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Sprache und Identität

Untersuchung des Einflusses von Sprache auf identitätskonstituierende Prozesse und Analyse des Galicischen

Titre: Sprache und Identität

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 28 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Carlos Steinebach (Auteur)

Romanistique - Philologie espagnole
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In der vorliegenden Arbeit wird zunächst der Begriff der Identität defi-niert und im Hinblick auf sprachliche Faktoren untersucht. Die beiden Perspektiven langue und parole stellen im ersten Teil zwei wichtige Ausgangspunkte dar. Nach der Erläuterung und Darstellung unterschiedlicher Analyseverfahren, um den generellen Zusammenhang und die Wichtigkeit von Sprache und Identität untersuchen zu können, wird das spezielle Feld der varietätenlinguistischen Einflüsse auf die Identitätsbildung untersucht. Es wird hier eine generel-le Verortung des Dialekts in Bezug zur Standardsprache in Spanien versucht. Weiterführend wird die Untersuchung den Aspekt der Mehrsprachigkeit be-leuchten. Darin wird die Fragestellung behandelt, inwiefern sich Bilingualismus, bzw. bilinguale Tendenzen und Einflüsse, speziell in Bezug auf Dialekte und Standardsprache, auf die Identitätsbildung auswirken: ob sie identitätsför-dernd sind, ob sie plurielle Identitäten ausbilden und ob eine einheitliche Identität mit dem Einfluss mehrerer Sprachen überhaupt möglich ist. Diese generellen und theoretischen Erkenntnisse, sowie die Analyseverfahren werden im letzten Teil der Arbeit exemplarisch am spanischen Dialekt Galicisch angewandt. Für eine detaillierte Betrachtung sind hier zunächst der historische Kontext und die Sprachgeschichte wichtig, bevor danach eine Einschätzung der Stellung des Galicischen, des Einflusses auf den Identifikationsprozess der Galicier, des Zusammenhangs mit ihrer Kultur, der Politik und der Wirtschaft getätigt wird. Anhand der Untersuchungsergebnisse wird abschließend eine Prognose erstellt, wie sich das Galicische im globalen Kontext in nächster Zeit entwickeln wird und wie groß dabei der Zusammenhang von Identifikation mit der Sprache und Spracherhalt ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. ANALYSE DES ZUSAMMENHANGS VON SPRACHE UND IDENTITÄT UNTER DEN ASPEKTEN LANGUE UND PAROLE

1.1. Langue – Semantische Perspektive

1.2. Parole – Interaktive Perspektive

2. UNTERSUCHUNG VARIETÄTENLINGUISTISCHEREINFLÜSSE AUF DIE IDENTITÄTSBILDUNG

3. MEHRSPRACHIGKEIT UND IDENTITÄT

4. DAS VERHÄLTNIS VON SPRACHE UND IDENTITÄTAM BEISPIEL DES GALICISCHEN

4.1 Historischer Abriss der Sprachgeschichte des Galicischen

4.2. Identität und Sprecherbewusstsein

5. FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den fundamentalen Zusammenhang zwischen Sprache und Identitätsbildung unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Konzepte von Langue und Parole sowie der soziolinguistischen Auswirkungen von Mehrsprachigkeit, wobei diese Erkenntnisse exemplarisch auf die Situation des Galicischen in Spanien angewandt werden.

  • Theoretische Grundlagen zum Verhältnis von Sprache und Identität
  • Analyse varietätenlinguistischer Einflüsse auf die Identitätsbildung
  • Herausforderungen und Chancen von Mehrsprachigkeit in sozialen Kontexten
  • Sprachgeschichte und Identitätskonstruktion am Beispiel des Galicischen
  • Sozioökonomische Faktoren und deren Einfluss auf den Spracherhalt

Auszug aus dem Buch

1. Analyse des Zusammenhangs von Sprache und Identität unter den Aspekten langue und parole

Bevor nun zunächst eine Untersuchung auf sprachwissenschaftlicher Ebene durchgeführt wird, ist eine Erklärung und Eingrenzung des Terminus „Identität“ erforderlich. In dieser Arbeit wird „Identität“ zum einen als „selbst erlebte innere Einheit einer Person“ (Thim-Mabrey 2003, 1) und zum anderen im Sinne einer „völligen Übereinstimmung mit jemandem, in Bezug auf etwas, Gleichheit“ (ebd., 1) verstanden. Identität wird demnach als eine höchst persönliche und individuelle Eigenschaft angesehen, die einen Menschen konstituiert und einen großen Teil seiner Persönlichkeit ausmacht. Ebenso wird Identität auch auf der höheren Ebene einer gesellschaftlichen und kulturellen Gemeinschaft als Teilmenge von gemeinsamen Interessen und Ansichten verstanden und ist als „Gruppenidentität“ (Oppenrieder/Thurmair 2003, 41) zu bezeichnen. Beide Erläuterungen zusammenfassend, ist Identität eine „einheitsstiftende Konstruktion, die es erlaubt, Verhaltensweisen und Einstellungen verstehbar zu machen.“ (ebd., 41)

Zwei zentrale Ansatzpunkte der Erforschung des Zusammenhangs von Sprache und Identität sind die Betrachtungen dieses Komplexes aus den Perspektiven langue und parole: Zum einen soll eine Analyse auf der Basis der langue angestellt werden, in der vor allem die semantische Perspektive einen großen Stellenwert einnehmen wird. Zum anderen soll eine interaktive Perspektive beleuchtet werden, welche aus Sicht der parole betrachtet werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Arbeit hinterfragt die Rolle der Sprache als identitätskonstituierendes Kriterium und stellt die methodische Vorgehensweise sowie die theoretischen Ausgangspunkte vor.

