Unternehmen müssen stets ihre Markenpolitik vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen anpassen. Kennzeichnend ist derzeit eine weiterhin zunehmende Wettbewerbsintensität in zahlreichen Branchen, die auf vielfältige Ursachen zurückzuführen ist (vgl. Baumgarth 2008, S. 9-10). Die Reaktion der Unternehmen auf die zunehmend heterogenen Bedürfnisse der Konsumenten in Form einer stetigen Marktsegmentierung führt zu einer Inflation an neuen Produkten und Marken, die durch den Markteintritt internationaler Mitbewerber und durch verkürzte Produktlebenszyklen verschärft wird (vgl. Esch 2010, S. 25-27). Mit steigender Produkt- und Markenvielfalt nimmt auch die Kommunikationsleistung der Unternehmen zu, was eine Informationsüberlastung seitens der Konsumenten und somit Effizienzverluste der Kommunikationskanäle zur Folge hat (vgl. Baumgarth 2008, S. 12). Unternehmen stehen daher heutzutage eher in einem Kommunikationswettbewerb als in einem Produktwettbewerb (vgl. Bruhn 2008, S. 515). Hinzu kommt, dass es immer schwieriger wird, eine Differenzierung über klassische Kommunikationskampagnen und Produkttechnologievorsprünge zu realisieren, wodurch die Abgrenzung zu Wettbewerbern über die Marke immer wichtiger wird (vgl. Meyer/Göbel/Dumler 2010, S. 32). Doch durch den Anstieg der Markenanzahl und durch eine Angleichung der Produktqualitäten funktioniert eine Differenzierung nicht mehr allein über rein sachlich-funktionale Markennutzen (vgl. Esch 2010, S. 34 u. S. 103), vielmehr gewinnen psychosoziale Nutzenkriterien zur Sicherung von nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen an Bedeutung, die für die Konsumenten einen emotionalen Mehrwert besitzen (vgl. ebenda, S. 103-104).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Relevanz und Ziel der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Zufriedenheit und Loyalität
2.1.1 Begriffsbestimmung der Zufriedenheit
2.1.2 Entstehung von Zufriedenheit
2.1.3 Definition und Abgrenzung des Loyalitätsbegriffes
2.2 Brand Communities
2.2.1 Wandel des Community-Verständnisses
2.2.2 Eigenschaften und Definition von Brand Communities
2.2.3 Abgrenzung zu Kundenclubs
2.2.4 Nutzenpotenziale und Risiken für Markenunternehmen
2.3 Brand Communities der deutschen Automobilbranche als Untersuchungsobjekt
2.3.1 Aktuelle Situation der deutschen Automobilbranche
2.3.2 Eignung automobilbezogener Brand Communities als Untersuchungsobjekt
3 Konzeptioneller Bezugsrahmen zur Untersuchung der Zufriedenheit und Loyalität von Brand-Community-Mitgliedern
3.1 Darstellung des Bezugsrahmens
3.2 Bestandteile und Wirkungszusammenhänge des Bezugsrahmens
3.2.1 Konzept der Brand-Community-Mitgliederzufriedenheit
3.2.1.1 Faktoren zur Beurteilung der Beziehung „Kunde–Kunde“
3.2.1.2 Faktoren zur Beurteilung der Beziehung „Kunde–Community“
3.2.1.3 Faktor zur Beurteilung der Beziehung „Kunde–Betreiber“
3.2.1.4 Faktoren zur Beurteilung der Website
3.2.2 Auswirkungen der Mitgliederzufriedenheit
3.2.2.1 Auswirkungen auf die Community- und Markenloyalität
3.2.2.2 Auswirkungen auf den ökonomischen Erfolg
3.2.3 Einflüsse auf die Wirkungsbeziehung
3.3 Messmodell der empirischen Untersuchung
4 Empirische Untersuchung in der Automobilbranche
4.1 Methodisches Vorgehen
4.1.1 Untersuchungsdesign und Datenerhebungsmethode
