Mit den Worten nach Helmke 2022: „‘Den‘ optimalen Unterricht gibt es nicht – und wird es auch nie geben.“ lässt sich erahnen, wie kontrovers und vielschichtig dieses Thema auch aktuell noch ist. Unterschiedliche Bildungsziele brauchen unterschiedliche Lehrmethoden. Um alle Schüler*innen individuell zu fördern, bedarf es verschiedener Angebote und es liegt auch im Auge des
Betrachters bzw. der Betrachterin, nach welchen Maßstäben Unterricht als ‚gut‘ bewertet werden kann.
Mit der verwendeten Literatur lässt sich kaum beurteilen, inwieweit die Qualitätssysteme in den beiden aufgeführten Bundesländern angewendet werden, noch wie erfolgreich die Anwendung der einzelnen Schule an sich ist.
Die Einarbeitung in ein so komplexes Gefüge wie die vorgestellten Qualitätssysteme ohne kompetente/n Anwender*in oder Vertreter*in der Entwicklung lässt den Start in ein Schulentwicklungsprogramm als schwierig erahnen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsbestimmung berufliche Schulen
- Schulentwicklung
- Warum soll Schule entwickelt werden?
- Die Elemente der Schulentwicklung
- Wie kann eine Schulentwicklung gestartet werden und wer entwickelt?
- Schulentwicklung der beruflichen Schulen Bayern und Baden-Württemberg
- Konklusion Schulentwicklung
- Unterrichtsentwicklung
- Lehrplananpassung und hierzu curricularer Stimmigkeit
- Handlungsorientierter Unterricht
- Kompetenzorientierter Unterricht
- Beispiele zu handlungs- und kompetenzorientiertem Unterricht nach Lernfeldern aus der Physiotherapie
- Merkmale der Unterrichtsqualität
- Kompetenzen der Lehrkraft
- Feedback
- Konklusion Unterrichtsentwicklung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Schul- und Unterrichtsentwicklung in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf die beruflichen Schulen in Bayern und Baden-Württemberg gelegt wird. Das Hauptziel ist es, die Notwendigkeit kontinuierlicher Entwicklung und Qualitätsverbesserung im Bildungssystem zu beleuchten, aktuelle Herausforderungen wie Globalisierung und Digitalisierung zu adressieren und innovative Konzepte zur Förderung kompetenzorientierten Lernens vorzustellen.
- Föderale Bildungspolitik und ihre Tradition
- Historische Entwicklung von Schule und Unterricht in Deutschland
- Qualitätsmanagementsysteme und Entwicklungsprozesse an beruflichen Schulen
- Handlungs- und kompetenzorientierter Unterrichtsansatz
- Merkmale von Unterrichtsqualität und Lehrkräftekompetenzen
- Die Bedeutung von Feedback und Selbstreflexion für die Entwicklungsprozesse
Auszug aus dem Buch
Schulentwicklung der beruflichen Schulen Bayern und Baden-Württemberg
In der Kultusministerkonferenz 2004 des Landes Bayern wurden unter anderem Standards der Lehrerbildung beschlossen. Lehrer*innen sollen sich an der Schulentwicklung beteiligen, indem sie eine lernförderliche Schulkultur und ein motivierendes Schulklima gestalten sollen. Eine Bereitschaft zu internen und externen Evaluationen wird erwartet (Kultusministerkonferenz 2004).
Das Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München (ISB) definiert das in ihrem Schulentwicklungsprogramm in fünf Thesen:
„I. Schulische Entwicklungsarbeit ist langfristig nur erfolgreich, wenn sie klare, von der gesamten Schulgemeinschaft getragene und realistische Ziele verfolgt.
II. Schulische Entwicklungsarbeit setzt eine Reflexion der individuellen Arbeit der einzelnen Lehrkraft und der gesamtschulischen Arbeit voraus.
III. Erfolgreiche schulische Entwicklungsarbeit basiert auf der Erfahrung, dem Wissen und der aktiven Beteiligung der Mehrheit des Kollegiums.
IV. Die Initiierung und Steuerung von Schulentwicklungsprozessen ist zentrale Führungsaufgabe.
V. Erfolgreiche schulische Entwicklungsarbeit reflektiert gesamtgesellschaftliche Entwicklungen und berücksichtigt bildungspolitische Rahmenbedingungen.“ (Förschner et al. 2014)
In den genannten fünf Thesen ist das Lehrpersonal in seiner Mitwirkung stark vertreten. Dieses Schulentwicklungsprogramm erschien in der 1. Auflage 2014 und war die Antwort auf den Beschluss für Maßnahmen zur Stärkung der Eigenverantwortung der Schulen im Bayerischen Landtag.
Der Leitfaden dieses Schulentwicklungsprogramms in Bayern stimmt inhaltlich mit dem schulspezifischen Qualitätsverständnis (SQV) von beruflichen Schulen mit Qualitätsmanagement (QmBS) überein (Förschner et al. 2014).
In der Broschüre zum Thema „Unterrichtsentwicklung an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg“ ist die Verknüpfung von Schul- und Unterrichtsentwicklung assoziiert mit dem Einsatz des Lehrpersonals ebenso verdeutlicht. Hier steht: „Je mehr Lehrkräfte und Schulleitungen das Lernen als Zentrum von Schule und Unterricht wahrnehmen und gestalten, umso mehr wird Unterrichtsentwicklung als Verknüpfung von Unterricht und Schulentwicklung zur Notwendigkeit." (Beringer et al. 2015) (Thimet 2015)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Stellt die föderale Struktur der deutschen Bildungspolitik dar, beschreibt die historische Entwicklung von Schule und Unterricht und leitet die Notwendigkeit von Schulentwicklung ab.
