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Inszenierte Erinnerung

Die Gedenkzeremonie zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands (l'Armistice) am 11. November 2018 am Arc de Triomphe im Kontext des französischen "roman national"

Title: Inszenierte Erinnerung

Term Paper , 2025 , 34 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Natalie Paggel (Author)

French Studies - Culture
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Summary Excerpt Details

Wie wird in der medialen Inszenierung der Gedenkfeier zum 100-jährigen Bestehen des Waffenstillstands vom 11. November 1918 kollektives Gedächtnis gestaltet, und welchen Beitrag leistet diese Darstellung zur Aufrechterhaltung des französischen "roman national"?
Die Methodik der Videoanalyse basiert auf dem Ansatz der Content Analysis, den Gilian Rose in ihrem Buch "Visual Methodologies" (2023) behandelt. Dies ermöglicht eine kategorische Erfassung der visuellen, auditiven und symbolischen Verknüpfung der Zeremonie. Außerdem wird aufgezeigt, wie sprachliche Strategien in Macrons Rede zur Gestaltung des kollektiven Gedächtnisses und zur rhetorischen Verdichtung des französischen "roman national" beitragen.
In der abschließenden Diskussion werden die Ergebnisse zusammengeführt und interpretiert, um herauszustellen, wie performative, visuelle und sprachliche Strategien zusammenwirken und in ihrer Verknüpfung kollektive Erinnerung sowie den "roman national" in seiner Vielschichtigkeit beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Theoretischer Rahmen
    • 2.1 Der roman national – Konstruktion nationaler Geschichte in Frankreich
    • 2.3 Lieux de mémoire
  • 3. Methodik
    • 3.1 Korpus
    • 3.2 Analyseansatz
  • 4. Historischer und erinnerungskultureller Kontext
    • 4.1 Vom Triumphbogen zum Erinnerungsort: Der Arc de Triomphe als lieu de mémoire
    • 4.2 L' Armistice im kollektiven Gedächtnis Frankreichs
  • 5. Analyse der medialen Inszenierung der Gedenkzeremonie zum 100-jährigen Waffenstillstand am 11. November 2018
    • 5.1 Kontext und Ablauf der Zeremonie
    • 5.2 Nationale Symbolik: Fahnen, Waffen, Uniformen als visuelle Semiotik
    • 5.3 Performative und mediale Gestaltung der Gedenkzeremonie
      • 5.3.1 Visuelle Bildgestaltung und symbolische Wirkung
      • 5.3.2 Symbolische Choreographie und rituelle Körperinszenierung
      • 5.3.3 Einsatz und Funktion von Musik
    • 5.4 Macrons redediskursive Dimension des roman national
  • 6. Diskussion
  • 7. Fazit
  • 8. Bibliografie
  • Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie bei der medialen Inszenierung der Gedenkfeier zum 100-jährigen Bestehen des Waffenstillstands vom 11. November 1918 kollektives Gedächtnis gestaltet wird und welchen Beitrag diese Darstellung zur Aufrechterhaltung des französischen „roman national“ leistet.

  • Analyse der medialen Inszenierung von Gedenkzeremonien.
  • Untersuchung der Konstruktion des französischen „roman national“.
  • Erforschung des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses.
  • Rolle von nationaler Symbolik, Performanz und Musik in Erinnerungsritualen.
  • Diskursanalyse der politischen Rede im Kontext nationaler Erinnerung.
  • Die Bedeutung von „lieux de mémoire“ wie dem Arc de Triomphe.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Groß ist die Kraft der Erinnerung, die Orten innewohnt “, formulierte Cicero.¹ Diese Einsicht des römischen Philosophen lässt sich besonders am Grabmal des Soldat inconnu unter dem Arc de Triomphe in Paris nachvollziehen, wo das Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit dem kollektiven Sinnbild des unbekannten Soldaten verknüpft wird. Das Kriegerdenkmal, eingeweiht am 11. November 1920, ist seither ein elementarer nationaler Gedenkort, der Tugenden wie Opferbereitschaft und patriotische Verpflichtung verkörpert. Am Tag des Waffenstillstands, wird seine Relevanz durch die alljährliche Armistice-Feier besonders hervorgehoben, die sowohl das Gedenken an die Soldaten der Nation vereint als auch als Mahnmal für den Frieden dient.² All diese Funktionen wurden während der Gedenkfeier zum 100-jährigen Jahrestag des Waffenstillstandes am 11. November 2018 am Triumphbogen erkennbar. Die medial und performativ konstruierte Veranstaltung bot einen Rahmen, um zu verhandeln, was eine Nation ausmacht und wie diese Ideale im französischen Nationalmythos ihren Ausdruck finden.

