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Der Festbegriff in Nietzsches "Zur Genealogie der Moral"

Título: Der Festbegriff in Nietzsches "Zur Genealogie der Moral"

Trabajo Escrito , 2025 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XIX
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Die vorliegende Arbeit macht es sich zur Aufgabe, die These von der Festlichkeit der Grausamkeit zu interpretieren, wie sie unter anderen Quellen in Nietzsches „reifste[r] und rundest[r] moralkritische[r] Schrift“ (Hesse 1993, Von Lämmern und Raubvögeln), "Zur Genealogie der Moral", vorgebracht wird. Ihre Kurzform lautet wie folgt: Das Leiden in der Welt kann auch Ursprung von Lust sein. Näherin "Alle aktive Verursachung von Leid – alle Grausamkeit – dient dem Menschen als Quelle der Lust; sie gehört also zu den ausgewählten Festfreuden seiner Spezies". Methodisch bietet die Arbeit einen Vergleich zwischen der bereits genannten "Genealogie" (1887) und Nietzsches philosophischem Erstling "Die Geburt der Tragödie" (1872). Zuletzt wird deutlich, dass das Fest durch Nietzsches Texte sowohl als eine Exzess-Gelegenheit (Außeralltägliches Ereignis) als auch eine Seinsbedingung des Menschengeschlechts gelesen werden kann.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • 1. Problemlage
    • 1.1. Historische Dimension
    • 1.2. Symbolische Dimension
  • 2. Lösungsvorschlag
    • 2.1. Festbegriffe in der Philosophie
    • 2.2. Exzess und Ästhetische Kosmodizee
  • Fazit
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, Nietzsches These von der "Festlichkeit der Grausamkeit" in seiner Schrift *Zur Genealogie der Moral* zu interpretieren und verständlich zu machen. Dazu wird eine vergleichende Analyse mit Nietzsches *Die Geburt der Tragödie* herangezogen, um den Festbegriff und seine Funktionen in seinem Gesamtwerk zu beleuchten.

  • Die These der Festlichkeit der Grausamkeit bei Nietzsche
  • Der Festbegriff in Nietzsches Philosophie
  • Analyse von *Zur Genealogie der Moral*
  • Vergleich mit *Die Geburt der Tragödie*
  • Die Rolle von Leid, Lust und Gedächtnis
  • Exzess und ästhetische Kosmodizee als Deutungsrahmen

Auszug aus dem Buch

Die Festlichkeit der Grausamkeit

Die hier interessierende Frage nach der Festlichkeit der Grausamkeit gehört in den Problemkreis der zweiten Abhandlung, die in der Überschrift verspricht, sich mit den Phänomenen der Schuld und dem schlechten Gewissen zu befassen. Bei fortschreitender Lektüre wird dann schnell klar, dass ihre Bestimmung mit einer umfassenden Gesellschaftskritik verbunden wird, wenn man nicht besser von Ver-gesellschaftungskritik reden sollte, denn, wie bereits hinreichend bekannt, verfolgt Nietzsche ja ein genealogisches Anliegen. Was unterscheidet den modernen Menschen also vom „Menschen-Thiere“? Es sei der Besitz eben jenes Gewissens, wofür ein in Vergangenheit und Zukunft ausgreifendes Gedächtnis vonnöten sei. Nur so funktioniere eine geschlossene Gesellschaft; nur durch diese Eigenschaft könne Verlässlichkeit hergestellt werden, sodass inmitten einer Welt von egoistischen und starken Individuen so etwas wie Gemeinschaft entsteht, von der dann auch und vor allem die Schwachen profitieren. Funktional werde das Gewissen schlussendlich als schlechtes Gewissen, das Nietzsche eine Krankheit nennt. Pathologisch daran sei die Verinnerlichung eines natürlichen Grausamkeitstriebs, wie er vom Menschen-Tier noch ungehemmt ausgelebt werden konnte. Später münden seine diesbezüglichen Gedanken in eine scharfe Kritik am Christentum, die hier aber nicht näher beschäftigen wird. Für unser Thema macht die Frage neugierig, wie man denn ein Gedächtnis überhaupt herstellen kann, wenn es dem Menschen nicht vom phylogenetischen Ursprung her eignet?:

Dies uralte Problem ist, wie man denken kann, nicht gerade mit zarten Antworten und Mitteln gelöst worden [...].,Man brennt Etwas ein, damit es im Gedächtnis bleibt: nur was nicht aufhört, weh zu thun, bleibt im Gedächtniss' – das ist ein Hauptsatz aus der allerältesten (leider auch allerlängsten) Psychologie auf Erden. Man möchte selbst sagen, dass es überall, wo es jetzt noch auf Erden Feierlichkeit, Ernst, Geheimniss, düstere Farben im Leben von Mensch und Volk giebt, Etwas von der Schrecklichkeit nach wirkt, mit der ehemals überall auf Erden versprochen, verpfändet, gelobt worden ist

Leiden-sehn thut wohl, leiden-machen noch wohler – das ist ein harter Satz, aber ein alter mächtiger menschlich-allzumenschlicher Hauptsatz, den übrigens vielleicht auch schon die Affen unterschreiben würden: denn man erzählt, dass sie im Ausdenken von bizarren Grausamkeiten den Menschen bereits reichlich ankündigen und gleichsam „vorspielen“. Ohne Grausamkeit kein Fest: so lehrt es die älteste, längste Geschichte des Menschen – und auch an der Strafe ist so viel Festliches!- Man kann sich übrigens sehr gut vorstellen, welche Ereignisse Nietzsche dabei eventuell vorschwebten. Vielleicht waren es die Schlachtprozessionen der unzähligen Tiere, die die alten Griechen bei den berühmten Festspielen zu Olympia Zeus zu Ehren opferten; diesen panhellenischen Spielen, bei denen sich die Zuschauer in besonderer Weise für die brutalen Ringkämpfe und die riskanten Wagenrennen begeistern konnten, in deren Verlauf nicht Wenige verunglückten.

