Pädagogische Konzepte zum Umgang und zur Arbeit mit Medien


Seminararbeit, 2009
26 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Prolog

Handlungsorientierte Medienpädagogik
Was bedeutet „handlungsorientiert“?
Lernzielbereiche einer ganzheitlich handlungsorientierten Medienpädagogik
Grundsätze einer ganzheitlich handlungsorientierten Medienpädagogik
Ziele einer ganzheitlich handlungsorientierten Medienpädagogik
Ganzheitlich handlungsorientierte Medienpädagogik in der Schule
Öffnung der Schule
Probleme ganzheitlich handlungsorientierter Medienpädagogik in der Schule

Aktive Medienarbeit
Grundlegende Lernprinzipien der aktiven Medienarbeit

Aktive medienorientierte Projektarbeit
Handelndes Lernen im Projekt
Ziele medienpädagogischer Projekte
Vorbereitung einer medienorientierten Projektarbeit
Was sollen medienpädagogische Projekte leisten?
Praktisches Beispiel
Relevanz innerhalb der schulpädagogischen Diskussion

Literaturverzeichnis

Prolog

Medien umgeben die Lehrkräfte und auch die Schülerinnen und Schüler im Alltag, haben eine historische Tradition, unterliegen dynamischen Veränderungsprozessen und werden „[…] zunehmend Bestandteil kultureller Erbschaft, in die eingeführt werden muss […]“[1].

Die Schule hat auf diesem Sektor Aufgaben zu übernehmen. Sie kann es nicht ignorieren, dass die Medien in vielen Bereichen menschlichen Lebens eine zentrale Rolle spielen – und das nicht erst seit heute.

Die heutigen Schülerinnen und Schüler des 21. Jahrhunderts leben in „[…] reich aggregierten und strukturierten Medienwelten […]“[2], die ihr tägliches Leben beeinflussen und prägen. Daher ist ein kritischer und reflexiver Umgang mit den Medien vor allem in der erzieherischen und bildenden Institution Schule vonnöten und bedarf pädagogischer Begleitung, um die Heranwachsenden durch ästhetische Anregung, bildende Auseinandersetzung und ethische Diskussion zu mündigen Bürgerinnen und Bürgern der modernen (Medien-)Gesellschaft zu „erziehen“.[3]

Als Lehrkraft steht man den Medien in einer ähnlich rezeptiven Situation gegenüber wie die Schülerinnen und Schüler, da man selbst Mediennutzer ist. Daher ist es die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer, das Medienangebot und die Medienbotschaften mit fachlichem Wissen und dem erzieherischen Auftrag zu verbinden. Dies bedeutet, es gilt Medieninhalte adäquat aufzubereiten, die Medien und ihre Inhalte möglichst objektiv und kritisch zu betrachten sowie den Schülerinnen und Schülern in einer handlungsorientierten Form Medienkompetenz zu vermitteln.[4]

Handlungsorientierte Medienpädagogik

„Handlungsorientierte Medienarbeit knüpft an den Lebens- und Medienerfahrungen von Kindern und Jugendlichen an und macht den Schritt von der Mediennutzung zur Medienproduktion.“[5]

Die handlungsorientierte Medienpädagogik fußt auf der kritischen Medientheorie der 1960er Jahre. Diese besagt, dass der Rezipient nicht nur durch die Massenmedien beeinflusst ist, sondern betrachtet ihn in erster Linie als gesellschaftliches Subjekt, welches in seiner Lebens- und Alltagswelt reale Erfahrungen macht und unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen entwickelt. Die Medien stehen den Subjekten nicht nur zur Rezeption gegenüber, sondern sie sollen von diesen selbst im gesellschaftlichen Kontext benutzt werden. Es entsteht folglich ein Prozess vom passiven Rezipienten zum aktiven Produzenten.[6]

Was bedeutet „handlungsorientiert“?

Unter dem Begriff „handlungsorientiert“ versteht man traditionell „[…] ‚praktisches Tun’, ‚Lernen mit allen Sinnen’ [und] ‚Erfahrungslernen’ […]“[7].

