelt ist, in jedem Haushalt vorhanden ist und aufgrund seiner funktionalen Beschaffenheit eine hohe Wandlungsfähigkeit für plastische Gestaltungsprozesse bietet.

Welche Rolle spielt der sogenannte „Forschertisch“ in dieser Unterrichtseinheit?

Der Forschertisch dient als experimentelle Station, an der Schüler Verbindungstechniken für ihre Stuhl-Objekte selbstständig ausprobieren und ergebnisorientiert dokumentieren können.

Inwieweit beeinflusste das Sozialgefüge der Klasse die Gruppenarbeit?

Die Autorin wählte bewusst Partnerarbeit über ein Losverfahren (mit leichter Manipulation), um Freundschaftskonstellationen zu durchbrechen und die soziale Kompetenz sowie die Auseinandersetzung mit neuen Sichtweisen zu fördern.

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Résumé des informations

Titre
Kunst-Stühle - Umwandlung eines Alltagsgegenstandes in einer 4. Grundschulklasse
Université
Studienseminar Wunstorf
Note
1,0
Auteur
Ann Kristin Müglich (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
84
N° de catalogue
V164617
ISBN (ebook)
9783640949588
ISBN (Livre)
9783640949342
Langue
allemand
mots-clé
Verfremdung Plastisches Gestalten ästhetisches Erfahrungslernen Alltag Werkstattarbeit konzeptionelles Arbeiten
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ann Kristin Müglich (Auteur), 2010, Kunst-Stühle - Umwandlung eines Alltagsgegenstandes in einer 4. Grundschulklasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/164617
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