1. ANALYSE DES ZUSAMMENHANGS VON SPRACHE UND IDENTITÄT UNTER DEN ASPEKTEN LANGUE UND PAROLE: Dieses Kapitel definiert Identität und untersucht den sprachwissenschaftlichen Zusammenhang anhand der komplementären Perspektiven von systemorientierter Langue und interaktionsorientierter Parole.

2. UNTERSUCHUNG VARIETÄTENLINGUISTISCHEREINFLÜSSE AUF DIE IDENTITÄTSBILDUNG: Es wird analysiert, wie sich das Sprechen einer spezifischen Varietät innerhalb eines Polysystems auf die individuelle Identitätskonstruktion auswirkt.

3. MEHRSPRACHIGKEIT UND IDENTITÄT: Dieses Kapitel thematisiert die Chancen und Schwierigkeiten der Identitätsbildung in einem mehrsprachigen Umfeld unter Berücksichtigung von Begriffen wie Primärkultur und Code-Switching.

4. DAS VERHÄLTNIS VON SPRACHE UND IDENTITÄTAM BEISPIEL DES GALICISCHEN: Die theoretischen Erkenntnisse werden auf die historische und aktuelle soziolinguistische Situation des Galicischen angewandt, inklusive der Analyse von Sprecherbewusstsein und Sprachpolitik.

5. FAZIT UND AUSBLICK: Die Arbeit resümiert die Bedeutung der Sprache für individuelle und kollektive Identität und bewertet die Zukunftsaussichten des Galicischen in einer globalisierten Welt.

Schlüsselwörter

Sprache, Identität, Galicisch, Mehrsprachigkeit, Langue, Parole, Identitätsbildung, Soziolinguistik, Dialekt, Polysystem, Bilingualismus, Sprachgeschichte, Kultur, Sprachpolitik, Sprecherbewusstsein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss Sprache auf identitätskonstituierende Prozesse hat und ob sie tatsächlich das primäre Kriterium für die Bildung einer Identität darstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die theoretische Abgrenzung von Identität, die Bedeutung von Langue und Parole, die Auswirkungen von Mehrsprachigkeit auf die Persönlichkeitsstruktur sowie die spezifische Fallstudie des Galicischen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Sprache und Identität theoretisch herzuleiten und diese Erkenntnisse exemplarisch an der soziolinguistischen Entwicklung und dem Status des Galicischen zu überprüfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine linguistische Analyse vorgenommen, die theoretische Ansätze (z.B. Polysystem-Theorie) mit der Untersuchung soziolinguistischer Daten und sprachgeschichtlicher Fakten verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Identitätsforschung, die Untersuchung varietätenlinguistischer Einflüsse, die Erörterung von Mehrsprachigkeit und die Anwendung auf das Galicische.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachidentität, Mehrsprachigkeit, Galicisch, Soziolinguistik und Identitätskonstruktion definiert.

Warum ist das Galicische ein interessantes Beispiel für diese Studie?

Das Galicische ist ein hervorragendes Beispiel, da es eine lange Geschichte der Unterdrückung sowie der späteren Aufwertung erfahren hat und sich in einem komplexen Spannungsfeld mit dem dominierenden Kastilischen befindet.

Was bedeutet der Begriff „autoodio“ im Kontext der Arbeit?

„Autoodio“ bezeichnet den Selbsthass von Sprechern gegenüber ihrer eigenen Minderheitensprache, die sie als minderwertig einstufen – ein Phänomen, das bei manchen Galiciern historisch nachweisbar war.

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Résumé des informations

Titre
Sprache und Identität
Sous-titre
Untersuchung des Einflusses von Sprache auf identitätskonstituierende Prozesse und Analyse des Galicischen
Université
University of Marburg  (Romanische Philologie)
Cours
Las lenguas de la Península Ibérica
Note
1,0
Auteur
Carlos Steinebach (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
28
N° de catalogue
V167294
ISBN (ebook)
9783640837373
ISBN (Livre)
9783640837618
Langue
allemand
mots-clé
Sprache und Identität Untersuchung des Einflusses von Sprache auf identitätskonstituierende Prozesse und Analyse des Galicischen langue parole Semantische Perspektive Interaktive Perspektive Identitätsbildung Mehsprachigkeit Galicisch Das Galicische Sprachgeschichte des Galicischen Sprecherbewusstsein Gruppenidentität Sprache als Polysystem Dynamisches Repertoire Repertoire-Erwerb Repertoire-Shift high variety low variety Sprache als Identitätsmerkmal Codeswitching Doppelte Identität Plurielle Identität Multikulturelle Persönlichkeit Primärkultur Einheitliche Identität Kooffizialität Diglossischer Bilingusimus Varietät autoodio Globale Identität Identitätserweiterung regalleguización Funktionale Sprachwahl Sozialisation
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Citation du texte
Carlos Steinebach (Auteur), 2010, Sprache und Identität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167294
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Extrait de  28  pages
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