Diese Aspekte gehen auf den amerikanischen Pädagogen John Dewey zurück, dessen Theorie oft verkürzt mit dem Slogan „learning by doing“ wiedergegeben wird. Dieses Prinzip legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Erfahrungsbildung, bei der Erlebnisse verarbeitet und reflektiert werden sollen, um „ganze“/ganzheitliche Erfahrungen bilden zu können. Dewey definiert außerdem zwei Quellen der Erfahrungsbildung. Die sinnlichen Erfahrungen werden in Kontakt mit der natürlichen sowie der sozialen Umwelt gemacht und die inneren Erfahrungen werden in Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen, Fantasien und Gefühlen erworben. „Ganze“ oder „ganzheitliche“ Erfahrungen bedeuten daher, das Zusammenspiel von sinnlichen Eindrücken, emotionaler Aufnahme („Färbung“) und denkender Verarbeitung.[8]

Ein wichtiger Zusammenhang dieser Theorie besteht zwischen den tatsächlichen Erfahrungen, die im Alltag gemacht werden, und der Reflexion, der geistigen Verarbeitung und Bewusstmachung dieser plurimedialen Wahrnehmungen. Bei einer handlungsorientierten Medienpädagogik geht es daher um eine „[…] Reflexion der Beziehung zwischen den Menschen, der Gesellschaft und der Technik und um die Entwicklung eines ausgewogenen Verhältnisses verschiedener Erfahrungsweisen von Wirklichkeit […]“[9].

Lernzielbereiche einer ganzheitlich handlungsorientierten Medienpädagogik

In den folgenden sechs Lernzielbereichen dokumentieren sich die Ganzheitlichkeit und damit die bei einer an handlungsorientierter Medienpädagogik orientierten Arbeit abzudeckenden Lernfelder.[10]

1. Dimension Wissen

Diese erste Dimension erfüllt theoretisches Grundlagenwissen, wie jenes zum Beherrschen der Medientechniken, Kenntnisse über die Organisationsformen sowie den Ablauf und die Bedingungen einer Produktion, Kenntnisse zur Unterscheidung verschiedener medialer Darbietungsgenres sowie der unterschiedlichen visuellen wie audiovisuellen Codes.

2. Dimension der Kritik

Ein kritischer Umgang mit Medien ist bei der Arbeit mit diesen unabdingbar. Es geht vor allem darum, bestimmte Ideologien und möglicherweise manipulative Techniken zu durchschauen, die unterschiedlichen Darstellungsmöglichkeiten verschiedener Medien zu untersuchen und mit den eigenen Handlungsmöglichkeiten zu messen sowie entsprechende Schlussfolgerungen für die eigene produktive Arbeit zu ziehen.

3. Dimension der Genussfähigkeit

Um ganzheitliche Erfahrungen zu machen, ist ein emotionaler Umgang mit Medienangeboten ein zentraler Bestandteil der Medienpädagogik. In dieser Dimension soll gelernt werden, durch mediale Reize Betroffenheit zu erleben und von dem Pluralismus der Formen zu profitieren. Gleichzeitig sollen die Machart, Tricks und ästhetische Werte verstanden und deren Intention gedeutet werden.

4. Dimension Handlungsfähigkeit

Diese Ebene zielt auf die Bewusstwerdung, dass mit Hilfe von Medien die Gesellschaft und die eigene Zukunft gestaltet, verändert und mitbestimmt werden kann. Hier soll eine angemessene Ausdrucksfähigkeit und die Handhabung der erweiterten Medienangebote innerhalb, aber auch außerhalb der Gruppe, in einer Öffentlichkeit erlernt werden.

5. Dimension Umsetzungsfähigkeit

In dieser Dimension sollen Schülerinnen und Schüler lernen und begreifen, inwieweit ihre Visionen und Projektideen realisierbar sind. Dabei werden Erfahrungen in parasozialen, also speziell geplanten Interaktionen gemacht und die erworbenen pathetischen Erlebnisformen im Alltag genutzt, um aus gemachten Fehlern zu lernen und damit die Strukturierungsleistungen weiterer folgender Projekte zu verbessern.

