Treasury Management im internationalen Konzern


Hausarbeit, 2010

25 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

Abbildungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Treasury Management als finanzwirtschaftliche Unter- nehmensführung
2.1 Treasury Management in der Konzernorganisation
2.2 Ziele des Treasury Managements
2.3 Funktionen des Treasury Managements

3 Liquiditäts- und Finanzrisikomanagement als zentrale Funktion des Treasury Managements
3.1 Liquiditätsplanung
3.2 Liquiditätssteuerung
3.2.1 Kurzfristige Liquiditätssteuerung
3.2.2 Working Capital Management
3.3 Steuerung der finanziellen Risiken zur Liquiditäts- sicherung
3.3.1 Steuerung von Währungsrisiken
3.3.2 Steuerung von Zinsänderungsrisiken
3.4 Finanzcontrolling

4 Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf das Konzern- Treasury

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Organisation des Treasury Managements im Konzern

Abbildung 2: Magisches Dreieck der Finanzanlage

Abbildung 3: Business Mission des Konzern-Treasury

Abbildung 4: Finanzielle Risiken eines Unternehmens

Abbildung 5: Wesentliche Funktion des Treasury Management

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung

Noch immer sind die Auswirkungen der weltweiten Finanzmarktkrise in den Unternehmen allgegenwärtig. Aufgrund äußerst knapper Liquiditätsressourcen sowie einer verteuerten, knappen Kreditversorgung sehen viele Unternehmen ihre wirtschaftliche Existenz bedroht.

So stieg in Deutschland die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 16% auf 34.300 Fälle an,1 wobei nahezu jede zweite auf Liquiditätsprobleme zurückzuführen ist.2 Aus diesem Grund rückt die nachhaltige Sicher- stellung und dauerhafte Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit zu- nehmend in den Fokus der Unternehmen und steigt gegenüber den übrigen Unternehmenszielen enorm an. So gewinnt auch das Treasury Management (TM) als finanzwirtschaftliche Unternehmensführung zu- nehmend an Bedeutung, da die nachhaltige, konzernweite Liquiditäts- sicherung in der Verantwortung des Konzern-Treasury liegt.

Doch wie lassen sich finanzwirtschaftliche Risiken durch das konzernweite TM erfolgreich managen und die Liquidität und somit die wirtschaftliche Konzernexistenz langfristig sichern? Die Beantwortung dieser Frage- stellung ist Ziel der vorliegenden Arbeit. Nachdem im folgenden Kapital zunächst die Organisation, die Zielsetzung und die wesentlichen Funktionen des Konzern-Treasury erörtert werden, werden im dritten Kapital die wesentlichen Steuerungsmaßnahmen zum erfolgreichen Management von Liquiditäts-, Währungs- und Zinsrisiken erarbeitet. Aufgrund der jüngsten, weltwirtschaftlichen Entwicklungen auf den Geld- und Kapitalmärkten, werden im 4. Kapitel die wesentlichen Auswirkungen der Finanzkrise auf das TM anhand einer globalen Studie des JP Morgan Asset Managements diskutiert. Im Anschluss darauf schließt diese Arbeit mit Fazit ab.

2 Treasury Management als finanzwirtschaftliche Unternehmens- führung

2.1 Treasury Management in der Konzernorganisation

Das Treasury bezeichnet einen wesentlichen Bereich der Finanzwirtschaft eines Unternehmens.3 Das TM stellt die finanzielle Unternehmensführung im Segment der finanz-und liquiditätsorientierten Funktionen dar4 und ist der Managementteil, in dessen Verantwortung die effiziente Steuerung der Zahlungsmittelbestände und der korrespondierenden -ströme5 sowie die Regulierung der damit verbundenen finanziellen Risiken liegt.6