Worin liegt jedoch das philosophisch Problematische? Grundlage der Pointe ist zunächst eine Analogiebildung der Begriffe. Zwischen Grausamkeit und Leid und Fest und Lust wird eine Hyperonymierelation installiert, nämlich insofern als Grausamkeit und Fest zu Oberbegriffen der sie konstituierenden Unterbegriffe Leid und Lust gemacht werden. Nun folgt die Synthese. Leid und Lust werden vom Menschen parallel erfahren; beide Zustände bedingen einander. Auf der Grundlage dieser Prämisse erscheint es nun, rein begrifflich, nicht mehr abwegig, das Fest grausam zu nennen. Die Passage klärt diese Bedingtheit allerdings nur einseitig. Fremdes Leid führe zu eigener Lust, aber ob fremde Lust auch zwangsläufig eigenes Leid bewirke, bleibt ungeklärt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Forschungsfrage und die methodische Vorgehensweise vor, insbesondere die vergleichende Analyse von Nietzsches *Zur Genealogie der Moral* und *Die Geburt der Tragödie* hinsichtlich des Festbegriffs und der These der Festlichkeit der Grausamkeit.

1. Problemlage: Es diskutiert die kulturhistorischen Umstände des Festbegriffs in Nietzsches Werk und seine Verbindung zu Schlüsselbegriffen einer Theorie des Menschen, wobei insbesondere die historische und symbolische Dimension der Grausamkeit und des Gedächtnisses beleuchtet werden.

2. Lösungsvorschlag: Dieses Kapitel entfaltet ein Panorama des Nietzsche'schen Festbegriffs, ordnet seine Position historisch und systematisch ein und interpretiert seine Verbindung zum Exzess und zur ästhetischen Kosmodizee.

Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, bestätigt die Relevanz des Festbegriffs in Nietzsches Denken und skizziert Konfliktlinien sowie mögliche weitere Forschungspunkte zur Nietzsche'schen Festphilosophie.

Schlüsselwörter

Nietzsche, Festbegriff, Grausamkeit, Zur Genealogie der Moral, Die Geburt der Tragödie, Moralkritik, Gedächtnis, Schuld, Gewissen, Apollinisch, Dionysisch, Exzess, Ästhetische Kosmodizee, Wille zur Macht, Philosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Nietzsches These von der "Festlichkeit der Grausamkeit" in seinen Schriften, insbesondere *Zur Genealogie der Moral*, interpretiert und verstanden werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind der Festbegriff bei Nietzsche, die Verbindung von Grausamkeit und Lust, die Genealogie der Moral, die Dynamik von Apollinischem und Dionysischem sowie die Idee einer ästhetischen Kosmodizee.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Festlichkeit der Grausamkeit als Bestandteil von Nietzsches Moralkritik und seiner Theorie des Menschen zu analysieren. Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die These von der Festlichkeit der Grausamkeit aus Nietzsches *Zur Genealogie der Moral* verständlich gemacht werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse einschlägiger Passagen aus Nietzsches *Zur Genealogie der Moral* und *Die Geburt der Tragödie* und ordnet Nietzsches Ideen in den Kontext bestehender philosophischer und kulturphilosophischer Debatten ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Problemlage des Festbegriffs in seinen historischen und symbolischen Dimensionen beleuchtet und ein Lösungsvorschlag erarbeitet, der Festbegriffe in der Philosophie diskutiert und die Konzepte von Exzess und ästhetischer Kosmodizee bei Nietzsche interpretiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Nietzsche, Festbegriff, Grausamkeit, Genealogie der Moral, Geburt der Tragödie, Moralkritik, Gedächtnis, Schuld, Gewissen, Apollinisch, Dionysisch, Exzess und ästhetische Kosmodizee.

Wie interpretiert Nietzsche die These von der Festlichkeit der Grausamkeit?

Nietzsche sieht die Festlichkeit der Grausamkeit als eine tief verwurzelte menschliche Eigenschaft, die besagt, dass die aktive Verursachung von Leid dem Menschen als Quelle der Lust dient und zu den Festfreuden seiner Spezies gehört, historisch verbunden mit dem Gedächtnis durch Schmerz.

Welche Rolle spielen die Begriffe des Apollinischen und Dionysischen für Nietzsches Festbegriff?

Das Dionysische wird im Kontext des Festes als physiologischer Rauschzustand und Urlust am Bauen und Zerstören der Individualwelt verstanden, der das Apollinische als bildschaffende Kraft ergänzt und zur Vereinigung von Mensch und Natur beiträgt.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Festbegriff in Nietzsches "Zur Genealogie der Moral"
Universidad
University of Kaiserslautern  (Institut für Philosophie)
Curso
Nietzsche: Zur Genealogie der Moral
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2025
Páginas
20
No. de catálogo
V1675869
ISBN (PDF)
9783389167250
ISBN (Libro)
9783389167267
Idioma
Alemán
Etiqueta
Genealogie der Moral Geburt der Tragödie Fest Ästhetik Metaphysik Kulturphilosophie 19. Jahrhundert Apollinisch Dionysisch Exzess Spiel Götter
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2025, Der Festbegriff in Nietzsches "Zur Genealogie der Moral", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1675869
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