In einem einleitenden Schritt werden zunächst die Begriffe „Personalberatung“ und „Erfolgsfaktoren“ definiert. Im darauffolgenden Teil der Arbeit erfolgt eine Darstellung der Prinzipal-Agent-Theorie, mit ihren unterschiedlichen Arten von Informationsasymmetrien. In einem nächsten Schritt werden dann die kritischen Erfolgsfaktoren für Unternehmensberatungen von Reiner Hillemanns auf die
Personalberatung transferiert. Darauf aufbauend wird im nächsten Kapitel der Einfluss der Informationsasymmetrien auf die kritischen Erfolgsfaktoren untersucht. Dabei wird vor allem untersucht, in welchen Phasen es vermehrt zu unterschiedlich verteilten Informationen kommt und welchen Einfluss sie auf den Erfolg des Beratungsprojektes haben. In einem letzten Schritt werden
schließlich noch Möglichkeiten zum Abbau der Informationsasymmetrien aufgezeigt. Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse im Fazit.
Als Grundlage zur Identifikation der kritischen Erfolgsfaktoren der
Personalberatung dient in der vorliegenden Arbeit die Monographie von Reiner Hillemanns (1995). Um die Informationsasymmetrien in den Projektphasen zu verdeutlichen, wird auf einen Ansatz der Neuen Institutionenökonomik zurückgegriffen.
Durch die Prinzipal Agent Theorie von Jensen und Meckling (1976)
können die unterschiedlich verteilten Information kategorisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Personalberatung
2.1.1 Branchenüberblick
2.1.2 Tätigkeitsfelder der Personalberatung
2.2 Erfolgsfaktoren
3. Die Prinzipal-Agent-Theorie
3.1 Die Auswahl der Theorie
3.2 Annahmen der Theorie
3.3 Agenturprobleme in Agenturverhältnissen
3.3.1 Hidden Characteristics
3.3.2 Hidden Action und Hidden Information
3.3.3 Hidden Intention
4. Kritische Erfolgsfaktoren
4.1 Erfolgsfaktoren der Personalberatung abgeleitet von den Erfolgsfaktoren der Unternehmensberatung
4.1.1 Akquisitionsphase
4.1.2 Vorbereitungsphase
4.1.3 Marktforschungsphase
4.1.4 Interviewphase
4.1.5 Kandidatenpräsentation
4.1.6 Projektabschluss/Nachbetreuung
4.2 Zusammenfassende Betrachtung der Erfolgsfaktoren
5. Kritische Betrachtung der Erfolgsfaktoren aus Sicht der Prinzipal-Agent Theorie
5.1 Informationsasymmetrien während des Beratungsprozesses
5.1.1 Unbekannte Eigenschaften der Akteure vor der Vertragsunterzeichnung
5.1.2 Geringe Nachvollziehbarkeit der Tätigkeiten und Wissensvorsprung während des Beratungsprozesses
5.1.3 Verborgene Absichten der Akteure in der Auftragsanbahnungs- und Auftragsdurchführungsphase
5.2 Bewertung der Analyseergebnisse
6. Agenturtheoretische Ansätze zur Reduzierung opportunistischen Verhaltens im Bereich der Personalberatung
6.1 Abbau der Agenturprobleme
6.1.1 Abbau der Agenturprobleme in der Projektanbahnungsphase
6.1.2 Abbau der Agenturprobleme während des Beratungsprozesses
6.2 Vertrauensverhältnisses zwischen Kunde – Berater – Kandidat
7. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die kritischen Erfolgsfaktoren bei der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Personalberatungen zu identifizieren und diese anschließend mittels der Prinzipal-Agent-Theorie kritisch zu analysieren, um den Einfluss von Informationsasymmetrien auf den Beratungserfolg zu untersuchen.
- Analyse der Branche und der Tätigkeitsfelder der Personalberatung
- Darstellung der Prinzipal-Agent-Theorie und relevanter Agenturprobleme
- Identifikation und Transfer von Erfolgsfaktoren aus der Unternehmensberatung
- Untersuchung von Informationsasymmetrien in verschiedenen Projektphasen
- Aufzeigen von Lösungsansätzen zur Reduzierung opportunistischen Verhaltens
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Akquisitionsphase
Das Ziel der Akquisitionsphase im Beratungsprozess der Personalberatung ist, neue Kunden zum Erwerb einer Beratungsdienstleistung zu gewinnen. Um neue Aufträge zu generieren gibt es zwei unterschiedliche Wege: die aktive und die passive Akquisition. Zu den aktiven Maßnahmen gehören z.B. die telefonische Ansprache von potentiellen Kunden oder die Schaltung von Anzeigen in relevanten Zeitungen und Zeitschriften. Passive Akquisitionsformen sind dagegen z.B. die Mund-zu-Mund-Propaganda von zufriedenen Kunden oder die Beziehungspflege in Fachverbänden.
