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Kein Platz im Spiegel. Identität, Sexualität und kulturelle Zugehörigkeit im Werk von James Baldwin

Titre: Kein Platz im Spiegel. Identität, Sexualität und kulturelle Zugehörigkeit im Werk von James Baldwin

Essai , 2021 , 9 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Janis Alina Hindelang (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Résumé Extrait Résumé des informations

Dieser Essay untersucht die Mechanismen einer Normungs-Gesellschaft, in der der weiße männliche Körper als kulturelle Norm fungiert. Am Beispiel von James Baldwin wird analysiert, wie Rasse und (Homo-)Sexualität die Erfahrung von Ausgrenzung prägen und die individuelle Identitätsbildung beeinflussen. Unter Einbezug aktueller literarischer und kultureller Beispiele verbindet der Text literaturwissenschaftliche Analyse mit intersektionaler Theorie und bietet fundierte Einblicke in Prozesse von Ausschluss, Machtverhältnisse, Othering und gesellschaftlicher Markierung.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Dieses Dokument ist ein Fragment und enthält kein explizites Inhaltsverzeichnis im Original. Es werden keine Überschriften aus dem Fließtext generiert.

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert das Konzept der „Normungs-Gesellschaft“, einer Gesellschaft, die ständig Normen definiert und Individuen außerhalb dieser Normfelder markiert. Das primäre Ziel ist es, diese Prozesse der Markierung und Ausschließung am Beispiel von James Baldwin zu untersuchen, wobei der Fokus auf den Schnittpunkten von Race und (Homo-)Sexualität liegt. Die Arbeit beleuchtet, wie diese Normen die Subjektformation und die materielle Existenz marginalisierter Gruppen beeinflussen.

  • Analyse der „Normungs-Gesellschaft“ und ihrer ausschließenden Mechanismen.
  • Fokus auf die Intersektionalität von Race und (Homo-)Sexualität anhand von James Baldwins Werken.
  • Untersuchung der Auswirkungen gesellschaftlicher Normen auf individuelle Identitätsbildung und Subjektformation.
  • Beleuchtung materieller Ausschließung und des Konzepts der „Nekropolitik“.
  • Einsatz von Judith Butlers Theorie der Geschlechtermelancholie zur Erklärung heteronormativer Disziplinierung.

Auszug aus dem Buch

Essay-Fragment

Zunächst stelle ich die Behauptung auf, dass wir es mit einer „Normungs-Gesellschaft“ zu tun haben, d.h. einer Gesellschaft, die sich stets von einem die Norm definierenden Kern aus strukturiert und diejenigen Individuen, die sich außerhalb ihrer Normfelder befinden, markiert. Es wäre jedoch falsch, davon auszugehen, dass es sich nur um eine Norm innerhalb einer systematischen Logik handle. Vielmehr erkennen wir eine Vielzahl miteinander interagierender normativer Elemente, welche unterschiedliche Grade an Normalität definieren. Diese Prozesse wirken in Bereichen wie Nationalität, Geschlecht, Sexualität, Ethnizität, Klasse etc. und werden in ihrer wissenschaftlichen Analyse unter dem Begriff „Intersektionalität“ oder „Interdependenz“ zusammengefasst. Was als „normal" gilt, wird einerseits in dem oft als „unverdächtig“ erscheinenden „vorpolitischen Raum“ der Kulturproduktion konstituiert, schlägt sich aber genauso nieder in der Justiz und ihren Apparaten.

Es gibt viele Punkte, von denen aus eine Analyse über eine Normungs-Gesellschaft betrieben werden kann. Ich möchte mich in diesem Falle, mit einem besonderen Fokus auf James Baldwin, vordergründig beschäftigen mit der Markierung, die ein Individuum von zwei gesellschaftlich marginalisierten Positionen aus erfährt: Race und (Homo-)Sexualität.

