Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der unterschiedlichen Sozialisation in der ehemaligen DDR und BRD auf die Bindungsqualität der heutigen Erwachsenen. Grundlegend wird die Bindungstheorie, die Kulturdimension Kollektivismus versus Individualismus und die unterschiedliche Erziehung in den ersten drei Lebensjahren in der ehemaligen DDR und BRD erklärt. Der Fokus der Arbeit liegt auf der Erziehung der Säuglinge und Kleinkinder in den DDR-Tageskrippen. Es wird ein bestehender Datensatz zur Untersuchung der folgenden zwei Forschungsfragen genutzt:
1. Gibt es einen Unterschied im Bindungsverhalten bei den heutigen Erwachsenen, die in der ehemaligen DDR geboren sind, und denen, die in der BRD geboren sind?
2. Kann ein Unterschied im Bindungsverhalten bei den heutigen Erwachsenen festgestellt werden, die in der ehemaligen DDR in einer Kinderkrippe betreut wurden, im Vergleich zu den Erwachsenen, die in der DDR in der Familie betreut wurden?
Die Bindungsqualität wird mittels der Fragebögen ECR-RD und ADA erfasst. Die Auswertung mittels t-Tests ergab für beide Forschungsfragen keine signifikanten Unterschiede in den Bindungsqualitäten. Korrelationsanalysen zeigten jedoch signifikante Zusammenhänge zwischen den Bindungsskalen und den Variablen Alter und Geschlecht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die untersuchten Sozialisationseinflüsse keinen signifikanten Einfluss auf die Bindungsqualität haben, während Alter und Geschlecht eine Rolle spielen.
Die Arbeit wurde mit Auszeichnung bestanden.
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- Susan Waldow (Auteur), 2025, Bindungsqualitäten in Ost- und Westdeutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1687328