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Iphigenie in Aulis - Versuch einer Darstellung aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht

Title: Iphigenie in Aulis - Versuch einer Darstellung aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 43 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Mag. art. Joachim Claucig (Author), Norbert Kautschitz (Author)

French Studies - Literature
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Warum der ,,Versuch einer Darstellung aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht"?

In der vorliegenden Arbeit wollen wir vor allem das Drama "Iphigénie en Aulide" von Jean Racine und seine "Librettoform" von Jean du Roullet für der Vertonung von Christoph Willibald Gluck unter die Lupe nehmen.
Wir wollen hierbei - wie es dem Untertitel dieser Arbeit zu entnehmen ist - versuchen, die Betrachtung des Dramas (und des Librettos) in eine Einführung über seine stoffliche Herkunft einzubetten, was auch mit dem Versuch in Verbindung steht, wesentliche Bemerkungen zur Rezeptionsgeschichte allgemein und zur speziellen Rezeptionsgeschichte des Stoffes der Iphigenie nicht auszulassen.
Als Ergebnis möchten wir mit dieser Zielsetzung dem Leser die Tatsache vor Augen führen und verständlich machen, dass ein Jahrhunderte alter Mythos auch heute noch aktuell sein kann und dies in der Regel auch ist, und, dass - so alt ein Mythos/ein Stoff auch sein mag - es immer wieder Menschen gab, gibt und geben wird, die sich mit alten Stoffen beschäftigen, um diese alten Stoffe auf ihre Weise in ihrer jeweiligen Epoche zu verwerten und für die jeweilige Zeit auszudeuten und zu adaptieren.
Um nun das Phänomen der Aktualität und der Aktualisierung von antiken Stoffen besser verstehen zu können, beginnen wir mit unserer Einführung in die Rezeptionsgeschichte, bevor wir uns der Iphigenie bei Racine und Gluck widmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. VORWORT

2. DIE REZEPTION EINES MYTHOS

2.1. Allgemeines zu Motiven und Stoff

2.1.1. Allgemeine Erläuterungen zu den Begriffen „Stoff“ und „Motiv“

2.1.2. Überlegungen zu Leitmotiven und Neubehandlungen eines bestimmten Stoffes

2.2. Der Mythos der Iphigenie in Aulis

2.2.1. Kurze Inhaltsangabe der Iphigeniensage

2.2.2. Über das Kernmotiv im Iphigenienstoff

2.2.3. Mythos, Ritual und Menschenopfer – Initiation und Königsersetzung bei Iphigenie

2.3. Der Iphigenienstoff als Werkvorlage

2.3.1. Antike Fassungen und Bearbeitungen des Stoffes

2.3.2. Die Iphigenie des Euripides

3. JEAN RACINE UND „IPHIGÉNIE“

3.1. Autor und Werk

3.1.1. Kurzer Lebenslauf

3.1.2. Kurze Bemerkungen zu Racines Werk

3.2. Racines “Iphigénie en Aulide”

3.2.1. Der Inhalt von Racines Iphigenie

3.2.2. Formaler Aufbau des Dramas

3.2.3. Die Charaktere – Schrecken und Mitleid, Sehen und Erkennen

3.2.4. Kommunikationsformen

3.2.5. Über Racines Verwirklichung der Iphigenie und seine euripideische Vorlage

4. IPHIGENIE BEI GLUCK

4.1. Bemerkungen zur Entwicklung von Drama und Libretto

4.1.1. Über das geistige Umfeld des antiken griechischen Dramas und der Oper

4.1.2. Renaissancehafte Wiederaufnahme, barocke Entfremdung, gluck´sche Reform

4.1.3. Zur Entstehung und Uraufführung von Glucks Iphigenie

4.2. Die textliche Vorlage im Libretto Bailli du Roullets

4.2.1. Beschaffenheit und Wirkung des Mythos

4.2.2. Gegenüberstellung von Racines und du Roullets „Iphigénie en Aulide“

4.3. Glucks Vertonung des Librettos

4.3.1. Musik und Sprache

4.3.2. Analyse eines Ausschnitts der Oper in Bezug auf Musik und Sprache

5. BEISPIELE DER BEHANDLUNG DES STOFFS NACH RACINE IM DEUTSCHSPRACHIGEN SPRECHTHEATER

5.1. Friedrich Schiller, Iphigenie in Aulis, übersetzt aus dem Euripides

5.2. Gerhart Hauptmann, Iphigenie in Aulis

6. NACHWORT

7. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Rezeptionsgeschichte des Iphigenie-Mythos, ausgehend vom griechischen Drama über Jean Racines klassische Tragödie bis hin zur Opernfassung von Christoph Willibald Gluck und deutschsprachigen Sprechtheaterbearbeitungen von Friedrich Schiller und Gerhart Hauptmann. Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich ein antiker Stoff in verschiedenen Epochen wandelt, aktualisiert wird und welche Rolle dabei die Adaption von Motiven spielt.

  • Die stoffliche Herkunft und Bedeutung des Mythos der Iphigenie in Aulis.
  • Die Analyse von Jean Racines „Iphigénie“ im Kontext der französischen Klassik.
  • Die musiktheoretische und librettistische Untersuchung von Glucks Reformoper.
  • Vergleichende Betrachtung der Adaptionen von Schiller und Hauptmann im Sprechtheater.
  • Die Frage nach der Aktualität und Anpassungsfähigkeit antiker Mythen über Jahrtausende hinweg.

Auszug aus dem Buch

Die Charaktere – Schrecken und Mitleid, Sehen und Erkennen

Iphigenie ist die Liebe zu Achill und dessen Ruhm mehr wert als ihr eigenes Leben.