4.1.2 Datenerhebung und Struktur der Stichprobe
4.1.3 Grundlagen angewandter Datenanalyseverfahren
4.1.3.1 Explorative Faktorenanalyse
4.1.3.2 Multiple Regressionsanalyse
4.1.3.3 Clusteranalyse
4.2 Datenanalyse
4.2.1 Ergebnisse der explorativen Faktorenanalyse
4.2.1.1 Faktoren der Mitgliederzufriedenheit
4.2.1.2 Faktoren der Loyalität
4.2.2 Ergebnisse der Regressionsanalyse
4.2.2.1 Hypothesenprüfung des Mitgliederzufriedenheit-Konstruktes
4.2.2.2 Hypothesenprüfung der postulierten Loyalitätswirkungen von Mitgliederzufriedenheit
4.2.3 Ergebnisse der Clusteranalyse
4.2.4 (Un-)Zufriedenheit und Loyalitätsurteile der MINI2-Community-Mitglieder
4.3 Implikationen für das Marketing: Zentrale empirische Ergebnisse und Handlungsempfehlungen für ein erfolgreiches Community-Management
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Entstehung von Zufriedenheit bei Mitgliedern von Online-Brand-Communities im Kontext der Automobilbranche und analysiert deren Auswirkungen auf die Community- und Markenloyalität. Ziel ist es, Stellhebel für erfolgreiches Community-Management zu identifizieren, um Kundenbindung durch emotionale und psychosoziale Nutzenkriterien zu stärken.
- Faktorenanalyse zur Identifikation der Determinanten von Mitgliederzufriedenheit
- Messung der Auswirkungen von Zufriedenheit auf Community- und Markenloyalität
- Analyse der Moderatoren für die Wirkungsbeziehung zwischen Zufriedenheit und Loyalität
- Ableitung von Handlungsempfehlungen für ein effektives Community-Management
Auszug aus dem Buch
1.1 Relevanz und Ziel der Arbeit
Unternehmen müssen stets ihre Markenpolitik vor dem Hintergrund der aktuellen Rahmenbedingungen anpassen. Kennzeichnend ist derzeit eine weiterhin zunehmende Wettbewerbsintensität in zahlreichen Branchen, die auf vielfältige Ursachen zurückzuführen ist (vgl. Baumgarth 2008, S. 9-10). Die Reaktion der Unternehmen auf die zunehmend heterogenen Bedürfnisse der Konsumenten in Form einer stetigen Marktsegmentierung führt zu einer Inflation an neuen Produkten und Marken, die durch den Markteintritt internationaler Mitbewerber und durch verkürzte Produktlebenszyklen verschärft wird (vgl. Esch 2010, S. 25-27). Mit steigender Produkt- und Markenvielfalt nimmt auch die Kommunikationsleistung der Unternehmen zu, was eine Informationsüberlastung seitens der Konsumenten und somit Effizienzverluste der Kommunikationskanäle zur Folge hat (vgl. Baumgarth 2008, S. 12). Unternehmen stehen daher heutzutage eher in einem Kommunikationswettbewerb als in einem Produktwettbewerb (vgl. Bruhn 2008, S. 515). Hinzu kommt, dass es immer schwieriger wird, eine Differenzierung über klassische Kommunikationskampagnen und Produkttechnologievorsprünge zu realisieren, wodurch die Abgrenzung zu Wettbewerbern über die Marke immer wichtiger wird (vgl. Meyer/Göbel/Dumler 2010, S. 32). Doch durch den Anstieg der Markenanzahl und durch eine Angleichung der Produktqualitäten funktioniert eine Differenzierung nicht mehr allein über rein sachlich-funktionale Markennutzen (vgl. Esch 2010, S. 34 u. S. 103), vielmehr gewinnen psychosoziale Nutzenkriterien zur Sicherung von nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen an Bedeutung, die für die Konsumenten einen emotionalen Mehrwert besitzen (vgl. ebenda, S. 103-104).
