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Die Auseinandersetzung mit der Heidenproblematik und insbesondere der Zwangstaufe im „Reinfried von Braunschweig“

Título: Die Auseinandersetzung mit der Heidenproblematik und insbesondere der Zwangstaufe im „Reinfried von Braunschweig“

Trabajo Escrito , 2007 , 15 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Kreuzzugsdichtung „Reinfried von Braunschweig“ (im Folgenden mit RvB abgekürzt). Im Rahmen des Referates zum Seminar „Kreuzzugsdichtung“ habe ich mich mit dem Textausschnitt zum Taufgespräch zwischen Reinfried von Braunschweig und dem Perserkönig im RvB beschäftigt. In dieser Arbeit soll dieses Thema ausgebaut werden und in das Gesamtwerk und im Speziellen den Kreuzzugsteil eingeordnet werden.
Das Besondere an diesem Abschnitt ist die Tatsache, dass dem heidnischen Perserkönig die Taufe erlassen wird. Angesichts der zuvor beschriebenen, äußerst brutalen Vorgehensweise der Kreuzritter ganz im Sinne des ‚miles christianus’ ist dieser Bruch in der Erzählung widersprüchlich und wirft Fragen auf. Gunda Dittrich-Orlovius zum Beispiel deutet diesen Widerspruch als Zeitklage des Autors gegenüber der Kreuzzugsideologie .
Ich möchte untersuchen, wie sich dieser Widerspruch zwischen der traditionellen Vorgehensweise und dem Toleranzgedanken im RvB niederschlägt, ob sich eventuell noch mehr Kritik an der allgemeinen Kreuzfahrerpraxis den Heiden gegenüber findet, wie sich diese darstellt und welche Lösungsansätze geboten werden.
Daraus ergibt sich folgendes Thema: Die Auseinandersetzung mit der Heidenproblematik und insbesondere der Zwangstaufe im „Reinfried von Braunschweig“.
Für die Bearbeitung des Themas habe ich mich zuerst anhand der Fachliteratur mit den Entstehungsumständen und dem Aufbau des RvB auseinandergesetzt, um mir einen Überblick zu verschaffen. Anschließend habe ich den Kreuzzugsteil gelesen und bezüglich des Umgangs mit den Heiden exzerpiert und eine Interpretation vorgenommen. Diese Ausführungen habe ich mit Meinungen aus der verwendeten Fachliteratur ergänzt. Dementsprechend gestaltet sich die Gliederung meiner Arbeit chronologisch anhand des Handlungsverlaufs im RvB.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Heidenproblematik im „Reinfried von Braunschweig“

2.1. Allgemeine Einordnung

2.2. Inhaltszusammenfassung

2.3. Heidenkampf

2.3.1. Reinfrieds Ankunft im Heiligen Land

2.3.2. Gegenwehr der Heiden und Belagerung

2.3.3. Ausbruch der Christen

2.3.4. Zweite Belagerungsphase

2.3.5. Zweikampf

2.3.6. Verhandlungen um die Zwangstaufe

2.3.6.1.Argumentation des Perserkönigs gegen eine Zwangstaufe

2.3.6.2.Reinfrieds Überlegungen und Entscheidung gegen die Zwangstaufe

3. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Heidenproblematik sowie das Motiv der Zwangstaufe im mittelhochdeutschen Epos „Reinfried von Braunschweig“. Ziel ist es, den offensichtlichen Widerspruch zwischen der rücksichtslosen Kreuzfahrerpraxis zu Beginn und dem späteren Toleranzgedanken gegenüber dem Perserkönig kritisch zu analysieren und als zeitgenössische Kritik (Zeitklage) des Autors an der Kreuzzugsideologie zu interpretieren.

  • Analyse der Kreuzzugsdarstellung im „Reinfried von Braunschweig“.
  • Untersuchung des Wandels im Umgang mit heidnischen Gegnern.
  • Interpretation der Zwangstaufe als politisch-moralisches Entscheidungsproblem.
  • Vergleich zwischen den Typen des „wilden“ und des „edlen“ Heiden.
  • Einordnung des Werkes in die literaturwissenschaftliche Debatte zur höfischen Toleranz.

Auszug aus dem Buch

2.3.6.2.Reinfrieds Überlegungen und Entscheidung gegen die Zwangstaufe

In dem anschließenden Textteil von Vers 17870 bis 17937, den ich auch in meinem Referat gemeinsam mit den Kommilitonen besprochen habe, entscheidet Reinfried über die Zwangstaufe des Heiden und der Autor bringt einige grundlegende kritische Aussagen zur Zwangstaufe zum Ausdruck.

Nach dem inständigen Bitten des Perserkönigs bezweifelt Reinfried den Sinn der Zwangstaufe. Diese Feststellung findet sich gleich am Anfang des Textes.

Folgende Überlegungen Reinfrieds werden angeführt: „boes ze boesem wirt geleit“. Nach der Bitte des Perserkönigs ist Reinfried klar, dass er ihm mit der Zwangstaufe wirklich schaden würde – wie der Heide gesagt hat, wird er dann kein König mehr sein können. Wenn man das weiterdenkt, könnt man schlussfolgern, das dahinter eine wichtige militärische Überlegung steckt: Wenn er den Perserkönig taufen würde und dieser daraufhin seine Machtposition verlöre, würde er in ihm einen entscheidenden Vertragspartner verlieren. Immerhin steht der Perserkönig für seine Begnadigung in Reinfrieds Schuld. Es wäre also eine strategische Dummheit, diesen Verbündeten durch die Zwangstaufe zu entmachten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Heidenproblematik ein und stellt die Forschungsfrage nach dem Widerspruch zwischen brutaler Gewalt und Toleranz im Werk.