Gerade deshalb, weil Iphigenie keine außer tugendhafte Charakterzüge aufweist, darf sie im Drama nicht sterben, dies würde gegen das Gebot der „bienséance“ verstoßen.

Eriphile ist die Nebenbuhlerin der Titelheldin (die Figur des Rivalen/ der Rivalin ist – anschließend an den Gedankenstrang von Kapitel 2.2.3. – ein weiteres wesentliches Element von Initiations- und Königsersetzungsgeschichten!). Sie hegt ständig Pläne, wie sie das Liebesglück ihrer Rivalin zerstören könnte und nützt jede Gelegenheit – sogar das Wohlwollen der Iphigenie ihr gegenüber – aus, um ihre Intrigen auszuspielen. Doch wegen ihres schlechten Charakters, der erfüllt von Neid, Hass und Missgunst ist, und weil sie Iphigenie verrät, muss sie als die „wahre Iphigenie“ sterben und wird so für ihre Laster vom Schicksal bestraft. Die Tatsache, dass Eriphile sich aus der Erkenntnis ihrer aussichtslosen Lage selbst das Leben nimmt, beweist allerdings, dass sie eine Entwicklung der Einsicht durchgemacht hat.

Trotz all ihrer schlechten Eigenschaften hat man auch Mitleid mit ihr, als sie sich das Leben nimmt, denn sie kennt ihre Herkunft nicht, kennt keine Liebe, außer die unerfüllte und unglückliche, und als sie über ihre Herkunft erfährt, muss sie dafür wegen des Orakelspruchs mit ihrem Leben bezahlen.

Zusammenfassung der Kapitel

VORWORT: Einleitung in die Themenstellung und Zielsetzung der Untersuchung, mit Fokus auf die Rezeptionsgeschichte des Iphigenie-Stoffes.

DIE REZEPTION EINES MYTHOS: Erläuterung der Grundbegriffe Stoff und Motiv sowie inhaltliche Einführung in den Mythos der Iphigenie in Aulis und seine Bedeutung als Ritus.

JEAN RACINE UND „IPHIGÉNIE“: Analyse von Racines Leben und Werk, mit besonderem Augenmerk auf die formale Gestaltung und Charakterisierung in „Iphigénie en Aulide“.

IPHIGENIE BEI GLUCK: Untersuchung der Gluck’schen Reformoper, der librettistischen Vorlage und der engen Verflechtung von Musik und Sprache.

BEISPIELE DER BEHANDLUNG DES STOFFS NACH RACINE IM DEUTSCHSPRACHIGEN SPRECHTHEATER: Vergleich der Adaptionen von Friedrich Schiller und Gerhart Hauptmann hinsichtlich ihrer zeitgenössischen Einbettung und künstlerischen Intention.

NACHWORT: Zusammenfassende Reflexion über die anhaltende Aktualität und Faszination antiker Mythen.

LITERATURVERZEICHNIS: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Iphigenie, Mythos, Rezeptionsgeschichte, Jean Racine, Christoph Willibald Gluck, Euripides, Friedrich Schiller, Gerhart Hauptmann, Oper, Sprechtheater, Menschenopfer, Klassizismus, Stoffgeschichte, Motiv, Dramentheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung des antiken Iphigenie-Mythos in verschiedenen literarischen und musikalischen Bearbeitungen vom 15. bis zum 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Stoff- und Motivgeschichte, die Entwicklung des Dramas in der französischen Klassik, die Opernreform von Gluck sowie die theatergeschichtliche Adaption in der deutschen Literatur.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie antike Stoffe in unterschiedlichen Epochen aktualisiert werden und welche künstlerischen Gründe sowie gesellschaftlichen Hintergründe zu den jeweiligen Neuinterpretationen führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine rezeptionsgeschichtliche und stoffgeschichtliche Analyse durchgeführt, die literaturwissenschaftliche Textvergleiche mit opernästhetischen Betrachtungen verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Racines Tragödie, Glucks Oper und die Sprechtheaterstücke von Schiller und Hauptmann, wobei jeweils die inhaltliche Gestaltung und die spezifische Charakterführung im Fokus stehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Rezeptionsgeschichte, Klassizismus, Stofftransformation, Mythos-Adaption und das Zusammenspiel von Musik und Sprache charakterisiert.

Warum ist die Figur der Eriphile bei Racine so entscheidend?

Eriphile dient als dramaturgischer Kunstgriff, um das Ende der Tragödie im 17. Jahrhundert glaubwürdiger zu gestalten, da sie als „Sündenbock“ an Iphigenies Stelle stirbt und somit das moralische Gerechtigkeitsempfinden der Zeit bedient.

Inwiefern unterscheidet sich Gerhart Hauptmanns Interpretation von den anderen?

Hauptmann legt einen stärkeren Fokus auf die psychologische Ebene der Figuren und nutzt das Orakel nicht als treibenden Konfliktstoff, sondern als Hintergrund, vor dem sich die individuelle Charakterzeichnung entfaltet.

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Details

Title
Iphigenie in Aulis - Versuch einer Darstellung aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht
College
University of Vienna  (Institut für Romanistik)
Course
Hauptseminar: Die Tragödie des 15. bis 17. Jahrhunderts
Grade
sehr gut
Authors
Mag. art. Joachim Claucig (Author), Norbert Kautschitz (Author)
Publication Year
2001
Pages
43
Catalog Number
V1693
ISBN (eBook)
9783638110464
Language
German
Tags
Iphigenie Mythos Rezeption Gluck Racine
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. art. Joachim Claucig (Author), Norbert Kautschitz (Author), 2001, Iphigenie in Aulis - Versuch einer Darstellung aus rezeptionsgeschichtlicher Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1693
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