Es gerät bei vielen deutschen Mitbürgern sehr leicht in Vergessenheit, dass wir genau vor vier Monaten, nämlich zeitgenau am 3.Oktober.2010, ein 20- jähriges Jubiläum zu feiern hatten. An jenem historischen Tag im Jahre 1990 feierten Ost- und Westdeutsche Bürger die staatliche und gesellschaftliche Wiedervereinigung. „Wir sind ein Volk“ war damals die Parole. Das aktuelle Volk allerdings, welches das Bild der deutschen Gesellschaft auf den Straßen prägt, hat sich enorm verändert. Das Volk der Berliner Republik ist heute weniger einheitlich und von einem Kulturpluralismus gekennzeichnet. Der Grund hierfür sind die Migrationswellen, die die Bundesrepublik Deutschland seit der Arbeitsmigration in den 1960-er Jahren heimgesucht hat. Betrachtet man die aktuelle Zahl der registrierten Personen mit Migrationshintergrund in der Bundesrepublik (15,6 Millionen) , so kann man festhalten, dass sich der überwiegende Teil der Migranten für ein dauerhaftes Leben in unserem Staat entschieden haben. Wenn Herr Thilo Sarrazin in seinem höchst kontroversen Buch Migranten vorwirft sich nicht integrieren zu wollen und mehr Kosten zu verursachen als Nutzen zu bringen, dann spricht er ein Thema an, dass seit Jahrzehnten in allen westeuropäischen Staaten hochaktuell ist. Es ist die soziale Frage unserer hochkomplexen Zeit, nämlich die Integration. Diese Forschungsdebatte soll in dieser Arbeit näher beleuchtet werden. Dabei gilt es die Institution Schule näher in den Blickpunkt zu stellen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung: Die deutsche Gesellschaft- ein vielfältiges Abbild
II. Der Wandlungsprozess der deutschen Gesellschaft
II.I. Vorsicht – „Die Ausländer kommen!“
II.II. Integration- Weitaus mehr als nur Assimilation
II.III. Interkulturelle Pädagogik und Interkulturelle Bildung
II.IV. Institutionelle Diskriminierung
III. Beratung an Schulen – Eine unentbehrliche Notwendigkeit?
III.I. Schulische Beratung- Mehr als eine rechtliche Verpflichtung
III.II. Schlüsselqualifikationen von Beratungslehrern im Hinblick auf die Interkulturalität
IV. Fazit: Empowerment als Basis für eine gleichberechtigte Teilhabe
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und wie Kommunikationsbarrieren bei der pädagogischen Beratung von Schülern mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen überwunden werden können, um eine erfolgreiche Integration zu fördern.
- Historischer Kontext der Migrationswellen in Deutschland
- Differenzierung zwischen Integration und Assimilation im Bildungswesen
- Rolle der institutionellen Diskriminierung in Schulen
- Professionalisierung der schulischen Beratung
- Empowerment als Schlüsselkonzept für Teilhabe
Auszug aus dem Buch
II. II. Integration- Weitaus mehr als nur Assimilation
Menschen, die nicht nur ihre jeweiligen vertrauten Gegenden verlassen, sondern darüber hinaus Hab und Gut liegen lassen, um ihr neues und gleichzeitig erhofftes Glück in den wohlhabenderen westlichen Staatsdemokratien (z.B. in den USA, Kanada oder der BRD) zu suchen (gleichzeitig zu erarbeiten und damit zu erzwingen), vollziehen diesen Schritt zumeist aus einer gegenwärtigen Not heraus und nicht aus freien Stücken. Diese Not kann in jeglichen Erscheinungsformen auftreten: Sie kann politisch (durch eine einheimische politische Verfolgung), wirtschaftlich (aufgrund der katastrophalen Arbeitslage in den Dritte-Welt-Staaten) oder sozial (gesellschaftliche Infamie durch kulturelle oder religiöse Andersartigkeit der Betroffenen) bedingt sein. Tatsache ist jedoch, dass diese Menschen (u.a.) in unserer deutschen Gesellschaft ein neues Zuhause gesucht und in ihren Augen auch gefunden haben, vorausgesetzt natürlich sie entscheiden sich für eine dauerhafte Existenz in unserem deutschen Staatsgebiet.
