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Zur stilistischen Einordnung und Datierung der Otto-Theophanu-Elfenbeintafel in Paris

Byzantinische Elfenbeintafeln als ottonische Vorlagen im Umkreis der Kaiserin Theophanu

Titre: Zur stilistischen Einordnung und Datierung der Otto-Theophanu-Elfenbeintafel in Paris

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 34 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Nicole Hilbig (Auteur)

Art - Sculpture / Plastiques
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Die frühe Elfenbeinforschung hat ergeben, dass viele ottonische Elfenbeinarbeiten im 10. Jahrhundert aus dem byzantinischen Motivreichtum stammen und demnach entweder dessen Elemente in die eigenen Arbeiten übernommen oder auch in abgewandelter Form aufgenommen haben.
Die im Pariser Musée de Cluny aufbewahrte Elfenbeintafel ist ein solches Beispiel. Sie zeigt Christus, wie er das kaiserliche Paar Otto II. und seine byzantinische Gemahlin Theophanu krönt. Bei dieser Eheschließung im Jahre 972 wurde ein historisch und politisch hoch brisanter Prozess vollzogen, da eine Porphyrogenneto, eine purpurgeborene Prinzessin aus dem fernen byzantinischen Reich dem deutschen zukünftigen Kaiser zur Frau gegeben wurde. Die Elfenbeintafel, welche 1842 von Du Sommerard veröffentlicht wurde, soll ein Zeugnis dieses Bündnisses sein. Dabei stellt sich die Frage, ob dieses Werk in Konstantinopel oder in Deutschland bzw. in Teilen Italiens angefertigt worden ist, ob es also byzantinisch oder ottonischer Herkunft ist, was die Frage nach dem Künstler oder der Werkstatt impliziert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die sog. Otto-Theophanu-Tafel im Pariser Musée de Cluny

1.1 Die Romanos-Eudokia-Tafel als kompositorisches Vorbild

1.2 Die motivische Besonderheit der Gesten und fehlenden Nimben

1.3 Die lat.-griech. Inschrift als Ausnahme in ottonischer Zeit

2 Die byzantinischen Elfenbeintafeln im Zeitalter der Kaiserin Theophanu

2.1 Die stilistische Zuordnung der Pariser Tafel in die sog. Nikephoros-Gruppe

2.2 Die Elfenbeintafeln aus dem Brautschatz der Kaiserin Theophanu

3 Die ottonischen Elfenbeintafeln im 10. Jahrhundert

3.1 Die stilistische und technische Einordnung in ottonische Buchdeckel

3.2 Die motivischen Übernahmen aus dem byzantinischen Schaffenskreis

Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannte Otto-Theophanu-Elfenbeintafel im Hinblick auf ihre stilistische Einordnung und Datierung, um die Frage zu klären, ob es sich um ein byzantinisches oder ein ottonisches Werk handelt und wer als potenzieller Auftraggeber in Frage kommt.

  • Stilistische Analyse der Otto-Theophanu-Tafel im Vergleich zu byzantinischen Vorbildern
  • Kritische Untersuchung der Zuschreibung zur sogenannten Nikephoros-Gruppe
  • Analyse der Inschriften und ikonographischen Besonderheiten als Indizien für die Herkunft
  • Untersuchung ottonischer Elfenbeinkunst und der Rolle byzantinischer Motive

Auszug aus dem Buch

Einleitung

Die frühe Elfenbeinforschung hat ergeben, dass viele ottonische Elfenbeinarbeiten im 10. Jahrhundert aus dem byzantinischen Motivreichtum stammen und demnach entweder dessen Elemente in die eigenen Arbeiten übernommen oder auch in abgewandelter Form aufgenommen haben.

Die im Pariser Musée de Cluny aufbewahrte Elfenbeintafel (Abb. 1) ist ein solches Beispiel. Sie zeigt Christus, wie er das kaiserliche Paar Otto II. und seine byzantinische Gemahlin Theophanu krönt. Bei dieser Eheschließung im Jahre 972 wurde ein historisch und politisch hoch brisanter Prozess vollzogen, da eine Porphyrogenneto, eine purpurgeborene Prinzessin aus dem fernen byzantinischen Reich dem deutschen zukünftigen Kaiser zur Frau gegeben wurde. Die Elfenbeintafel, welche 1842 von Du Sommerard veröffentlicht wurde, soll ein Zeugnis dieses Bündnisses sein. Dabei stellt sich die Frage, ob dieses Werk in Konstantinopel oder in Deutschland bzw. in Teilen Italiens angefertigt worden ist, ob es also byzantinisch oder ottonischer Herkunft ist, was die Frage nach dem Künstler oder der Werkstatt impliziert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage hinsichtlich der Herkunft der Otto-Theophanu-Tafel und Einbettung in den historischen Kontext der Hochzeit von Otto II. und Theophanu.