2. Heidenproblematik im „Reinfried von Braunschweig“: Dieses Hauptkapitel analysiert den gesamten Heidenkampf, untergliedert in chronologische Sinnabschnitte, vom ersten brutalen Vorgehen bis hin zum ritterlichen Zweikampf.

2.1. Allgemeine Einordnung: Hier werden der unbekannte Autor sowie die Datierung des Fragments auf das Ende des 13. Jahrhunderts auf Basis philologischer Indizien diskutiert.

2.2. Inhaltszusammenfassung: Es folgt ein Überblick über die zweigliedrige Struktur des Werkes, die sowohl die Werbung Reinfrieds als auch den späteren Kreuzzug umfasst.

2.3. Heidenkampf: Dieser Abschnitt dient als strukturelle Basis für die Detailanalyse der verschiedenen Kampfbegegnungen im Heiligen Land.

2.3.1. Reinfrieds Ankunft im Heiligen Land: Das Kapitel beschreibt das grausame Agieren der Kreuzfahrer und die ethische Problematisierung durch den Autor.

2.3.2. Gegenwehr der Heiden und Belagerung: Hier wird die Belagerungssituation dargestellt, in der der Autor den Heiden ritterliche Ideale zuschreibt.

2.3.3. Ausbruch der Christen: Dieser Teil behandelt den brutalen nächtlichen Überfall der Kreuzritter und reflektiert das wiederkehrende Muster der Gewalt.

2.3.4. Zweite Belagerungsphase: Es wird die Reaktion des Baruc auf die vorherige Niederlage und der Beginn einer langen Belagerungszeit erläutert.

2.3.5. Zweikampf: Dieser zentrale Abschnitt analysiert das Duell zwischen Reinfried und dem Perserkönig als Begegnung zweier höfisch gleichgestellter Helden.

2.3.6. Verhandlungen um die Zwangstaufe: Das Kapitel untersucht die Debatte über die Konversion des besiegten Königs und die Gründe gegen eine Zwangstaufe.

2.3.6.1. Argumentation des Perserkönigs gegen eine Zwangstaufe: Es wird dargelegt, warum der Perserkönig aus politischen Gründen und mangelnder innerer Überzeugung gegen die Taufe argumentiert.

2.3.6.2. Reinfrieds Überlegungen und Entscheidung gegen die Zwangstaufe: Hier wird der Prozess analysiert, der zur bewussten Entscheidung Reinfrieds gegen die Zwangstaufe und für eine ritterliche Freundschaft führt.

3. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Entwicklung vom „Bösen“ zum „guten“ Heiden zusammen und bestätigt die These der Zeitklage.

Schlüsselwörter

Reinfried von Braunschweig, Kreuzzugsdichtung, Heidenproblematik, Zwangstaufe, Mittelalter, ritterliche Ideale, Toleranz, Perserkönig, Literaturanalyse, Zeitklage, höfische Dichtung, religiöse Grenze, Miles Christianus, Feindbild, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie im Epos „Reinfried von Braunschweig“ das Verhältnis zwischen christlichen Kreuzrittern und heidnischen Gegnern dargestellt wird, insbesondere im Hinblick auf Gewalt und Toleranz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Heidenproblematik, die ritterliche Ethik, das Motiv der Zwangstaufe sowie die Frage nach religiöser Toleranz in der höfischen Dichtung des Mittelalters.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Widerspruch zwischen der grausamen Darstellung der Kreuzzüge zu Beginn und der unerwarteten Versöhnung mit dem Perserkönig als gezielte Kritik des Autors an der zeitgenössischen Kreuzzugsideologie zu belegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer chronologischen Textanalyse, bei der der Handlungsverlauf des Werkes exzerpiert und mit fachwissenschaftlicher Literatur sowie Vergleichen zu anderen Werken (z.B. „Willehalm“) interpretiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Stadien des Heidenkampfes, vom grausamen Niedermetzeln über den ritterlichen Zweikampf bis hin zur Verhandlung über die Zwangstaufe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reinfried von Braunschweig, Kreuzzugsdichtung, Heidenproblematik, Zwangstaufe, ritterliche Ideale und höfische Toleranz charakterisiert.

Wie argumentiert der Perserkönig gegen die Taufe?

Der Perserkönig argumentiert primär politisch: Eine Zwangstaufe würde ihn seine königliche Ehre kosten und ihn in seinem Reich als König diskreditieren; zudem sei eine Taufe ohne inneren Glauben religiös sinnlos.

Warum verzichtet Reinfried schließlich auf die Zwangstaufe?

Reinfried erkennt, dass eine erzwungene Taufe moralisch sündhaft ist und militärisch sowie diplomatisch unklug wäre, da er den besiegten König als wertvollen Bündnispartner schätzt.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Auseinandersetzung mit der Heidenproblematik und insbesondere der Zwangstaufe im „Reinfried von Braunschweig“
Universidad
University of Bamberg
Curso
Kreuzzugsdichtung
Calificación
1,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
15
No. de catálogo
V169324
ISBN (Ebook)
9783640875894
ISBN (Libro)
9783640875955
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mediävistik Reinfried von Braunschweig Zwangstaufe Kreuzzug Heiden
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2007, Die Auseinandersetzung mit der Heidenproblematik und insbesondere der Zwangstaufe im „Reinfried von Braunschweig“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169324
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