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Die indigene Bevölkerung Guatemalas zwischen Bürgerkrieg und „Frieden“

Title: Die indigene Bevölkerung Guatemalas zwischen Bürgerkrieg und „Frieden“

Term Paper , 2009 , 30 Pages

Autor:in: MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Summary Excerpt Details

In der Arbeit mit dem Thema „Die indigene Bevölkerung Guatemalas zwischen Bürgerkrieg und „Frieden““ soll die Situation der indigenen Bevölkerung, speziell der Frauen untersucht werden. Das Leben der indigenen Bevölkerung zeichnet sich seit Jahrhunderten durch Unterdrückung und Diskriminierung aus. Vor allem aber die Zeit des Bürgerkrieges hat die indigene Bevölkerung noch mehr in die Rolle eines „minderwertigen Volkes“ gedrängt. Die systematische Vernichtung dieser Bevölkerungsgruppe hat vielen indίgenas das Leben, ihre Familien und ihre Würde gekostet. Aus dieser Not heraus haben sie angefangen sich zu organisieren, für ihre Rechte einzutreten und gegen die andauernde Diskriminierung zu kämpfen. Eine besondere Rolle kommt dabei den Frauen zu. Sie leiden unter einer doppelten Diskriminierung. So werden sie zum einen durch die bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse im öffentlichen Leben diskriminiert und durch Gewalt und Tod bedroht und zum anderen durch veraltete Traditionen in ihrer Familie diskriminiert, indem ihnen nicht die gleichen Rechte wie den Männern zugestanden werden.
Sie leiden unter einer schlechten Bildung, Gesundheit und Armut. Trotzdem bilden sie das Rückrat der Familie und haben sich vor allem im Bürgerkrieg über Leid, Not und Angst hinweggesetzt. Dies bot ihnen die Möglichkeit aus ihren tradierten Verhältnissen auszubrechen und Aufgaben, die dem Mann zustehen, zu übernehmen und in die Öffentlichkeit zu treten. Daraus hat sich ein Selbstverständnis der Maya entwickelt, welches dazu führte, dass sie für ihre kulturelle Differenz eintraten, gegen die Diskriminierung durch die ladinos angingen und sich ihren Platz in der Öffentlichkeit und Politik erkämpften. Diese Organisation sorgte auch dafür, dass die Probleme und Schwierigkeiten mit denen die indίgenas zu kämpfen haben internationalisiert wurden und länderübergreifende Unterstützung erhielten. Trotzdem ist der guatemaltekische Staat weiterhin ein ladinischer Staat und der Kampf um die Gleichberechtigung wird noch weiter ausgefochten werden müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Thema, Fragestellung und Eingrenzung

1.2. Quellenlage und Forschungsstand

2. Die Maya-Bewegung zum ende des Bürgerkrieges

2.1. Allianzen und kulturelle Differenzen

3. Die indigenen Frauen

3.1. Die Problemlage von indigenen Frauen

3.1.1. Die Armut und Arbeitssituation

3.1.2. Erziehung und Familie

3.1.3. Die Bildung und Gesundheit

4. Gewalt an Frauen

4.1. Gewalt an Frauen im Bürgerkrieg

4.1.1. Die Folgen der Gewalt

4.2. Auf dem Weg zum Frieden

4.3. Gewalt gegen Frauen in „Friedenszeiten“

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Betrachtung der Arbeit „Die indigene Bevölkerung Guatemalas zwischen Bürgerkrieg und „Frieden““

6. Literatur- und Internetverzeichnis

6.1. Literaturverzeichnis

6.2. Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Situation der indigenen Bevölkerung in Guatemala, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der spezifischen Lebensrealität und Diskriminierung indigener Frauen liegt. Dabei wird analysiert, wie diese Bevölkerungsgruppe im Spannungsfeld zwischen dem langjährigen Bürgerkrieg und der darauffolgenden Friedensphase agiert, welche Rolle sie in politischen Veränderungsprozessen spielt und wie sie gegen strukturelle Gewalt und Straflosigkeit kämpft.

  • Die Organisation der Maya-Bewegung und deren politisches Selbstverständnis.
  • Doppelte Diskriminierung indigener Frauen durch gesellschaftliche Verhältnisse und veraltete Traditionen.
  • Systematische Gewalt gegen Frauen während des Bürgerkrieges und in sogenannten Friedenszeiten (Femizide).
  • Die Bedeutung von Wahrheitsfindung und Menschenrechten für eine soziale Regeneration.

Auszug aus dem Buch

4.1. Gewalt gegen Frauen im Bürgerkrieg

Der Bürgerkrieg offenbarte viele grausame Gesichter. Horror, Tod, Folter und Schmähungen belasteten Männer wie Frauen. Im bewaffneten Konflikt wurden spezifische Formen von Gewalt gegen Frauen entwickelt, die Absprache der menschlichen Natur durch die Täter bedeutete. Die Opfer wurden verhöhnt und Gräuel und Vergewaltigungen wurden in alltägliche Situationen gekleidet. So wurden bestimmte Formen der psychologischen Folter inmitten eines Massakers und der Erwartung des sicheren Todes angewandt. Während die Frauen gezwungen wurden den Tätern essen zu bringen, zu kochen, zu tanzen oder anzutreten, wurden sie gleichzeitig vergewaltigt. Spott und Erniedrigung gehörten zum Alltag. Die seelische Peinigung wurde noch durch die Folterungen oder den Tod von Familienangehörigen verschärft.