6. Dimension Offenheit

Schülerinnen und Schüler sollen dem Themenkomplex Medien offen gegenüberstehen und ihn als Chance verschiedenster Entwürfe betrachten, die das Freisetzen von Kreativität und das Wagnis des Ausdrucks als Abenteuer ermöglichen.

Grundsätze einer ganzheitlich handlungsorientierten Medienpädagogik

Die drei folgenden Grundsätze gehen von einer Orientierung an Schülerinnen und Schülern aus und sollen auf der einen Seite neue Dimensionen jenseits der alltäglichen „verkopften“ Gestaltungs- und Lernkonzepte in der Schule und auf der anderen Seite Differenzerfahrungen bieten. Damit sind Prozesse der Erfahrungsbildung gemeint, welche den status quo der vorhandenen Sichtweisen und Deutungsmuster der Welt kritisch hinterfragen und aufgrund der Öffnung für alternative Möglichkeiten weiterentwickeln.[11]

1. Bedürfnis- und Lebensweltorientierung

Der erste Grundsatz orientiert sich an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler und soll verdeutlichen, dass diese Bedürfnisse von der Lehrperson zu akzeptieren sind. Die Mediennutzung muss als wichtiger Teil der lebensweltlichen Erfahrung verstanden werden und die Medienwelten als integraler Bestandteil alltäglichen Handelns. Daher müssen die für die Orientierungs- und Sinnsuche wichtigen ästhetisch symbolischen Angebote der Medien aufgegriffen und verarbeitet werden.

2. Erfahrungsorientierung

Schülerinnen und Schüler sollen die Möglichkeit bekommen, ihre lebensweltlichen Erfahrungen, die sie mit ihrer medialen Umwelt machen, zu verarbeiten. Dies zielt auf eine Auseinandersetzung mit Medienbotschaften, ihren ästhetisch-symbolischen Dimensionen, das Erkennen von Medieneinflüssen auf die eigene Identitätsbildung sowie die Reflexion von gesellschaftlichen Aspekten moderner Medienkommunikation.

3. Produktionsorientierung

Bei der Produktionsorientierung soll die Möglichkeit gegeben werden, Medien selbst und eigenständig zu produzieren. Hierbei soll sich die Umwelt symbolisch neu angeeignet und ästhetisch verarbeitet werden. Dadurch wird Platz für die eigenen Erfahrungen, Gefühle und die Fantasie geschaffen.

Ziele einer ganzheitlich handlungsorientierten Medienpädagogik

Im Grundsatz versteht sich die ganzheitlich handlungsorientierte Medienpädagogik als „emanzipierten Pädagogik“[12]. Daher sind auch die beiden Kernziele entsprechend formuliert:

1. Mündigkeit

Dieses erste Ziel beschreibt die „[…] Fähigkeit, gesellschaftliche Bedingungen, Normen und Werte nicht nur zu erkennen, sondern daraus auch sich selbst und sein eigenes Handeln zu definieren und abzuleiten […]“[13].

2. Emanzipation

Emanzipation wird nach Kant wie folgt definiert: Es zielt auf den „[…] Ausgang aus selbstverschuldeter Unmündigkeit, somit auf den Abbau der Herrschaft von Menschen über Menschen, auf die Befreiung von Abhängigkeiten, die auf Gewaltverhältnissen ruhen […]“[14].

Es soll mit diesen Zielen ein Lernprozess angestoßen werden, der die Individuen nach erfolgreichem Abschluss zu einem fähigen und kritischen Mitglied einer demokratischen Gesellschaft macht, welches eine aktive Rolle in ihr spielt.

Die beiden Leitziele werden unter dem Begriff „authentische Erfahrung“[15] zusammengefasst. Diese wird als die „[…] autonome Aneignung von Realität und die selbstbestimmte aktive Einwirkung auf diese […]“[16] beschrieben. Allerdings ist dies nur möglich, wenn die so genannte „[…] ‚Blockade des Bewusstseins’ aufgehoben ist, d.h. wenn das Individuum die objektiven gesellschaftlichen Strukturen und seine eigene Lage innerhalb dieser Strukturen erkannt hat […]“[17].

