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Gnade und Freiheit. Über die Relation göttlicher Barmherzigkeit und menschlicher Freiheit bei Anselm von Canterbury

Titre: Gnade und Freiheit. Über die Relation göttlicher Barmherzigkeit und menschlicher Freiheit bei Anselm von Canterbury

Dossier / Travail , 2024 , 18 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Dominik Kunek (Auteur)

Théologie - Théologie systématique
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„Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die vielen zu Sündern gemacht worden sind, so werden auch durch den Gehorsam des einen die vielen zu Gerechten gemacht werden.“ (Röm 5,19)
Und doch bleibt bei aller Gnade Gottes eine Frage übrig: Wie verhält sie sich, wenn sie auf die Freiheit des Menschen trifft? Kann und wenn ja wie kann Gott einem Menschen seine Gnade schenken, der diese Gnade in seiner Freiheit ablehnt? „Triumphiert“ die Gnade (Jak 2,13) letzten Endes doch über die Freiheit? Oder ist der Mensch als Geschöpf gar in der Lage, in seiner ganzen Freiheit selbst die angebliche Allmacht Gottes zu beschneiden? Wie verhalten sich diese göttliche Gnade und die menschliche Freiheit zueinander?

Die vorliegende Arbeit versucht, ganz im Lichte Anselm von Canterburys, seine Antwort auf diese Frage darzustellen und so vielleicht auch heute dem Geheimnis der göttlichen Barmherzigkeit wieder näher zu kommen, die gerade nicht ihre Augen vor der Freiheit des Menschen verschließt, sondern vielmehr im Menschen selbst ihren Ausgang nimmt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • 1. Der Freiheitsbegriff bei Anselm von Canterbury
    • 1.1 Die libertate arbitrii als Teil der menschlichen Natur
    • 1.2 ad recitudinem voluntatis oder: das Ziel der menschlichen Freiheit
  • 2. Der Gnadenbegriff bei Anselm von Canterbury
    • 2.1 Die gratia dei als Teil der göttlichen Natur
    • 2.2 Wirkung und Funktion der göttlichen Gnade im menschlichen Leben
  • 3. Begnadete Freiheit? – Über die Vereinbarkeit der göttlichen Gnade mit dem freien Willen
  • Schluss
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der zentralen Frage nach der Relation von göttlicher Barmherzigkeit und menschlicher Freiheit im Denken Anselms von Canterbury. Sie beleuchtet Anselms theologische Sichtweise, um das komplexe Zusammenspiel von göttlicher Gnade und dem freien Willen des Menschen darzustellen und so das Geheimnis der göttlichen Barmherzigkeit besser zu verstehen.

  • Die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen
  • Das Spannungsfeld zwischen Unendlichkeit und Endlichkeit, Göttlichkeit und Sündhaftigkeit
  • Anselms Definition und Verständnis des Freiheitsbegriffs
  • Der Gnadenbegriff und seine Funktion im menschlichen Leben
  • Die Vereinbarkeit von göttlicher Gnade und menschlichem freien Willen
  • Anselms Konzept der Gerechtigkeit als Schlüssel zur Seligkeit

Auszug aus dem Buch

1.1 Die libertate arbitrii als Teil der menschlichen Natur

„Ich glaube nicht, daß die Willensfreiheit in dem Vermögen zu sündigen oder nicht zu sündigen besteht. Wäre das nämlich ihre Definition, so hätten weder Gott noch die Engel, die nicht sündigen können, einen freien Willen - was eine frevelhafte Behauptung ist. “4

Mit dieser ersten Aussage des Lehrers beginnt Anselm sein Werk über die Freiheit des Willens (de libertate arbitrii) und grenzt sie damit bereits zu Beginn vom eigentlichen Vermögen, sprich der eigentlichen Fähigkeit zu sündigen, ab. Zwar muss es einen Unterschied zwischen dem freien Willen des Menschen und dem freien Willen Gottes sowie dem der Engel geben, und dennoch muss die allen zugrunde liegende Definition der Freiheit selbst ein und dieselbe sein. Damit unterscheidet sich Anselm grundlegend von Augustinus' Bestimmung des Freiheitsbegriffs, der sie in seiner Deutung mit dem Vermögen (potestas) zum Sündigen oder Nicht-Sündigen gleichgesetzt hatte; was folglich nicht auf die Engel oder Gott selbst übertragbar wäre.5 Da nun weder der freie Wille Gottes noch der der Engel in der Lage ist, zu sündigen, der des Menschen jedoch schon, muss der allgemeine Freiheitsbegriff von dem jeweiligen Vermögen losgelöst gedacht werden. Das Vermögen, sündigen zu können, wirkt sich zwar auf den je guten oder schlechten Gebrauch jener Freiheit aus, ist aber von seiner Natur her etwas gänzlich anderes. So „ist das Vermögen zu sündigen weder Freiheit noch Teil der Freiheit. "6