Wird dieser Schritt (diese Entscheidung) vollzogen, und das hat, betrachtet man sich die in der Einleitung vom Autor wiedergegebenen enormen Zahlen und Fakten bezüglich der aktuellen Migrationszahl in der BRD, der größte Teil der Eingewanderten getan, so sind nicht nur die deutschen Politiker dazu verpflichtet, diesen Menschen eine gesellschaftliche Partizipation (vom lat. ,,participare“= teilhaftig machen, teilnehmen lassen) zu ermöglichen. Wir als Individuen und als Teil der deutschen Gesellschaft müssen offen für uns weltfremde kulturelle (Normen und Werte), religiöse oder soziale Einflüsse sein. So ,,[wird] gesellschaftliche Partizipation [zum] Modus [der] soziale[n] Integration“, wie Bernd Birgmeier in seinem Beitrag den möglichen Integrationsprozess von Migranten beschreibt. Aber welche Lebensbereiche umfasst ein Integrationsprozess und welche Dimensionen muss er annehmen, wenn man von einer gesunden multikulturellen Gesellschaft eines Staates sprechen kann? Anders gefragt, was bedeutet eigentlich Integration?
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die deutsche Gesellschaft- ein vielfältiges Abbild: Die Einleitung thematisiert den Wandel der deutschen Gesellschaft zu einer heterogenen Struktur infolge von Migration und unterstreicht die wachsende Bedeutung von Beratungskompetenz im Bildungswesen.
II. Der Wandlungsprozess der deutschen Gesellschaft: Dieses Kapitel analysiert die historischen Migrationsphasen, grenzt Integration von Assimilation ab und beleuchtet institutionelle Diskriminierungsprozesse in deutschen Schulen.
III. Beratung an Schulen – Eine unentbehrliche Notwendigkeit?: Das Kapitel beschreibt die Bedeutung und Definition von Beratung im schulischen Kontext und erörtert die notwendigen Kompetenzen für Lehrkräfte im Umgang mit kultureller Vielfalt.
IV. Fazit: Empowerment als Basis für eine gleichberechtigte Teilhabe: Das Fazit fasst zusammen, dass Empowerment und Powersharing essenzielle Konzepte sind, um Machtunterschiede abzubauen und eine gleichberechtigte Teilhabe in der multikulturellen Gesellschaft zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Migration, Integration, Assimilation, Interkulturelle Pädagogik, Beratung, Beratungslehrer, Schule, Empowerment, Powersharing, Diskriminierung, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, Kommunikation, Partizipation, Heterogenität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit befasst sich mit der pädagogischen Beratungsarbeit an deutschen Schulen im Kontext einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft und der Integration von Schülern mit Migrationshintergrund.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind der historische Wandel der Gesellschaft, das Verständnis von Integration, Formen institutioneller Diskriminierung sowie die Professionalisierung der schulischen Beratung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es zu analysieren, ob die Hindernisse bei der Beratung von Migrantenkindern durch professionelle pädagogische Arbeit überwindbar sind, um eine gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer Literaturanalyse verschiedener Fachwerke zur Migrationspädagogik, Beratungstheorie und Integrationsforschung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des historischen Wandels, die Definition von Integrationsprozessen, die Analyse der institutionellen Diskriminierung und die detaillierte Darstellung schulischer Beratungsprozesse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Empowerment, Interkulturelle Kompetenz, Institutionelle Diskriminierung, Migrationshintergrund und Beratungsprozess.
Inwiefern spielt das "Empowerment"-Konzept eine Rolle für die Schlussfolgerung?
Das Konzept wird als Basis für eine gleichberechtigte Teilhabe angeführt, um strukturelle Machtunterschiede aufzubrechen und rassistisch geprägte Randgruppen zu stärken.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Integration und Assimilation?
Der Autor versteht unter Assimilation eine erzwungene Anpassung und "Nichtunterscheidbarkeit", während Integration als barrierefreie Teilhabe bei Erhaltung der kulturellen Identität definiert wird.
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- Studierender Arian Sahitolli (Author), 2011, Migrantenkinder an deutschen Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167338