Um die authentische Erfahrung realisieren zu können und vor allem, um die „Blockade des Bewusstseins“ aufzuheben, ist es nötig, rhetorisch und sprachlich angemessen zu handeln. Damit ist die „kommunikative Kompetenz“[18] der letzte Baustein, der letztlich auch zur Medienkompetenz führt, bzw. diese impliziert.[19]

Zusammengefasst: „Wenn kommunikative Kompetenz Voraussetzung für authentische Erfahrung, Mündigkeit und Emanzipation ist, wird kommunikative Kompetenz [ebenso] zum Ziel handlungsorientierter Medienpädagogik.“[20]

Ganzheitlich handlungsorientierte Medienpädagogik in der Schule

Schülerinnen und Schüler sind in der Institution Schule kontinuierlich Handlungszwecken unterworfen, die sie selbst nicht gesetzt haben. Dadurch kann die aufzubauende Identität eines Heranwachsenden nie ganz in der Schülerrolle aufgehen. Ein entscheidendes, wenn nicht gar das einzige Kriterium um dem entgegenzuwirken, beruht auf der Schüler-Partizipation. Diese hilft subkulturell abgespaltene Kommunikations- und Handlungskreise, zwischen Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern, aber auch unter Schülern selbst, im gemeinsamen Denken und Handeln wieder zu vereinigen.[21]

Ebenso erfüllt die ganzheitliche handlungsorientierte Medienpädagogik den so genannten „heimlichen Lehrplan“. Im Umgang und bei der Arbeit mit Medien werden nicht nur die primären Lernziele erfüllt, sondern „unbemerkt“ ebenfalls technische Fertigkeiten, Sozialverhalten und Sozialpsychologie geschult.[22]

Außerdem erfolgt auch eine implizite politische Bildung, da ein Verstehen der gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Zusammenhänge, das Entstehen von Entscheidungs- und Durchsetzungsfähigkeit sowie die Fähigkeit zum Diskurs und zur Entwicklung von Zielen unabdingbar sind.[23]

Öffnung der Schule

Um den Schülerinnen und Schülern eine angemessene Kompetenz zu vermitteln, ist eine grundlegende „Öffnung der Schule“ notwendig, die sich auf die folgenden Bereiche bezieht:[24]

Öffnung der Schule durch …

1) … lebens- und medienweltliche Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler.

In diesem Bereich soll im Schulunterricht der Medienkonsum der Schülerinnen und Schüler, die Erfahrungen und dargebotenen Situationen thematisiert und mögliche Darstellungswünsche für Projekte diskutiert werden.

2) … generationenübergreifende Formen der Medienbildung und der Mediengestaltung.

Da Lehrkräfte eine andere Erfahrung mit Medien haben als die Schülergeneration, sollen beide voneinander lernen und die unterschiedlichen Erfahrungen und Kompetenzen zur gemeinsamen Arbeit nutzen.

3) … Medieneinsatz im „Normalunterricht“.

Praktische Übungen mit verschiedenen Medien, wie beispielsweise Foto- oder Videodokumentationen können und sollen in den regulären Unterricht integriert werden.

4) … Projektunterricht, vor allem in Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen.

Um mit außerschulischen Einrichtungen zu arbeiten, muss eine Kooperation mit Institutionen, wie beispielsweise Stadt- und Kreisbildstellen, aufgebaut werden. Mit Unterstützung dieser „äußeren“ Faktoren soll das Erstellen von Eigenproduktionen mit Medien angestrebt werden.

5) … die Kommunikation mit anderen Schulen sowie Jugendlichen aus anderen Kulturräumen.

Diese letzte Dimension der Öffnung zielt auf eine interkulturelle Kompetenz durch die Zusammenarbeit und der gemeinsamen Auswertung der entstandenen Medienprojekte mir Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Herkunft. Dabei ist Respekt, aber auch Kritikfähigkeit und Toleranz ein wichtiges Kriterium.