Die wahre Freiheit des Willens besteht vielmehr darin, dass der Mensch in seiner Willensentscheidung vollkommen frei ist und „durch nichts anderes zum Sündigen gezwungen werden“7 kann. Daraus ergibt sich zudem, dass ganz gleich wie oft der Mensch sich in seiner Freiheit dazu entschließt, zu sündigen, die Sünde selbst nicht über ihn herrschen kann. Er allein entscheidet, ob er sich der Versuchung ergibt oder ihr standhält. Eben darin besteht letzten Endes der Kern der Willensfreiheit, welcher sich zu bedienen stets der Mensch allein die Macht hat: „Solange dieser sich nicht der Macht bedient, Knecht zu sein, sondern der, nicht Knecht zu sein, kann nichts über ihn Herrschaft ausüben, so daß er Knecht wäre.“ Jede Sünde geschieht folglich aus einer (mehr oder weniger bewussten, aber dennoch stets) vollkommen

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die zentrale Problemstellung der Arbeit ein, nämlich die Beziehung zwischen göttlicher Barmherzigkeit und menschlicher Freiheit im theologischen Denken Anselms von Canterbury.

1. Der Freiheitsbegriff bei Anselm von Canterbury: Dieses Kapitel erläutert Anselms Definition des freien Willens, der als eine grundlegende menschliche Fähigkeit zur Bewahrung der Gerechtigkeit verstanden wird und sich von der bloßen Fähigkeit zu sündigen unterscheidet.

1.1 Die libertate arbitrii als Teil der menschlichen Natur: Hier wird dargelegt, wie Anselm die Willensfreiheit als einen festen Bestandteil der menschlichen Natur betrachtet, der auch durch Sünde nicht zerstört werden kann.

1.2 ad recitudinem voluntatis oder: das Ziel der menschlichen Freiheit: In diesem Abschnitt wird das eigentliche Ziel der menschlichen Freiheit beschrieben, nämlich die bewusste Entscheidung für die Rechtheit des Willens um ihrer selbst willen, als höchste Form der Gerechtigkeit.

2. Der Gnadenbegriff bei Anselm von Canterbury: Dieses Kapitel widmet sich Anselms Verständnis der göttlichen Gnade und ihrer Implikationen für die Beziehung zwischen Gott und Mensch.

2.1 Die gratia dei als Teil der göttlichen Natur: Es wird erklärt, dass Gnade für Anselm nicht nur ein Attribut, sondern ein intrinsischer Teil der göttlichen Natur selbst ist, die sich in Gottes Liebe und Heilsgeschichte offenbart.

2.2 Wirkung und Funktion der göttlichen Gnade im menschlichen Leben: Dieser Abschnitt beschreibt, wie die göttliche Gnade den Menschen befähigt, die Rechtheit des Willens zu bewahren oder wiederzuerlangen, und wie sie operativ sowie kooperativ im menschlichen Leben wirkt.

3. Begnadete Freiheit? – Über die Vereinbarkeit der göttlichen Gnade mit dem freien Willen: Das zentrale Kapitel behandelt das Spannungsfeld und die komplexe Vereinbarkeit von göttlicher Gnade und menschlicher Freiheit, indem es aufzeigt, wie beide Kräfte im Akt der Rechtfertigung und Rettung des Menschen zusammenwirken.

Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass Gnade und Freiheit Geschenke Gottes sind, die nur in Gott selbst vollständig verstanden und in ihrem Zusammenwirken zur Seligkeit des Menschen führen können.

