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„… Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland …“.

Zur Militarisierung der Männlichkeit in Preußen von 1800 - 1815

Titre: „… Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland …“.

Dossier / Travail , 2011 , 27 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Hans-Ulrich Schilf (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Histoire moderne
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Hausarbeit ist das Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Kurs „Männergeschichte“, der Bestandteil des Moduls 4G „Sozialökonomische Dynamik: Industrialisierung und bürgerliche Gesellschaft“ ist.
Das Zitat im Titel dieser Hausarbeit weist auf einen wesentlichen Aspekt der Männergeschichte hin: auf die Entwicklung der militarisierten Männlichkeit am Beginn der Moderne. „Wer ist ein Mann?“ fragt der Schriftsteller Ernst Moritz Arndt (1769-1860) in dem Gedicht, dem dieses Zitat entnommen wurde, und gibt hier seine pathetische Antwort:
„Dies ist der Mann, der sterben kann
Für Gott und Vaterland,
Er läßt nicht ab bis an das Grab
Mit Herz und Mund und Hand.“
Vor dem Hintergrund des Zusammenbruchs Preußens, der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, des Siegeszuges des „Sohn[es] der Revolution“ Napoleon und schließlich des Befreiungskampfes von der „Fremdherrschaft“ entwickelten sich neue Leitbilder einer bürgerlichen Männlichkeit.
In dem (noch) recht jungen Forschungsgebiet der „Männergeschichte“ wird die Erforschung der Militarisierung von Männlichkeit bisher nur selten thematisiert, obwohl gerade im Bereich des Militärs die männliche Dominanz in der Gesellschaft überdeutlich wird.
Die vorliegende Arbeit untersucht den Teilaspekt dieser Männlichkeit und deren Institutionalisierung.
Anthropologische Grundlagen des in der Aufklärung entstandenen Männlich-keitskonzeptes stehen ebenso im Fokus der Betrachtung wie die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht als ein Aspekt der Heeresreform. Sie hatte neben weiteren Reformen, die während der französischen Besetzung Preußens eingeleitet wurden, einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung der militarisierten Männlichkeit.
Berücksichtigt werden die Ausformulierung einer neuen, ausgeprägt hierarchisch organisierten Geschlechterordnung sowie das Merkmal der bis weit in das 20. Jahrhundert hinein wirkenden Geschlechtertrennung.
Besondere Bedeutung kommt der zeitgenössischen Publizistik und hier insbesondere der „Befreiungslyrik“ eines Ernst Moritz Arndt oder eines Theodor Körner (1791-1813) zu. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage beantwortet werden, welchen Einfluss diese Lyrik auf die Mobilisierung größerer Bevölkerungskreise für patriotische und nationale Ziele hatte. Berücksichtigung findet auch die Einwirkung der Turnbewegung des Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852).

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Militär und Gesellschaft am Ende des aufgeklärten Absolutismus

3 Männlichkeit in der Anthropologie der Aufklärung

4 Die Ausprägung einer neuen Geschlechterordnung

5 Die Heeresreform und ihre Wirkung auf die Militarisierung von Männlichkeit

6 Befreiungslyrik und Männlichkeit

7 Der Einfluss der Turnbewegung auf die Militarisierung der Männlichkeit

8 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Konstruktion und Institutionalisierung eines militarisierten Männlichkeitsbildes in Preußen im Zeitraum von 1800 bis 1815, wobei der Fokus insbesondere auf der Bedeutung der Heeresreformen, der zeitgenössischen Befreiungslyrik sowie dem Einfluss der frühen Turnbewegung liegt.

  • Militarisierung der Männlichkeit am Beginn der Moderne
  • Die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und ihre geschlechterpolitische Wirkung
  • Einfluss der Befreiungslyrik auf die nationale Mobilisierung
  • Die Rolle der Turnbewegung als "Vorschule" kriegerischer Männlichkeit
  • Wandel von traditionellen Männlichkeitskonzepten zum patriotisch-wehrhaften Ideal

Auszug aus dem Buch

Die Heeresreform und ihre Wirkung auf die Militarisierung von Männlichkeit

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, stand das Militär im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert in keinem hohen Ansehen. „Scharnhorst selbst nannte es eine Ansammlung von Ausländern, Vagabunden, Trunkenbolden, Dieben, Taugenichtsen und ‚anderen Verbrechern‘“. Schon wenige Jahre nach dem Tode Friedrichs des Großen (1740-1786) forderten sowohl zivile wie militärische Vertreter eine Überprüfung des friderizianischen Systems, konnten sich aber zunächst nicht durchsetzen. Anders als die französischen Revolutionsheere, deren Angehörige hochmotivierte und leistungsstarke „Bürger-Soldaten“ waren, herrschte in der preußischen Armee das Prinzip von „Stock und Knute“. Nach der Schlacht von Jena und Auerstedt (14. Oktober 1806), die für Preußen mit einer schweren Niederlage endete, entbrannte die Debatte um die Armee und um eine Militärreform mit neuer Heftigkeit.

