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Walter Benjamins Geschichtsbegriff als allegorische Visualisierung in W.G. Sebalds "Die Ringe des Saturn" durch die Darstellung von Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp"

Titre: Walter Benjamins Geschichtsbegriff als allegorische Visualisierung in W.G. Sebalds "Die Ringe des Saturn" durch die Darstellung von Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp"

Dossier / Travail , 2024 , 12 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Auteur)

Lettres - Généralités
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Aufgrund der hybriden Erzählstruktur, intertextuellen Bezügen, der Verwendung von visuellen Darstellungen sowie der Integration von historischem Wissen verschwimmen räumliche und zeitliche Grenzen in Sebalds Werken.
Einflussgebend soll, so der Wissenschaftsdiskurs, Walter Benjamin für Sebalds fragmentarischen Schreib- und Erzählstil gewesen sein. Nicht nur wegen der omnipräsenten Melancholie in Sebalds Texten, sondern auch aufgrund seines Geschichtsbegriffs.

In "Die Ringe des Saturn" wird das Gemälde Rembrandts "Die Anatomie des Dr. Tulp" als erste doppelseitige Abbildung eingeführt und vom Erzähler hinsichtlich einer authentischen Darstellung kritisch kommentiert. Insofern soll in dieser Arbeit der Forschungsfrage nachgegangen werden, inwiefern sich in dieser Darstellung Bezüge zu Benjamins Ausführungen hinsichtlich seines Geschichts-, Melancholie- und Allegorieverständnisses finden lassen.

Dafür wird im ersten Kapitel zunächst Sebalds Erzählstil sowie die Einflüsse durch Walter Benjamin in den für diese Arbeit zentralen Merkmalen aufgegriffen, im Anschluss daran erfolgt eine pointierte Darstellung des Geschichtsbegriffs Benjamins, bevor zuletzt die gewonnenen Erkenntnisse auf die Darstellung des Gemäldes "Die Anatomie des Dr. Tulp" angewandt werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. W.G. Sebalds Die Ringe des Saturn und Walter Benjamin
  • 3. Zum Geschichtsbegriff Walter Benjamins
  • 4. Die Darstellung von Die Anatomie des Dr. Tulp im Kontext
  • 5. Fazit
  • 6. Literaturverzeichnis
  • 7. Anhang
    • Abbildung 1: Rembrandts Die Anatomie des Dr. Tulp

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern sich in W.G. Sebalds Darstellung von Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp" Bezüge zu Walter Benjamins Ausführungen hinsichtlich seines Geschichts-, Melancholie- und Allegorieverständnisses finden lassen. Dabei wird Sebalds fragmentarische Erzählweise in "Die Ringe des Saturn" im Kontext von Benjamins theoretischen Konzepten analysiert, um die erkenntnissichernde Funktion von Melancholie und Allegorie sowie die Kritik an konventionellen Geschichtsnarrationen aufzuzeigen.

  • Walter Benjamins Geschichtsbegriff
  • W.G. Sebalds Roman "Die Ringe des Saturn"
  • Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp"
  • Das Konzept der Allegorie in Benjamins und Sebalds Werken
  • Die Rolle der Melancholie als erkenntnissichernde Funktion
  • Kritik an linear-chronologischer Geschichtsdarstellung und Historismus

Auszug aus dem Buch

4. Die Darstellung von Die Anatomie des Dr. Tulp im Kontext

Sebald wendet die von Benjamin in Ursprung des deutschen Trauerspiels konstatierte allegorische Fragmentierung sowohl auf der Textebene als auch in visuellen Darstellungen an. Als erste doppelseitige Abbildung wird Rembrandts Gemälde Die Anatomie des Dr. Tulp eingeführt, in der der Leichnam des zum Tode verurteilten Aris-Kindt einer öffentlichen Sektion unterzogen wird. Der Erzähler umschreibt die Szenerie als ein „archaisches Ritual der Zergliederung eines Menschen“.22 Im Sinne einer Aufklärungskritik rückt der Leichnam unter den „aufgeklärten Blicken“ in den Hintergrund, „der unter diesen Blicken zur Maschine mutiert, deren technischer Bauplan in Form des Anatomiebuchs als Vorlage dient". 23

