Die vorliegende Ausarbeitung untersucht die Voraussetzungen und Maßnahmen für einen erfolgreichen Absatz von Publikumszeitschriften mithilfe von E-Commerce-Systemen. Als Grundlage der Analyse dienen die derzeitigen Marktsituationen, welche im deutschen sowie schweizerischen Markt vorgefunden werden. Ziel ist es, relevante Determinanten zu identifizieren und deren Auswirkung auf den Erfolg eines E-Commerce-Angebotes darzustellen.
Publikumszeitschriften sind ein elementarer Bestandteil der Printmedien und tragen entscheidend zur Pressevielfalt bei. Demzufolge sind sie für eine funktionierende öffentliche Meinungsbildung unerlässlich. Die Weltwirtschaftskrise im Jahre 2007 und der damit verbundene Zusammenbruch der Realwirtschaft beeinflussten den Printsektor enorm. Infolgedessen überprüften Anzeigenkunden ihr Engagement im Zeitschriftensegment kritisch oder quittierten dieses gänzlich. Der größte Verlierer in diesem Bereich war die Publikumszeitschrift. Durch den Wegfall von Anzeigenkunden und dem gleichzeitigen Verlust an Reichweite sahen sich die Verlagshäuser gezwungen, neue Absatzwege für die Publikumszeitschriften zu entwickeln.
Ironischerweise wurde gerade jenes Medium „als große Chance zum Ausbau ihrer Geschäftsfelder“ angesehen, welches Jahre zuvor noch deren Existenz bedrohte. Verstärkt rückte daraufhin die Abonnentengenerierung mithilfe des Internets in den Fokus der Marketingmaßnahmen. Dr. Andreas Wiele, Vorstandsmitglied der Axel Springer AG, konstatierte in diesem Zusammenhang: „2007 wird das erste Jahr sein, in dem wir mehr in das Onlinegeschäft investieren als in den Printmarkt“. Von dieser Euphorie getrieben, konnte von nun an kein Verlag mehr auf eine Präsentation seines Produktportfolios in Form von E-Commerce-Systemen verzichten.
Um den Erfolg dieser E-Commerce-Systeme sicherzustellen, muss man sich folgende Fragestellungen kritisch vor Augen führen:
1. Wie gelangt ein Internetnutzer überhaupt auf ein entsprechendes Online-Angebot?
2. Welche gestalterischen Erwartungen hat der Besucher an das E-Commerce-System?
3. Welche OnSite-Marketing-Instrumente beeinflussen den Absatz von Publikumszeitschriften positiv?
Diese Fragen soll die vorliegende Arbeit beantworten. In diesem Zusammenhang werden jene Themenkomplexe näher betrachtet, welche in den direkten Zuständigkeitsbereich des einzelnen E-Commerce-Betreibers fallen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Publikumszeitschriften