Probleme ganzheitlich handlungsorientierter Medienpädagogik in der Schule

Obwohl es „[…] sozialisationstheoretisch unbestreitbar ist, dass […] das Aufwachsen in Medienwelten in kognitive, emotionale, soziale und voluntative Entwicklungsbereiche interferiert […]“[25], gibt es in der tatsächlichen Praxis nur wenige Ansätze einer ganzheitlich handlungsorientierten Medienpädagogik in der Schule. Dies liegt vor allem an den folgenden Problemen:

1. Curriculare Probleme

Das Experimentieren, Produzieren, Reflektieren und Präsentieren entsprechender Projekte benötigt sehr viel Zeit und ist oftmals nicht mit dem Lehrplan und dem damit entstehenden Zeitdruck zu vereinbaren.[26]

Entsprechende Rahmenbedingungen und der Stundeplan erschweren eine Auseinandersetzung mit den Massenmedien. Projekte zu diesem Thema entstehen daher oft nur in außerschulischen Zusammenhängen.[27]

2. Ressourcenprobleme

Um sich mit Medien auseinanderzusetzen, ist eine Ausstattung der Schule mit den entsprechenden Geräten vonnöten, welche jedoch meist sehr teuer und daher entweder nur in sehr geringer Stückzahl, veraltet oder gar nicht vorhanden sind.[28]

3. Kompetenzprobleme

Um produktiv mit einer ganzheitlich handlungsorientierten Medienpädagogik zu arbeiten, bedarf es von Seiten der Lehrkraft einer umfassenden Kompetenz und Ausbildung in diesem Bereich. Jedoch fühlen diese sich oftmals „nicht kompetent“[29] genug, da durch „mangelnde eigene Ausbildung“[30] in Bezug auf die Medienpädagogik ein sicherer Umgang mit dem Stoff nicht möglich ist.

Trotz aller Probleme bei der Umsetzung, muss die Wichtigkeit der Medienpädagogik in der Schule erkannt und mit in den Lehrplan integriert werden. Es ist keine zusätzliche Aufgabe der Schule, sondern aufgrund des Anspruchs der Orientierungshilfe für das Leben in der heutigen und zukünftigen Gesellschaft, Teil der Allgemeinbildung und muss daher ein fester Bestandteil des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags sein.[31]

Aktive Medienarbeit

Handeln ist als dialektisches Prinzip von Aneignung, Bewältigung, Mitgestaltung und Veränderung von Realität anzusehen.[32]

Die aktive Medienarbeit ist ein „[…] methodischer Ansatz einer handlungsorientierten Medienpädagogik […]“[33] und wird als „Königsweg der Vermittlung von Medienkompetenz“[34] angesehen. Sie ist nicht mit der Produktion von Medienprodukten gleichzusetzen, da sie das primäre Ziel der Kompetenzvermittlung hat, indem sie „[…] Kommunikation als Mittel der Emanzipation begreift […]“[35].

Grundlegende Lernprinzipien der aktiven Medienarbeit

Aktive Medienarbeit geht von der „Sozialisationstheorie“[36] aus, dass sich „[…] Denken und Handeln in Interaktionen entwickeln […]“[37]. Demnach muss ein effektives Lernen möglichst in einer Gruppe stattfinden, die auch in den folgenden Lernprinzipien berücksichtigt wird:

1. Handelndes Lernen[38]

Lernen als …

a) … aktive Auseinandersetzung mit der Realität.
Weiterhin werden bei diesem Aspekt auch Bearbeitungsstrategien ausgearbeitet.
b) … Einheit von Wissen, Reflexion und Handeln.
Dadurch wird eine Bewusstseinserweiterung und –veränderung hervorgerufen.
c) … interaktionistisches Geschehen.
Die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt bedarf interaktiver und kommunikativer Prozesse mit anderen.
d) … adressatenorientiertes Geschehen.
Der Lernvorgang soll als der eigene begriffen werden, indem die erzielten Ergebnisse auf den eigenen Lebenskontext transferierbar sind.
e) … prozessuales Geschehen.

