1. Einleitung
Den unmittelbaren Zusammenhang zwischen der menschlichen Gesundheit, Krank-heit und seiner Arbeit erkannte die Wissenschaft spätestens mit Beginn der Industria-lisierung. Daraus entwickelte sich im Verlauf der Zeit ein eigenständiger Wirtschafts-zweig, der sich mit der Problematik zwischen dem Mensch und dessen Arbeit be-schäftigt. Inbegriff dieser Wissenschaften ist eine Vielzahl von wissenschaftlich orien-tierten Disziplinen, wie beispielsweise die Ergonomie, die Arbeitsmedizin, der Tech-nische Arbeitsschutz, die Arbeitsphysiologie und –psychologie sowie die eigentliche Arbeitswissenschaft selbst.
Die Umsetzung der gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die sogenannte Arbeitsgestaltung, gilt als das zentrale Ziel der Arbeitswissenschaft, d.h. die menschengerechte Gestaltung von Arbeitsmitteln, -plätzen und -umgebungen sowie der Arbeitsorganisation zu erreichen.
Die interdisziplinären und komplexen Zusammensetzungen der Arbeitswissenschaf-ten stellen in der Praxis voneinander abgrenzbare Disziplinen der arbeitswissen-schaftlich orientierten Fächergruppe dar. Der bestehende Unterschied begründet sich durch diverse Blickwinkel, von welchem aus der gemeinsame und zentrale Zusammenhang behandelt wird. Dieser Blickwinkel kann aus medizinischer, techni-scher, wirtschaftswissenschaftlicher oder psychologischer Perspektive erfolgen, wobei die Ansätze erhalten bleiben. Dies wird besonders im Hinblick auf das nicht vor-handene gemeinsame bzw. einheitliche Lehrkonzept der arbeitswissenschaftlich orientierten Disziplinen deutlich.
Diejenigen Arbeitswissenschaftler, die eine medizinische oder physiologische Ausbil-dung durchlaufen haben, gehen in der Regel den Fragen der „angewandten Physiologie“, die im Zusammenhang von Mensch und Arbeit bedeutsam sind, nach.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ERGONOMIE
2.1 DIE ARBEITSPLATZGESTALTUNG
2.1.1 DER BÜRO- UND BILDSCHIRMARBEITSPLATZ
2.1.1.1 DER SITZARBEITSPLATZ
2.1.1.2 DER BÜRODREHSTUHL
2.1.1.3 DER BILDSCHIRMARBEITSPLATZ
2.2 RECHTSLAGEN ZU BILDSCHIRMARBEITSPLÄTZEN
3. SCHLUSS
3.1 ERGEBNIS
3.2 KRITIK
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Grundlagen einer ergonomisch optimierten Gestaltung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen aus arbeitswissenschaftlicher Perspektive darzulegen. Dabei soll aufgezeigt werden, wie durch die gezielte Anpassung von Arbeitsmitteln an menschliche Bedürfnisse nicht nur gesundheitliche Belastungen minimiert, sondern auch die Leistungsfähigkeit gesteigert werden kann.
- Grundlagen der Ergonomie und des Belastungs-Beanspruchungskonzepts
- Anforderungen an die Gestaltung von Sitzarbeitsplätzen und Bürodrehstühlen
- Spezifische Anforderungen an Bildschirmarbeitsplätze (Anordnung, Blickfeld, Beleuchtung)
- Gesetzliche Grundlagen und Richtlinien für Bildschirmarbeitsplätze
- Präventive Ansätze zur Gesundheitsförderung im Arbeitskontext
Auszug aus dem Buch
2.1.1.3 Der Bildschirmarbeitsplatz
Heutzutage ist aufgrund der ständig zunehmenden Bedeutung der EDV-Nutzung eine stetig steigende Anzahl von Bildschirmarbeitsplätzen zu verzeichnen. Die wesentlichen Gestaltungsgrundsätze an optimal ausgestattete Arbeitsplätze sind in diesen Fällen die Beleuchtung, das Klima, der Lärm und die dazugehörigen einzelnen Arbeitsplatzelemente. Für die qualitative Sitzhaltung an solch einen Arbeitsplatz ist eine Abstimmung zwischen diesen Einflüssen sowie die Anordnung von Bildschirm und Tastatur entscheidend.
Die richtige räumliche Anordnung eines Bildschirmarbeitsplatzes ist deshalb von so wesentlicher Bedeutung, weil sich ansonsten unter bestimmten Umständen Blendungseffekte am Bildschirm ergeben können, die dann wiederum zu kompensatorischen Fehlhaltungen führen können. Durch zu große Leuchtdichten bzw. Leuchtdichtenunterschiede kann es in manchen Fällen zu einer Blendung mit verminderter Sehleistung und damit verbundenen frühzeitigen Ermüdungserscheinungen kommen.
Diese Blendungseffekte sollten grundsätzlich bei der Anordnung im Raum berücksichtigt werden. Erreichen kann man dies, indem man den Bildschirmarbeitsplatz nicht direkt im Bereich des Fensters einrichtet. Die Blickrichtung sollte in der Praxis weder direkt zum Fenster hin (dabei besteht die Gefahr der Direktblendung) noch völlig entgegengesetzt (Gefahr der Indirektblendung über die Bildschirmarbeitsfläche) sein, sondern parallel zur vorhandenen Fensterfront sein. Des Weiteren können geeignete Lichtschutzmaßnahmen mittels Lamellen oder Stellwänden getroffen werden, um die störenden Lichteinfälle zu vermeiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Gesundheit und Arbeit und definiert die Arbeitsgestaltung als zentrales Ziel der Arbeitswissenschaft.