Begriffsbestimmung berufliche Schulen: Definiert und kategorisiert die verschiedenen Arten beruflicher Schulen in Bayern und Baden-Württemberg.
Schulentwicklung: Erläutert die Bedeutung und Gründe für Schulentwicklung, identifiziert die Elemente und Akteure und beschreibt Modelle und Qualitätsmanagementsysteme in Bayern und Baden-Württemberg.
Unterrichtsentwicklung: Fokussiert auf die kontinuierliche Verbesserung des Lehrens und Lernens, einschließlich Lehrplananpassungen, handlungs- und kompetenzorientierten Unterricht und Merkmale von Unterrichtsqualität.
Kompetenzen der Lehrkraft: Beschreibt die verschiedenen Kompetenzbereiche, die zur Professionalität von Lehrkräften beitragen und die Schul- und Unterrichtsentwicklung beeinflussen.
Feedback: Erörtert die Bedeutung von Feedback aus verschiedenen Quellen (Schüler, Eltern, Kollegen, Vorgesetzte) für die Unterrichts- und Schulentwicklung, inklusive Selbstreflexion.
Konklusion Schulentwicklung: Bietet eine abschließende Einschätzung der Herausforderungen bei der Implementierung von Qualitätssystemen an Schulen.
Konklusion Unterrichtsentwicklung: Resümiert die Vielschichtigkeit des Themas "guter Unterricht" und betont die Notwendigkeit individueller Förderangebote.
Schlüsselwörter
Schulentwicklung, Unterrichtsentwicklung, berufliche Schulen, Qualitätsmanagement, Bayern, Baden-Württemberg, Lehrplan, Handlungsorientierung, Kompetenzorientierung, Lehrkräftekompetenzen, Feedback, Selbstreflexion, Schulprofil, Bildungspolitik, Evaluation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung von Schul- und Unterrichtsstrukturen in Deutschland, insbesondere in Bezug auf berufliche Schulen in den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, und diskutiert Ansätze zur Qualitätsverbesserung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Schulentwicklung, die Unterrichtsentwicklung, Qualitätsmanagementsysteme im Bildungsbereich sowie die Rolle von Lehrkräften und Feedback in diesen Entwicklungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Konzepte und Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung in der Schul- und Unterrichtsentwicklung an beruflichen Schulen darzustellen, zu analysieren und deren Umsetzung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich hauptsächlich auf eine Literaturanalyse und die Darstellung bestehender Konzepte und Modelle der Schulentwicklung und Qualitätssicherung, wie sie in relevanten wissenschaftlichen Publikationen beschrieben werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt detailliert die Begriffsbestimmung beruflicher Schulen, die Gründe und Elemente der Schulentwicklung, spezifische Qualitätsmanagementsysteme in Bayern und Baden-Württemberg, sowie Aspekte der Unterrichtsentwicklung wie Lehrplananpassung, verschiedene Unterrichtsformen, Merkmale guter Unterrichtsqualität und Lehrkraftkompetenzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schulentwicklung, Unterrichtsentwicklung, berufliche Schulen, Qualitätsmanagement, Lehrkräftekompetenzen, Handlungsorientierung, Kompetenzorientierung, Feedback, Bildungspolitik.
Welche Besonderheiten weisen die Qualitätsmanagementsysteme in Bayern und Baden-Württemberg auf?
Bayern nutzt das QmbS (Qualitätsmanagement an beruflichen Schulen) als Antwort auf frühere Systeme, während Baden-Württemberg das OES-Konzept (Operativ Eigenständige Schule) mit einem verbindlicheren Qualitätszyklus und obligatorischer Selbst- und Fremdevaluation anwendet.
Welche Kernprozesse sind maßgebend, wenn sich eine Schule für einen Schulentwicklungsprozess entscheidet?
Drei Kernprozesse sind maßgebend: die Analyse der Ausgangslage zur Identifikation von Stärken und Schwächen, das Setzen von realistischen Zielen und Schwerpunkten und eine regelmäßige Evaluation nach der Handlungsphase als Basis für neue Planungen.
Warum ist Feedback für die Unterrichtsentwicklung so wichtig?
Feedback aus verschiedenen Quellen (Schüler, Eltern, Kollegen, Vorgesetzte) ist entscheidend, um die eigene Arbeit zu reflektieren, Lernprozesse sichtbar zu machen, die Professionalisierung der Lehrkräfte zu fördern und die Unterrichtsqualität kontinuierlich zu verbessern.
Was sind die Hauptargumente für handlungs- und kompetenzorientierten Unterricht?
Handlungs- und kompetenzorientierter Unterricht zielt darauf ab, Schüler*innen zu befähigen, eigenverantwortlich, kooperativ und aktiv zu arbeiten, Wissen und Können zu verbinden, Problemlösefähigkeiten zu entwickeln und berufliche Realitäten ganzheitlich zu erfassen.
- Arbeit zitieren
- Sven Leitner (Autor:in), 2024, Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die beruflichen Schulen in Bayern und Baden-Württemberg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1671593