Durch diese aktiven und passiven Akquisitions- oder auch Vertriebsaktivitäten wird seitens der Personalberatung der Bedarf an externer Unterstützung bei der Besetzung einer Position bei potentiellen Auftraggebern ermittelt. Es kann generell davon ausgegangen werden, dass zunächst ein Kennenlerngespräch zwischen Personalberater und Auftraggeber vereinbart wird. In der Regel stellen sich in einem solchen Erstgespräch beide Unternehmen durch eine kurze Präsentation vor und das beauftragende Unternehmen versucht sich einen Eindruck über die vorhandenen Kompetenzen des Beraters zu verschaffen. Das Erkennen von Fach- und Sachwissen ist für den Kunden nicht nur aus dem Grund wichtig, dass er einen möglichst kompetenten Berater mit der Suche nach einer Fach-und Führungskraft beauftragen will, sondern auch, weil der Berater während der Zeit des Projektes ein Repräsentant des Auftrag gebenden Unternehmens ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Personalberatung sowie Definition der Forschungsfrage und der methodischen Vorgehensweise.
2 Begriffsdefinitionen: Erläuterung der Kernbegriffe Personalberatung und Erfolgsfaktoren als Grundlage für die Untersuchung.
3. Die Prinzipal-Agent-Theorie: Vorstellung der Theorie und ihrer zentralen Annahmen zur Analyse von Informationsasymmetrien in Agenturverhältnissen.
4. Kritische Erfolgsfaktoren: Ableitung und Definition der für die verschiedenen Phasen einer Personalberatung kritischen Erfolgsfaktoren.
5. Kritische Betrachtung der Erfolgsfaktoren aus Sicht der Prinzipal-Agent Theorie: Analyse der identifizierten Erfolgsfaktoren unter Berücksichtigung von Informationsasymmetrien und opportunistischem Verhalten.
6. Agenturtheoretische Ansätze zur Reduzierung opportunistischen Verhaltens im Bereich der Personalberatung: Aufzeigen von Strategien und Maßnahmen zur Minderung von Informationsunterschieden und zur Vertrauensbildung.
7. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage.
Schlüsselwörter
Personalberatung, Executive Search, Prinzipal-Agent-Theorie, Erfolgsfaktoren, Informationsasymmetrie, Adverse Selection, Moral Hazard, Hidden Intention, Beratungsprozess, Kundenbeziehung, Akquisition, Marktforschung, Vertrauen, Reputation, Projektmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Erfolgsfaktoren von Personalberatungen im Kontext des Executive Search und nutzt dazu die Prinzipal-Agent-Theorie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Struktur von Beratungsprojekten, die Identifikation von Erfolgsfaktoren in verschiedenen Projektphasen sowie die Auswirkungen von Informationsasymmetrien auf das Verhalten der beteiligten Akteure.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Informationsunterschiede zwischen Auftraggeber, Berater und Kandidat den Erfolg der Personalberatung beeinflussen und welche Risiken sich daraus für den Beratungsprozess ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen transfertheoretischen Ansatz, bei dem Erkenntnisse aus der Unternehmensberatung (Hillemanns-Modell) auf die Personalberatung übertragen und durch die Prinzipal-Agent-Theorie institutionenökonomisch analysiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die sechs Phasen der Personalberatung – von der Akquisition bis zur Nachbetreuung – und prüft diese jeweils auf das Vorliegen von Problemen wie Adverse Selection, Moral Hazard und Hold-up.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Personalberatung, Executive Search, Prinzipal-Agent-Theorie, Informationsasymmetrie, Vertrauen und Erfolgsfaktoren.
Was versteht die Arbeit unter dem Begriff "Off-Limit"?
Hierbei handelt es sich um eine vertragliche Vereinbarung, die es der Personalberatung untersagt, für einen bestimmten Zeitraum Kandidaten bei einem Kundenunternehmen abzuwerben, um dessen Interessen zu schützen.
Warum ist Kommunikation ein so zentraler Erfolgsfaktor?
Da Personalberatung als "Professional Service" auf Vertrauen basiert, ist die kontinuierliche Zwei-Wege-Kommunikation essenziell, um Informationsasymmetrien abzubauen und sicherzustellen, dass das Anforderungsprofil korrekt umgesetzt wird.
Welche Rolle spielt die Reputation für eine Personalberatung?
Die Reputation dient als marktregulierendes Element. Da opportunistisches Verhalten langfristig den Ruf schädigen kann, wirkt die Angst vor negativem Mund-zu-Mund-Feedback disziplinierend auf die Berater.
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- Timo Schwarz (Autor), 2010, Externes Executive Recruitment. Kritische Betrachtung der Erfolgsfaktoren einer Personalberatung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167772