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Frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD) und ihre genetische Basis im MAPT- Gen

Neuropsychologische Merkmale, Differenzialdiagnostik und Implikationen für die klinische Praxis

Title: Frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD) und ihre genetische Basis im MAPT- Gen

Term Paper , 2025 , 40 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julian Petz (Author)

Medicine - Neurology, Psychiatry, Addiction
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Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, in welchem Verhältnis die Mutation des MAPT-Gens und FTLD-Symptome stehen, und wie diese genauer untersucht werden können.

Die frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD) bezeichnet eine klinisch relevante Gruppe neurodegenerativer Erkrankungen mit heterogener Genese. Die Erkrankung geht typischerweise mit einem selektiven Untergang neuronaler Strukturen im frontalen und temporalen Kortex einher (Bang et al., 2015). Anders als bei anderen demenziellen Störungsformen wie der Alzheimer-Demenz (AD) stehen bei der FTLD häufig behaviorale Veränderungen, exekutive Dysfunktionen und sprachliche Beeinträchtigungen im Vordergrund, was eine hoch anspruchsvolle differenzierte diagnostische Herangehensweise notwendig macht (Rascovsky et al., 2011). Genetische Untersuchungen der vergangenen Zeit konnten u. a. aufzeigen, dass Mutationen im MAPT-Gen, welches für das sog. mikrotubuliassoziierte Tau-Protein kodiert, eine der zentralen molekularen Ursachen für bestimmte FTLD-Subtypen darstellen (Greaves & Rohrer, 2019). Diese Tau-korrelierten FTLD-Formen sind u. a. durch intrazelluläre Tau-Plaques gekennzeichnet und gehören damit zur Gruppe der Taupathien (Greaves & Rohrer, 2019). Das Verständnis dieser genetischen Pathomechanismen bietet dabei nicht nur spannende Einblicke in die Neurobiologie der Erkrankung, sondern auch neue diagnostische und therapeutische Ansätze.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • Tabellenverzeichnis
  • Abkürzungsverzeichnis
  • 1. Einleitung und theoretischer Hintergrund
    • 1.1. Problemstellung und Relevanz
    • 1.2. Zielsetzung der Beschäftigung
  • 2. Pathologie der Frontotemporalen Lobärdegeneration (FTLD)
    • 2.1. Definition und Klassifikation
      • 2.1.1. Klinische Subtypen und neuropsychologische Merkmale
    • 2.2. Ätiologie und Epidemiologie
    • 2.3. Verlauf und Mortalität
  • 3. Das MAPT-Gen und dessen Manifestation in FTLD-Syndromen
    • 3.1. Struktur und Funktion des MAPT-Gens und assoziierter Tau-Proteine
    • 3.2. Pathomechanismen bei FTLD-assoziierten MAPT-Mutationen
  • 4. Die multimodale Diagnostik der FTLD
    • 4.1. Eine Empfehlung: Neuropsychologische Test- und Differentialdiagnostik
    • 4.2. Eine Empfehlung: Genetische Differentialdiagnostik
  • 5. Diskussion
    • 5.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
    • 5.2. Kritische Reflektion und Limitationen
    • 5.3. Implikationen für die klinische Praxis
    • 5.4. Ein Ausblick
  • Literaturverzeichnis
    • Buchquellen
    • Internetquellen
  • Appendix
    • A

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die genetischen Grundlagen der Frontotemporalen Lobärdegeneration (FTLD), insbesondere des MAPT-Gens, zu analysieren und deren Beziehung zu den neuropsychologischen Merkmalen der Erkrankung darzustellen. Ergänzend werden diagnostische Empfehlungen gegeben und praktische Implikationen für die klinische Versorgung diskutiert. Die zentrale Forschungsfrage lautet: „In welcher Beziehung stehen Mutationen des MAPT-Gens und FTLD-Syndrome und wie könnten sie genauer Untersucht werden?“

  • Analyse der genetischen Grundlagen der FTLD, mit Fokus auf das MAPT-Gen.
  • Darstellung der neuropsychologischen Merkmale verschiedener FTLD-Subtypen.
  • Entwicklung diagnostischer Empfehlungen für die FTLD.
  • Diskussion praktischer Implikationen für die klinische Versorgung von FTLD-Patienten.
  • Untersuchung der Pathomechanismen von MAPT-Mutationen bei FTLD-Syndromen.

