Von einer Siedlung, die vermeintlich von Romulus im Jahre 753 v. Chr. gegründet wurde, entwickelte Rom sich in der Antike zur vorherrschenden Macht innerhalb des heutigen Italiens, dann zur Seemacht im Mittelmeerraum und schließlich zur Weltmacht. Die entscheidenden Momente zum Aufstieg zur Weltmacht sind zeitlich innerhalb der römischen Republik vom 3. Jahrhundert v.Chr. bis 30v.Chr. einzuordnen. Diese Arbeit unternimmt den Versuch, die wichtigsten Etappen Roms auf diesem Weg nachzuzeichnen.
Zunächst wird auf den Begriff einer Weltmacht eingegangen, um diese zu definieren. Hierbei muss zwischen dem Verständnis von einer Weltmacht aus heutiger Sicht und aus der Sicht der Antike differenziert werden. Schließlich bestand zur Zeit der Antike kein Wissen über die Ausdehnung der Land- und Wassermassen, die nicht im Imperium der Römer inbegriffen waren. Weiterhin werden die politischen Verhältnisse der römischen Republik thematisiert, um zu klären, wie aus einer kleinen Siedlung ein Imperium werden konnte. Dabei werden neben der Ereignisgeschichte auch die Besonderheit des römischen Bürgerrechts, die Bedeutung der Bundesgenossen Roms und die politische Organisation in den eroberten Gebieten angesprochen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Begriff des Imperiums
- III. Politik der römischen Republik
- III.1. Verfassung und Gesetze
- III.2. Römisches Bürgerrecht und Bundesgenossen
- IV. Beginn der Ausbreitung der römischen Herrschaft
- V. Punische Kriege
- V.1. Erster Punischer Krieg
- V.2. Zweiter Punischer Krieg
- V.3. Dritter Punischer Krieg
- VI. Rom im Osten
- VII. Pompeius und Caesar
- VII. Die Schlacht von Actium
- VIII. Fazit
- X. Bibliographie
- X.1. Quellen
- X.2. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht Roms Aufstieg zur Weltmacht während der Republik, indem sie entscheidende Momente und zugrunde liegende Faktoren analysiert, die diese Transformation ermöglichten. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie sich Rom von einer kleinen Siedlung zu einem Imperium entwickelte und welche internen und externen Bedingungen dafür ausschlaggebend waren.
- Definition des Imperiums und des Weltmachtbegriffs in der Antike.
- Analyse der politischen Verhältnisse der römischen Republik, inklusive Verfassung, Bürgerrecht und Bundesgenossenschaft.
- Chronologische Darstellung der territorialen Expansion Roms durch Kriege wie die Punischen Kriege.
- Beleuchtung der entscheidenden Rolle der Punischen Kriege für Roms Aufstieg zur Seemacht und zur Kontrolle des Mittelmeerraums.
- Erläuterung der Expansionspolitik im Osten und Westen unter Persönlichkeiten wie Pompeius und Caesar.
- Die Schlacht von Actium als endgültiger Wendepunkt und das Ende des Hellenismus.
