Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Thema Cybermobbing im Kontext der Digitalisierung und beleuchtet die damit verbundenen Risiken und Herausforderungen für Kinder und Jugendliche. Die Untersuchung thematisiert verschiedene Formen von Cybermobbing, die Ursachen und die psychosozialen Auswirkungen auf die Betroffenen. Durch die Analyse von Täter- und Opferprofilen wird deutlich, dass Anonymität und die zunehmende Nutzung digitaler Medien das Phänomen begünstigen. Die Arbeit hebt die Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen hervor, wie die Förderung von Medienkompetenz und die Implementierung schulischer Programme, um Jugendliche zu sensibilisieren und zu schützen. Gleichzeitig wird die Rolle von Eltern und Bildungseinrichtungen betont, die gemeinsam neue Wege finden müssen, um präventiv gegen Cybermobbing vorzugehen und Kinder in ihren digitalen Interaktionen zu unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Cybermobbing
- 2.1 Was versteht man unter Cybermobbing?
- 2.2 Formen von Cybermobbing
- 2.3 Prävalenz von Cybermobbing
- 2.4 Gründe für Cybermobbing
- 3. Opfer- und Täterprofil
- 3.1 Opferprofil
- 3.2 Täterprofil
- 4. Gefahren und Auswirkungen von Cybermobbing
- 5. Hilfsangebote bei Cybermobbing
- 6. Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen dieser Arbeit
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der zentralen Forschungsfrage, wie das Gefahrenpotenzial von Cybermobbing im Internet für Kinder und Jugendliche beurteilt werden kann. Ziel ist es, einerseits konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit diesem Phänomen aufzuzeigen und andererseits einen Beitrag zum besseren Verständnis des Cybermobbing-Gefahrenpotenzials zu leisten.
- Definition, Formen und Prävalenz von Cybermobbing
- Gründe für Cybermobbing-Vorfälle und deren Kontext
- Charakteristische Profile von Opfern und Tätern im Cybermobbing-Kontext
- Potenzielle Gefahren und weitreichende Auswirkungen von Cybermobbing
- Vorstellung und Diskussion bestehender Hilfs- und Präventionsangebote
- Kritische Beleuchtung und Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse
Auszug aus dem Buch
2.1 Was versteht man unter Cybermobbing?
Das Wort „Mobbing" leitet sich von dem Substantiv „Mob" ab und bedeutet so viel wie Meute, Horde, kriminelle Bande oder Pöbel. Das Verb „to mob“ meint angreifen, anpöbeln oder schikanieren (Hess & Wachs et al., 2016, S. 19). Gemäß Olweus (1996, S. 266) wird Mobbing als ein spezieller Fall von aggressivem Verhalten beschrieben, bei dem SchülerInnen regelmäßig über eine längere Zeitspanne hinweg negativen Handlungen durch einen oder mehreren SchülerInnen ausgesetzt ist.
Nach Laude (2022, o.S.) umfasst das Cybermobbing, auch bekannt als Cyberbullying, das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer über Internet- und Mobilkommunikationsdienste. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2024, o.S.) ist derselben Auffassung und bezeichnet Cypbermobbing als das Mobbing im Internet, das in verschiedenen Online-Plattformen wie Chats, Foren, E-Mails und Social-Media Communitys auftreten kann. Trotz Bemühungen oder Plattformbetreiber, gegen Mobbing vorzugehen und Diffamierungen schnell zu löschen, können verschiedene Formen von Mobbing auftreten, wie die Verbreitung diffamierender Inhalte wie Fotos oder Videos und die Bildung von Diskussionsgruppen zum Zwecke der Lästerei über bestimmte Personen. Täter können sich auch unter der Identität des Opfers anmelden und in dessen Namen Unwahrheiten verbreiten. In diesem Zusammenhang macht Laude (2022, o.S.) darauf aufmerksam, dass Cybermobbing einige Unterschiede zum direkten Mobbing aufweist: Cybermobbing hört nach der Schule nicht auf, da es rund um die Uhr stattfinden kann. Die Privatsphäre der eigenen vier Wände bieten keinen Schutz mehr und das Mobbing wird allgegenwärtig. Selbst ein Schulwechsel kann oft nicht helfen.
Nach Katzer (2014, S. 62) kann man grundsätzlich zwischen zwei Formen von Cybermobbing unterscheiden. Zum einen gibt es die Variante des verbalen Cybermobbings und zum anderen die Form des psychischen Cybermobbings. Verbales Cybermobbing beinhaltet Hänseleien, Beleidigungen, Erpressungen oder Drohungen, gerichtet an eine bestimmte Person über soziale Netzwerke im Internet. Das psychische Cybermobbing tritt auf, wenn Lügen und/oder Gerüchte über eine Person im Internet verbreitet werden, sie in Chatgesprächen isoliert oder ignoriert wird und ihre Freundschaftsanfragen wiederholt abgelehnt werden was zu sozialem Ausschluss führen kann. Zusätzlich den beiden genannten Unterscheidungen kann des Weiteren zwischen direktem und indirektem Cybermobbing unterschieden werden. Direktes Cybermobbing umfasst Beleidigungen, sozialen Ausschluss oder direkte Bedrohungen und Erpressungen. Indirektes Cybermobbing bezieht sich dagegen auf das Verbreiten von Lügen, Geheimnissen oder privaten Bildmaterial, sowie die Übernahme der Identität einer Person.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Cybermobbings ein, beleuchtet dessen Relevanz für Jugendliche und stellt die Forschungsfrage sowie die Struktur der gesamten Arbeit vor.
