Welche Faktoren bedingen das (Nicht-)Helfen beispielsweise in Notsituationen, bei Diebstählen oder Bullying? Auf dieses Dilemma soll im Folgenden der Hausarbeit eingegangen werden, indem zunächst prosoziales Verhalten definiert wird. Anschließend werden Faktoren erläutert, welche zu prosoziales Verhalten führen und dieses fördern.
In Kapitel 3 wird auf den Bystander-/Zuschauereffekt eingegangen. Auch hier wird zunächst eine Definition gegeben und die Faktoren erörtert, welche zu dem Verhalten führen.
Abgeschlossen wird die Hausarbeit mit präventiven Maßnahmen zur Vorbeugung des Bystander-Effektes, sowie einem Fazit.
„Prosoziales Verhalten stellt eine Ressource dar, die die innere Zufriedenheit des Menschen fördert.“ (Bierhoff, 2010) Dieser Aussage zufolge könnte die Annahme getroffen werden, dass Menschen oft und gerne prosoziales, helfendes Verhalten zeigen. Dennoch kommt es in verschiedenen Situationen zum sogenannten Bystander-Effekt, welcher im Verlauf der Hausarbeit weiter erläutert wird.
Inhaltsverzeichnis
- 1 EINLEITUNG
- 2 PROSOZIALES VERHALTEN
- 3 DER BYSTANDER-EFFEKT
- 4 PRÄVENTIONSMABNAHMEN DES BYSTANDER-EFFEKTS
- 5 FAZIT
- LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem komplexen Zusammenspiel von prosozialem Verhalten und dem Phänomen des Bystander-Effekts. Sie untersucht, welche Faktoren das Helfen oder Nichthlefen in Notsituationen, wie beispielsweise bei Diebstählen oder Bullying, beeinflussen. Das primäre Ziel ist es, prosoziales Verhalten zu definieren, die dem Verhalten zugrunde liegenden Faktoren zu erläutern, den Bystander-Effekt umfassend darzustellen und präventive Maßnahmen zur dessen Vorbeugung aufzuzeigen.
- Definition und Faktoren prosozialen Verhaltens
- Beschreibung und Mechanismen des Bystander-Effekts (Zuschauereffekt)
- Unterschiede zwischen prosozialem Verhalten, hilfreichem Verhalten und Altruismus
- Präventionsstrategien gegen den Bystander-Effekt
- Die Rolle sozialer und interpersoneller Wahrnehmung
- Einfluss von Normen und Werten auf das Hilfeverhalten
Auszug aus dem Buch: 2 Prosoziales Verhalten
2 Prosoziales Verhalten
Da sich in den unterschiedlichen Lehrbüchern keine einheitliche Definition prosozialen Verhaltens finden lässt, wird im Weiteren zunächst versucht, einen groben Überblick zu geben. Des Weiteren wird im Verlauf auf Faktoren eingegangen, welche ebendieses Verhalten bedingen.
So definieren Batson und Shaw (2009) prosoziales Verhalten als einen Sammelbegriff für alle Formen zwischenmenschlicher Unterstützung, die gewinnbringend beziehungsweise (bzw.) vorteilhaft für andere Personen sind. (Zitiert von Garms-Homolová, 2022, S.40) Von der Gesellschaft könnte prosoziales Verhalten folglich als nützlich angesehen werden, da es in Notsituationen weiterhilft.
Die Definition von Kappeler und Simoni (2009, S.603) passt zu der oben genannten Definition prosozialen Verhaltens. Auch für sie steht das Erhöhen, Begünstigen oder das Wiederherstellen des Wohlbefindens anderer Personen im Fokus. (In dieser Literatur bezüglich Kinder in ihren ersten zwei Lebensjahren.)
Für Bierhoff (2010, S.13) liegt der Fokus auf intentionalen und bewussten Handeln, welches unter Umständen (u.U.) dem Empfänger oder der Empfängerin hilft. Bierhoff unterscheidet hier das prosoziale Verhalten vom Altruismus und hilfreichem Verhalten und sieht dies nicht als eins. Hierauf wird im Folgenden kurz eingegangen, um Bierhoffs Sichtweise zu verdeutlichen. Hilfreiches Verhalten schließt jede Form der Hilfeleistung mit ein (auch prosoziales Verhalten), welche als Dienstleistung angeboten wird. Beim Altruismus hingegen muss zunächst eine Selbstüberwindung stattfinden, bevor geholfen werden kann. Hier muss für die möglicherweise helfende Person zunächst eine Perspektivübernahme stattfinden, sowie Empathie empfunden werden, bevor geholfen wird. Prosoziales Verhalten umfasst eine Handlung, welche ohne die Erfüllung von dienstlichen Pflichten und Aufgaben erfüllt wird. Weiterführend richtet sich das Verhalten auf eine einzelne Person und nicht auf eine Organisation. (Bierhoff, 2010, S.14) Alle drei Begriffe sind miteinander verbunden und bedingen sich gegenseitig. Hilfsbereites Verhalten ist hier jedoch der am weitesten gefasste Begriff.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema prosoziales Verhalten und den Bystander-Effekt ein, stellt die Forschungsfrage nach den Faktoren des Helfens und Nicht-Helfens und gibt einen Überblick über die weiteren Inhalte der Hausarbeit.
