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Platons Politeia und das NS-Regime im Deutschland des 20. Jahrhunderts

Eine vergleichende Suche nach Kontinuität auf Basis totalitärer Strukturen

Titre: Platons Politeia und das NS-Regime im Deutschland des 20. Jahrhunderts

Dossier / Travail , 2015 , 29 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Sascha Grylicki (Auteur)

Philosophie - Divers
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Die Hausarbeit untersucht Platons Politeia nach totalitären Strukturen im Vergleich zum NS-System und mit Karl Poppers "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde I - Der Zauber Platons".

Ziel dieser Arbeit ist es festzustellen, ob sich, auf der Basis des Totalitarismus-Vorwurfs, tatsächlich einigermaßen konkrete Erscheinungen von Kontinuität der Politeia mit dem faschistischen NS-Staat erkennen lassen.
Hierzu soll sich im ersten Teil der Arbeit mit jenem Vorwurf des Totalitarismus und seinem bisherigen Hauptvertreter, dem Philosophen Sir Karl Raimund Popper (1902-1994), allgemein auseinandergesetzt werden.
Im zweiten Teil sollen, unter Anschauung verschiedener Gesichtspunkte, die Denkpositionen der Politeia mit den realen Zuständen im NS-Staat verglichen werden. Dabei soll ebenfalls Poppers spezielle Kritik an den einzelnen Punkten zur Geltung kommen.
Im anschließenden Fazit soll geklärt werden, inwieweit eine solche Kontinuität besteht und wie diese zu bewerten ist, in erster Linie im Hinblick darauf, ob Poppers Vorwurf gerechtfertigt ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • I. Ein Zeitsprung? (S. 1-2)
  • II. Der Vorwurf des Totalitarismus (S. 2-6)
    • II. I. Die Möglichkeit des Vorwurfs (S. 2-4)
    • II. II. Der Totalitarismus-Vorwurf Karl Poppers (S. 4-6)
  • III. Hauptanknüpfungspunkte für Kontinuität (S. 6-22)
    • III. I. Zensur und Propaganda (S. 6-12)
    • III. II. Rassismus, Eugenik und „Euthanasie“ (S. 12-18)
    • III. III. Die Wächter – Ein „Alter Ego“ der SS? (S. 18-22)
  • IV. Geburt des Faschismus aus dem Geiste der Politeia? (S. 22-23)
  • V. Anhang – Exkurs über das Wesen der Gerechtigkeit (S. 23-25)
  • VI. Quellen- und Literaturverzeichnis (S. 26-29)
    • VI. I. Quellenverzeichnis (S. 26)
    • VI. II. Literaturverzeichnis (S. 26-27)
      • VI. II. I. Primärliteratur
      • VI. II. II. Sekundärliteratur

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht vergleichend, ob und inwieweit Platons "Politeia" Kontinuitäten zum totalitären NS-Regime des 20. Jahrhunderts auf Basis totalitärer Strukturen aufweist. Sie konzentriert sich dabei auf den Totalitarismus-Vorwurf Karl Poppers und vergleicht die Denkpositionen der "Politeia" mit den realen Zuständen des NS-Staates.

  • Analyse des Totalitarismus-Vorwurfs gegen Platon, insbesondere durch Karl Popper.
  • Vergleich der "Politeia" mit dem NS-Staat in Bezug auf Zensur und Propaganda.
  • Untersuchung von Rassismus, Eugenik und "Euthanasie" in beiden Kontexten.
  • Gegenüberstellung der Rolle der Wächter in Platons Idealstaat mit der SS.
  • Diskussion der Frage, ob der Faschismus seinen Ursprung in der "Politeia" hat.
  • Erörterung der unterschiedlichen Gerechtigkeitsauffassungen bei Platon und Popper.

Auszug aus dem Buch

III. I. Zensur und Propaganda

„Adeimantos, wir beide, du und ich, sind jetzt nicht Dichter, sondern Gründer einer Stadt. Gründer aber müssen die Richtlinien kennen, nach denen die Dichter ihre Mythen verfassen sollen und von denen abzuweichen man ihnen nicht erlauben darf..."