Schlüsselwörter

Gnade, Freiheit, Anselm von Canterbury, Barmherzigkeit, Freier Wille, Theologie, Menschliche Natur, Gerechtigkeit, Sünde, Schöpfung, Heilsgeschichte, Proslogion, De libertate arbitrii, De casu diaboli, Augustinus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die komplexe Beziehung zwischen göttlicher Barmherzigkeit und menschlicher Freiheit im theologischen Denken Anselms von Canterbury, insbesondere wie diese beiden Konzepte miteinander vereinbar sind.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen, Anselms Definition von Willensfreiheit, der theologische Gnadenbegriff, die Rolle der Sünde und die Bedeutung der Gerechtigkeit für die Seligkeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Anselms Antwort auf die Frage darzustellen, wie sich göttliche Gnade und menschliche Freiheit zueinander verhalten, und so das Geheimnis der göttlichen Barmherzigkeit neu zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine theologische Hermeneutik, indem sie Anselms Originaltexte ("De libertate arbitrii", "De casu diaboli", "Proslogion" u.a.) analysiert und seine Konzepte von Freiheit und Gnade im Kontext der mittelalterlichen Theologie interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt ausführlich Anselms Begriff des freien Willens, seine Definition des Gnadenbegriffs und diskutiert detailliert die Vereinbarkeit dieser beiden Aspekte im menschlichen Leben und in der Heilsgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Gnade, Freiheit, Anselm von Canterbury, Barmherzigkeit, Willensfreiheit, Theologie, Gerechtigkeit und Sünde charakterisieren die Arbeit.

Wie definiert Anselm den Begriff der Willensfreiheit, und worin unterscheidet er sich von Augustinus?

Anselm definiert Willensfreiheit nicht als die bloße Fähigkeit, zu sündigen oder nicht zu sündigen, sondern als die Macht, die Rechtheit des Willens um ihrer selbst willen zu bewahren. Dies unterscheidet sich von Augustinus, der Freiheit oft mit dem Vermögen (potestas) zum Sündigen oder Nicht-Sündigen gleichsetzte.

Warum kann die menschliche Willensfreiheit laut Anselm nicht durch Sünde zerstört werden?

Anselm zufolge ist die Willensfreiheit eine „natürliche Willensfreiheit“, die fest im Kern des Menschen verankert ist und ihm von niemandem, nicht einmal von sich selbst, wieder genommen werden kann; ein falscher Gebrauch der Freiheit zerstört sie nicht, auch wenn er zur Sünde führt.

Welche doppelte Wirkung wird der göttlichen Gnade im menschlichen Leben zugeschrieben?

Die göttliche Gnade hat eine doppelte Wirkung: Sie wirkt "operativ aufrichtend", indem sie dem Willen die Rechtheit gibt, und "kooperativ und aufrechterhaltend", indem sie dem bereits recht gemachten freien Willen hilft, die empfangene Gerechtigkeit zu bewahren.

Inwiefern bleibt die Vereinbarkeit von Gnade und freiem Willen trotz Anselms Bemühungen ein Spannungsfeld?

Trotz Anselms Bemühungen, Gnade und freien Willen zusammenzudenken, bleibt es ein Spannungsfeld. Kritiker wie Heinrich Ott werfen ihm vor, die göttliche Barmherzigkeit in ein juristisches Äquivalenzdenken zu pressen, das die Gnade an einen Preis bindet und somit die Autonomie Gottes beschneiden könnte.

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Résumé des informations

Titre
Gnade und Freiheit. Über die Relation göttlicher Barmherzigkeit und menschlicher Freiheit bei Anselm von Canterbury
Université
University of Freiburg
Note
1,0
Auteur
Dominik Kunek (Auteur)
Année de publication
2024
Pages
18
N° de catalogue
V1672822
ISBN (PDF)
9783389165355
ISBN (Livre)
9783389165362
Langue
allemand
mots-clé
Anselm Anselm von Canterbury Theologie Scholastik Gott Gnade Barmherzigkeit Freiheit des Menschen Teufel Diaboli Deus Wille De libertate arbitrii De casu diaboli
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Dominik Kunek (Auteur), 2024, Gnade und Freiheit. Über die Relation göttlicher Barmherzigkeit und menschlicher Freiheit bei Anselm von Canterbury, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1672822
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Extrait de  18  pages
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