In dem Dokumentarfilm I am not your Negro hört man Baldwin über die Vorherrschaft des „weißen Ideals“ in der Kultur sagen:

What this does to the subjugated is to destroy his sense of reality. This means [...] since you don't know any better, every stick and stone and every face is white. And since you have not yet seen a mirror, you suppose that you are to. It comes as a great shock around the age of five or six or seven, to discover that Gary Cooper killing off the Indians [...] but the Indians were you. It comes as a great shock to discover the country which is your birthplace and to which you owe your life and your identity has not in its whole system of reality evolved any place for you.

Baldwin beschreibt hier treffend den Zustand einer Gesellschaft, in der der weiße (männliche) Körper die Norm bezeichnet. Er ist es, der kulturell repräsentiert wird, in ihm bündeln sich die Narrative, die sich folglich auf die eigene Subjektformation anwenden lassen; er ist es, der in einer gesamtgesellschaftlichen Realität als positive Norm gekennzeichnet ist. Dabei wirkt er solcherart ausschließend, dass sich, so Baldwin, außerhalb dieser Norm überhaupt kein Platz in der Gesellschaft finden ließe: Sie stellt diesen nicht zur Verfügung. Zwar mag sich diese Norm in den vergangenen Jahrzehnten verschoben haben, nicht nur bezüglich der Hautfarbe, sondern auch der sexuellen Orientierung, dennoch finden sich auch in neueren Werken der Literatur schlagende Beispiele für diesen Zustand. So etwa, wenn in Chimamanda Ngozi Adichies Roman Americanah eine Friseurin zur Protagonistin während des schmerzhaften Prozesses des hair-relaxing sagt: „Just a little burn [...] But look how pretty it is. Wow, girl, you've got the white-girl swing!“. Oder in Teju Coles Essay Black Body, in dem folgende Zeilen zu lesen sind:

[I am] the custodian of a black body, have to find the language for all of what that means to me and to the people who look at me. [...] There are always glances. There are glances in Zürich, where I spent the summer, and there are glances in New York City, which has been my home for fourteen years. There are glances all over Europe and in India, and anywhere I go outside Africa. The test is how long the glances last, whether they become stares, with what intent they occur, wheter they contain any degree of hostility or mockery, and to what extend connections, money, or mode of dress shield me in these situations. To be a stranger is to be looked at, but to be black is to be looked at especially.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung und Normungs-Gesellschaft: Die Arbeit führt das Konzept der „Normungs-Gesellschaft“ ein, in der Normen Individuen markieren und ausschließen, und beleuchtet die Intersektionalität verschiedener Diskriminierungsformen wie Nationalität, Geschlecht und Ethnizität.

James Baldwin und die Markierung von Race und Sexualität: Dieser Abschnitt konzentriert sich auf James Baldwins Werk, um die Markierung von Individuen aufgrund ihrer Race und (Homo-)Sexualität zu veranschaulichen und die ausschließende Wirkung des „weißen Ideals“ in der Kultur zu zeigen.

Materielle Ausschließung und Nekropolitik: Es wird erörtert, wie neben psychologischen auch materielle Ausschließungsmechanismen wirken, die ganze Bevölkerungsgruppen wirtschaftlich benachteiligen, und das Konzept der „Nekropolitik“ nach Mbembe wird vorgestellt.

Judith Butlers Theorie der Melancholie und Heteronormativität: Hier wird Judith Butlers Analyse der Subjektbildung und der Verwerfung anderer Existenzformen diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Zwangsheterosexualität und die performative Stabilisierung heteronormativer Identitäten.

