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"Ad exterminationem haereticorum" - Mittelalterliche Ketzerbekämpfung im Zeitalter des Albigenserkreuzzuges und der Anfänge des päpstlichen Inquisitionsverfahrens

Titre: "Ad exterminationem haereticorum" - Mittelalterliche Ketzerbekämpfung im Zeitalter des Albigenserkreuzzuges und der Anfänge des päpstlichen Inquisitionsverfahrens

Epreuve d'examen , 2010 , 66 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Christian Berwanger (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im 13. Jahrhundert sah sich die Kirche mit den neuen religiösen Bewegungen der Katharer und Waldenser einer ernsthaften Gefahr ausgesetzt, da diese Strömungen den kirchlichen Ordo in seinem Grundwesen in Frage stellten. Da das 11. Jahrhundert wenig von häretischen Bewegungen geprägt war, konnte man auf das Auftauchen als häretisch erscheinender Laienbewegungen nicht reagieren, was auch dazu führte, dass spätantike Bezeichnungen auf die neuen Ketzereien projiziert wurden, ohne dass man sich mit den Inhalten und den Lehren des neuen Phänomens näher beschäftigte. Somit fehlte ebenfalls ein grundlegendes Dogma der katholischen Kirche hinsichtlich eines orthodoxen Glaubens. Zwar wurden durch das Decretum Gratiani und die beiden Laterankonzilien von 1139 und 1179 grundsätzliche Kriterien zur Bestimmung der Heterodoxie festgelegt, doch gab es keine einheitlichen Kriterien für die Abgrenzung der Häresie von der Orthodoxie. Erst mit der Promulgation der päpstlichen Dekretale Ad abolendam 1184 wurden erste häretische Namen schriftlich fixiert, doch wurden durch den weiterhin im Unklaren gelassenen Begriff der Häresie Bewegungen, die sich deutlich von der der Katharer abgrenzten, in die Ketzerei getrieben und fortan unter die Häretiker gezählt. Durch die Bestimmung, den weltlichen Arm zur Eindämmung der Ketzergefahr hinzuziehen, wurde der Grundstein für die 50 Jahre später einsetzende Institutionalisierung der Inquisition gelegt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Innovation: Der Aufstieg der Katharer

2.1 Entstehung und Verbreitung

2.2 Organisation

2.3 Der katharische Glaube

3. Tradition: Kirchenrecht und Ketzerei

3.1 Das Decretum Gratian

3.2 Die Laterankonzilien von 1139 und 1179

3.3 Ad abolendam

3.4 Vergentis in senium

3.5 Das 4. Laterankonzil 1215

4. Eskalation: Der Albigenserkreuzzug und das Konzil von Toulouse 1229

4.1 Ein Kreuzzug ad exterminationem haereticorum?

4.2 Der Friede von Paris 1229

4.3 Das Languedoc unter Beobachtung: Das Konzil von Toulouse 1229

5. Extermination: Die Anfänge der päpstlichen Inquisition

5.1 Das Verfahren per inquisitionem

5.2 Die Bulle ille humani generis

5.3 Die Anfänge der Ketzerinquisition in Frankreich

5.4 Die große Inquisition von 1245/46

6. Schlussbetrachtung

7. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Maßnahmen zur Ketzerbekämpfung im 12. und 13. Jahrhundert, mit besonderem Fokus auf die Katharerbewegung, die Entwicklung des kanonischen Rechts, den Albigenserkreuzzug sowie die Institutionalisierung der päpstlichen Inquisition.

  • Kritische Analyse der katharischen Lehre und Organisation.
  • Rechtshistorische Untersuchung der Formierung des Häresiebegriffs.
  • Einfluss des Albigenserkreuzzugs auf die kirchliche Ketzerpolitik.
  • Entwicklung des Inquisitionsverfahrens von der Theorie zur Praxis.
  • Rolle zentraler Dekretalen wie Ad abolendam und Vergentis in senium.

Auszug aus dem Buch

5.1 Das Verfahren per inquisitionem

„Mit kaum einem anderen Wort kann man so rasch und so erfolgreich all die bekannten und noch immer weit verbreiteten Klischees vom <<finsteren Mittelalter>> geradezu schlagartig heraufbeschwören wie mit dem Wort <<Inquisition>>.“165 Viele sehen auch heute noch das Mittelalter als eine Zeit, in der plündernde Ritter das Land verwüsteten und brennende Scheiterhaufen die Menschen in Angst und Schrecken versetzten. Nicht zuletzt auf Grund der Massenmedien und populären Literatur, die uns ein ganz eigenes Mittelalter in Werken wie „Der Name der Rose“ präsentieren, verankerten sich in den Köpfen der Menschen Vorstellungen vom Mittalter, die bar jeglicher Historizität sind. „Die Inquisition“166 ist verankert als mittelalterliches Sinnbild für Angst und Schrecken, das bis in die Frühe Neuzeit hinreicht, als sich „die Inquisition“ von Häretikern abwandte und stattdessen Hexen verbrannte. Diesen weit verbreiteten Irrglauben gilt es zu relativieren. Bereits in der Einleitung dieses Kapitels wurde der Versuch einer Definition unternommen, um das Phänomen der „Ketzerinquisition“ vom Verfahren per inquisitionem abzugrenzen. Aus diesem Grund sollen die Anfänge des gerade genannten Verfahrens beleuchtet werden, um aufzuzeigen, wie Gregor IX. mit der Versendung der ille humani generis-Schreiben eine Neuerung des Inquisitionsverfahrens schuf.