2.1.1. Begriffsabgrenzung
2.1.2. Zielgruppen
2.2. Verbreitung auf dem deutschen Absatzmarkt
2.2.1. Pressevielfalt
2.2.2. Konventionelle Absatzwege
2.2.2.1. Abonnement
2.2.2.2. Werbender Buch- und Zeitschriftenhandel
2.2.2.3. Einzelhandel
2.2.2.4. Lesezirkel
2.2.2.5. Bordexemplare
2.3. Verbreitung auf dem schweizerischen Absatzmarkt
2.3.1. Pressevielfalt
2.3.2. Konventionelle Absatzwege
2.3.2.1. Abonnement
2.3.2.2. Einzelverkauf
2.3.2.3. Sonstiger Verkauf
2.4. Der Absatzkanal Internet
2.4.1. Nutzungsverhalten
2.4.2. Casual Devices als Absatzkanal der Zukunft?
2.4.2.1. iKiosk von Axel Springer
2.4.2.2. Kiosksystem Pubbles
2.4.2.3. Zusammenfassung
2.5. Maßnahmen zur Absatzsteigerung
2.5.1. Suchmaschinen
2.5.2. Search Engine Optimization
2.5.2.1. Begriffsabgrenzung
2.5.2.2. OnPage-Optimierung
2.5.2.2.1. Keywords
2.5.2.2.2. HTML-Struktur
2.5.2.2.3. Title-Element
2.5.2.2.4. Meta-Keywords-Element
2.5.2.2.5. Meta-Description-Element
2.5.2.2.6. Headline-Elemente
2.5.2.2.7. Link-Element
2.5.2.2.8. Link-Struktur
2.5.2.2.9. Image-Element
2.5.2.2.10. Dynamische Webadressen
2.5.2.2.11. Produktbeschreibung im Mikroformat
2.5.2.2.12. Google-Sitemaps
2.5.2.2.13. Duplicate Content
2.5.2.3. OffPage-Optimierung
2.5.2.3.1. Vertrauenswürdigkeit
2.5.2.3.2. Link-Popularität
2.5.2.3.3. Social Bookmarking
2.5.2.3.4. Registrierung und Hosting
2.5.2.3.5. Zusammenfassung Deutschland
2.5.2.3.6. Zusammenfassung Schweiz
2.5.3. Search Engine Advertising
2.5.3.1.1. Anzeigen-Ranking
2.5.3.1.2. Qualitätsfaktor
2.5.4. Visuelles Erscheinungsbild
2.5.5. OnSite-Marketing-Instrumente
2.5.5.1. Bestsellerlisten
2.5.5.2. Phonetische Suche
2.5.5.3. Limitiertes Angebot
2.5.5.4. Weiterempfehlung
2.5.5.5. Zahlungsvarianten
2.5.5.6. Gütesiegel
2.5.5.7. Bewertungssysteme
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die notwendigen Voraussetzungen und Online-Marketing-Maßnahmen für einen erfolgreichen Absatz von Publikumszeitschriften durch E-Commerce-Systeme unter Berücksichtigung des deutschen und schweizerischen Marktes. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie Internetnutzer auf Online-Angebote gelangen, welche Erwartungen sie an die Gestaltung haben und welche OnSite-Marketing-Instrumente den Absatz fördern.
- Analyse des Zeitschriftenmarktes in Deutschland und der Schweiz
- Untersuchung des Internet-Nutzungsverhaltens und mobiler Absatzkanäle
- Bewertung von Suchmaschinenoptimierung (SEO) als Erfolgsfaktor
- Evaluierung von Suchmaschinenwerbung (SEA) und Qualitätsfaktoren
- Analyse von OnSite-Marketing-Instrumenten wie Gütesiegel und Bewertungssysteme
Auszug aus dem Buch
2.5.2.2.1. Keywords
Eine der wichtigsten Hauptaufgaben in der OnPage-Optimierung ist die Definition sowie Analyse der gewünschten Schlüsselbegriffe (engl.: Keywords)114. Hierbei ist zu beachten, dass Keywords nicht aus der Sicht des Verlages spezifiziert werden sollten. Vielmehr muss das Verhalten des Kunden, für eine entsprechende Definition herangezogen werden. Dabei gilt es vorherzusagen, welche(n) Begriff(e) der Kunde für seine Recherche nutzt. Über die Jahre hinweg, haben sich die Internetnutzer an den Umgang mit Suchmaschinen gewöhnt und ihr Suchverhalten entsprechend angepasst.
Studien belegen, dass Suchanfragen hauptsächlich in Verbindung mit zwei (33,65 Prozent) beziehungsweise drei (26,27 Prozent) Suchbegriffen abgesetzt werden. Die Suche mit nur einem Schlüsselbegriff wird laut Untersuchung lediglich von 15,52 Prozent der Internetnutzer bevorzugt115. Daher sollten zudem Wortgruppen definiert werden, welche das eigene Online-Angebot treffend beschreiben.