2. Cybermobbing: Hier wird Cybermobbing definiert, seine verschiedenen Formen (verbal, psychisch, direkt, indirekt) erläutert sowie seine Prävalenz und die dahinterstehenden Gründe analysiert.
3. Opfer- und Täterprofil: In diesem Abschnitt werden die Merkmale und Verhaltensweisen beschrieben, die typisch für Opfer und Täter von Cybermobbing sind, um ein besseres Verständnis der Dynamiken zu ermöglichen.
4. Gefahren und Auswirkungen von Cybermobbing: Das Kapitel behandelt die gravierenden psychischen und physischen Folgen, die Cybermobbing für betroffene Kinder und Jugendliche haben kann, inklusive des Risikos psychosozialen Rückzugs und psychischer Störungen.
5. Hilfsangebote bei Cybermobbing: Dieser Teil stellt bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie präventive Maßnahmen gegen Cybermobbing vor und diskutiert deren Wirksamkeit und Zugänglichkeit.
6. Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammen, betont die Notwendigkeit präventiver Maßnahmen und koordinierter Unterstützung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen und gibt Handlungsempfehlungen.
Schlüsselwörter
Cybermobbing, Cyberbullying, Kinder und Jugendliche, Gefahrenpotenzial, Prävention, Intervention, Opferprofil, Täterprofil, digitale Medien, soziale Arbeit, Online-Belästigung, Medienkompetenz, soziale Netzwerke, psychische Auswirkungen, Hilfsangebote.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich grundsätzlich mit der umfassenden Beurteilung des Gefahrenpotenzials von Cybermobbing im Internet für Kinder und Jugendliche und den Möglichkeiten zu dessen Eindämmung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Definition, verschiedenen Formen, Prävalenz und Gründe von Cybermobbing, die Profile von Opfern und Tätern, die gravierenden Gefahren und Auswirkungen sowie die vorhandenen Hilfsangebote und Präventionsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen im Umgang mit Cybermobbing aufzuzeigen und einen Beitrag zum besseren Verständnis des Gefahrenpotenzials zu leisten. Die Forschungsfrage lautet: „Wie kann das Gefahrenpotenzial von Cybermobbing im Internet für Kinder und Jugendliche beurteilt werden?"
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verwendet eine umfassende, kritische Analyse hinsichtlich des Phänomens Cybermobbing und seiner Auswirkungen, die auf vorhandenen Forschungsergebnissen und Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Definition, Formen, Prävalenz und Gründe von Cybermobbing, detaillierte Opfer- und Täterprofile, die weitreichenden Gefahren und Auswirkungen sowie Hilfsangebote und Präventionsstrategien behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Cybermobbing, Kinder und Jugendliche, Prävention, Opferprofil, Täterprofil, digitale Medien, psychische Auswirkungen und Hilfsangebote.
Was sind die Hauptunterschiede zwischen Cybermobbing und traditionellem Mobbing?
Cybermobbing unterscheidet sich vom traditionellen Mobbing durch seine Allgegenwart (es kann rund um die Uhr stattfinden), die oft gegebene Anonymität der Täter, die potenziell unbegrenzte Reichweite der Inhalte und das Fehlen eines sicheren Rückzugsortes.
Welche Rolle spielen sogenannte "Bystander" beim Cybermobbing?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle der "Bystander" differenziert und wirft die Frage auf, ob bereits das bloße Ansehen von Cybermobbing-Material eine indirekte Unterstützung des Täters darstellt.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen überbehüteten Elternhäusern und Cybermobbing-Opfern?
Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass Cybermobbing-Opfer oft aus überbehüteten Elternhäusern stammen könnten, was dazu führen kann, dass diese Kinder vermehrt das Internet zur Pflege sozialer Kontakte nutzen.
Warum sind öffentlich bekannte Fälle von Suizid aufgrund von Cybermobbing in Deutschland selten dokumentiert?
Dies könnte teilweise an der bewussten Zurückhaltung der Medien gemäß dem Pressekodex liegen, um den sogenannten Werther-Effekt (eine Nachahmung von Suiziden) zu vermeiden und eine Sensationsberichterstattung zu unterbinden.
- Quote paper
- Gülşah Adamson (Author), 2024, Wie kann das Gefahrenpotenzial von Cybermobbing im Internet für Kinder und Jugendliche beurteilt werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1666765