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Wie kann die Integrative Lerntherapie (ILT) in bayerischen Grundschulen, mit dem Schulprofil "Inklusion", gewinnbringend eingebunden werden?

Title: Wie kann die Integrative Lerntherapie (ILT) in bayerischen Grundschulen, mit dem Schulprofil "Inklusion", gewinnbringend eingebunden werden?

Bachelor Thesis , 2025 , 58 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Michaela Jung (Author)

Pedagogy - Inclusion
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit soll Möglichkeiten aufzeigen, wie die Lerntherapie in Regelschulen, speziell Grundschulen mit dem Profil "Inklusion", sinnvoll eingebunden werden kann, damit allen Kindern mit Lernschwierigkeiten, eine niedrigschwellige Intervention zugänglich wird. In diesem Zusammenhang wird der aktuelle Stand der Umsetzung des §24 der UN-Behindertenkonvention in bayerischen Grundschulen mit dem Profil Inklusion beleuchtet. Formale und Rechtliche Vorgaben des bayerischen Schulsystems, Grundlagen der lerntherapeutischen Arbeit und des Lehrerberufs, sowie die Kennzeichen einer guten inklusiven Schulentwicklung bilden die Basis weiterer Überlegungen. Darauf aufbauend werden Gelingensbedingungen einer erfolgreichen Zusammenarbeit beider Professionen erörtert und anhand von Praxisbeispielen veranschaulicht. Empirische Untersuchungen runden die aktuelle Datenlage ab. Am Ende der Arbeit steht eine Konzeption zur Ausgestaltung einer Kooperation von ILT und Schule im Sinne einer inklusiven Schulentwicklung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einführung
  • 2. Schule - Lernstörung – Integrative Lerntherapie
    • 2.1 Formale Grundlagen der Grundschule mit Profil „Inklusion“ in Bayern
    • 2.2 Eckpunkte guter inklusiver Schulentwicklung
    • 2.3 Definition und Grundlagen der Integrativen Lerntheorie
    • 2.4 Relevanz der ILT für inklusive Bildung
    • 2.5 Grundlegende Unterschiede der Bildungsprofessionen und gewinnbringende Verzahnungsmöglichkeiten
  • 3. Gemeinsame Schulentwicklung in der Praxis
    • 3.1 Klar definierte Zuständigkeiten – „Response-to-Intervention-Modell“
    • 3.2 Multiprofessionelles Team – „Kokonstruktion“
    • 3.3 Beispiele einer erfolgreichen Kooperation zwischen ILT und Schule
  • 4. Empirische Untersuchungen – Lerntherapie in der Schule
    • 4.1 Forschungsprojekt „SchuLe“
    • 4.2 „LetS Go" – Studie
    • 4.3 Diskussion der Befunde im Kontext der ILT
  • 5. Konzeptionelle Ausgestaltung einer Kooperation von ILT und Schule im Sinne einer inklusiven Unterrichtsentwicklung
    • 5.1 Einführung
    • 5.2 Rechtliche und ethische Grundlagen
    • 5.3 Zielgruppen
    • 5.4 Ziele der Lerntherapie in der inklusiven Schulentwicklung
    • 5.5 Leitlinien einer gemeinsamen inklusiven Schulentwicklung
    • 5.6 Kooperationsstrukturen
    • 5.7 Strukturelle Rahmenbedingungen
    • 5.8 Einbindung der ILT in Schule
    • 5.9 Qualitätsmanagement
    • 5.10 Nutzen der Kooperation
  • 6. Fazit
    • 6.1 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse
    • 6.2 Implikationen für die Praxis
    • 6.3 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit verfolgt das Hauptziel, Wege aufzuzeigen, wie die Integrative Lerntherapie (ILT) in bayerischen Grundschulen, die das Schulprofil „Inklusion“ tragen, gewinnbringend eingebunden werden kann, um eine inklusive Schulentwicklung partnerschaftlich zu unterstützen und weiterzuentwickeln.

  • Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen und des aktuellen Standes der inklusiven Beschulung in Bayern.
  • Definition und Abgrenzung der Integrativen Lerntherapie im schulischen Kontext.
  • Identifizierung von Unterschieden und Anknüpfungspunkten zwischen Lehrkräften und Lerntherapeut:innen für gemeinsame Kooperationen.
  • Vorstellung und Diskussion von Modellen und praktischen Beispielen gelungener Schulentwicklung durch Zusammenarbeit.
  • Zusammenfassung und Implikationen aktueller empirischer Forschung zur Lerntherapie in Schulen.
  • Entwicklung eines konzeptionellen Rahmens für eine inklusive Unterrichtsentwicklung unter Einbindung der ILT.