Als eigenes, zentral organisiertes Geschäftsfeld fungiert das TM als zentrale Schnittstelle zwischen Kapitalbeschaffung und -anlage in der Konzernorganisation7 und ist i.d.R. direkt dem Chief Financial Officer (CFO) unterstellt.8 Zur Sicherstellung der Wirtschaftskonformität wird das Konzern-Treasury - orientiert an den MaRisk, die als Empfehlung von Wirtschaftsunternehmen durchaus verwendet werden - idealtypisch in ein Front-, Middle- und Back-Office unterteilt.9 Während im Front-Office die Disposition und der Handel auf den Geld- und Kapitalmärkten angesiedelt ist, ist das Middle-Office als Controlling-Bereich des Konzern-Treasury zum einen für die Identifikation, Analyse und Steuerung der Risiken und zum anderen für das regelmäßige Reporting der im Handeln eingegangen Risikopositionen und deren Entwicklung an den Vorstand verantwortlich. Die eigentliche Erfassung und Abwicklung erfolgt im Back-Office. Neben der Kontrolle des Abwicklungsgeschäfts, Zahlungsverkehrs und der Händler werden im Back-Office die Handelsgeschäfte umfassend dokumentiert und dem Management vorgelegt.10 Durch die gezielte Trennung der organisatorischen und funktionalen Verantwortlichkeiten des TM-Prozesses, die bis zur Vorstandsebene erhalten bleiben sollte, wird gem. dem „Vieraugenprinzip“ die Risikokonformität gewährleistet und

Missbrauch und Korruption entgegengewirkt.11 Die folgende Abbildung stellt die Organisation des TM im Konzern zusammenfassend dar.12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Organisation des Treasury Managements im Konzern

2.2 Ziele des Treasury Managements

Aus der Unternehmensstrategie abgeleitet13 variieren die Ziele des TM je nach Markt und Managementphilosophie innerhalb der Organisationen.14 Weitestgehend jedoch decken sich die Ziele des TM mit den klassischen finanzwirtschaftlichen Zielen.15 Wie in der folgenden Abbildung dargestellt, liegen somit die nachhaltige Liquiditätssicherung, Renditemaximierung sowie das Sicherheitsbestreben durch Risikooptimierung und wirtschaftlicher Unabhängigkeitserhaltung im Fokus des TM.16

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Magisches Dreieck der Finanzanlage

Zwar sind diese Zielsetzungen eng miteinander verknüpft, stehen sie stets in einer wechselwirkenden Beziehungen zueinander.17 So impliziert hohe Rentabilität stets hohes unternehmerisches Risiko und hohe Liquidität hingegen höhere Kosten. Somit sind in Zeiten der Finanzkrise nicht die maximalen Liquiditätsreserven, sondern die optimale, konzernindividuelle Liquidität für den Unternehmenserfolg entscheidend.18 Damit begründet, ist neben der laufenden, ökonomischen Sicherstellung der Zahlungsfähig- keit, der Schutz gegen finanzielle Risiken ein eigenständiges Ziel des TM, um einen Wertbeitrag zum Konzernerfolg und -fortbestand zu generieren.

2.3 Funktionen des Treasury Managements

Als Schnittstelle zwischen Kapitalanlage- und Kapitalbeschaffung ist das Konzern-Treasury für die jederzeitige, nachhaltige Liquiditätssicherung im Konzern verantwortlich und muss die kontinuierliche Finanzierung der gesamten Wertschöpfungskette sicherstellen. Werden erfolgswirksame Erlöse und ein positiver Cashflow aus der operativen Geschäftstätigkeit des Konzerns generiert, sind diese Erträge abzüglich der Finanzierung der nächsten Periode sowie der laufenden Ausgaben, rentabel, in Form von liquiden Mitteln an den Geld- und Kapitalmärkten anzulegen und für spätere Finanzierungen vorzuhalten. Werden hingegen aufwandswirk- same Verluste erwirtschaftet und die Refinanzierung ist nicht mehr ge- währleistet, liegt die kostengünstige Beschaffung der liquiden Mittel in der Verantwortung des Treasury. Die folgende Abbildung stellt den Sachver- halt dar und verdeutlicht die zentrale Managementfunktion des Treasury.19

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Business Mission des Konzern-Treasury

