Das Hauptthema der Stunde – spanische Redewendungen – wird explizit nicht im Sächsischen Lehrplan für Gymnasien für die Klassenstufe 9 (Spanisch als dritte Fremdsprache) erwähnt, wohl aber Sprichwörter, die im Zusammenhang mit der Behandlung verschiedener literarischer Texte behandelt werden können (Lernbereich 3: Texte und Themenbereiche) . Auf eine genaue Definition bzw. Abgrenzung von Redensarten und Sprichwörtern soll hier verzichtet werden, fest steht jedoch, dass beide zum kulturellen und sprachlichen Gut einer Sprache gehören und ihre Kenntnis für die Entwicklung einer differenzierten Kommunikations- und Diskursfähigkeit sowie interkulturellen Handlungsfähigkeit förderlich ist. Nach Vranic sind es genau jene „fórmulas y dichos que conforman la vida de un país y sirven también como fórmula para conocerlo mejor“. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass die meist amüsanten Vergleiche und sprachlichen Bilder (z.B. como una croqueta sorda, bailar con la más fea, tener que consultar la almohada) den Unterricht auflockern und positive Emotionen bei den Schülern auslösen. Gerade in der recht schwierigen, von Lustlosigkeit geprägten Altersstufe der (zumindest dieser) neunten Klasse kann dies motivationssteigernd wirken und das Lernen fördern. Ähnlich scheinen dies auch die Lehrbuchautoren von Encuentros 1 zu sehen, die immer wieder spanische Redewendungen in ihre Texte integrieren und den Schülern so Schritt für Schritt zu einem authentischen Sprachgebrauch, der nicht nur auf der Beherrschung von grammatischen Strukturen und themenbezogenem Wortschatz beruht, verhelfen.
Redewendungen bzw. idiomatische Ausdrücke beleben eine Sprache beleben und ihre Beherrschung zeugt von einem höheren Sprachniveau. Für die Spanischlehrerin und Buchautorin Gordana Vradic, die das Sprachenlernen mit der Konstruktion eines Hauses vergleicht, bei der die Grammatik das Fundament und die Wörter die Wände darstellen, sind sie Dekoration, also jenes Beiwerk, mit dem wir uns erst wirklich wohl und heimisch fühlen. Sie stehen darüber hinaus für den Reichtum einer Sprache und sind nicht zuletzt amüsant und unterhaltsam. Bei der Vermittlung ist zu beachten, dass die Wendungen nur selten Wort für Wort übersetzt werden können. Vielmehr müssen sie als feststehende Wendung gelernt, das heißt als Konzept mit dazugehörigem chunk gespeichert und abgerufen werden. Für ein mehrkanaliges Lernen können hierbei Bilder sehr hilfreich sein. Dies soll der vorliegende Stundenentwurf zeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsanalyse
1.1 Zur Klasse
1.2 Situative und organisatorisch-technische Bedingungen
2 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit „La vida – un sueño“ und Einordnung in den Lehrplan
3 Sachanalyse zum Thema « Spanische Redewendungen »
4 Detaillierte Stundenplanung und didaktisch-methodische Analyse
Begrüßung, Anknüpfen an letzte Stunde
Hinführung zum Stundenthema
Erarbeitung I
Erarbeitung II / Anwendung
Vergleich / Ergebnissicherung
Puffer: Hausaufgabenvergleich
Stundenabschluss / Verabschiedung
5 Alternative Bearbeitungsmöglichkeiten des Stundenthemas
6 Stundenziele
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Unterrichtsvorbereitung verfolgt das Ziel, Schülern der 9. Klasse durch die kreative Auseinandersetzung mit spanischen Redewendungen einen authentischeren Sprachgebrauch zu vermitteln und die mündliche Ausdrucksfähigkeit im Kontext der Stoffeinheit „La vida – un sueño“ zu trainieren.
- Einführung in die Verwendung idiomatischen Sprachgebrauchs im Spanischen.
- Förderung der interkulturellen Kommunikationsfähigkeit durch bildhafte Sprache.
- Schülerzentrierte Erarbeitung in Kleingruppen zur Förderung der Kooperation.
- Anwendung des Wortschatzes in selbst erstellten Dialogen.
- Festigung grammatikalischer Strukturen durch kontextualisierte Übungen.