„Statt die archaischen Kontexte von Schuld, Sühne und Strafe aufklärerisch zu überwinden" erfolgt die Zerstückelung des „schuldhaften Verbrechers' im Namen der Wissenschaft. 24

Die kritische Betrachtung des Erzählers gipfelt in dem Hinweis, „daß die vielgerühmte Wirklichkeitsnähe des Rembrandtschen Bildes sich bei genauerem Zusehen als eine nur scheinbare erweist“ - während i.d.R. die Sezierung eines Leichnams mit der „Öffnung des Unterleibs" beginnt, wird hier mit der „straffälligen Hand“ begonnen. (RS 24)

Und mit dieser Hand hat es eine eigenartige Bewandtnis. Nicht nur ist sie [...] anatomisch gänzlich verkehrt. Die offengelegten Sehnen [...] sind die des Rückens der Rechten. Es handelt sich also um eine rein schulmäßige, offenbar ohne weiteres dem anatomischen Atlas entnommene Aufsetzung, durch die das sonst, wenn man so sagen kann, nach dem Leben gemalte Bild genau in seinem Bedeutungszentrum, dort, wo die Einschnitte schon gemacht sind, umkippt in die krasseste Fehlkonstruktion. Daß Rembrandt sich hier irgendwie vertan hat, ist wohl kaum möglich. (RS 25)

Rembrandts Gemälde kann demnach neben einer aufklärungskritischen Funktion – und darin liegt das Deutungsangebot dieser Arbeit – als visualisierte Darstellung des Geschichtsbegriffs Benjamins und insofern als eine Allegorie dessen gelesen werden. Es scheint eine Grundlage dafür darzustellen, in der Benjamins Konzepte hinsichtlich Melancholie, Allegorie und Geschichte visualisiert zusammentreffen. Narratologisch wird die Visualisierung flankiert, indem auf die Inkohärenzen des Gemäldes verwiesen wird. Die Sieger des Gemäldes, in dem Fall die Wissenschaftler, haben die Deutungshoheit gegenüber dem Besiegten inne. Der Leichnam entspricht sinnbildlich den Besiegten und Unterdrückten. Aufgrund der Deutungshoheit, i.S. der epischen Geschichtsnarration, ist dieser den Siegern

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in Sebalds literarische Geschichtsschreibung ein und beleuchtet die Einflüsse Walter Benjamins, um die Forschungsfrage nach den Bezügen zu Benjamins Geschichts-, Melancholie- und Allegorieverständnis in Sebalds Darstellung von Rembrandts Gemälde zu formulieren.

W.G. Sebalds Die Ringe des Saturn und Walter Benjamin: Hier wird Sebalds fragmentarische Erzählweise in "Die Ringe des Saturn" analysiert, die durch intertextuelle Bezüge und visuelle Darstellungen gekennzeichnet ist, und ihre Verbindung zu Benjamins Konzepten von Melancholie und Allegorie hergestellt, die eine strukturierende Funktion im Text einnehmen.

Zum Geschichtsbegriff Walter Benjamins: Dieses Kapitel erläutert Benjamins Kritik an einer linear-chronologischen Geschichtsvorstellung und seine Forderung nach einem "konstruktiven Prinzip", das Geschichte als ein Feld fragmentarischer Momente vermittelt und das Bild als wichtiges Instrument zur Fixierung der Vergangenheit hervorhebt.

Die Darstellung von Die Anatomie des Dr. Tulp im Kontext: Es wird untersucht, wie Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp" in "Die Ringe des Saturn" als allegorische Visualisierung von Benjamins Geschichtsbegriff interpretiert werden kann, wobei die Darstellung die Deutungshoheit der Mächtigen und die melancholische Betrachtung als Erkenntnisprozess offenbart.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie Sebalds narratologische und konzeptuelle Elemente sowie die Darstellung des Gemäldes "Die Anatomie des Dr. Tulp" in "Die Ringe des Saturn" Bezüge zu Benjamins Theorien von Melancholie, Allegorie und Geschichtsbegriff aufweisen, und schlägt weitere Forschungsansätze vor.