Neben diesen Herausforderungen tragen technologische Entwicklungen wie das Internet und damit verbunden die neuen Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten dazu bei, dass sich Konsumenten vermehrt interaktiv über Produkte und Marken mit anderen Internet-Usern austauschen (vgl. Baumgartner 2007, S. 11), um so an authentische Informationen zu gelangen (vgl. Egli/Gremaud 2008, S. 3). Dieser Trend geht zu Lasten der Relevanz klassischer Massenkommunikationsmedien (vgl. Schögel/Herhausen/Walter 2008, S. 340), was nicht zuletzt durch das gesteigerte Misstrauen in selbige gefördert wird. Durch die Möglichkeiten dieser Vernetzung erhalten die Konsumenten zunehmend mehr Macht gegenüber Unternehmen (vgl. Baumgartner 2007, S. 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Wettbewerbsintensität und die wachsende Bedeutung von Brand Communities als Instrument für beziehungsorientiertes Marketing zur Stärkung der Markenloyalität.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konzepte Zufriedenheit und Loyalität und erarbeitet die theoretischen Grundlagen sowie Eigenschaften von Brand Communities, inklusive ihrer Abgrenzung zu Kundenclubs.
3 Konzeptioneller Bezugsrahmen zur Untersuchung der Zufriedenheit und Loyalität von Brand-Community-Mitgliedern: Hier werden die Faktoren der Mitgliederzufriedenheit konzeptionell hergeleitet und die Wirkungszusammenhänge auf die Loyalität sowie ökonomische Erfolge theoretisch modelliert.
4 Empirische Untersuchung in der Automobilbranche: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Online-Befragung sowie die detaillierte Datenanalyse, Hypothesenprüfung und Clustersegmentierung von Community-Mitgliedern der MINI2-Community.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen empirischen Ergebnisse zusammen und diskutiert Implikationen für das Community-Management sowie zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Zufriedenheit, Loyalität, Brand Community, Automobilbranche, Relationship Marketing, Mitgliederzufriedenheit, Markenloyalität, Community-Loyalität, Online-Befragung, Regressionsanalyse, Clusteranalyse, Kundenbindung, Community-Management, Konsumentenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die zur Zufriedenheit von Mitgliedern in Online-Brand-Communities führen, und analysiert deren Einfluss auf die Loyalität gegenüber der Community und der zugrunde liegenden Marke.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Arbeit verknüpft die Marketing-Konzepte Zufriedenheit und Loyalität mit dem soziologischen Ansatz der Brand Communities, angewandt auf die Automobilbranche.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, die Entstehung von Mitgliederzufriedenheit zu erklären und zu prüfen, ob eine hohe Zufriedenheit signifikant zur Steigerung der Marken- und Community-Loyalität beiträgt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine quantitative Online-Befragung (Primärerhebung) in der MINI2-Community durchgeführt. Zur Datenanalyse werden multivariate Verfahren wie die explorative Faktorenanalyse, die multiple Regressionsanalyse und die Clusteranalyse angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil entwickelt ein konzeptionelles Modell der Mitgliederzufriedenheit mit zehn Faktoren, das anschließend empirisch validiert wird, gefolgt von einer Segmentierung der Mitglieder in verschiedene Typen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Brand Community, Mitgliederzufriedenheit, Markenloyalität, Relationship Marketing und multivariate Datenanalyse geprägt.
Welche spezifische Rolle spielt das "Benutzerfreundliche Design" in den Ergebnissen?
Die Ergebnisse zeigen, dass das "Benutzerfreundliche Design" der Website mit Abstand den stärksten signifikanten Einfluss auf die Gesamtzufriedenheit der Mitglieder ausübt (Beta-Koeffizient von 0,715).
Wie unterscheidet die Arbeit die Mitglieder der Community?
Durch eine Clusteranalyse wurden drei Mitgliedertypen identifiziert: „Langjährige Brand-Community-Fans“, „Indifferente Brand-Community-Mitläufer“ und „Ewige Brand-Community-Nörgler“.
- Quote paper
- Dipl.-Ök. Marko Krentz (Author), 2010, Zufriedenheit und Loyalität von Brand-Community-Mitgliedern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166423