In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, warum in Albanien die Zustimmung zum EU-Beitritt ungebrochen hoch ist, in Nordmazedonien jedoch spürbar nachlässt, obwohl der EU-Beitrittsprozess beider Länder auf gleichem, quasi nicht vorhandenen Niveau ist. Dazu wird ein Modell mit den Indikatoren "Anzahl der Verfassungsänderungen", "Dauer der sonstigen Westintegration" und "Ethnosymmetrie" entwickelt und auf beide Länder angewendet. Es zeigt sich, dass Nordmazedonien im Zuge des EU-Beitrittsprozesses sowohl oft seine Verfassung ändern musste, als auch eine abnormal lange Dauer der sonstigen Westintegration vorweist und eine eher symmetrische Ethnosymmetrie hat, was alles das Beitrittsverfahren so stark verzögert, dass die Bevölkerung spürbar "müder" wird und daher - ganz im Gegensatz zu Albanien - an "enlargement fatigue" leidet. Eine Anwendung des Modells auf andere EU-Beitrittskandidaten wie Bosnien und Herzegowina oder Montenegro könnte Aufschluss geben, ob in beiden Ländern ein Risiko für "Müdigkeit" besteht.
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- Antonio Parasyris (Auteur), 2025, Entwicklung und Anwendung eines Modells zur Feststellung von "enlargement fatigue" in EU-Beitrittskandidaten an den Beispielen Albanien und Nordmazedonien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1682690