Ausgehend von diesen Überlegungen untersucht die Arbeit die folgende Fragestellung: Wie wird in der medialen Inszenierung der Gedenkfeier zum 100-jährigen Bestehen des Waffenstillstands vom 11. November 1918 kollektives Gedächtnis gestaltet, und welchen Beitrag leistet diese Darstellung zur Aufrechterhaltung des französischen roman national?

Die Analyse basiert auf der audiovisuellen Dokumentation der Gedenkzeremonie mit dem Titel: Le 11 novembre 2018, à l'Arc de triomphe une cérémonie commémore le centenaire de l'armistice de la Première Guerre mondiale.³ In diesem Fall werden die Konzepte des kollektiven und kulturellen Gedächtnisses nach Maurice Halbwachs sowie Jan und Aleida Assmann für die theoretische Verortung genutzt. Ferner wird die Bedeutung des Arc de Triomphe in Verbindung mit dem Grab des Soldat inconnu und Pierre Noras Methode der lieux de mémoire analysiert, um die Rolle symbolischer und immaterieller Erinnerungsorte herauszustellen. Für die mediale und performative Dimension werden ritualtheoretische Perspektiven von Victor Turner (The Ritual Process,1969), Nick Couldry (Media Rituals, 2003) sowie das Performativitätskonzept von Erika Fischer-Lichte genutzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema der Gedenkzeremonie zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands am Arc de Triomphe ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Gestaltung des kollektiven Gedächtnisses und dem Beitrag zum französischen „roman national“ vor.

2. Theoretischer Rahmen: Hier werden zentrale theoretische Konzepte wie der „roman national“, kollektives und kulturelles Gedächtnis nach Halbwachs und Assmann sowie Pierre Noras „lieux de mémoire“ erläutert.

3. Methodik: Das Kapitel beschreibt den methodischen Ansatz der Videoanalyse mittels Content Analysis, sozialer Semiotik und diskurslinguistischer DIMEAN-Methode zur Untersuchung der visuellen, auditiven, symbolischen und sprachlichen Strategien.

4. Historischer und erinnerungskultureller Kontext: Es werden die historische Entwicklung des Arc de Triomphe als „lieu de mémoire“ und die Bedeutung des Waffenstillstandes im kollektiven Gedächtnis Frankreichs dargestellt.

5. Analyse der medialen Inszenierung der Gedenkzeremonie zum 100-jährigen Waffenstillstand am 11. November 2018: Dieses umfangreiche Kapitel analysiert detailliert den Kontext und Ablauf der Zeremonie, die nationale Symbolik, die performative und mediale Gestaltung sowie die redediskursive Dimension von Macrons Ansprache.

6. Diskussion: Die Ergebnisse der Analyse werden zusammengeführt, um aufzuzeigen, wie visuelle, performative, musikalische und diskursive Strategien zusammenwirken, um kollektive Erinnerung und den „roman national“ zu beleuchten, wobei auch ambivalente Facetten thematisiert werden.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die Gedenkzeremonie eine wirkungsvolle Neuinszenierung des „roman national“ darstellte und zur Stärkung des kollektiven Gedächtnisses beitrug, während sie auch begrenzte Spielräume für neue Deutungen bot.