Gegen Mütter wurden ihre Kinder verwendet, um ihre Verantwortung und ihr Gewissen als Mütter kontrollieren, beherrschen oder verletzen zu können. Besonders brutal war das Vorgehen gegen schwangere Frauen. Hier wurde systematisch versucht entstehendes Leben auszulöschen, um die nächste Generation zu verhindern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der indigenen Bevölkerung in Guatemala ein und erläutert die doppelte Diskriminierung sowie die Notwendigkeit der Organisation von Frauen.

2. Die Maya-Bewegung zum ende des Bürgerkrieges: Hier wird der Prozess der politischen Organisation der Maya-Gruppen beschrieben, insbesondere die Entstehung eines neuen Selbstverständnisses und die Arbeit an Identitätsabkommen.

3. Die indigenen Frauen: Das Kapitel analysiert die spezifischen Lebensumstände indigener Frauen, fokussiert auf Armut, familiäre Strukturen, Bildungsdefizite und mangelnde Gesundheitsversorgung.

4. Gewalt an Frauen: Hier wird die systematische Gewalt gegen Frauen während des Bürgerkrieges sowie die Fortdauer dieser Gewalt in Friedenszeiten durch Femizide und Straflosigkeit thematisiert.

5. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Betrachtung der Arbeit „Die indigene Bevölkerung Guatemalas zwischen Bürgerkrieg und „Frieden““: Eine kritische Bilanz, die aufzeigt, dass der Friedensprozess die erhofften Verbesserungen für die Lebenssituation indigener Frauen weitgehend vermissen ließ.

6. Literatur- und Internetverzeichnis: Ein detailliertes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetpublikationen.

Schlüsselwörter

Indigene Bevölkerung, Guatemala, Bürgerkrieg, Maya-Bewegung, Frauenrechte, Diskriminierung, Gewalt gegen Frauen, Femizid, Menschenrechte, Straflosigkeit, Identität, Soziale Gerechtigkeit, Geschlechterordnung, Friedensprozess, Wahrheitsfindung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Situation der indigenen Bevölkerung in Guatemala, wobei der Fokus explizit auf der Rolle und dem Leiden der indigenen Frauen in der Zeit des Bürgerkriegs und darüber hinaus liegt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Zu den zentralen Themen gehören die politische Selbstorganisation der Maya, die strukturelle und geschlechtsspezifische Diskriminierung sowie die Fortdauer von Gewalt gegen Frauen trotz offizieller Friedensbemühungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie indigene Frauen trotz ihrer unterdrückten Rolle zu Akteurinnen für ihre eigenen Rechte wurden und welche Hindernisse – insbesondere die anhaltende Straflosigkeit – einer wirklichen Gleichberechtigung im Weg stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Analyse bestehender Fachliteratur, Berichten von Menschenrechtsorganisationen sowie einer Auswertung zeitgenössischer Dokumente und Internetquellen zum Friedensprozess in Guatemala.

Was genau wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Konsolidierung der Maya, die sozioökonomische Problemlage von Frauen (Armut, Bildung, Familie) und die detaillierte Untersuchung von Gewaltformen wie Vergewaltigung und Femizid.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die wichtigsten Schlagworte sind Indigene Bevölkerung, Guatemala, Gewalt gegen Frauen, Femizid, Menschenrechte und Straflosigkeit.

Welche Rolle spielte der Bürgerkrieg bei der Verschlechterung der Situation für indigene Frauen?

Der Bürgerkrieg führte zu einer Systematisierung von Gewalt als Machtinstrument gegen Frauen, was die soziale Struktur nachhaltig zerstörte und eine „Gewaltkultur“ hinterließ, die über den Krieg hinaus Bestand hat.

Wie bewertet der Autor die Rolle des guatemaltekischen Staates bei der Aufklärung von Frauenmorden?

Der Autor kritisiert den Staat scharf, da dieser trotz der Unterzeichnung internationaler Abkommen keine effizienten Schutzmaßnahmen implementiert hat und die Straflosigkeit weiterhin als grundlegendes strukturelles Problem besteht.

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Details

Title
Die indigene Bevölkerung Guatemalas zwischen Bürgerkrieg und „Frieden“
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Course
Katholische Sozialethik: „Politik und Schuld“
Author
MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Author)
Publication Year
2009
Pages
30
Catalog Number
V169877
ISBN (eBook)
9783640883806
ISBN (Book)
9783640883424
Language
German
Tags
Maya indigenas ladinos diversidad en la unidad Guatemala Femizid Diskriminierung Bürgerkrieg Vergewaltigung FAMDEGUA CONAVIGUA REMHI amnesty international Politik der verbrannten Erde
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Author), 2009, Die indigene Bevölkerung Guatemalas zwischen Bürgerkrieg und „Frieden“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169877
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