Schlüsselwörter

Normungs-Gesellschaft, Intersektionalität, James Baldwin, Race, Sexualität, Heteronormativität, Subjektformation, Nekropolitik, Judith Butler, Normalisierung, Marginalisierung, Diskriminierung, Macht, Körper, Identität, Ausschließung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Phänomen der „Normungs-Gesellschaft“ und analysiert, wie gesellschaftliche Normen Normalität definieren und Individuen, die von diesen Normen abweichen, markieren und ausschließen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die „Normungs-Gesellschaft“, Intersektionalität, die Markierung von Race und (Homo-)Sexualität, Subjektformation, materielle Ausschließung sowie Judith Butlers Theorien zur Geschlechtermelancholie und Heteronormativität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Prozesse der gesellschaftlichen Markierung und Ausschließung, insbesondere in Bezug auf Race und (Homo-)Sexualität, am Beispiel von James Baldwin zu analysieren und deren Auswirkungen auf Identität und materielle Existenz aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine qualitative Textanalyse, indem sie literarische Werke und wissenschaftliche Theorien (u.a. von Foucault, Mbembe, Butler) interpretiert, um gesellschaftliche Normierungs- und Ausschließungsmechanismen zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der „Normungs-Gesellschaft“, die Analyse der Markierung von Race und Sexualität anhand von James Baldwins Werken, die materielle Dimension der Ausschließung mittels des Konzepts der Nekropolitik und die Rolle von Judith Butlers Theorie der Geschlechtermelancholie in der Erklärung heteronormativer Disziplinierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Normungs-Gesellschaft, Intersektionalität, James Baldwin, Race, Sexualität, Heteronormativität, Subjektformation, Nekropolitik, Judith Butler, Normalisierung, Marginalisierung, Diskriminierung, Macht, Körper, Identität, Ausschließung.

Wie wird der Begriff der „Normungs-Gesellschaft“ im Text erklärt?

Die „Normungs-Gesellschaft“ wird als eine Gesellschaft beschrieben, die sich von einem Norm definierenden Kern aus strukturiert, Individuen außerhalb dieser Normfelder markiert und eine Vielzahl interagierender normativer Elemente besitzt, die unterschiedliche Grade an Normalität definieren.

Welche Rolle spielt James Baldwin in der Analyse der Arbeit?

James Baldwin dient als zentrales Fallbeispiel, um die Markierung von Individuen aus zwei gesellschaftlich marginalisierten Positionen – Race und (Homo-)Sexualität – zu untersuchen und die zerstörerische Wirkung des „weißen Ideals“ in der Kultur aufzuzeigen.

Welche Autoren werden neben Baldwin zur Analyse herangezogen?

Neben James Baldwin werden unter anderem Chimamanda Ngozi Adichie, Teju Cole, Michel Foucault, Achille Mbembe, David Graeber und Judith Butler zur theoretischen Untermauerung und Veranschaulichung der Argumente herangezogen.

Was ist die Kernidee von Judith Butlers Theorie der Melancholie im Kontext dieser Arbeit?

Judith Butlers Theorie der Melancholie wird herangezogen, um zu erklären, wie die Etablierung einer kohärenten heterosexuellen Identität auf einer fortlaufenden Verleugnung gleichgeschlechtlicher Bindungen beruht und wie diese performativ die gesellschaftliche Ordnung stabilisiert, indem sie alternative Ausdrucksformen marginalisiert.

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Résumé des informations

Titre
Kein Platz im Spiegel. Identität, Sexualität und kulturelle Zugehörigkeit im Werk von James Baldwin
Université
University of Augsburg  (Philologisch-historische Fakultät Lehrstuhl für Vergleichende Literaturwissenschaft/ Europäische Literaturen)
Cours
Text, Körper, Macht: Normierungsprozesse in der Literatur des 20. Jahrhunderts
Note
1,5
Auteur
Janis Alina Hindelang (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
9
N° de catalogue
V1667415
ISBN (PDF)
9783389165140
Langue
allemand
mots-clé
Intersektionalität Normierung Subjektformation Essay Performativität Othering Machtstrukturen Diskursanalyse Identitätspolitik Dekonstruktion Poststrukturalismus Baldwin Kultur Vergleichende Literaturwissenschaft Sexualität Identität Zugehörigkeit Kulturelle Zugehörigkeit
Sécurité des produits
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Citation du texte
Janis Alina Hindelang (Auteur), 2021, Kein Platz im Spiegel. Identität, Sexualität und kulturelle Zugehörigkeit im Werk von James Baldwin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1667415
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Extrait de  9  pages
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