Schlüsselwörter

Walter Benjamin, W.G. Sebald, Die Ringe des Saturn, Rembrandt, Die Anatomie des Dr. Tulp, Geschichtsbegriff, Allegorie, Melancholie, Visualisierung, Fragmentarische Erzählweise, Historismus, Erkenntnisprozess, Bild als epistemologische Kategorie, Deutungshoheit, Vergänglichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie W.G. Sebalds Roman "Die Ringe des Saturn" durch die Darstellung von Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp" Walter Benjamins Geschichtsbegriff allegorisch visualisiert und damit dessen Theorien zu Melancholie und Allegorie aufgreift.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind Walter Benjamins Geschichtstheorie, W.G. Sebalds literarische Werke, insbesondere "Die Ringe des Saturn", die Analyse von Rembrandts "Die Anatomie des Dr. Tulp", sowie die Konzepte von Melancholie und Allegorie in der Literatur- und Kunstwissenschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, inwiefern sich in Sebalds Darstellung von Rembrandts Gemälde Bezüge zu Benjamins Ausführungen hinsichtlich seines Geschichts-, Melancholie- und Allegorieverständnisses finden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, die Sebalds Erzählstil und Benjamins philosophische Konzepte miteinander in Verbindung bringt, um eine intertextuelle und intermediale Interpretation zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Sebalds Erzählstil und seine Bezüge zu Benjamin aufgezeigt, Benjamins Geschichtsbegriff detailliert dargestellt und diese Erkenntnisse auf die Interpretation von Rembrandts "Die Anatomie des Dr. Tulp" im Kontext von "Die Ringe des Saturn" angewandt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Walter Benjamin, W.G. Sebald, Die Ringe des Saturn, Die Anatomie des Dr. Tulp, Geschichtsbegriff, Allegorie, Melancholie und Visualisierung.

Wie wird Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp" in Sebalds Werk interpretiert?

Das Gemälde wird in Sebalds Werk als allegorische Visualisierung von Benjamins Geschichtsbegriff interpretiert. Es dient dazu, die Deutungshoheit der Mächtigen zu hinterfragen und die melancholische Betrachtung als Weg zur Erkenntnis zu nutzen, indem es auf Inkohärenzen und eine "aufklärungskritische Funktion" verweist.

Welche Rolle spielt die Melancholie in Benjamins Theorie und in Sebalds Erzählweise?

In Benjamins Theorie hat die Melancholie eine erkenntnissichernde Funktion, indem sie Objekte entwertet und Raum für neue allegorische Bedeutungen schafft. In Sebalds Erzählweise dient die omnipräsente Melancholie zusammen mit Allegorien dazu, fragmentierte Texte zusammenzuhalten und disparate Elemente zu verbinden.

Wie kritisiert Walter Benjamin die konventionelle Geschichtsschreibung?

Benjamin kritisiert eine linear-chronologische Geschichtsvorstellung und die Darstellung des Historismus, die sich den Siegern einfühlt. Er plädiert stattdessen für ein "konstruktives Prinzip", das Geschichte als ein Feld fragmentarischer Momente vermittelt und die Perspektive der Unterdrückten einbezieht.

Inwiefern beeinflusst Benjamin Sebalds fragmentarischen Stil?

Der Wissenschaftsdiskurs sieht Walter Benjamin als Einflussgeber für Sebalds fragmentarischen Schreib- und Erzählstil. Dies zeigt sich nicht nur in der omnipräsenten Melancholie in Sebalds Texten, sondern auch in der Art und Weise, wie disparate Elemente durch assoziative Verknüpfungen miteinander verbunden werden, ähnlich Benjamins Konzepten von Allegorie und Geschichte.

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Résumé des informations

Titre
Walter Benjamins Geschichtsbegriff als allegorische Visualisierung in W.G. Sebalds "Die Ringe des Saturn" durch die Darstellung von Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp"
Université
University of Cologne
Note
1,3
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2024
Pages
12
N° de catalogue
V1667047
ISBN (PDF)
9783389161579
Langue
allemand
mots-clé
Walter Benjamin Rembrandt Dr. Tulp Allegorie Symbol Melancholie
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Citation du texte
Anonym (Auteur), 2024, Walter Benjamins Geschichtsbegriff als allegorische Visualisierung in W.G. Sebalds "Die Ringe des Saturn" durch die Darstellung von Rembrandts Gemälde "Die Anatomie des Dr. Tulp", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1667047
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Extrait de  12  pages
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