Winfried Trusen hat in seinen Arbeiten über die Entstehung und Entwicklung des Inquisitionsverfahrens mit lange erhaltenen Vorurteilen abgeschlossen und versucht, die Wurzeln eines Verfahrens per inquisitionem herauszuarbeiten.167 Bereits vor dem Inquisitionsverfahren gab es das Akkusations- und das Infamationsverfahren, aus deren Bestandteilen Innocenz III. während des Pontifikats eine abgeänderte Verfahrensweise einführte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problemstellung, Zielsetzung und methodischen Vorgehensweise hinsichtlich der Ketzerbekämpfung im 12. und 13. Jahrhundert.

2. Innovation: Der Aufstieg der Katharer: Analyse der Entstehung, Organisation und religiösen Glaubensvorstellungen der katharischen Bewegung.

3. Tradition: Kirchenrecht und Ketzerei: Untersuchung der Entwicklung des Häresiebegriffs und der rechtlichen Rahmenbedingungen durch Dekretalen und Laterankonzilien.

4. Eskalation: Der Albigenserkreuzzug und das Konzil von Toulouse 1229: Analyse der Auswirkungen des Kreuzzugs auf die Ketzerbekämpfung und die Bedeutung des Konzils von Toulouse.

5. Extermination: Die Anfänge der päpstlichen Inquisition: Beschreibung der Institutionalisierung der Inquisition, des Verfahrens per inquisitionem und der Rolle päpstlicher Bullen.

6. Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse über den Wandel von der Theorie auf dem Pergament zur praktischen Ketzerverfolgung durch die Inquisition.

7. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Katharer, Inquisition, Häresie, Ketzerbekämpfung, Albigenserkreuzzug, Kirchenrecht, Dekretalen, Decretum Gratiani, Innozenz III., Ad abolendam, Vergentis in senium, Verfahren per inquisitionem, Glaubensbekenntnis, Südfrankreich, Dominikaner.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung der mittelalterlichen Ketzerbekämpfung im 12. und 13. Jahrhundert, insbesondere im Kontext der Katharerbewegung und der Entstehung der päpstlichen Inquisition.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des kirchlichen Rechts gegenüber Häresie, der Albigenserkreuzzug, die Rolle der päpstlichen Dekretalen sowie die Transformation von einem rechtlichen Diskurssystem hin zu einer institutionalisierten Verfolgungspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, wie sich das Vorgehen der Amtskirche gegen religiös abweichende Gruppen von theoretischen Konzilstexten hin zu einem institutionalisierten Inquisitionsverfahren entwickelte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einem quellengeschichtlichen Ansatz und analysiert intensiv Konzilstexte, Dekretalen und zeitgenössische Chroniken, um den Mentalitätswandel und die rechtliche Entwicklung nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der katharischen Bewegung, die rechtliche Fixierung der Ketzerei, den Verlauf des Albigenserkreuzzugs und die Anfänge der päpstlichen Inquisition.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Katharer, Inquisition, Häresie, Kirchenrecht und die entsprechenden zentralen Dekretalen wie Ad abolendam und Vergentis in senium definiert.

Warum war das Konzil von Toulouse 1229 eine "Stunde Null" für die Gesetzgebung?

Es markierte den Beginn einer systematischen und flächendeckenden kirchlichen Gesetzgebung, die erstmals Ziele und Methoden zur Ketzerbekämpfung direkt vor Ort im betroffenen Gebiet (Toulouse) straff bündelte.

Welche Bedeutung hatte die Bulle "Ad extirpanda"?

Diese Bulle von 1252 erlaubte den Einsatz körperlicher Zwangsmittel (Folter) im Inquisitionsverfahren, was einen Wendepunkt in der Wahrheitsfindung und der Radikalisierung der Verfolgung darstellte.

Inwiefern beeinflusste die "Lex Quisquis" die Ketzerverfolgung?

Papst Innozenz III. nutzte die Analogie zum spätantiken römischen Majestätsverbrechen, um Häresie als Majestätsverbrechen an Gott zu deklarieren, was die rechtliche Grundlage für die Konfiskation von Gütern der Ketzer und ihrer Begünstiger verschärfte.

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Résumé des informations

Titre
"Ad exterminationem haereticorum" - Mittelalterliche Ketzerbekämpfung im Zeitalter des Albigenserkreuzzuges und der Anfänge des päpstlichen Inquisitionsverfahrens
Université
University of Cologne  (Historisches Seminar I)
Note
1,5
Auteur
Christian Berwanger (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
66
N° de catalogue
V165529
ISBN (ebook)
9783640816903
ISBN (Livre)
9783640820436
Langue
allemand
mots-clé
Häresie Häretiker Dekret Dekretale Inquisition Innozenz III. Gregor IX. Lucius III. Liber extra Katharer Ketzer Ketzerbekämpfung Laterankonzil Okzitanien Ad abolendam 13. Jahrhundert Toulouse Raimund VI. Raimund VII. Vertrag von Paris Konzil von Toulouse
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Citation du texte
Christian Berwanger (Auteur), 2010, "Ad exterminationem haereticorum" - Mittelalterliche Ketzerbekämpfung im Zeitalter des Albigenserkreuzzuges und der Anfänge des päpstlichen Inquisitionsverfahrens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165529
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Extrait de  66  pages
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