Auszug aus dem Buch
V. Punische Kriege
Durch den Ersten Punischen Krieg entstand ein Dualismus zweier Großmächte, der als Ursache für den Ausbruch des zweiten Krieges gegen die Punier gelte. Anlass sei der Beginn der karthagischen Eroberung der iberischen Halbinsel gewesen, die die Karthager „als Ersatz für die an Rom verlorenen Gebiete 34 zu annektieren suchte. 35 Außerdem hätten die Karthager in Iberien „Hilfsmittel für den Krieg gegen die Römer zu gewinnen“36 gesucht. Aus Angst vor einem immer mächtiger werdenden karthagischen Gegner zeigt auch Rom Präsenz in Iberien. Durch den mit Hasdrubal geschlossenen Vertrag und mit dem mit Sagunt eingegangenen Bündnis wurde die römische Präsenz deutlich. Jedoch sollte Hannibal, der Sohn des Hamilkar Barkas, Rache an den Römern nehmen und überschreitete, nachdem er Sagunt eingenommen hatte, den Ebro. Die Überquerung des Flusses hatte die römische Kriegserklärung 218 vor Christus zur Folge. Die Strategie der Römer sei ein Krieg außerhalb der italischen Halbinsel gewesen, doch durch die Alpenüberquerung des Hannibal scheiterte das Vorhaben. Rom erfuhr Verluste in einer nach der anderen Schlacht bis die Schlacht von Cannae 216 die „katastrophalste Niederlage“37 der Römer bedeutete. Im Jahre 202 gelingt es den Römern dann doch sich gegen Hannibal in der Schlacht von Zama zu behaupten und auch den Zweiten Punischen Krieg für sich zu entscheiden. So sei Hannibal nach der verlorenen Schlacht nach Karthago zurückgekehrt und „erklärte in der Ratsversammlung, er habe nicht nur eine Schlacht verloren, sondern er sei wirklich besiegt und es bestehe keine Hoffnung auf Rettung, außer darin, den Frieden zu erlangen.“38 Der folgende Vertrag beinhaltete nicht nur Reparationszahlungen, die Reduktion der Schiffe, das Überlassen der iberischen Halbinsel und das Abtreten afrikanischer Gebiete an das mit Rom verbündete Numidenreich, sondern auch eine vollständige Einschränkung der autonomen Außenpolitik, das heißt Karthago war es nicht erlaubt, Kriege ohne die Einverständnis Roms zu führen.
Durch den Zweiten Punischen Krieg wurde Rom endgültig zur Hegemonialmacht des Mittelmeeres, beherrschte die neue Provinz Hispania und hatte durch das Bündnis mit den karthagischen Nachbarn dem Numidenreich die Punier scheinbar als Gegner beseitigt. Der Stadtstaat beherrschte nun nicht nur die italische, sondern auch die iberische Halbinsel sowie das Mittelmeer und Nordafrika.39
Ein Konflikt zwischen dem Numidenreich und den Karthagern galt als Auslöser des letzten Krieges gegen die Punier. Der Dritte Punische Krieg dauerte nur drei Jahre und endete dieses Mal nicht mit einem neuen Friedensvertrag. Karthago wurde zum Ende des Krieges im Jahre 146 nach Christus vollends zerstört. Nach der Zerstörung Karthagos gründete Rom eine neue Provinz Africa auf diesem Gebiet.40
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Stellt Roms Entwicklung zur Weltmacht vor, definiert den Untersuchungszeitraum und umreißt die zu behandelnden Themen wie den Imperiumsbegriff, die römische Politik und die Expansionskriege.
II. Begriff des Imperiums: Definiert den Begriff des Imperiums, unterscheidet ihn von Staaten und Hegemonien und erläutert seine zeitliche und räumliche Variabilität sowie das "Integrationsgefälle".
III. Politik der römischen Republik: Beschreibt die interne politische Organisation Roms, die sich durch Gesetzesentwicklung und Ständekämpfe formte, sowie die Bedeutung des römischen Bürgerrechts und der Bundesgenossen für militärischen Erfolg und Integration.
IV. Beginn der Ausbreitung der römischen Herrschaft: Skizziert die frühe territoriale Expansion Roms durch Konflikte mit italischen Nachbarstämmen und die Samnitenkriege, die Rom zur Hegemonialmacht in Mittelitalien machten.
V. Punische Kriege: Beschreibt die drei entscheidenden Kriege gegen Karthago, die Roms Aufstieg zur führenden Seemacht im Mittelmeerraum ermöglichten und zur Gründung erster Provinzen führten, sowie die endgültige Zerstörung Karthagos.
VI. Rom im Osten: Behandelt Roms Expansion in den östlichen Mittelmeerraum durch Kriege gegen Makedonien und das Seleukidenreich, was die römische Herrschaft ausdehnte und neue Bündnisse etablierte.
VII. Pompeius und Caesar: Erläutert, wie Pompeius und Caesar durch ihre Feldzüge im Osten (Neuordnung des Vorderen Orients) und Westen (Gallische Kriege) neue Provinzen gründeten und ihren Machteinfluss in Rom stärkten.