Auszug aus dem Buch

2.3 Definition und Grundlagen der Integrativen Lerntheorie

„Die integrative Lerntheorie ist eine interdisziplinäre Therapieform, zur Behandlung von Lern-, Leistungs- und Entwicklungsstörungen“ im schulischen Kontext (Seyfried, 2025). Schwerpunkt der Intervention, ist die Vermittlung der grundlegenden Kulturtechniken, bei Lese–Rechtschreibstörung (Legasthenie, Dyslexie) und Rechenstörung (Dyskalkulie), mit dem Ziel, der Teilhabe und Eingliederung in die Gesellschaft. Sie bedient sich dabei „wissenschaftlicher Erkenntnisse aus der Pädagogik, Psychologie und Medizin, aus der Linguistik und der Mathematik“ und fasst „psychotherapeutische und fachdidaktische Komponenten zu einer lerntherapeutischen Intervention zusammen“ (Bender et al., 2017, S. 65). Lerntherapie folgt dabei einem humanistischen Menschenbild und bekennt sich zur uneingeschränkten Würde eines jeden Individuums. Grundsatz ist „die Autonomie der Klient:innen zu respektieren, Schaden zu vermeiden, Nutzen zu mehren“ und „Chancengleichheit und Gerechtigkeit anzustreben“ (FiL, 2024, S.3). Lerntherapie versteht Lernstörungen als Wirkungsgefüge. Ziel der ILT ist, die negative Dynamik der drei Wirkkreisläufe, Kind, Umfeld (Schule, Eltern) und Lerninhalte, zu durchbrechen und nachteilige Lernstrukturen, in positive Lernmuster, zu wandeln (vgl. Bender et al., 2017). Die Definition schafft eine klare Abgrenzung zur Nachhilfe. Nachhilfe eignet sich, um bei Schüler:innen mit grundsätzlich fundiertem Basiswissen, kurzfristig entstandene Lernrückstände aufzuholen. Lerntherapie greift, bei umfassenden Entwicklungsstörungen, die nur durch eine längerfristige und allumfassende therapeutische Unterstützung behoben werden können (Dudeninstitut f. Lerntherapie, 2025). Hierdurch lässt sich auch eine klare Abgrenzung zur Sonderpädagogik herstellen.

Die Relevanz für inklusive Bildung ergibt sich aus den bereits dargelegten Anforderungen einer inklusiven Schule und dem ethischen Menschenbild und Berufsprofil der Integrativen Lerntherapie. Lerntherapeut:innen verfügen über fundierte, interdisziplinäre und therapeutische Handlungskompetenzen, die nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen (2025) im Kompetenzwert 6 (B.A.) bzw. 7 (M.A.) eingestuft sind (FiL, 2024). Das Berufsbild Integrative:r Lerntherapeut:in beinhaltet ein breit gefächertes und detailliertes Fachwissen in den Bereichen Entwicklungs-, Lern- und Verhaltenspsychologie und befähigt zur therapeutischen Beratung und Beziehungsgestaltung (FiL, 2024). Ein relevanter Ausbildungsschwerpunkt ist der Schriftsprach- und Rechenerwerb bei Schüler:innen mit erheblichen Lernbeeinträchtigungen und Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten (Bender et al., 2017). Lerntherapeut:innen verfügen in diesem Bereich über umfangreiches Fachwissen zu Methodik und Didaktik, sowie vertiefte Kenntnisse über sensomotorische und sprachliche Vorläuferfertigkeiten in beiden Lernbereichen (FiL, 2024).

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 (Einführung): Dieses Kapitel beleuchtet die rechtlichen Grundlagen der Inklusion in Bayern, beschreibt bestehende Schwierigkeiten bei der Umsetzung und begründet den dringenden Handlungsbedarf für die Unterstützung inklusiver Schulentwicklung durch Lerntherapeuten, insbesondere in Grundschulen.

Kapitel 2 (Schule - Lernstörung – Integrative Lerntherapie): Hier werden das System der bayerischen Grundschule mit „Inklusion“-Profil sowie die Integrative Lerntherapie definiert, Unterschiede zwischen den Bildungsprofessionen aufgezeigt und Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit zur Förderung inklusiver Bildung erarbeitet.

Kapitel 3 (Gemeinsame Schulentwicklung in der Praxis): Das Kapitel stellt verschiedene Modelle und Theorien für die praktische Gestaltung einer Kooperation von ILT und Schule vor, darunter das „Response-to-Intervention-Modell“ und die „Kokonstruktion“ in multiprofessionellen Teams, und illustriert diese anhand von erfolgreichen Kooperationsbeispielen.

Kapitel 4 (Empirische Untersuchungen – Lerntherapie in der Schule): Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse aktueller empirischer Studien, wie das Forschungsprojekt „SchuLe“ und die „LetS Go“-Studie, zusammen, um Erkenntnisse über die Organisation, Rahmenbedingungen und den wahrgenommenen Nutzen lerntherapeutischer Arbeit in Schulen zu gewinnen.

Kapitel 5 (Konzeptionelle Ausgestaltung einer Kooperation von ILT und Schule im Sinne einer inklusiven Unterrichtsentwicklung): Basierend auf den vorhergehenden Analysen entwickelt dieses Kapitel ein detailliertes Konzept für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen ILT und Schule, das rechtliche, ethische, strukturelle und praktische Aspekte der Einbindung der Lerntherapie in den Schulalltag umfasst.

