Informelles Lernen wird in der Debatte um das lebenslange Lernen stark diskutiert. Es erfasst alle Lernvorgänge, die im Alltag stattfinden. Darunter fallen das Lernen in der familiären Kommunikation, am Arbeitsplatz, sowie „Lernen im Rahmen von Multimediaanwendungen oder dem Internet...“ (vgl. http://www2.tu-berlin.de/fak1/gsw/gl/dok/il3w.html).
Ziel dieser Arbeit soll die Verknüpfung von Informellem Lernen mit dem neuen Medium Internet sein. Dabei soll gezeigt werden, wie durch eine geeignete E learning Umgebung informell gelernt werden kann.
In Kapitel 2 wird explizit auf das Informelle Lernen eingegangen. Darin wird eine Abgrenzung zum formalen Lernen vorgenommen und gezeigt, wie es in der Gesellschaft immer bedeutsamer wurde. Kapitel 3 befasst sich mit der Begriffsbestimmung und Abgrenzung von Medien und neuen Medien. Es wird speziell auf das neue Medium Internet eingegangen, sowie auf die Technologien für informelles Lernen, die „social software“. Im Rahmen dieser Arbeit sollen „Wikis“ näher erläutert werden, da sie im Anwendungsteil analysiert werden. Anschließend wird das Verständnis von E-learning für diese Arbeit festgelegt. Die Verbindung von Kapitel 2 und 3 findet in Kapitel 4 statt: im E-learning wird das Internet mit dem informellen Lernen kombiniert. Beim E-learning wird Medienkompetenz angeeignet. Für erfolgreiches informelles Lernen sind die Kriterien des informellen Lernens nach Marsick et al. notwendig, auf die in Kapitel 4.3 eingegangen wird. Daran schließt sich die Analyse von „Wikis“ in Kapitel 5 an, wonach die Arbeit in Kapitel 6 mit einer Zusammenfassung und einem Fazit ihren Abschluss findet.
Informelles Lernen, Wikis, Weblogs und Web 2.0 gelten in dieser Arbeit als Eigenname, weshalb keine Anführungszeichen gesetzt werden. Aus Gründen besserer Lesbarkeit ist der Text in männlicher Form geschrieben, was aber keine Wer-tung darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 INFORMELLES LERNEN
2.1 Ein Auszug aus der Begriffsgeschichte des Informellen Lernens
2.2 Informelles Lernen vs. formales Lernen und ihre Definitionen
2.3 Zunehmende Bedeutungen des Informellen Lernens in der Gesellschaft
2.3.1 Informelles Lernen in der Familie
2.3.2 Informelles Lernen in der Peergroup
3 LERNEN MIT NEUEN MEDIEN – WEB 2.0 UND E-LEARNING
3.1 Medien – neue Medien
3.2 Technologien für Informelles Lernen – „Social Software“
3.3 E-learning
4 INFORMELLES LERNEN UND E-LEARNING
4.1 Informelles Lernen erzielt Medienkompetenz
4.2 Förderung informellen Lernens durch das Internet – Web 2.0
4.3 Lernumgebung - förderliche Maßnahmen
4.4 Informelles Lernen im Web 2.0
5 ALLGEMEINE ANALYSE VON WIKIs
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie informelles Lernen durch die Nutzung des Internets und moderner E-Learning-Umgebungen, insbesondere Wikis, gefördert werden kann. Dabei wird analysiert, inwieweit das Internet als Lernort dient und durch welche Faktoren informelle Lernprozesse in sozialen Online-Netzwerken unterstützt werden.
- Grundlagen des informellen Lernens und Abgrenzung zum formalen Lernen
- Die Rolle sozialer Milieus wie Familie und Peergroup als informelle Lernorte
- Technologien des Web 2.0 und deren Bedeutung für informelle Bildungsprozesse
- Medienkompetenz als Ergebnis informellen Lernens im Internet
- Analyse von Wikis als Instrumente für informelles, kooperatives Lernen
Auszug aus dem Buch
2.1 Ein Auszug aus der Begriffsgeschichte des Informellen Lernens
Ursprünglich ist Informelles Lernen ein Begriff nach Dewey (1997), der später zur us-amerikanischen Erwachsenenbildung gehörte, wobei schon hier Informelles Lernen und „informelle Bildung“ unscharf verwendet wurden (vgl. Rauschenbach et al., 2007, S. 37). In diesem Zusammenhang ist wichtig zu erwähnen, dass es zwischen Informellem Lernen und „informeller Bildung“ eine Abgrenzung gibt. Wenn von Informellem Lernen gesprochen wird, sollte es keinesfalls durch den Begriff der „informellen Bildung“ ersetzt werden. Overwien (1999) geht davon aus, dass Informelles Lernen von „informeller Bildung“ unterstützt wird. Bei „Bildung“ kann man meistens davon ausgehen, dass sie zielgerichtet erfolgt. Informelles Lernen muss jedoch nicht zielgerichtet sein. Geht es aber darum, Lernumgebungen für das Informelle Lernen zu erstellen, so sollte hier der Begriff der „informellen Bildung“ verwendet werden (vgl. http://www2.tu-berlin.de/fak1/gsw/gl/dok/il3w.html).
