Bildungswissenschaftler im Bereich der Sozialarbeit


Hausarbeit, 2008

19 Seiten, Note: 1.3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Praktische Anwendung
2.1 Hierarchie
2.2 Sequenzierung der Aufgabenklassen
2.3 Unterschied zwischen Aufgabenklassen und Lernaufgaben
2.4 Unterstutzende Information und Just-in-time-Information

3 Theoretische Grundlagen
3.1 Lerntheoretische Uberlegungen und situiertes Lernen
3.2 Anwendung didaktischer Szenarien auf 4C/ID Modell
3.3 Geeignete Medien zur Unterstutzung des Blueprints

4 Zusammenfassung und Fazit

5 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Tatigkeit des Bildungswissenschaftlers im Bereich der Sozialarbeit besteht darin, bedurftige Menschen anzuleiten, wie sie gemeinschaftlich ihr Leben und Zusammenleben sukzessiv besser bewaltigen konnen (vgl. URL: http://www.- dbsh.de/html/hauptteil_wasistsozialarbeit.html). Das Erlernen dieser Tatigkeit bedeutet fur die heutige Wissensgesellschaft komplexe Lernprozesse. Daher stellt sich die Frage, ob sich die Komplexitat des Lernprozesses von komple- xen, kognitive Fertigkeiten, mit Hilfe eines Modells vereinfachen lasst (vgl. Bastiaens, Deimann, Schrader, Orth, 2006, S. 89).

Van Merrienboer, Jelsma, & Paas entwickelten am Ende der 80er Jahre das Vier-Komponenten-Instruktionsdesign-Modell fur E-learning, kurz 4C/ID Mo- dell, womit ganze Lehrplane gestaltet und komplexe, kognitive Fertigkeiten vereinfacht vermittelt werden konnen. Dieses Modell ist Gegenstand der Haus- arbeit.

In Kapitel 2 beginnt der praktische Teil mit einer Anwendung. Darin soll mit Hilfe des 4C/ID Modells fur einen angehenden Bildungswissenschaftler im Bereich der Sozialarbeit das Erlernen der fur ihn in diesem Tatigkeitsfeld beno- tigten Kompetenzen dargestellt werden. In Kapitel 3 wird auf den theoretischen Teil eingegangen, woran sich Kapitel 4 mit einer Zusammenfassung und einem Fazit anschlieBt.

Der Text ist aus Grunden besserer Lesbarkeit in mannlicher Form geschrieben, was aber keine Wertung darstellt. In der praktischen Anwendung soll nun zu- nachst eine Hierarchie erstellt werden.

2 Praktische Anwendung

Die wesentlichen Punkte des 4C/ID Modells sollen anhand der Beschreibung einer authentischen und komplexen Tatigkeit veranschaulicht werden. Das Ziel der Beschreibung soll der Aufbau des Modells, sowie seine lernerzentrierte Anwendung zum Aufbau von komplexen, kognitiven Fertigkeiten sein. Als Beispiel dafur, wird das Erlernen eines bildungswissenschaftlichen Berufs im Bereich der Sozialarbeit dargestellt. In dieses Tatigkeitsfeld wird er mit immer komplexer werdenden Lernschritten eingearbeitet und erlangt zuletzt das voll- standige Handlungswissen.

2.1 Hierarchie

In der Hierarchie sind die zu erlernenden Tatigkeitsbereiche in ihrer gesamten Komplexitat dargestellt. Fur den Lernenden sind die Tatigkeitsbereiche in ein- zelne Lernschritte unterteilt und aufeinander aufbauend formuliert. Fur diesen Aufbau wird eine Fertigkeitenhierarchie erstellt, in der die Aufgabenklassen und Lernaufgaben mit zunehmender Kompetenzsteigerung formuliert sind. Siehe hierzu Abb.1 auf Seite 4. Im ersten Lernschritt werden die Kompetenzen analysiert und das zu erreichende Lernziel definiert, also das angestrebte Ver- halten, das der Lernende am Ende des Lernprozesses erreicht haben soll. Wich- tige vertikale Zusammenhange (konditionale Relationen) werden in der Hierar­chie von oben nach unten dargestellt. Voraussetzung fur die Anwendung der Fertigkeiten in der nachst hoheren Ebene ist, dass die Fertigkeiten der unteren Ebene angewendet werden konnen. Horizontale Zusammenhange (temporare Relationen) sind im zeitlichen Ablauf von links nach rechts angeordnet. Bei- spielsweise muss zuerst ein Lernprozess organisiert (2) werden, bevor er durchgefuhrt (3) werden kann. Will man die Nachbetreuung organisieren, so sind die vorhergehenden Tatigkeitsbereiche (1), (2) und (3) mitsamt ihres ge- samten Tatigkeitsfeldes erforderlich, um diese Fertigkeit anwenden zu konnen. Die Tatigkeitsschritte beim Protokollieren sind ebenfalls sequenziell angeord­net, weil zuerst Kenntnisse daruber vorhanden sein mussen, bevor man uber die erhaltenen Informationen recherchieren und anschlieBend aus den Informa- tionen Termine fur die Ubungsphasen planen kann. Simultane Fertigkeiten mussen parallel angewendet werden. In der Hierarchie waren solche simulta- nen Fertigkeiten das erkennen der Schwachen und das gleichzeitige Protokol- lieren in einem Informationsgesprach. AuBerdem wird zwischen wiederkeh- renden und nicht- wiederkehrenden Fertigkeiten unterschieden. Wiederkehren- de Fertigkeiten (blau hinterlegt) werden durch mehrmalige Anwendung nach einiger Zeit automatisiert. Bei den nicht- wiederkehrenden Fertigkeiten wird der Lernende bei der Bearbeitung von Aufgaben vor immer neue Anforderun- gen gestellt. Er muss sich fur jede Situation die Zusammenhange neu erschlie- Ben.