Im Sommer 1807 legte Gerhard von Scharnhorst dem König zwei Denkschriften vor, die neue Ideen zur Landesverteidigung und zur Einrichtung einer Nationalmiliz beinhalteten. Scharnhorst (1755-1813) war Vorsitzender der Militär-Reorganisations-Kommission, die von Friedrich Wilhelm III. unmittelbar nach dem Frieden von Tilsit eingerichtet wurde. Er galt neben Neidhardt von Gneisenau (1760-1831) als der maßgebliche Organisator der Heeresreform. Die Reformen betrafen im Wesentlichen sechs Bereiche, deren Veränderungen die preußische Armee wieder schlagkräftig machen und längerfristig für einen Sieg über Napoleon sorgen sollten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Entwicklung militarisierten Männlichkeitsverständnisses in Preußen zu Beginn des 19. Jahrhunderts.

2 Militär und Gesellschaft am Ende des aufgeklärten Absolutismus: Analyse des preußischen Kantonsystems und der gesellschaftlichen Rolle des Militärs vor den Reformen.

3 Männlichkeit in der Anthropologie der Aufklärung: Untersuchung der aufkommenden geschlechtsspezifischen anthropologischen Konzepte und ihrer Bedeutung für das damalige Männerbild.

4 Die Ausprägung einer neuen Geschlechterordnung: Darstellung der Institutionalisierung einer hierarchischen Geschlechtertrennung als Grundlage für bürgerliche Männlichkeitsideale.

5 Die Heeresreform und ihre Wirkung auf die Militarisierung von Männlichkeit: Diskussion der Scharnhorst'schen Reformen, insbesondere der Einführung der Wehrpflicht als zentraler Faktor für das neue Kriegerbild.

6 Befreiungslyrik und Männlichkeit: Untersuchung der Rolle zeitgenössischer Dichtung bei der ideologischen Mobilisierung und Verbreitung eines wehrhaften Männerideals.

7 Der Einfluss der Turnbewegung auf die Militarisierung der Männlichkeit: Analyse des Beitrags von F.L. Jahn und der Turnbewegung zur physischen und ideologischen Ausbildung wehrhafter Männer.

8 Zusammenfassung: Resümee der Ergebnisse über die nachhaltige Prägung des 19. Jahrhunderts durch das Leitbild des patriotisch-wehrhaften Mannes.

Schlüsselwörter

Preußen, Männlichkeit, Militarisierung, Heeresreform, Befreiungslyrik, Patriotismus, Wehrpflicht, Geschlechterordnung, Turnbewegung, Friedrich Ludwig Jahn, Ernst Moritz Arndt, Nationalismus, Aufklärung, Soldatenbild, Freiheitskriege.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich in Preußen zwischen 1800 und 1815 ein neues, militarisiertes Verständnis von Männlichkeit entwickelte und gesellschaftlich etablierte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Heeresreform, die pädagogischen Konzepte der Aufklärung, die zeitgenössische Publizistik (Befreiungslyrik) sowie die frühe Turnbewegung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Ideal des „wehrhaften Mannes“ als Reaktion auf politische Krisen und gesellschaftliche Umbrüche konstruiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung relevanter Forschungsliteratur, zeitgenössischer Publizistik und pädagogischer Schriften basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Bedingungen, die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht und die medialen Verstärker (Lyrik und Turnen), die zur Militarisierung der Geschlechtsidentität beitrugen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Militarisierung, Preußen, Wehrhaftigkeit, Männlichkeitsideal, Patriotismus und Geschlechtertrennung.

Welche Rolle spielte die Befreiungslyrik bei der Konstruktion von Männlichkeit?

Die Lyrik diente als publizistisches Medium, um ein wehrhaftes, nationales Männlichkeitsbild zu propagieren und Männer zur Verteidigung des Vaterlandes zu mobilisieren.

Wie beeinflusste die Turnbewegung das damalige Männlichkeitsideal?

Die Turnbewegung unter F.L. Jahn fungierte als Vorbereitung auf den Kampf gegen Napoleon und verknüpfte körperliche Ertüchtigung mit nationalistischen Werten und militärischer Disziplin.

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Résumé des informations

Titre
„… Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland …“.
Sous-titre
Zur Militarisierung der Männlichkeit in Preußen von 1800 - 1815
Université
University of Hagen  (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaft Historisches Institut Lehrgebiet: Neuere deutsche und europäische Geschichte)
Cours
Master-Studiengang Europäische Moderne: Geschichte und Literatur Modul 4G: Sozialökonomische Dynamik: Industrialisierung und bürgerliche Gesellschaft
Note
1,3
Auteur
Hans-Ulrich Schilf (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
27
N° de catalogue
V167776
ISBN (ebook)
9783640847280
ISBN (Livre)
9783640844999
Langue
allemand
mots-clé
Männlichkeit Militarisierung Geschlechtergeschichte Preußen Befreiungskriege Turnbewegung Befreiungslyrik Ernst Moritz Arndt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Hans-Ulrich Schilf (Auteur), 2011, „… Dies ist der Mann, der sterben kann für Gott und Vaterland …“., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/167776
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Extrait de  27  pages
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