(Plat. pol. II, 379a)

Ende des Zweiten Buchs (Plat. pol. II, 376e-383c) beschreibt Platon, im Zuge der Notwendigkeit für die Wächter-Erziehung, wie mit den Mythen verfahren werden soll. Dabei legt er fest, dass alles, was ein moralisch negatives Bild von Göttern, Heroen und anderen zeichnet, der unbedingten Zensur unterliegen muss. Er begründet dies mit dem Schutz der Jugend vor moralischer Korrumpierung, da die noch junge, formbare Seele zur Mimese dessen neigt, was sie erfährt. Die zum Teil tatsächlich mit unmoralischen Zügen belasteten Werke, wie zum Beispiel Ilias und Odyssee Homers, sorgen bei ihren Rezipienten für eine Gewöhnung an Gewalt, Habgier, Wollust und Wahnsinn und damit zur Verharmlosung oder gar unreflektierten Nachahmung solcher Untugenden. Gerade für jene Kinder, die zu Wächtern des Staates und Verteidigern des Gemeinwohls erzogen werden sollen, wäre die freie Verbreitung solcher Dichtung ungemein schädlich. Eine Zensur ist daher notwendig, denn die Stabilität des Gemeinwesens wiegt schwerer, als das literarische Vergnügen einiger Weniger, oder die künstlerische Freiheit einzelner Dichter. Der Philosoph Wolfgang Kersting (*1946) vergleicht in seiner Politeia-Interpretation von 1999 diese Problematik mit der heutigen Altersbeschränkung bis Indizierung von Bild- und Tonträgern aufgrund jugendgefährdender Inhalte, wie beispielsweise Gewalt, Pornographie oder Drogenmissbrauch. Heute könnte man vor allem auf die Diskussion über das Verbot von sogenannten „Killerspielen“, wegen ihres angeblichen Zusammenhangs mit Amokläufen verweisen. Man muss sich hier also entscheiden, ob man Platon als den ersten „Jugendschützer“ loben möchte, oder ihn dafür kritisiert, dem einzelnen Bürger sein eigenes Urteilsvermögen abzusprechen. Für Platon spricht, dass er jene Zensur zwar allgemein ausruft, tatsächlich aber nur mit der Jugend und ihrem „Schutz“ in Verbindung setzt. Was allerdings „sauer aufstößt“, ist die unverhüllte Zweckmäßigkeit des Ganzen, die sich im Dritten Buch anbahnt. Die Kinder sollen nämlich vor allem davor „beschützt“ werden, später ihren Gefühlen wie Trauer oder Angst „freien Lauf“ zu lassen, was im Kriegsfall für einen zukünftigen Wächter, und somit den Staat, ein entscheidendes Manko darstellen würde. Bezeichnend ist, dass Platon, mit dieser Intention im Hinterkopf, noch weiter geht, denn nicht nur Zensur des Unerwünschten ist vonnöten, sondern vor allem die propagandistische „Verdrehung“ in die erwünschte Richtung beim Erzählen, beziehungsweise eine völlige, der gewünschten Propaganda entsprechende Neudichtung der Mythen, vor allem was die Götter betrifft (Plat. pol. III, 386a-392a). Für eine funktionierende Pädagogik müssen diese nämlich ein ethisch einwandfreies Vorbild für die Staatsbürger sein.

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel I. Ein Zeitsprung?: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, indem es Platons Politeia als utilitaristischen Leitgedanken vorstellt und die unterschiedlichen Rezeptionen von Platons Werk, insbesondere im Hinblick auf totalitäre Staaten, beleuchtet.

Kapitel II. Der Vorwurf des Totalitarismus: Hier wird der Totalitarismus-Vorwurf gegenüber Platons Politeia erörtert, wobei speziell auf die Kritik Karl Poppers eingegangen und die Möglichkeit sowie Definition des Vorwurfs diskutiert werden.

Kapitel III. Hauptanknüpfungspunkte für Kontinuität: Dieses umfangreiche Kapitel vergleicht konkrete Aspekte von Platons Politeia, wie Zensur, Propaganda, Rassismus, Eugenik, "Euthanasie" und die Rolle der Wächter, mit den Verhältnissen im nationalsozialistischen Deutschland.