Auszug aus dem Buch

Struktur und Funktion des MAPT-Gens und assoziierter Tau-Proteine

Das sogenannte microtubuli assoziierte Protein Tau (MAPT-Gen) befindet sich als Gensequenz auf dem 17. Chromosom (Abschnitt q21.2 / q21.3) und kodiert für Tau-Proteine, welche von zentralem Stellenwert für die Stabilisierung des neuronalen Zellskelett ist (Respondek et al., 2021; Zhang et al., 2017). Die Sequenz umfasst insgesamt 16 Exons, von denen 3 durch alternatives Splicing zu verschiedenen Transkriptvarianten führen bzw. verschiedene Protein-Isoformen exprimieren (Respondek et al., 2021; Rabinovici & Miller, 2010; Zhang et al., 2017). Die jeweiligen Isoformen unterscheiden sich dabei in ihrer Struktur und werden in zwei Proteingruppen zusammengefasst. 3R-Tau-Proteine und 4R-Tau-Proteine unterscheiden sich im Wesentlichen darin, wie viele „tandem repeats" sie aufweisen (Respondek et al., 2021). Tandem Repeats bezeichnen sich wie-derholende Aminosäuren-Sequenzabschnitte innerhalb eines Proteins, von denen inner-halb der Gruppen entweder 3 (3R) oder 4 (4R) Wiederholungen vorliegen. Diese Wieder-holungen ermöglichen damit die physikalische Bindung von Tau-Proteinen an Mikro-tubuli, wobei Proteine mit mehr Repeats das neuronale Zytoskelett stärker stabilisierenn (Respondek et al., 2021; Wang & Mandelkow, 2015). Beide Tau-Gruppen sind in ihrer Funktion wichtig zum Erhalt der normalen Funktion des ZNS (Wang & Mandelkow, 2015). Im gesunden adulten menschlichen Gehirn lässt sich ein ausgeglichenes Verhältnis von 3R- und 4R-Tau feststellen (Respondek et al., 2021). Das beschriebene Tau-Protein gehört der funktionellen Gruppe der Mikrotubuli-assoziierten Proteine (MAPs) an, wel-che sich vorwiegend in Neuronen manifestieren. Die Eiweiße lokalisieren sich damit pri-mär in Axonen und lassen sich weiterhin in geringerem Maße in Dendriten, Zellkernen und anderen Zellbestandteilen nachweisen (Wang & Mandelkow, 2015). Aufgrund der molekularbiologischen Struktur des Proteins moduliert Tau wesentliche Funktionen des neuronalen Stoffwechsels. So würden die Proteine verschiedene essentielle Funktionen erfüllen, wobei die Stabilisierung von Mikrotubuli die Wesentlichste sei (Wang & Man-delkow, 2015, S. 7). Mikrotubuli sind röhrenförmig angelegte Zellstrukturen, welche am intrazellulären bzw. axonalen Transport beteiligt sind. Sie sorgen damit für die Beförde-rung von Proteinen und Vesikeln, welche für die neuronale Zelleninteraktion essenziell sind (Wolf & Böhm, 1997). Durch Tau-Proteine wird der Zerfall dieser Mikrotubuli ver-hindert (Respondek et al., 2021). Weitere Funktionen umfassen beispielsweise die Mit-wirkung an neuronaler Plastizität oder den Schutz der DNA im Zellkern. Die Aufgabe von Tau außerhalb neuronaler Strukturen ist weitgehend unbekannt (Wang & Mandel-kow, 2015).

Insgesamt betrachtet bildet das MAPT-Gen mit seinen kodierten Tau-Isoformen eine ent-scheidende Grundlage für das menschliche Nervensystem. Eine Dysregulation dieser Pro-zesse steht in direkter Verbindung zur Entstehung verschiedener neurodegenerativer Er-krankungen, insbesondere allerdings mit tauopathischen Subtypen der frontotemporalen Lobärdegeneration, welche als FTLD-Tau (je nach Literatur auch FTLD-MAPT) klassi-fiziert werden (Respondek et al., 2021; Rabinovici & Miller, 2010).

Wie bereits unter 2.2. beschrieben zählen Taupathien als genetische Ursache zu den häu-figsten FLTD-assoziierten Pathomechanismen. Über Mutationen im MAPT-Gen (meist Exon 9 bis 12 betroffen), welches für Tau kodiert, führen Taupathien zu Störungen in der Expression, der molekularen Struktur sowie der Funktion des Tau-Proteins. Die Folge sind einige klinische Subtypen der FTLD (Respondek et al., 2021). Aufgrund verschie-dener Mutationen zeigen sich unterschiedliche Wirkmechanismen, welche zum Unter-gang von Nervenzellen v. a. im frontalen und temporalen Bereich des Hirns führen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel führt in die Frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD) ein, beleuchtet deren Relevanz und diagnostische Herausforderungen und formuliert die Ziele der Arbeit bezüglich genetischer Grundlagen und neuropsychologischer Merkmale.

2. Pathologie der Frontotemporalen Lobärdegeneration (FTLD): Der Abschnitt beschreibt die heterogene Natur der FTLD, ihre Definition, Klassifikation in verschiedene klinische Subtypen mit spezifischen neuropsychologischen Merkmalen sowie Ätiologie, Epidemiologie, Verlauf und Mortalität der Erkrankung.

3. Das MAPT-Gen und dessen Manifestation in FTLD-Syndromen: Dieses Kapitel erklärt die Struktur und Funktion des MAPT-Gens und der assoziierten Tau-Proteine sowie die zugrundeliegenden Pathomechanismen, durch die Mutationen im MAPT-Gen zur Neurodegeneration bei FTLD beitragen.