Die Schlüsselbegriffe müssen zusätzlich, innerhalb des Online-Angebots, korrekt ausgewiesen werden. Dabei ist auf die Keyword-Dichte zu achten, welche das Verhältnis zwischen Schlüsselbegriff und Dokumententext angibt. Laut Experteneinschätzungen sollte dieses zwischen zwei und sieben Prozent betragen116. Die sogenannte Silo-Theorie verfolgt den Ansatz, Schlüsselbegriffe benutzer sowie suchmaschinenoptimiert in die Internetpräsenz zu implementieren117. Dabei wird größter Wert auf die inhaltliche Fokussierung der Schlüsselbegriffe zum lesbaren Inhalt der Webseite gelegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Publikumszeitschriften für die Pressevielfalt dar und definiert die Zielsetzung, relevante Absatzdeterminanten für E-Commerce-Angebote zu identifizieren.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert umfassend die Marktsituation, die Rolle des Internets als Vertriebsweg sowie spezifische Online-Maßnahmen zur Absatzsteigerung, darunter SEO, SEA und verschiedene OnSite-Marketing-Instrumente.
3. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die zentralen Ergebnisse zur Optimierung von E-Commerce-Systemen für Publikumszeitschriften zusammen und betont die Bedeutung einer nutzerzentrierten Online-Strategie.
Schlüsselwörter
Publikumszeitschriften, E-Commerce, Absatzförderung, Suchmaschinenoptimierung, SEO, Suchmaschinenwerbung, SEA, Landing-Page, Conversion-Rate, Keyword-Analyse, Link-Popularität, Gütesiegel, Kundenbewertungen, Online-Marketing, Web-Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Verlage Publikumszeitschriften erfolgreich über E-Commerce-Systeme auf dem deutschen und dem Schweizer Markt absetzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Felder sind die Marktanalyse für Printprodukte, das Nutzerverhalten im Internet, Maßnahmen der Suchmaschinenoptimierung und -werbung sowie der Einsatz von OnSite-Marketing-Tools wie Gütesiegeln.
Welche Forschungsfragen werden beantwortet?
Die Arbeit fokussiert sich darauf, wie Nutzer Online-Angebote finden, welche Erwartungen sie an die Systemgestaltung haben und wie Instrumente wie Bestsellerlisten oder Bewertungen den Absatz beeinflussen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Autorin kombiniert eine Literaturanalyse zu Medien- und Internetmanagement mit einer explorativen Untersuchung von realen Bestelldaten und einer SEO-Analyse ausgewählter E-Commerce-Systeme.
Was wird im umfangreichen Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Marktanalyse (Print-Vertriebswege), die Rolle mobiler Endgeräte (Casual Devices) und eine detaillierte Anleitung zur technischen und inhaltlichen Optimierung (OnPage/OffPage) für Suchmaschinen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Dokument?
Wichtige Begriffe sind Publikumszeitschriften, E-Commerce, Suchmaschinenoptimierung, Conversion-Rate, Link-Popularität und nutzergenerierte Inhalte.
Warum ist das "Silo-Theorie"-Konzept in der Arbeit so relevant?
Es bietet einen deduktiven Ansatz, um Themenfelder auf Webseiten strukturiert zu kategorisieren und so die Sichtbarkeit bei Suchmaschinen durch thematische Fokussierung zu erhöhen.
Welche Bedeutung misst die Arbeit dem "Qualitätsfaktor" bei SEA-Kampagnen bei?
Der Qualitätsfaktor ist entscheidend, um trotz eines geringeren Klickgebots eine bessere Anzeigenpositionierung zu erreichen, da Google Nutzererfahrung und Relevanz der Zielseite bei der Platzierung berücksichtigt.
Warum wird "Duplicate Content" als Gefahr eingestuft?
Dubletten auf einer Website können zu einer Abstrafung durch Suchmaschinen führen, was die Auffindbarkeit des Online-Angebots massiv verschlechtert.
- Citar trabajo
- Kai Israel (Autor), 2011, Online-Maßnahmen zur Absatzförderung von Publikumszeitschriften im deutschen und schweizerischen Markt auf Basis von E-Commerce-Systemen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169311