Wie aus der Abbildung ersichtlich, werden Erlöse erst im Zeitverzug generiert und die Liquidität ist bei mangelnden Liquiditätsreserven un- mittelbar gefährdet. Neben dieser operativen Risiken, sind Unternehmen aufgrund der zunehmenden internationalen Verpflechtung konzernintern durch die internationalen Niederlassung der Tochtergesellschaften auch Marktpreisrisiken der Geld- und Kapitalmärkte ausgesetzt.20 Diese Risiken zu steuern und die Liquidität des gesamten Konzerns zu sichern, ist zentrale Aufgabe des Konzern-Treasury.21 Die finanziellen Risiken eines Unternehmens werden im Folgenden zusammenfassend dargestellt.22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Finanzielle Risiken eines Unternehmens

Gemäß der Abbildung werden die finanziellen Risiken, deren Steuerung dem TM als finanzwirtschaftliche Unternehmensführung unterliegt, in Liquiditäts- und Erfolgrisiken klassifiziert. Als wesentliche Marktpreisrisiken sind die Zins-, Währungs- und Preisänderungsrisiken zu klassifizieren.23 Da in Wissenschaft und Praxis zwischen zahlreichen TM Funktionen unterschieden wird, die im Wesentlichen nach der zu steuernden Risiken benannt werden, wie das Liquiditäts-, Finanzrisiko, Cash-, Zinsen-, Währungsmanagement,24 wird in der vorliegenden Arbeit auf die begriff- liche Abgrenzung verzichtet und das TM als umfassende Management- Konzeption angesehen.

Angesichts der jüngsten weltweiten Entwicklungen das Liquiditäts-, Finanzrisiko, - Zins- sowie Währungsmanagement zunehmend als wesentliche Funktionen klassifiziert. Im Folgende werden das Liquiditäts- sowie das Finanzrisikomanagement, der die Steuerung der Währungs- und Zinsrisiken integriert, als TM Funktionen näher erläutert.

[...]


1 Vgl. Creditreform (Hrsg.) (2009), S. 1

2 Vgl. Berstorff, C. (2010), S. 1

3 Vgl. Geier, H. (2007), S. 439; Fahling, E. (2007), S. 280

4 Vgl. Donaht, P. (2000), S. 81

5 Vgl. Kaiser, D. (2008), S. 351; Thommen, J.-P. (2008), S. 649

6 Vgl. Reisch, R. D. (2009), S. 1

7 Vgl. Hennige, S. (2007), S. 496

8 Vgl. Thommen, J.-P. (2008), S. 649

9 Vgl. Gilg, G. (2008), S. 297; Verband Deutscher Treasurer e.V. (Hrsg.) (2008), S. 37

10 Vgl. Gilg, G. (2008), S. 297

11 Vgl. Ertl, A. (2009), S. 39

12 Eigene Darstellung, in Anlehnung an Gilg. G (2008), S. 298

13 Vgl. Kaiser, D. (2008), S. 353

14 Vgl. Pike, R./ Neale, B. (2006), S.324; Reisch, R. D. (2009), S. 1

15 Vgl. Silvio, A. (2003), S. 529

16 Vgl. Bonn, R. (2007), S. 73; Werdenich, M. (2008), S. 14 ff.

17 Vgl. Dillerup, R. (2009), S. 1

18 Vgl. Million, C., et al (2010), S. 46

19 Vgl. Reisch, R. D. (2009), S. 4 f.

20 Vgl. Reisch, R. D. (2009), S. 5

21 Vgl. Bragg, S. (2010), S. 4 ff.

22 Vgl. Wiedemann, A. (2002), S. 4

23 Vgl. Pike, R./ Neale, B. (2006), S. 324

24 Vgl. Angerer, C. (2005), S. 78; Dyga, N./ Starek, A. (2003), S. 34; o.V. (2010), Börsen- lexikon, URL: http://www.boerse-online.de/lexikon

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Treasury Management im internationalen Konzern
Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Note
2,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
25
Katalognummer
V168120
ISBN (eBook)
9783640849482
ISBN (Buch)
9783640849536
Dateigröße
644 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Treasury Management, Liquiditätsmanagement, Zins- und Währungsmanagement, Cash-Pooling, Finanzmanagement
Arbeit zitieren
Olga Sokolowski (Autor), 2010, Treasury Management im internationalen Konzern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168120

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