Nicht das Erreichen eines statischen Zustands, sondern das Initiieren und Vorantreiben eines fortlaufenden Prozesses, indem das Subjekt mehr kritisches Bewusstsein und soziale Handlungsfähigkeit erlangt, ist das Ziel dieser Prämisse.

2. Exemplarisches Lernen[39]

Das exemplarische Lernen ist ein inhaltliches Prinzip, da es den zu bearbeitenden Gegenstandsbereich näher definiert, der zu den Erfahrungen der Lernenden in Bezug steht und gesellschaftliche Konflikte und Widersprüche in sich trägt.

Lernen als …

a) … adressatenorientiertes Geschehen.

b) … dialektische Vermittlung von subjektiven Erfahrungen und wissenschaftlicher Erkenntnis.

Diese Prämisse zielt auf die Bewusstseinserweiterung und den Erwerb daraus resultierender neuer Handlungsstrategien zur Aneignung, Gestaltung und Veränderung der sozialen Realität. Daher müssen neue Wissensbestände erworben werden.

c) … prozessuale Emanzipation.

Schülerinnen und Schüler sollen die erworbenen Kompetenzen immer wieder auf neue Situationen übertragen lernen und weiterentwickeln.

[...]


[1] Baake 1992: S. 35.

[2] ebd.: S. 33.

[3] vgl. Niesyto 2001: S. 5.

[4] vgl. Baake 1992: S. 33.

[5] Niesyto 2001: S. 5.

[6] vgl. Sander et al. 2005: S. 77.

[7] Niesyto 2001: S. 5-6.

[8] vgl. ebd.: S. 6.

[9] Niesyto 2001: S. 6.

[10] vgl. Baake 1992: S. 56-57.

[11] vgl. Niesyto 2001: S. 6-7.

[12] Klimsa 2007: S. 90.

[13] ebd.: S. 90.

[14] Schell 2005: S. 11.

[15] ebd.: S. 11.

[16] ebd.: S. 11.

[17] Schell 2005: S. 11.

[18] Klimsa 2007: S. 90.

[19] vgl. Schell 2005: S. 12.

[20] Klimsa 2007: S. 90.

[21] vgl. Baake 1992: S. 55.

[22] vgl. ebd.: S. 56.

[23] Klimsa 2007: S. 99.

[24] vgl. Niesyto 2001: S. 8-9.

[25] Baake 1992: S. 34.

[26] vgl. Niesyto 2001: S. 7.; auch: Thiele 2003: S. 165.

[27] vgl. ebd.: S. 7.

[28] vgl. ebd.: S. 7; auch: Thiele 2003: S. 165.

[29] Baake 1992: S. 33.

[30] Thiele 2003: S. 165.

[31] vgl. ebd.: S. 150.

[32] vgl. Klimsa 2007: S. 100.

[33] Schell 2005: S. 9.

[34] Klimsa 2007: S. 100.

[35] ebd.: S. 98.

[36] Schell 2005: S. 12.

[37] ebd.: S. 12.

[38] vgl. Klimsa 2007: S. 100-102.

[39] vgl. Klimsa 2007: S. 102-103.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Pädagogische Konzepte zum Umgang und zur Arbeit mit Medien
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Institut für Schulpädagogik)
Veranstaltung
Medienpädagogisches Handeln in der Schule – Grundlagen und Ansatzpunkte für die schulische Medienarbeit
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
26
Katalognummer
V167195
ISBN (eBook)
9783640835768
ISBN (Buch)
9783640836086
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienpädagogik, Medienpädagogisches Handeln in der Schule, Schulische Medienarbeit, Handlungsorientierte Medienarbeit, Öffnung der Schule, Aktive Medienarbeit, Medienorientierte Projektarbeit, Medienpädagogische Projekte
Arbeit zitieren
Carlos Steinebach (Autor), 2009, Pädagogische Konzepte zum Umgang und zur Arbeit mit Medien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167195

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