2 Prosoziales Verhalten: Hier wird prosoziales Verhalten definiert, indem verschiedene wissenschaftliche Perspektiven beleuchtet werden, und es werden die Faktoren erläutert, die dieses Verhalten bedingen und fördern.
3 Der Bystander-Effekt: In diesem Kapitel wird der Bystander-Effekt anhand verschiedener Definitionen vorgestellt und die psychologischen Mechanismen sowie situationsbedingten Faktoren, die zu diesem Phänomen führen, dargelegt.
4 Präventionsmaßnahmen des Bystander-Effekts: Dieses Kapitel widmet sich konkreten Maßnahmen, die dem Bystander-Effekt entgegenwirken können, und zeigt auf, wie Individuen und Hilfesuchende prosoziales Verhalten fördern können.
5 Fazit: Das Fazit fasst die komplexen Faktoren zusammen, die prosoziales Verhalten und den Bystander-Effekt beeinflussen, betont die Situationsabhängigkeit des Hilfeverhaltens und weist auf die Relevanz präventiver Aufklärung hin.
Schlüsselwörter
Prosoziales Verhalten, Bystander-Effekt, Zuschauereffekt, Altruismus, Hilfeverhalten, Verantwortungsdiffusion, pluralistische Ignoranz, Empathie, soziale Normen, Präventionsmaßnahmen, Sozialpsychologie, Notsituationen, Kompetenzzuschreibung, Bewertungsangst, Rollenmodelle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das prosoziale Verhalten von Menschen und das Phänomen des Bystander-Effekts, um zu verstehen, warum Menschen in Notsituationen manchmal helfen und manchmal nicht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Definition von prosozialem Verhalten, die Faktoren, die es beeinflussen, die Mechanismen des Bystander-Effekts und präventive Maßnahmen zu dessen Vermeidung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Faktoren zu identifizieren und zu analysieren, die das (Nicht-)Helfen in verschiedenen Notsituationen bedingen, sowie effektive Präventionsmaßnahmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und theoretischen Darlegung bestehender Forschungsergebnisse aus der Sozialpsychologie, ohne eigene empirische Studien durchzuführen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil der Arbeit behandelt ausführlich die Definition und Faktoren des prosozialen Verhaltens sowie die Erklärung und die zugrunde liegenden Mechanismen des Bystander-Effekts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter wie Prosoziales Verhalten, Bystander-Effekt, Verantwortungsdiffusion, pluralistische Ignoranz, Altruismus und Prävention charakterisieren die Kerninhalte dieser Arbeit.
Wie unterscheidet sich prosoziales Verhalten von Altruismus und hilfreichem Verhalten?
Prosoziales Verhalten ist ein Sammelbegriff für jede Art der Unterstützung, während Altruismus spezifisch selbstloses Handeln ohne Eigeninteresse beschreibt und hilfreiches Verhalten den weitesten Begriff darstellt, der jede Form der Hilfeleistung umfasst.
Welche Rolle spielen soziale Normen und Werte beim prosozialen Verhalten?
Soziale Normen und Werte prägen das prosoziale Verhalten erheblich, da sie Verhaltenserwartungen innerhalb einer Gemeinschaft festlegen und beeinflussen, ob und wie Menschen bereit sind, anderen zu helfen.
Welche psychologischen Mechanismen führen zum Bystander-Effekt?
Zum Bystander-Effekt führen primär die pluralistische Ignoranz (Fehleinschätzung der Lage durch Beobachtung anderer), die Verantwortungsdiffusion (Gefühl geringerer persönlicher Verantwortung) und die Bewertungsangst (Furcht vor negativer Bewertung eigenen Handelns).
Welche konkreten Maßnahmen können ergriffen werden, um dem Bystander-Effekt entgegenzuwirken?
Dem Bystander-Effekt kann entgegengewirkt werden, indem Hilfesuchende direkt angesprochen werden, potenzielle Helfer durch Erste-Hilfe-Kurse vorbereitet werden, prosoziale Vorbilder gefördert werden und gesellschaftliche Normen des Helfens verankert werden.
- Citar trabajo
- Luisa Pliquett (Autor), 2022, Prosoziales Verhalten und der Bystander-Effekt, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672277