VII. Die Schlacht von Actium: Beschreibt die entscheidende Schlacht zwischen Antonius und Octavian, die Octavian zum Sieg verhalf, das Ende des Ptolemäerreiches besiegelte und somit das Ende der hellenistischen Epoche markierte.
VIII. Fazit: Fasst die wesentlichen Faktoren für Roms Aufstieg zusammen, darunter militärische Erfolge, die innenpolitische Organisation, das Bündnissystem und die strategische Provinzgründung.
Schlüsselwörter
Rom, Weltmacht, Republik, Imperium, Punische Kriege, Karthago, Mittelmeerraum, Expansion, Verfassung, Bürgerrecht, Bundesgenossen, Hannibal, Pompeius, Caesar, Schlacht von Actium, Hellenismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Aufstieg Roms von einer kleinen Siedlung zu einer Weltmacht während der römischen Republik, wobei entscheidende Momente und zugrunde liegende Faktoren analysiert werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themenfelder sind die Definition des Imperiums, die interne Politik der römischen Republik, die chronologische Darstellung der territorialen Expansion durch Kriege, die Rolle bedeutender Persönlichkeiten und entscheidender Schlachten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Rom sich von einer kleinen Siedlung zu einem Imperium entwickeln konnte und welche internen und externen Bedingungen für diesen Prozess ausschlaggebend waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen-analytischen Methode, die hauptsächlich auf antiken Geschichtsschreibern wie Polybios und Livius als Quellen beruht, um die Entwicklung Roms zu rekonstruieren und zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt den Begriff des Imperiums, die politische Struktur der römischen Republik (Verfassung, Bürgerrecht, Bundesgenossen), die verschiedenen Phasen der territorialen Ausbreitung Roms, insbesondere die Punischen Kriege, die Expansion im Osten sowie die Bedeutung von Persönlichkeiten wie Pompeius und Caesar und die Schlacht von Actium.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Schlüsselwörter wie Rom, Weltmacht, Republik, Imperium, Punische Kriege, Karthago, Mittelmeerraum, Expansion, Verfassung, Bürgerrecht, Bundesgenossen, Hannibal, Pompeius, Caesar, Schlacht von Actium und Hellenismus charakterisiert.
Warum waren die Punischen Kriege so entscheidend für Roms Aufstieg?
Die Punischen Kriege waren entscheidend, da Rom in diesen Konflikten Karthago, eine führende Seemacht, besiegen konnte, sich selbst von einer Landmacht zu einer Seemacht entwickelte, Provinzen gründete und die Hegemonie über den westlichen Mittelmeerraum erlangte.
Wie definierte sich der Begriff "Imperium" in der Antike im Gegensatz zu heute?
In der Antike wurde der Begriff "Imperium" relativ und variabel verstanden, ohne das Wissen über die gesamte Ausdehnung des Globus. Er unterschied sich von einem Staat durch flexible Grenzen und ein "Integrationsgefälle" vom Zentrum zur Peripherie.
Welche Rolle spielten das römische Bürgerrecht und das Bündnissystem für Roms militärischen Erfolg?
Das römische Bürgerrecht und das Bündnissystem waren grundlegend, da sie eine "unbegrenzte Reserve an Bürgern" für die römische Armee sicherstellten, die Loyalität der Verbündeten förderten und Widerstandsbewegungen verhinderten, was Roms expansive Außenpolitik maßgeblich unterstützte.
Was kennzeichnete die innenpolitische Organisation der römischen Republik?
Die innenpolitische Organisation war kein Produkt einer Verfassung, sondern ein historischer Prozess der Gesetzesentwicklung aus Ständekämpfen. Sie zeichnete sich durch eine Machtverteilung zwischen Konsuln (monarchisch), dem Senat (aristokratisch) und dem Volk (demokratisch) aus.
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- Sinja Köhne (Autor), 2018, Roms Aufstieg zur Weltmacht. Entscheidende Momente und Faktoren in der Republik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1689063