Das Lernziel des hier dargestellten Anwendungsbeispiels ist es, dass der ange- hende Bildungswissenschaftler selbstandig alle Tatigkeiten im Bereich der So- zialarbeit ausfuhren kann.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.l: Hierarchie zur Kompetenz zum „Tatigkeitsfeld im Bereich der Sozialarbeit"(Stefanie Pfeiffer)

2.2 Sequenzierung der Aufgabenklassen

Der Lehrende entwickelt nach der Analyse der Kompetenz eine Reihe von Aufgabenklassen, welche in gleichmaBige Lernschritte unterteilt sind. Die gleichmaBige Unterteilung geschieht, um eine Uberforderung des Lernenden auszuschlieBen. In der ersten Aufgabenklasse soll darauf geachtet werden, dass vom Lernenden bereits in diesem Lernschritt eine ganzheitliche Kompetenz erlernt wird.

In dieser Tabelle ist eine Reihe von drei Aufgabenklassen sequenziell darge- stellt, wobei die erste Aufgabenklasse den niedrigsten Schwierigkeitsgrad, die dritte den hochsten Schwierigkeitsgrad einnimmt.

Tab. 1: Sequenz der Aufgabenklassen (Stefanie Pfeiffer)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die erste Aufgabenklasse beschreibt die einfachste Kompetenzstufe. Fur ihre Umsetzung muss der Lernende anhand der Bewahrungsauflagen durch ein In- formationsgesprach das Thema, das Lernziel, sowie die Problemorientierung erkennen und dafur einen Lemprozess organisieren, der die personlichen Le- benslagen des Probanden verbessern und stabilisieren soll. Die angemessene Anordnung der Lerschritte soll so angeordnet werden, dass das Lernziel inner- halb sechs Wochen erreicht wird. Dieser Lernprozess soll die Sozialform „Ein- zelfallhilfe“ enthalten. Zudem hat der Lernende einwochige Ubungsphasen vorgegeben, die er fur das Erreichen des Lernziels berucksichtigen muss. Auf die Sicherung der Ergebnisse soll vorerst verzichtet werden. Die Integration der Ergebnisse durch Betreuung und gesetzliche Vertretung zielt auf eine er- folgreiche Vermittlung des Probanden in die Gesellschaft.

Die zweite Aufgabenklasse ist eine Weiterentwicklung der Ersten und bein- haltet deshalb eine hohere Schwierigkeitsstufe. Zu ihrer Bewaltigung wird die Kompetenz der ersten Aufgabenklasse vorausgesetzt. Die Ubung aus der ersten Aufgabenklasse erleichtert dem Lernenden die komplexere Umsetzung der zweiten Aufgabenklasse. Darin muss der Lernende wieder einen Lernprozess organisieren. Auch dieses Mal sind das Thema sowie das Lernziel durch das Informationsgesprach zu erkennen. Der Lernende muss die angemessene An­ordnung der Lernschritte, die Problemorientierung sowie das Lernziel beruck­sichtigen. Das zu erreichende Lernziel ist komplexer angelegt. Das Thema soll mit der Sozialform der Einzelarbeit umgesetzt werden. In diesem Fall nimmt der Lernende die Problemorientierung als Basis und versucht mit Hilfe der Themenstellung, das gewunschte komplexere Lehrziel zu erarbeiten. Eine an­gemessene Anordnung der Lernschritte ist vom Lernenden selbstandig zu or­ganisieren. Bei der Planung der einwochigen Ubungsphasen muss die Siche­rung der Ergebnisse noch nicht berucksichtigt werden. Die Integration der Er­gebnisse ist, nach der Durchfuhrung des Lernprozesses, die durch Betreuung und gesetzliche Vertretung begleitete Vermittlung des Probanden in die Gesell- schaft.

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Bildungswissenschaftler im Bereich der Sozialarbeit
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Bildungswissenschaft)
Veranstaltung
Allgemeine Didaktik/Mediendidaktik
Note
1.3
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V167703
ISBN (eBook)
9783640846771
ISBN (Buch)
9783640842902
Dateigröße
445 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Allgemeine Didaktik, Didaktik, Mediendidaktik, Sozialarbeit, Bildungswissenschaftler, 4C/ID Modell, Didaktische Szenarien, Situiertes Lernen, Aufgabenklasse, Lernaufgabe, Blueprint, Medien, Just-in-time-Information, Unterstützende Information
Arbeit zitieren
Stefanie Pfeiffer (Autor), 2008, Bildungswissenschaftler im Bereich der Sozialarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167703

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