Kapitel 6 (Fazit): Das abschließende Kapitel resümiert die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit, leitet konkrete Implikationen für die Praxis ab und bietet einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Etablierung der Integrativen Lerntherapie im bayerischen Bildungssystem.

Schlüsselwörter

Integrative Lerntherapie, Inklusion, bayerische Grundschulen, Lernstörungen, Kooperation, multiprofessionelles Team, Förderbedarf, Schulentwicklung, präventive Intervention, Chancengleichheit, Bildungsstandards, Lernstrategien, Diagnostik, Ressourcenmanagement, Elternarbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit untersucht, wie die Integrative Lerntherapie (ILT) gewinnbringend in bayerische Grundschulen mit dem Schulprofil „Inklusion“ integriert werden kann, um eine effektive inklusive Schulentwicklung zu unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die rechtlichen Grundlagen der Inklusion, die Definition und Rolle der Integrativen Lerntherapie, Modelle für multiprofessionelle Kooperationen, empirische Forschung zur ILT in Schulen sowie die konzeptionelle Ausgestaltung einer Zusammenarbeit von ILT und Schule.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie inklusive Schulentwicklung durch Lerntherapeuten unterstützt und partnerschaftlich weiterentwickelt werden kann, beantwortend die Forschungsfrage: „Wie kann die Integrative Lerntherapie (ILT) in bayerischen Grundschulen, mit dem Schulprofil „Inklusion“, gewinnbringend eingebunden werden?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert hauptsächlich auf einer umfassenden Literaturanalyse relevanter Forschungsergebnisse und Konzepte. Sie analysiert die Ergebnisse empirischer Studien zur Lerntherapie in Schulen und entwickelt darauf aufbauend ein konzeptionelles Rahmenwerk.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das System der Grundschule mit Inklusionsprofil, definiert die Integrative Lerntherapie, erörtert Kooperationsmodelle wie das „Response-to-Intervention-Modell“ und die „Kokonstruktion“, präsentiert empirische Untersuchungen und schlägt ein konkretes Konzept für die Integration der ILT in Schulen vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Integrative Lerntherapie, Inklusion, bayerische Grundschulen, Lernstörungen, Kooperation, multiprofessionelles Team, Förderbedarf und Schulentwicklung charakterisieren die Arbeit.

Welche Herausforderungen bestehen bei der Umsetzung inklusiver Bildung in bayerischen Grundschulen?

Herausforderungen umfassen den Mangel an speziell geschulten Fachlehrkräften, hohe Zahlen an Kindern mit Migrationshintergrund, die Doppelstruktur des Bildungssystems, fehlende adäquate Ressourcen sowie unzureichende Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte, die oft zu einer ablehnenden Haltung gegenüber heterogenen Klassen führen.

Wie unterscheidet sich die Integrative Lerntherapie von herkömmlicher Nachhilfe?

Im Gegensatz zur Nachhilfe, die kurzfristig Lernrückstände bei fundiertem Basiswissen aufholt, greift die Integrative Lerntherapie bei umfassenden Entwicklungsstörungen und zielt auf eine längerfristige, allumfassende therapeutische Unterstützung ab, basierend auf interdisziplinärem Fachwissen aus Pädagogik, Psychologie, Medizin, Linguistik und Mathematik.

Welche Kooperationsformen zwischen ILT und Schulen werden in der Arbeit vorgestellt?

Die Arbeit stellt verschiedene Kooperationsformen vor, darunter den informellen Austausch, die arbeitsteilige Kooperation mit klaren Aufgabenbereichen sowie die „Kokonstruktion“, die einen kontinuierlichen Wissenstransfer und gemeinsame Zielsetzungen für eine tiefgreifende inklusive Schulentwicklung beinhaltet.

Welche Rolle spielt die Schulleitung bei der Implementierung kokonstruktiver Kooperationen?

Eine positive Schulkultur und die Unterstützung der Schulleitung sind entscheidend für die Umsetzung kokonstruktiver Kooperationen. Die Schulleitung muss den inklusiven Leitgedanken vorleben und die Schaffung nötiger struktureller Rahmenbedingungen für einen vertrauensvollen Austausch und Wissenstransfer fördern.

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Details

Title
Wie kann die Integrative Lerntherapie (ILT) in bayerischen Grundschulen, mit dem Schulprofil "Inklusion", gewinnbringend eingebunden werden?
College
Technical University of Chemnitz  (TUCed - An-Institut für Transfer und Weiterbildung)
Course
Abschlussarbeit
Grade
1,3
Author
Michaela Jung (Author)
Publication Year
2025
Pages
58
Catalog Number
V1692496
ISBN (PDF)
9783389178089
ISBN (Book)
9783389178096
Language
German
Tags
Inklusion Lernschwierigkeiten Lerntherapie Schulentwicklung Bayern Konzeption Praxisbeispiele Studien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Jung (Author), 2025, Wie kann die Integrative Lerntherapie (ILT) in bayerischen Grundschulen, mit dem Schulprofil "Inklusion", gewinnbringend eingebunden werden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1692496
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