2. ERGONOMIE: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Ergonomie sowie das Belastungs-Beanspruchungskonzept zur Optimierung der Arbeitsgestaltung eingeführt.
2.1 DIE ARBEITSPLATZGESTALTUNG: Dieses Kapitel beschreibt die technische Einrichtung von Arbeitsplätzen zur Vermeidung gesundheitlicher Beeinträchtigungen unter Berücksichtigung anthropometrischer Daten.
2.1.1 DER BÜRO- UND BILDSCHIRMARBEITSPLATZ: Es werden die gesundheitlichen Risiken sitzender Tätigkeiten thematisiert und Anforderungen an das Mobiliar und die Arbeitsumgebung abgeleitet.
2.1.1.1 DER SITZARBEITSPLATZ: Dieses Unterkapitel widmet sich der optimalen Abstimmung von Arbeitstisch, Stuhl und Fußstütze zur Sicherstellung einer physiologisch günstigen Sitzhaltung.
2.1.1.2 DER BÜRODREHSTUHL: Hier werden die Anforderungen an einen ergonomischen Bürodrehstuhl, insbesondere hinsichtlich Polsterung, Einstellmöglichkeiten und Bewegungsmechanik, erläutert.
2.1.1.3 DER BILDSCHIRMARBEITSPLATZ: Es werden Kriterien für eine optimale räumliche Anordnung des Arbeitsplatzes sowie Anforderungen an Bildschirm und Tastatur zur Vermeidung von Zwangshaltungen und Blendung definiert.
2.2 RECHTSLAGEN ZU BILDSCHIRMARBEITSPLÄTZEN: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die maßgeblichen EU-Richtlinien zum Gesundheitsschutz bei der Bildschirmarbeit.
3. SCHLUSS: Hier wird der Vorzug einer konzeptiven gegenüber einer korrektiven Arbeitsgestaltung betont und die Bedeutung von Prävention hervorgehoben.
3.1 ERGEBNIS: Das Kapitel unterstreicht die Notwendigkeit für Arbeitgeber, präventive Gesundheitsförderung in den betrieblichen Alltag zu integrieren.
3.2 KRITIK: Abschließend wird kritisch angemerkt, dass ergonomische Gestaltung allein nicht ausreicht und erst durch verhaltenspräventive Maßnahmen des Arbeitnehmers vervollständigt wird.
Schlüsselwörter
Arbeitswissenschaft, Ergonomie, Arbeitsgestaltung, Bildschirmarbeitsplatz, Bürodrehstuhl, Sitzarbeitsplatz, Arbeitsschutz, Gesundheitsförderung, Prävention, Beanspruchung, anthropometrische Daten, Belastungs-Beanspruchungskonzept, Bildschirmarbeitsverordnung, Blendung, Körperhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ergonomischen Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen, um die Gesundheit von Arbeitnehmern bei vornehmlich sitzender Tätigkeit zu schützen und zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Gestaltung des Sitzarbeitsplatzes, die Anforderungen an Bürodrehstühle, die richtige räumliche Anordnung von Monitoren sowie die gesetzlichen Sicherheitsvorschriften.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse praxisnah darzustellen, um eine optimale Balance zwischen menschlicher Gesundheit, Arbeitsqualität und betrieblicher Wirtschaftlichkeit zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Analysearbeit, die verschiedene ergonomische Grundsätze, Feldversuche sowie geltende gesetzliche Rahmenrichtlinien zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Arbeitsplatzgestaltung (Tisch, Stuhl, Bildschirm), die Erläuterung ergonomischer Anforderungen an Hardware und die Darstellung rechtlicher Rahmenbedingungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist maßgeblich geprägt durch Begriffe wie Ergonomie, Arbeitswissenschaft, Bildschirmarbeitsplatz, Gesundheitsschutz und Verhaltensprävention.
Warum ist die räumliche Anordnung des Bildschirms so entscheidend?
Eine korrekte Anordnung, insbesondere parallel zur Fensterfront, verhindert Blendeffekte und Reflexionen, die zu kompensatorischen Fehlhaltungen und frühzeitiger Ermüdung führen können.
Welche Rolle spielt die Dynamik beim Sitzen?
Der regelmäßige Wechsel zwischen verschiedenen Sitzhaltungen ist für die Entlastung der Muskulatur und Wirbelsäule essentiell, weshalb Bürodrehstühle über eine entsprechende Bewegungsmechanik verfügen sollten.
Ist Ergonomie allein ausreichend für die Gesundheit?
Nein, der Autor betont, dass eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung lediglich die technische Grundlage bildet; eine langfristige Gesunderhaltung erfordert zusätzlich das gesundheitsbewusste Verhalten (Verhaltensprävention) des Arbeitnehmers.
Welche Anforderungen gelten für kleine Personen an einem festen Arbeitstisch?
Da viele Arbeitstische für Durchschnittsgrößen ausgelegt sind, benötigen kleinere Personen häufig Fußstützen, um eine rechtwinklige Ober-/Unterschenkelstellung und damit eine optimale Sitzposition zu gewährleisten.
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- Anonym (Author), 2010, Die Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167160