Kapitel IV. Geburt des Faschismus aus dem Geiste der Politeia?: Das Fazit der Arbeit zieht eine Schlussfolgerung hinsichtlich der Kontinuität zwischen Platons Politeia und dem NS-Staat, bewertet Poppers Vorwürfe und reflektiert die technologischen versus ideologischen Parallelen.

Kapitel V. Anhang – Exkurs über das Wesen der Gerechtigkeit: Dieser Anhang befasst sich mit der grundlegenden Kontroverse zwischen Popper und Platon bezüglich ihrer unterschiedlichen Auffassungen vom Wesen der Gerechtigkeit und stellt die Frage nach deren Definierbarkeit.

Kapitel VI. Quellen- und Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Primär- und Sekundärquellen, die für die Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Platon, Politeia, Totalitarismus, NS-Regime, Karl Popper, Zensur, Propaganda, Rassismus, Eugenik, Euthanasie, Wächter, SS, Antike, Moderne, Gerechtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht vergleichend, ob und inwieweit Platons "Politeia" Kontinuitäten zum totalitären NS-Regime des 20. Jahrhunderts aufweist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind der Totalitarismus-Vorwurf gegen Platon, Zensur und Propaganda, Rassismus und Eugenik sowie die Rolle der Wächter im Vergleich zur SS.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es festzustellen, ob sich auf Basis des Totalitarismus-Vorwurfs konkrete Erscheinungen von Kontinuität der Platons "Politeia" mit dem faschistischen NS-Staat erkennen lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit vergleicht Denkpositionen der "Politeia" mit realen Zuständen des NS-Staates und bezieht dabei maßgeblich die Kritik Karl Poppers ein.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Hauptanknüpfungspunkte für Kontinuität erörtert, darunter Zensur, Propaganda, Rassismus, Eugenik, "Euthanasie" und die Analogie der Wächter zur SS.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Platon, Politeia, Totalitarismus, NS-Regime, Karl Popper, Zensur, Propaganda, Rassismus, Eugenik und Gerechtigkeit.

Inwiefern wird Karl Poppers Kritik an Platon beleuchtet?

Karl Popper wird als umfassendster, aber auch emotional bedingter Platon-Kritiker dargestellt, der Platons "Politeia" als politisches Programm mit totalitären Zügen wertet.

Wie vergleicht die Arbeit Platons Vorstellungen von Zensur mit der Propaganda im NS-Staat?

Die Arbeit stellt fest, dass Parallelen in der technischen Vorgehensweise und ideologischen Zielgerichtetheit von Zensur und Propaganda bestehen, betont jedoch Unterschiede in der inhaltlichen Ausprägung und den angenommenen Motiven.

Was ist die Haltung des Autors zum Totalitarismus-Vorwurf gegenüber Platon?

Der Autor räumt ein, dass totalitäre Strukturen in Platons "Politeia" existieren, sieht aber die Absichten dahinter als grundsätzlich anders gelagert als jene des NS-Regimes und lehnt Poppers Unterstellung rein "faschistischer Hintergedanken" ab.

Welche Rolle spielt der Metall-Mythos in der Diskussion um Rassismus?

Der Metall-Mythos, der die natürliche Ungleichheit der Bürger betont und verschiedenen Talenten Metalle zuweist, wird von Popper als rassistisches Merkmal interpretiert, vom Autor aber eher als „Weltbild der Expertise“ für das Gemeinwohl eingeordnet, ohne rassistische Absicht im modernen Sinne.

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Résumé des informations

Titre
Platons Politeia und das NS-Regime im Deutschland des 20. Jahrhunderts
Sous-titre
Eine vergleichende Suche nach Kontinuität auf Basis totalitärer Strukturen
Université
University of Heidelberg  (Philosophsiches Seminar)
Cours
Politische Philosophie
Note
1,7
Auteur
Sascha Grylicki (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
29
N° de catalogue
V1676630
ISBN (PDF)
9783389168004
ISBN (Livre)
9783389168011
Langue
allemand
mots-clé
platons politeia ns-regime deutschland jahrhunderts eine suche kontinuität basis strukturen
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Citation du texte
Sascha Grylicki (Auteur), 2015, Platons Politeia und das NS-Regime im Deutschland des 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1676630
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Extrait de  29  pages
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