Die Arbeit befasst sich mit der Briefkultur des 18. Jahrhunderts basierend auf den Theorien Johann Christian Fürchtegott Gellerts. Dabei wird Johann Wolfgang Goethe als Leipziger Studenten und dessen Beziehung zum Leipziger Mädchen Anna Katharina Schönkopf ins Zentrum der Betrachtung gestellt. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf Goethe als Briefschreiber, sowohl zu seiner Leipziger Zeit, aber vor allem im Briefwechsel mit Käthchen Schönkopf, welcher zu Goethes Zeit in Frankfurt von 1768 bis 1770 stattfand. Die Betrachtung dieses Briefwechsels soll Aufschluss über Goethes Briefstil, seine Zeit in Leipzig und sein Verhältnis zu Käthchen geben.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Johann Wolfgang Goethe als Student in Leipzig
1. Das Leben in Leipzig
a) Die Stadt Leipzig
b) Goethe im Hause Schönkopf
2. Goethe als gelehriger Schüler J. Ch. F. Gellerts
a) Gellerts Brieftheorie
b) Goethes Leipziger Briefstil
III. Das Verhältnis zu Käthchen Schönkopf im Spiegel der Briefe aus Frankfurt
1. Korrespondenzverlauf
2. Inhalt
3. Briefstil
4. Verhältnis
IV. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie sich die persönliche Beziehung des jungen Johann Wolfgang Goethe zu Anna Katharina „Käthchen“ Schönkopf in den Briefen widerspiegelt, die er nach seiner Rückkehr aus Leipzig von Frankfurt aus an sie verfasste. Dabei wird analysiert, inwieweit der Briefwechsel als Spiegel seiner Leipziger Zeit fungiert und wie sich seine Gefühlslage sowie sein Schreibstil durch die räumliche Trennung und Käthchens Verlobung entwickelten.
- Goethes Studentenzeit in Leipzig und sein Umfeld im Hause Schönkopf.
- Einfluss von J. Ch. F. Gellerts Brieftheorie auf Goethes Briefstil.
- Entwicklung des Briefwechsels zwischen Frankfurt und Leipzig.
- Spannungsfeld zwischen privater Leidenschaft und Rokoko-Galanterie.
- Die psychologische Entwicklung Goethes im Spiegel seiner Korrespondenz.
Auszug aus dem Buch
Gellerts Brieftheorie
Im 17. und frühen 18. Jahrhundert herrschte eine sehr regelgeleitete Briefkultur in Deutschland. Der Curialstil dominierte. Man unterschied zwischen Geschäftsbriefen, lateinischen Gelehrtenbriefen, französischen Konversationsbriefen und anderen. Mitte des 18. Jahrhunderts führen nun Brieftheoretiker einen neuen, revolutionären Briefstil ein. Natürlichkeit ist nun das große Schlagwort. Einer dieser ist Johann Christian Fürchtegott Gellert. Er veröffentlicht 1742 den in Briefform formulierten Text „Gedanken von einem guten deutschen Briefe“ und 1751 folgt „Briefe nebst einer Praktischen Abhandlung von dem guten Geschmack in Briefen“. Seine Hauptforderungen an den Briefstil, den er in diesen Schriften entwickelt, sind, dass er Gesprächscharakter haben sowie natürlich, lebhaft, präzise und persönlich gefärbt sein sollte.
„Das erste, was uns bey einem Briefe einfällt, ist dieses, daß er die Stelle eines Gesprächs vertritt.“ Man gibt also in einem Brief schriftlich wieder, was man sonst mündlich mitteilen würde, wenn man wollte oder könnte. Der Brief ist jedoch keine Kopie eines Gesprächs, sondern soll nur Gesprächscharakter haben, soll dem Gespräch ähneln. Somit ist nicht alles, was im Gespräch erlaubt ist, zugleich auch im Brief erlaubt. „Er ist [nur] eine freye Nachahmung des guten Gesprächs.“
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Themenwahl, die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der Briefe des jungen Goethe im Hinblick auf seine Beziehung zu Käthchen Schönkopf.
II. Johann Wolfgang Goethe als Student in Leipzig: Dieses Kapitel beschreibt Goethes Leben und Umfeld in Leipzig, seine Faszination für die Rokoko-Kultur sowie den prägenden Einfluss von J. Ch. F. Gellerts Brieftheorie auf seinen Schreibstil.
III. Das Verhältnis zu Käthchen Schönkopf im Spiegel der Briefe aus Frankfurt: Die Analyse untersucht den Korrespondenzverlauf, den Wandel der Briefinhalte und -stile sowie Goethes Entwicklung im Umgang mit seiner Zuneigung zu Käthchen während seiner Zeit in Frankfurt.
IV. Resümee: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die stilistische und inhaltliche Entwicklung der Korrespondenz und reflektiert Goethes Beziehung zu Käthchen im Rückblick.
Schlüsselwörter
Johann Wolfgang Goethe, Anna Katharina Schönkopf, Leipzig, Frankfurt, Briefkultur, J. Ch. F. Gellert, Rokoko, Korrespondenz, Liebesbeziehung, Briefstil, Brieftheorie, Schreibstil, Selbstzeugnisse, Dichtung und Wahrheit, Emotionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Beziehungsverhältnis zwischen dem jungen Johann Wolfgang Goethe und Käthchen Schönkopf anhand des Briefwechsels, der während Goethes Zeit in Frankfurt entstand.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen Goethes Leben als Student in Leipzig, seine prägende Begegnung mit dem Hause Schönkopf, die Einflüsse der zeitgenössischen Brieftheorie nach Gellert sowie die psychologische Entwicklung innerhalb der Korrespondenz.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Goethes Verhältnis zu Käthchen in den Briefen widerspiegelt und wie er versucht, seine Empfindungen zwischen aufrichtigem Ausdruck und gesellschaftlicher Konvention zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Primärquellen, insbesondere Goethes Briefen, sowie auf ergänzende Auswertungen von „Dichtung und Wahrheit“ und aktueller Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Leipziger Umfelds, die Erläuterung von Gellerts Brieftheorie und eine detaillierte Auswertung der Briefe aus Frankfurt in Bezug auf Inhalt, Stil und die Entwicklung der Beziehung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Goethes Korrespondenz, Leipziger Zeit, Briefstil, Rokoko-Einflüsse und Käthchen Schönkopf definiert.
Wie reagiert Goethe auf Käthchens Verlobung in seinen Briefen?
Goethe reagiert mit einer Mischung aus Verletztheit, dem Gefühl des Verlassenseins und einer zunehmenden Offenheit, wobei er gleichzeitig versucht, durch einen scherzhaften Ton oder Metaphern eine gewisse Distanz zu wahren.
Welche Bedeutung hat das „Haus Schönkopf“ für den jungen Goethe?
Das Haus Schönkopf bildete für Goethe einen zentralen sozialen Mittelpunkt in Leipzig, der nicht nur seine literarische Entwicklung beeinflusste, sondern durch die Beziehung zu Käthchen auch eine tiefgreifende emotionale Bedeutung erhielt.
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- Mag. Sandra Jenko (Author), 2004, Das Verhältnis des jungen Goethe zu dem Leipziger Mädchen Anna Katharina Schönkopf im Spiegel der Frankfurter Briefe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/165635