Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Schuldistanz und der sich daraus erschwerenden Arbeitsmarktsituation für die Jugendlichen in Berlin - Brandenburg.
Im Verlauf konzentriert sich der Text auf die praxisorientierte Prävention und Intervention, mit der Relevanz schulischer Berufsorientierung, im Fach Arbeitslehre.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Schuldistanziertes Verhalten - Versuch einer terminologischen Operationalisierung
2.1 Schuldistanziertes Verhalten - Begriffsbestimmung
2.2 Erscheinungsformen von schuldistanziertem Verhalten
2.3 Ursachen, Hintergründe und Risikofaktoren von schuldistanziertem Verhalten
2.4 Rechtliche Rahmenbedingungen der Schulpflicht
2.5 Zahlen für Berlin - Brandenburg
3 Arbeitsmarktsituation im Land Berlin/ Brandenburg
3.1 Gegenwärtige Arbeitsmarktsituation
3.2 Jugendarbeitslosigkeit
3.3 Problembelastung Übergang Schule - Berufsausbildung
3.4 Resultierende berufliche Unterqualifizierung durch Schuldistanz
4 Prävention - Relevanz schulischer Berufsorientierung in Bezug auf die Statuspassage Schule - Berufsleben
4.1 Geschichtlicher Abriss der Berufsorientierung als Unterrichtsgegenstand
4.2 Aufgaben der Berufsorientierung
4.3 Instrumente schulischer Berufsorientierung als präventive Maßnahme von Schuldistanz
4.3.1 Praxislernen - Projektverbund in der Initiative Oberschule (IOS)
4.3.2 Das Schülerbetriebspraktikum
4.3.3 Die Lernwerkstatt
4.3.4 Die Schülerfirma
5 Interventionen - Modelle, Konzepte und Programme
5.1 Produktives Lernen an Berliner Schulen - ein ganzheitliches Modell
5.2 Produktionsschule Altona
5.3 Die Lernwerkstatt „OFFI“
6 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht, wie durch praxisorientierte Berufsorientierung im Fach Arbeitslehre schuldistanziertem Verhalten bei Jugendlichen entgegengewirkt werden kann, um deren erfolgreiche Integration in das Berufsleben zu fördern.
- Terminologische Einordnung und Ursachenanalyse von Schuldistanz
- Analyse der aktuellen Arbeitsmarktsituation für Jugendliche in Berlin-Brandenburg
- Bedeutung und Aufgaben der schulischen Berufsorientierung
- Praktische Instrumente wie Praxislernen, Betriebspraktika, Lernwerkstätten und Schülerfirmen
- Modellhafte Konzepte zur Intervention bei schuldistanziertem Verhalten
Auszug aus dem Buch
4.3.1 Praxislernen - Projektverbund in der Initiative Oberschule (IOS)
Seit Anfang 2007 betreut der Projektverbund, im Rahmen der Initiative Oberschule (IOS), die Umsetzung der Teilaufgabe „Praxislernen“ durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport im Land Brandenburg. Die Eingliederung in das Schulcurriculum, eine möglichst große heterogene Lerngruppe und die Ziele, wie die Förderung der Schlüsselqualifikationen, Berufsorientierung und des sozialen Lernens, stellen die elementaren Bestandteile des pädagogischen Ansatzes „Praxislernen“ dar. Die Eingliederung in den regulären Unterrichtsverlauf verlangt eine feste Einbindung in das Schulsystem und erfolgt unter der Einbeziehung der Schul- und Lehrerkonferenz. Aber was ist nun das konkrete Ziel des Praxislernens?
Praxislernen soll als ein fächerübergreifendes und handlungsorientiertes Unterrichtskonzept verstanden werden. Die Inhalte der Allgemeinbildung sollen durch regelmäßige Anwendungen in realen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situationen vermittelt und geübt werden. Dazu werden 10 bis 20 Prozent der regulären Unterrichtszeit an außerschulischen Tätigkeitsorten, welche durch den Europäischen Sozialfons (ESF) gefördert werden, durchgeführt. Hinzu kommt, dass mindestens drei Unterrichtsfächer fest eingegliedert werden. Dabei wird dem Fach WAT meist eine überfunktionale Rolle zugesprochen. Durch die gesammelten Erfahrungen an den außerschulischen Lernorten können dann Reflexionen stattfinden, indem beispielsweise aufgeworfene Fragen in der Gesprächsgruppe besprochen oder Neigungen, Interessen und Defizite ergründet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Folgen von regelmäßigem Fernbleiben der Schule für den Bildungsabschluss und definiert das Ziel der Arbeit, Ursachen von Schuldistanz aufzuzeigen und präventive sowie interventive Ansätze zu analysieren.
