Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem Thema Mobbing. Dabei soll zunächst geklärt werden, wie Mobbing überhaupt öffentlich und auch rechtlich definiert wird. Mobbing wird als ein Prozess angesehen, bei dem das Mobbing-Opfer systematisch schikaniert wird. Das Verhalten wirkt sich dem entsprechend auch auf die Gesundheit des Betroffenen aus, wie genau soll ebenfalls näher betrachtet werden. Außerdem besteht die Frage, ob bestimmte Ursachen für das Phänomen verantwortlich sind.
Der Kernpunkt der Arbeit liegt auf dem rechtlichen Aspekt. Denn Mobbing verstößt nicht nur gegen die Grundrechte eines Menschen. Der rechtliche Aspekt in Mobbingfällen beläuft sich auch auf das Arbeitsrecht, Arbeitsschutzgesetz, Betriebsverfassungsgesetz, Bürgerliches Gesetzbuch und Strafrecht.
Wie sich das Mobbing-Opfer rechtlich gegen Mobbinghandlungen wehren kann, soll hier aufgeziegt werden.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Mobbing am Arbeitsplatz
1.1 Mobbing am Arbeitsplatz- Begriffsklärung
1.2 Folgen von Mobbing für den Betroffenen
1.3 Ursachen von Mobbing
2 Rechtliche Grundlage gegen „Mobbing“
2.1 Arbeitsrechtliche Ebene
2.1.1 Arbeitsrechtliche Maßnahmen im Individualarbeitsrecht
2.2 Strafrechtliche Ebene
2.3 Zivilrechtliche Ebene
2.4 Öffentlich-rechtlicher Arbeitsschutz
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz mit einem besonderen Fokus auf die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Ziel ist es, die Möglichkeiten für Betroffene aufzuzeigen, sich gegen systematische Schikanen zur Wehr zu setzen, sowie präventive Ansätze zu diskutieren.
- Definition und wissenschaftliche Einordnung von Mobbing
- Psychische und physische Auswirkungen auf Betroffene
- Rechtliche Handlungsmöglichkeiten im Arbeits-, Straf- und Zivilrecht
- Die Rolle des Betriebsrats als Interessenvertretung
- Internationaler Vergleich von Arbeitsschutzmaßnahmen
Auszug aus dem Buch
1.1 Mobbing am Arbeitsplatz- Begriffsklärung
Eine einheitliche Definition des Begriffs Mobbing gibt es nicht. Es lässt sich feststellen, dass die Kernelemente der Definition fachdisziplinär schwanken. Im deutschsprachigen Raum hatte Heinz Leymann den Mobbing- Begriff maßgeblich geprägt und ihn folglich definiert:
„Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenden verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist (1) und von einer oder einigen Personen systematisch, oft (2) und während längerer Zeit (3) mit dem Ziel und/oder dem Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis (4) direkt und indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet.“
Andere Autoren ergänzen diese Definition, da sie sich stark auf die Kommunikation beschränkt und somit vielfältige Mobbingattacken außer Acht lässt. Außerdem sollte beachtet werden, dass die Mobbinghandlungen der Täter bewusst und unbewusst stattfinden können. Leymann hat eine Untersuchung durchgeführt, bei der er feststellen wollte, welche vielfältigen Mobbinghandlungen es gibt. Nach der Auswertung von 300 Interviews mit betroffenen Personen konnte er eine Liste mit 45 Mobbingattacken entwerfen. Zunächst war die Liste ein Durchbruch in der sog. Mobbingforschung. Jedoch wurde sie immer weiter kritisch hinterfragt, wodurch letztendlich durch Wolmerath und Esser ein neuer Katalog entstand. Er beinhaltet über 120 Mobbinghandlungen und bildet zehn Komponente die die einzelnen Handlungen innehaben. Folglich belaufen sie sie sich auf Angriffe gegen die Arbeitsleistung; den Bestand des Beschäftigungsverhältnisses, die soziale Integration; das soziale Prestige, das Selbstwertgefühl; die Privatsphäre; die Gesundheit und physische Unversehrtheit (u.a. sexuelle Belästigung); sowie destruktive Kritik; Angst, Schreck und Eckel erzeugen und Hilfe versagen.
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik von Mobbing als weit verbreitetes Phänomen am Arbeitsplatz ein und skizziert die rechtliche Relevanz der Untersuchung.
1 Mobbing am Arbeitsplatz: Dieses Kapitel definiert den Mobbingbegriff, beleuchtet die gravierenden gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen und analysiert die Ursachen des Phänomens.
2 Rechtliche Grundlage gegen „Mobbing“: Der Hauptteil erläutert die verschiedenen rechtlichen Ebenen, auf denen sich Betroffene gegen Mobbing wehren können, einschließlich arbeitsrechtlicher, strafrechtlicher, zivilrechtlicher und öffentlich-rechtlicher Aspekte.
Schlüsselwörter
Mobbing, Arbeitsrecht, Fürsorgepflicht, Diskriminierung, Konfliktlösung, Betriebsrat, Schadensersatz, Arbeitsschutzgesetz, Psychische Gesundheit, Individualarbeitsrecht, Strafrecht, Prävention, Mobbing-Opfer, Mobbing-Täter, EU-Rechtsvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Mobbing am Arbeitsplatz, insbesondere mit dem Fokus auf den rechtlichen Möglichkeiten, die Betroffenen zur Verfügung stehen, um sich gegen schikanöses Verhalten zu verteidigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von Mobbing, die psychischen und sozialen Auswirkungen auf den Arbeitnehmer, die Ursachenforschung sowie die detaillierte Untersuchung der rechtlichen Schutzmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen rechtlichen "Anspruchskatalog" zu geben, den Betroffene gegenüber Mobbern und Arbeitgebern geltend machen können, da ein spezielles "Mobbing-Gesetz" in Deutschland fehlt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene theoretische Ansätze, aktuelle Studien sowie die bestehende Rechtslage und einschlägige Gerichtsurteile zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die arbeitsrechtliche Ebene (einschließlich BetrVG und BGB), die strafrechtliche Verfolgung mittels Privatklage, die zivilrechtlichen Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld sowie Ansätze des öffentlich-rechtlichen Arbeitsschutzes behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Fürsorgepflicht, Arbeitsrecht, Schadensersatz und Prävention.
Welche Rolle spielt der Betriebsrat bei der Bekämpfung von Mobbing?
Der Betriebsrat hat eine wichtige Überwachungs- und Schlichtungsfunktion. Er kann Arbeitgeber zu Maßnahmen verpflichten, bei Versetzungen mitbestimmen und Beschwerden der Arbeitnehmer aufgreifen, um ein besseres Betriebsklima zu fördern.
Warum ist es laut der Autorin schwierig, Schadensersatz bei Mobbing einzuklagen?
Die größte Hürde liegt in der Beweislast: Es ist juristisch oft schwer nachzuweisen, dass ein spezifischer gesundheitlicher Schaden direkt und ausschließlich auf das systematische Mobbing zurückzuführen ist.
- Quote paper
- Agnes Tluczikont (Author), 2010, Mobbing am Arbeitsplatz - Rechtsschutz?!, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166471