Die Arbeit untersucht, wie digitale Medien die Entwicklung von Kindern im Grundschulalter beeinflussen. Ausgangspunkt ist die zunehmende Durchdringung kindlicher Lebenswelten durch Smartphones, Tablets, soziale Netzwerke und Videoplattformen. Ziel der Arbeit ist es, Chancen und Risiken dieser Entwicklung aus psychologischer, neurobiologischer und pädagogischer Perspektive systematisch darzustellen.
Der theoretische Teil definiert zentrale Begriffe wie Medienkonsum, Mediensucht und Medienkompetenz und ordnet aktuelle Nutzungszahlen aus Deutschland ein. Darauf aufbauend werden neuropsychologische Grundlagen der kindlichen Gehirnentwicklung erläutert, insbesondere im Hinblick auf Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Selbstregulation. Analysiert werden sowohl potenziell entwicklungsförderliche Aspekte digitaler Medien als auch Risiken wie Konzentrationsprobleme, Stress, soziale Vergleichsdynamiken, Cybermobbing und suchtähnliche Nutzungsmuster.
Der empirische Teil basiert auf einer standardisierten Befragung von 247 Kindern der Jahrgangsstufen zwei bis vier an zwei sozial unterschiedlich situierten Grundschulen in Frankfurt am Main. Erfasst wurden Nutzungsdauer, bevorzugte Medienformate, emotionale Wirkungen, Schwierigkeiten beim Abschalten sowie elterliche Regeln zur Bildschirmzeit. Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Medien bereits im Grundschulalter einen festen Platz im Alltag einnehmen. Besonders Videoplattformen und digitale Spiele dominieren die Nutzung. Viele Kinder berichten von positiven Gefühlen während der Mediennutzung, zugleich zeigen sich Hinweise auf Ablenkung beim Lernen und teilweise eingeschränkte Selbstregulation.
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- J. Handke (Auteur), 2025, Der Einfluss digitaler Medien auf Heranwachsende, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1696502