2 Schuldistanziertes Verhalten - Versuch einer terminologischen Operationalisierung: In diesem Kapitel werden Begriffe geklärt, Erscheinungsformen von Schuldistanz in Stufen kategorisiert, Risikofaktoren analysiert sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen und Datenlage für Berlin-Brandenburg beleuchtet.
3 Arbeitsmarktsituation im Land Berlin/ Brandenburg: Das Kapitel bietet einen Überblick über die regionale Arbeitsmarktsituation, die Jugendarbeitslosigkeit und die spezifischen Probleme beim Übergang von der Schule in die Berufsausbildung.
4 Prävention - Relevanz schulischer Berufsorientierung in Bezug auf die Statuspassage Schule - Berufsleben: Hier wird die historische Entwicklung der Berufsorientierung im Fach Arbeitslehre skizziert, deren Aufgaben definiert und verschiedene präventive Instrumente wie Praxislernen, Schülerbetriebspraktika, Lernwerkstätten und Schülerfirmen vorgestellt.
5 Interventionen - Modelle, Konzepte und Programme: Dieses Kapitel beschreibt konkrete Interventionsmodelle wie „Produktives Lernen an Berliner Schulen“, die „Produktionsschule Altona“ und die Lernwerkstatt „OFFI“ zur Reduzierung von Schuldistanz.
6 Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung resümiert, dass eine feste Verankerung praxisorientierter Konzepte sowie eine intensive Beziehungsarbeit zwischen Lehrkräften und Jugendlichen essenziell sind, um Schuldistanz erfolgreich zu begegnen.
Schlüsselwörter
Schuldistanz, Berufsorientierung, Arbeitslehre, Prävention, Intervention, Praxislernen, Schülerbetriebspraktikum, Lernwerkstatt, Schülerfirma, Schulabsentismus, Jugendliche, Arbeitsmarkt, Berufswahlreife, Schulabschluss, Bildungsreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem schuldistanzierten Verhalten von Kindern und Jugendlichen und untersucht, wie das Fach Arbeitslehre durch eine praxisorientierte Berufsorientierung als Präventions- und Interventionsmaßnahme eingesetzt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Definition und Ursachen von Schuldistanz, die schwierige Arbeitsmarktsituation für Jugendliche, die Rolle der Berufsorientierung in der Schule sowie die Analyse spezifischer Projekte, die den Übergang in das Berufsleben erleichtern sollen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, die Ursachen und Konsequenzen von Schuldistanz zu beschreiben und zu ergründen, welche Möglichkeiten die Schule hat, diesem Verhalten durch gezielte, praxisorientierte Berufsorientierung vorzubeugen oder entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die aktuelle Studien, gesetzliche Bestimmungen und pädagogische Konzepte einbezieht, um die Wirksamkeit der vorgestellten Interventionsmodelle zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine terminologische Klärung von Schuldistanz, die Analyse des Arbeitsmarktes, die theoretische und praktische Herleitung der Berufsorientierung sowie die Vorstellung konkreter Modelle wie „Produktives Lernen“ und verschiedener Werkstattkonzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Schuldistanz, Berufsorientierung, Arbeitslehre, Prävention, Intervention und praxisorientierte Lernmodelle charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Lernwerkstatt von einer klassischen Unterrichtseinheit?
Im Gegensatz zum regulären Unterricht, der oft lehrerzentriert ist, legt die Lernwerkstatt den Fokus auf das eigenverantwortliche Handeln, das Hantieren und das Werken an selbst gewählten Projekten, was die Eigenständigkeit und Motivation fördern soll.
Welche Rolle spielt die Beziehung zwischen Lehrkräften und SchülerInnen?
Die Autorin betont, dass eine intensive und positive Beziehungsarbeit die Basis aller erfolgreichen Bildungsarbeit darstellt, da sie das Vertrauen fördert, das für eine erfolgreiche Intervention bei schuldistanzierten Jugendlichen unerlässlich ist.
- Citar trabajo
- Beatrice Gawe (Autor), 2010, Prävention und Intervention bei schuldistanziertem Verhalten mit Blick auf den Unterrichtsgegenstand „Berufsorientierung“ im Fach Arbeitslehre, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165035