Schlüsselwörter

roman national, kollektives Gedächtnis, kulturelles Gedächtnis, lieux de mémoire, Gedenkzeremonie, Waffenstillstand 1918, Arc de Triomphe, Soldat inconnu, mediale Inszenierung, nationale Symbolik, Performativität, Diskursanalyse, Rituale, Frankreich, Erinnerungskultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die mediale Inszenierung der Gedenkfeier zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands am 11. November 2018 in Paris, um zu verstehen, wie kollektives Gedächtnis gestaltet und der französische „roman national“ aufrechterhalten wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Konstruktion des „roman national“, das kollektive und kulturelle Gedächtnis, die Rolle von Erinnerungsorten („lieux de mémoire“), mediale Inszenierungsstrategien sowie die Bedeutung von nationaler Symbolik, Performanz und Musik bei Gedenkritualen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten: „Wie wird in der medialen Inszenierung der Gedenkfeier zum 100-jährigen Bestehen des Waffenstillstands vom 11. November 1918 kollektives Gedächtnis gestaltet, und welchen Beitrag leistet diese Darstellung zur Aufrechterhaltung des französischen roman national?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet einen mehrstufigen methodischen Ansatz, der Videoanalyse mittels Content Analysis, sozialer Semiotik und diskurslinguistischer DIMEAN-Methode kombiniert, um visuelle, auditive, symbolische und sprachliche Elemente zu erfassen und zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil der Arbeit (Kapitel 5) analysiert detailliert die mediale Inszenierung der Gedenkzeremonie, einschließlich ihres Kontexts und Ablaufs, der nationalen Symbolik, der performativen und medialen Gestaltung (Bildgestaltung, Choreografie, Musik) sowie der redediskursiven Dimension der Rede von Präsident Macron.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind: roman national, kollektives Gedächtnis, kulturelles Gedächtnis, lieux de mémoire, Gedenkzeremonie, Waffenstillstand 1918, Arc de Triomphe, Soldat inconnu, mediale Inszenierung, nationale Symbolik, Performativität, Diskursanalyse, Rituale, Frankreich, Erinnerungskultur.

Was versteht man unter dem „roman national“ und wie wird er in der Arbeit diskutiert?

Der „roman national“ bezeichnet das kollektive Narrativ einer Nation über ihre Vergangenheit, das in Frankreich als republikanisches Geschichtsbild eine lineare Erfolgsgeschichte von den Merowingern bis zur Résistance darstellt, oft unter Ausblendung kritischer Aspekte. Die Arbeit untersucht, wie die Gedenkzeremonie diesen Mythos aktualisiert und neu interpretiert.

Welche Rolle spielen der Arc de Triomphe und der „Soldat inconnu“ in der französischen Erinnerungskultur?

Der Arc de Triomphe und das Grab des „Soldat inconnu“ sind zentrale „lieux de mémoire“, die das Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs mit dem kollektiven Sinnbild des unbekannten Soldaten verknüpfen. Sie verkörpern Tugenden wie Opferbereitschaft und patriotische Verpflichtung und dienen als sakrale Erinnerungsstätten, die durch rituelle Praktiken immer wieder neu vergegenwärtigt werden.

Wie trägt Musik zur emotionalen Gestaltung der Gedenkzeremonie bei?

Musik spielt eine tragende Rolle, indem sie die emotionale Erfahrung des Gedenkens verstärkt und Gemeinschaft stiftet. Insbesondere die Nationalhymne „Marseillaise“ und die „Sonnerie aux morts“ evozieren nationalen Zusammenhalt und tragen zur Stabilisierung einer militärisch-triumphal geprägten Historie bei, während der Einsatz von Liedern wie „Blewu“ auch marginalisierte Perspektiven hervorhebt.

Welche Herausforderungen oder Ambivalenzen der Erinnerung werden in der Diskussion angesprochen?

Die Diskussion zeigt auf, dass trotz der primär heldenhaften Darstellung der Gedenkfeier auch ambivalente Facetten existieren. Die Arbeit merkt an, dass die mediale Berichterstattung sich vor allem auf offizielle Akteure und nationale Narrative konzentriert, während die Rolle kolonialer Soldaten nur kurz thematisiert wird, was jedoch punktuell eine Öffnung für eine modernere und diversere Erinnerungskultur ermöglicht.

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Details

Title
Inszenierte Erinnerung
Subtitle
Die Gedenkzeremonie zum 100. Jahrestag des Waffenstillstands (l'Armistice) am 11. November 2018 am Arc de Triomphe im Kontext des französischen "roman national"
College
University of Göttingen  (Romanisches Seminar)
Course
La France et son roman national-commémorer,gouverner,oublier
Grade
1,0
Author
Natalie Paggel (Author)
Publication Year
2025
Pages
34
Catalog Number
V1669817
ISBN (PDF)
9783389163405
ISBN (Book)
9783389163412
Language
German
Tags
Commémorer Arc de Triomphe Le soldat inconnu L'Armistice Waffenstillstand Landeswissenschaft Culture Studies Maurice Halbwachs Kollektives Gedächtnis Kulturelles Gedächtnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Paggel (Author), 2025, Inszenierte Erinnerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1669817
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