Auszug aus dem Buch
3 Sachanalyse zum Thema « Spanische Redewendungen »
Prinzipiell kann gesagt werden, dass Redewendungen bzw. idiomatische Ausdrücke eine Sprache beleben und deren Beherrschung meist von einem höheren Sprachniveau zeugt. Für die Spanischlehrerin und Buchautorin Gordana Vradic, die das Sprachenlernen mit der Konstruktion eines Hauses vergleicht, bei der die Grammatik das Fundament und die Wörter die Wände darstellen, sind sie Dekoration, also jenes Beiwerk, mit dem wir uns erst wirklich wohl und heimisch fühlen. Sie stehen darüber hinaus für den Reichtum einer Sprache und sind nicht zuletzt amüsant und unterhaltsam. Deshalb sollte mit der Vermittlung nicht erst bei fortgeschrittenen Lernern begonnen werden, denn oft sind bildhafte Wendungen wie bailar con la más fea oder amüsante Vergleiche wie sentirse como uns croqueta sorda besonders einprägsam und führen so auch schon bei jüngeren Lernern zu Lernerfolgen. Bei der Vermittlung ist zu beachten, dass die Wendungen nur selten Wort für Wort übersetzt werden können. Vielmehr müssen sie als feststehende Wendung gelernt, das heißt als Konzept mit dazugehörigem chunk gespeichert und abgerufen werden. Für ein mehrkanaliges Lernen können hierbei Bilder sehr hilfreich sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt die heterogene Zusammensetzung der 9. Klasse und die notwendigen Rahmenbedingungen für einen schülerzentrierten Unterricht.
2 Stellung der Stunde in der Stoffeinheit „La vida – un sueño“ und Einordnung in den Lehrplan: Hier wird der zeitliche Ablauf der Unterrichtseinheit dargestellt und die Einbindung der speziellen Stunde in das Curriculum verdeutlicht.
3 Sachanalyse zum Thema « Spanische Redewendungen »: Es wird die Bedeutung idiomatischen Sprachgebrauchs für das Sprachenlernen dargelegt und die Auswahl der behandelten Beispiele begründet.
4 Detaillierte Stundenplanung und didaktisch-methodische Analyse: Dieser Teil bietet eine kleinschrittige Planung des Unterrichtsverlaufs von der Begrüßung bis zum Abschluss.
5 Alternative Bearbeitungsmöglichkeiten des Stundenthemas: Hier werden kreative Optionen aufgezeigt, um das Thema Redewendungen flexibel in unterschiedlichen Kontexten oder Altersstufen anzuwenden.
6 Stundenziele: Das abschließende Kapitel definiert die kognitiven und sozial-affektiven Lernziele der Doppelstunde.
Schlüsselwörter
Spanischunterricht, Redewendungen, Idiomatik, Fachdidaktik, Gruppenarbeit, Sprechfertigkeit, Wortschatzerwerb, La vida - un sueño, Frases hechas, Sprachproduktion, Unterrichtsvorbereitung, Fremdsprachenlernen, Sekundarstufe I, Kommunikationsfähigkeit, Methodik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Unterrichtsvorbereitung grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption einer Lehrprobe für den Spanischunterricht der 9. Klasse, in der spanische Redewendungen als authentisches Sprachmittel eingeführt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die kognitive Festigung des Wortschatzes, das Verständnis für idiomatische Wendungen und die Förderung der mündlichen Kommunikationsfähigkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, durch die Einbindung von „frases hechas“ die Motivation der Schüler zu steigern und einen authentischeren Sprachgebrauch zu erreichen, der über rein grammatikalische Strukturen hinausgeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird für den Unterricht verwendet?
Es wird ein schülerzentrierter Ansatz gewählt, der kooperative Gruppenarbeit mit kreativen Aufgaben wie der Dialogerstellung kombiniert, um eine ganzheitliche Sprachaneignung („Kopf, Herz und Hand“) zu ermöglichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse der Lerngruppe, eine Sachanalyse zum Thema Idiomatik sowie eine detaillierte, phasenorientierte Stundenplanung inklusive Alternativvorschlägen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Spanischunterricht, Redewendungen, Gruppenarbeit, Sprachproduktion und didaktische Methoden.
Wie geht die Referendarin mit Schülern um, die während der Gruppenarbeit Schwierigkeiten haben?
Die Lehrerin fungiert als Lernbegleiterin, die aktiv durch den Raum geht, nachfragt, bei Unklarheiten unterstützt und den Schülern bei Bedarf Hilfestellungen bietet.
Warum wurde das Thema „Spanische Redewendungen“ gewählt, obwohl es nicht explizit im Lehrplan steht?
Die Wahl basiert auf der Annahme, dass solche bildhaften Vergleiche den Unterricht auflockern, die Motivation fördern und einen essenziellen Beitrag zur interkulturellen Handlungsfähigkeit leisten.
- Citation du texte
- Nadine Seidel (Auteur), 2011, Como una croqueta sorda - Spanische Redewendungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165462