Wie oben bereits Informelles Lernen von „informeller Bildung“ abgegrenzt wurde, soll jetzt eine Trennung zwischen Informellem Lernen, seiner Subkategorie dem „inzidentellem Lernen“, und dem „implizitem Lernen“ vorgenommen werden (vgl. Rauschenbach, 2007, S. 43; S. 45).
Informelles und inzidentelles Lernen unterscheiden sich voneinander im Grad der Absicht (vgl. Watkins et al., 1990, S. 215), wobei inzidentelles Lernen bei Watkins und Marsick ein Teil des Informellen Lernens ist (vgl. Watkins, Marsick, 1990, S. 12 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik des informellen Lernens und Zielsetzung der Arbeit bezüglich der Verknüpfung mit dem Internet.
2 INFORMELLES LERNEN: Theoretische Grundlegung und Abgrenzung von informellem Lernen zu formalen Bildungskontexten sowie Analyse der Bedeutung von Familie und Peergroup.
3 LERNEN MIT NEUEN MEDIEN – WEB 2.0 UND E-LEARNING: Definition neuer Medien sowie Vorstellung von „Social Software“ und E-Learning als technologische Basis.
4 INFORMELLES LERNEN UND E-LEARNING: Synthese von informellem Lernen und Internet, unter besonderer Betrachtung der Medienkompetenz und förderlicher Lernumgebungen.
5 ALLGEMEINE ANALYSE VON WIKIs: Anwendung der theoretischen Faktoren auf Wikis als spezifische Technologie zur Förderung informeller Lernprozesse.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Resümee der Ergebnisse und Bestätigung des Internets als effektiver informeller Lernort.
Schlüsselwörter
Informelles Lernen, formales Lernen, Internet, Web 2.0, E-Learning, Medienkompetenz, Wikis, Social Software, soziale Milieus, Familie, Peergroup, lebenslanges Lernen, Wissensvermittlung, Bildungsbiografie, Interaktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit thematisiert die Möglichkeiten des informellen Lernens im Zeitalter digitaler Medien und untersucht, wie das Internet den Lernprozess außerhalb formaler Institutionen unterstützen kann.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die Abgrenzung von Lernbegriffen, die Bedeutung sozialer Umfelder sowie die Rolle neuer Kommunikationstechnologien für den Wissenserwerb.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Verknüpfung von informellem Lernen mit dem Medium Internet aufzuzeigen und zu analysieren, wie Wikis als informelle Lernumgebung fungieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit dem wissenschaftlichen Diskurs, kombiniert mit einer strukturierten Analyse von Wikis anhand definierter Kriterien des informellen Lernens.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in das informelle Lernen, eine Definition technischer Rahmenbedingungen und die praktische Analyse von Wikis als Lernplattformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind informelles Lernen, Web 2.0, Medienkompetenz, Wikis, soziale Milieus und E-Learning.
Wie unterscheidet sich informelles Lernen vom formalen Lernen laut Arbeit?
Informelles Lernen ist meist nicht strukturiert, alltagsintegriert und oft nicht-intentional, während formales Lernen in Institutionen stattfindet, strukturiert ist und in der Regel zur Zertifizierung führt.
Warum spielt die Peergroup eine Rolle für das informelle Lernen?
Die Peergroup fungiert als wichtiger informeller Lernort, in dem Jugendliche durch gegenseitigen Erfahrungsaustausch und soziale Interaktion Kompetenzen sowie „Peerkapital“ erwerben.
Welchen Beitrag leisten Wikis konkret zum informellen Lernen?
Wikis ermöglichen die kooperative Wissenskonstruktion, fördern durch die Bearbeitungsmöglichkeit die Reflexion und bieten durch ihre offene Struktur niederschwellige Zugänge zur Wissensrecherche und -erstellung.
- Quote paper
- Stefanie Pfeiffer (Author), 2008, Informelles Lernen mit dem neuen Medium Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167696