4. Die multimodale Diagnostik der FTLD: Hier wird die Notwendigkeit eines umfassenden, interdisziplinären Ansatzes für die FTLD-Diagnostik erörtert, inklusive detaillierter Empfehlungen für neuropsychologische Testverfahren und die genetische Differentialdiagnostik.

5. Diskussion: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen, reflektiert kritisch bestehende Limitationen in Diagnostik und Klassifikation und leitet daraus praktische Implikationen für die klinische Praxis sowie einen Ausblick für zukünftige Forschungsrichtungen ab.

Schlüsselwörter

Frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD), MAPT-Gen, Tau-Protein, Neuropsychologie, Differentialdiagnostik, Genetik, Neurodegeneration, Demenzen, Taupathien, Klinische Praxis, Behaviorale Variante der FTD (bvFTD), Semantische Demenz (SD), Progressive Supranukleäre Blickparese (PSP), Kortikobasales Syndrom (CBS), Mikrotubuli.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit der Frontotemporalen Lobärdegeneration (FTLD), einer Gruppe neurodegenerativer Erkrankungen, wobei der Fokus auf ihren genetischen Ursachen, insbesondere Mutationen im MAPT-Gen, und ihren neuropsychologischen Merkmalen liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die genetischen Grundlagen der FTLD, die spezifischen neuropsychologischen Merkmale der verschiedenen FTLD-Subtypen, die Entwicklung von diagnostischen Empfehlungen sowie die Implikationen dieser Erkenntnisse für die klinische Versorgung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die genetischen Grundlagen der FTLD mit besonderem Fokus auf das MAPT-Gen zu analysieren und in Beziehung zu neuropsychologischen Merkmalen zu setzen. Die Forschungsfrage lautet: „In welcher Beziehung stehen Mutationen des MAPT-Gens und FTLD-Syndrome und wie könnten sie genauer Untersucht werden?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Analyse und Synthese einschlägiger Primärliteratur in Form von fundierten und reviewten Studien, um die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den genannten Themen aufzubereiten und zu bewerten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Pathologie der FTLD (Definition, Klassifikation, Ätiologie, Epidemiologie, Verlauf), die Rolle des MAPT-Gens und dessen Pathomechanismen bei FTLD-Syndromen sowie die multimodale Diagnostik, einschließlich neuropsychologischer und genetischer Differentialdiagnostik, detailliert behandelt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD), MAPT-Gen, Tau-Protein, Neuropsychologie, Differentialdiagnostik, Genetik, Neurodegeneration und Klinische Praxis.

Wie trägt das MAPT-Gen zur Pathogenese der FTLD bei?

Mutationen im MAPT-Gen, das für Tau-Proteine kodiert, führen zu Störungen in der Proteinexpression, -struktur und -funktion. Dies resultiert in der Akkumulation von fehlgefalteten Tau-Proteinen und schließlich zum Absterben von Nervenzellen, insbesondere im Frontal- und Temporallappen.

Welche Rolle spielen neuropsychologische Tests in der Diagnostik der FTLD?

Neuropsychologische Tests sind ein fundamentaler Bestandteil der FTLD-Diagnostik, da sie ein breites Spektrum kognitiver Funktionen wie exekutive Funktionen, Sprachverarbeitung, semantisches Gedächtnis, soziale Kognition, visuell-räumliche Fähigkeiten und motorische Funktionen überprüfen und so zur Differenzierung der Subtypen beitragen.

Warum ist eine multidisziplinäre Herangehensweise bei der Diagnose von FTLD wichtig?

Aufgrund der hohen klinischen und ätiologischen Heterogenität der FTLD ist eine multidisziplinäre Diagnostik, die klinische Befunde, neuropsychologische Testungen, bildgebende Verfahren und genetische Analysen integriert, unerlässlich für eine präzise und verlässliche Diagnose.

Welche ethischen Aspekte sind bei der genetischen Diagnostik der FTLD zu beachten?

Bei der genetischen Diagnostik sind ethische Herausforderungen zu berücksichtigen, insbesondere im Hinblick auf prädiktive Testungen bei asymptomatischen Personen, mögliche Stigmatisierung und die Belastung für Familienangehörige, was eine fundierte psychologische Gesprächsführung erfordert.

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Details

Title
Frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD) und ihre genetische Basis im MAPT- Gen
Subtitle
Neuropsychologische Merkmale, Differenzialdiagnostik und Implikationen für die klinische Praxis
Course
Neurologie und Neuropsychologie
Grade
1,3
Author
Julian Petz (Author)
Publication Year
2025
Pages
40
Catalog Number
V1690504
ISBN (PDF)
9783389175989
ISBN (Book)
9783389175996
Language
German
Tags
Neurologie Neuropsychologie Medizin Genetik Biologie Frontotemporale Lobärdegeneration Neurodegeneration Demenz Neuropsychologische Tests Testbatterie PSP CBS FTLD FTD bvFTD MAPT Gen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Petz (Author), 2025, Frontotemporale Lobärdegeneration (FTLD) und ihre genetische Basis im MAPT- Gen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1690504
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