1 Die sog. Otto-Theophanu-Tafel im Pariser Musée de Cluny: Detaillierte Betrachtung der Pariser Tafel, ihrer kompositorischen Anlehnung an das Romanos-Eudokia-Vorbild sowie Analyse der speziellen Gesten und Inschriften.

2 Die byzantinischen Elfenbeintafeln im Zeitalter der Kaiserin Theophanu: Untersuchung der stilistischen Zugehörigkeit zur Nikephoros-Gruppe und der Rolle des byzantinischen Brautschatzes bei der Verbreitung von Motiven.

3 Die ottonischen Elfenbeintafeln im 10. Jahrhundert: Analyse der technischen und stilistischen Charakteristika ottonischer Buchdeckel sowie der gezielten Adaption byzantinischer Bildsprache im ottonischen Umfeld.

Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass die Tafel wahrscheinlich in einer ottonischen Werkstatt in Deutschland oder Italien unter Verwendung byzantinischer Stilelemente entstand.

Schlüsselwörter

Otto-Theophanu-Elfenbeintafel, Byzanz, Ottonik, Kunstgeschichte, Elfenbeinschnitzerei, Kaiserin Theophanu, Otto II., Ikonographie, Nikephoros-Gruppe, Buchdeckel, Kulturtransfer, Mittelalter, Byzanz-Rezeption, Konstantinopel, Stilkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die stilistische Herkunft der im Musée de Cluny aufbewahrten Otto-Theophanu-Elfenbeintafel, um zu bestimmen, ob sie in Byzanz oder im ottonischen Reich gefertigt wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der ikonographischen Analyse, der stilistischen Einordnung in den Kontext der byzantinischen Elfenbeinkunst und der Untersuchung ottonischer Adaptionsprozesse.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Kann die sogenannte Otto-Theophanu-Elfenbeintafel stilistisch eindeutig dem byzantinischen oder ottonischen Kulturraum zugeordnet werden und ermöglicht dies eine genauere Datierung?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende kunsthistorische Analyse, bei der das Werk mit bekannten byzantinischen Stücken (insb. der Nikephoros-Gruppe) sowie ottonischen Elfenbeinarbeiten abgeglichen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Pariser Werks, die Analyse byzantinischer Elfenbeintafeln im Kontext von Theophanu und die Einordnung in die ottonische Produktion des 10. Jahrhunderts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Elfenbeinschnitzerei, ottonische Kunst, byzantinischer Einfluss, Kulturtransfer, Nikephoros-Gruppe und die historische Identität der Dargestellten.

Welche Bedeutung haben die Inschriften auf der Tafel?

Die Inschriften werden als bewusst gewählte hybride Form (griechisch-lateinisch) interpretiert, die die bikulturelle Verbindung des Kaiserpaares verdeutlichen soll.

Warum wird die Zuschreibung zur byzantinischen Nikephoros-Gruppe hinterfragt?

Aufgrund von anatomischen Unstimmigkeiten, abweichenden Proportionsverhältnissen bei den Kaiserfiguren und der spezifischen ottonischen Buchdeckel-Technik bezweifelt die Autorin eine rein byzantinische Herkunft.

Wer könnte der Auftraggeber der Tafel gewesen sein?

Die Autorin vermutet einen politisch Gleichgesinnten Ottos I. oder eine dem Hof nahestehende Person, die die Vermählung und den damit einhergehenden Kulturaustausch feiern oder legitimieren wollte.

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Résumé des informations

Titre
Zur stilistischen Einordnung und Datierung der Otto-Theophanu-Elfenbeintafel in Paris
Sous-titre
Byzantinische Elfenbeintafeln als ottonische Vorlagen im Umkreis der Kaiserin Theophanu
Université
University of Heidelberg  (Institut für Europäische Kunstgeschichte)
Note
1,3
Auteur
Nicole Hilbig (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
34
N° de catalogue
V166544
ISBN (ebook)
9783640855261
ISBN (Livre)
9783640855179
Langue
allemand
mots-clé
Theophanu Otto II Elfenbein Paris Byzanz Ottonische Kunst
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nicole Hilbig (Auteur), 2010, Zur stilistischen Einordnung und Datierung der Otto-Theophanu-Elfenbeintafel in Paris, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/166544
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Extrait de  34  pages
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