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Reformkonzepte der 'Neuen Theologen' Irans

Am Beispiel von M. Kadivar, M. Shabestari und H.Y. Eshkevari

Título: Reformkonzepte der 'Neuen Theologen' Irans

Tesis (Bachelor) , 2010 , 43 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Jannic Wöhrle (Autor)

Orientalismo / Sinología - Estudios islámicos
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Es scheint, als stünde die Islamischen Republik Iran dieser Tage am Scheideweg. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Arbeit – zur Jahreswende 2009/2010 – spitzte sich die Lage innerhalb des Landes im Zuge der Demonstrationen der so genannten ‚grünen Protestbewegung„ gegen das herrschende Regime, das mit dem Vorwurf der Wahlfälschung konfrontiert ist, weiter zu. Vieles deutet darauf hin, dass sich die breite Protestbewegung nicht allein gegen den Präsidenten, sondern gegen das System als solches richtet, das als unterdrückerisch und undemokratisch empfunden wird. Das Regime befindet sich in einer handfesten Legitimitätskrise.
In dieser Arbeit soll es nun darum gehen, die Reformkonzepte drei bedeutsamer ‚Neuen Theologen„ näher zu betrachten. Die Reihenfolge, in der diese Reformdenker im dritten und vierten Kapitel zur Sprache kommen, beinhaltet keine chronologische Bedeutung und auch keine Rangbewertung. Alle drei sind heute – aus Sicht dieser Arbeit – gleichermaßen von Bedeutung für den iranischen Reformdiskurs.
Es wird die Frage untersucht, welche Impulse und Anregungen diese Ansätze in Bezug auf eine Lösung der gesellschaftspolitischen Probleme und offenen Krise der Islamischen Republik Iran haben könnten.
Im Verlauf wird deutlich gemacht, vor welchem Hintergrund und unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen sich die postrevolutionäre Reformbewegung in Iran herausbildete und einen Diskurs in Gang setzte, der sich um neue Ansätze in Bezug auf ‚den Islam„ als vielschichtiges Glaubens- und Wertesystem in seinem Verhältnis zu politischen Institutionen und Regierungssystemen bemüht.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich vorwiegend mit der Frage, welche Leitprinzipien die hier vorgestellten Reformdenker im Einzelnen in Bezug auf eine Fortentwicklung islamischer Denksysteme, d.h. auch islamischer Normen und Bestimmungen vertreten und in welcher Hinsicht Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen.
Diese Analyse führt die Reformdenker und uns schließlich zum vierten Kapitel, das sich der Frage des Islam in seiner Beziehung und Anpassungsfähigkeit mit demokratischen Regierungsformen widmet.
Dabei soll auch auf die Frage eingegangen werden, welche Anregungen und Thesen der vorgestellten ‚Neuen Theologen„ als überzeugende Lösungsansätze für die gesellschaftspolitische Sackgasse gewertet werden können, in der Iran sich nach wie vor befindet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung der Islamischen Republik Iran und ihr gesellschaftspolitisches Dilemma

2.1 Allgemeine Vorbemerkungen zur Islamischen Republik

2.2 Entwicklungsphasen seit der Revolution 1979

3. Leitprinzipien der Reformkonzepte der ‚Neuen Theologen‘ am Beispiel von Šabestari, Kadivar und Eškevari

3.1 Hermeneutischer Ansatz und Historisierung der Offenbarung

3.2 Die Veränderbarkeit und Flexibilität der gesellschaftsrelevanten Vorschriften des Islam

3.3 Der Ansatz des spirituellen und zielorientierten Islam

4. Zur Frage der Vereinbarkeit von Islam und Demokratie

4.1 Kritik an der velāyat-e faqih-Konzeption

4.2 Entwürfe einer religiösen-demokratischen Regierungsform

5. Fazit und Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Reformkonzepte der iranischen Denker Moḥammed Moǧtahed Šabestari, Moḥsen Kadivar und Ḥasan Yusefi Eškevari, um deren Impulse für eine Lösung des gesellschaftspolitischen Dilemmas der Islamischen Republik Iran zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie diese Theoretiker eine Vereinbarkeit von islamischer Religion und demokratischen Regierungsformen begründen.

  • Analyse des gesellschaftspolitischen Dilemmas im Iran seit 1979.
  • Untersuchung hermeneutischer Ansätze zur Historisierung der Offenbarung.
  • Erörterung der Veränderbarkeit gesellschaftsrelevanter religiöser Vorschriften.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der velāyat-e faqih-Konzeption.
  • Entwürfe für eine religiös-demokratische Regierungsform.

Auszug aus dem Buch

3.1 Hermeneutischer Ansatz und Historisierung der Offenbarung

Ein Reformdenker, der einen hermeneutischen Ansatz verfolgt, ist der 1936 in Täbris geborene Moḥammed Šabestari. Nach dem Studium der klassischen Rechtswissenschaft in Qom widmete er sich insbesondere den ʿelm-e kalām, der Theologie, die sich mit der Rationalisierung der islamischen Glaubensgrundsätze beschäftigt. 1970 übernahm er die Leitung des schiitisch Islamischen Zentrums in Hamburg. Dort lernte er die deutsche Sprache und beschäftigte sich mit verschiedenen europäischen Theologen und Philosophen. Wohl auch durch diese Beschäftigung entwickelte der Reformkleriker eine besondere Vorliebe für neue, hermeneutische Ansätze.

Diese hermeneutischen Ansätze sind für Šabestari auch im Umgang mit Koran und Sunna relevant. Er betrachtet das Verständnis eines Textes oder einer religiösen Quelle unter der Prämisse, dass ein jeder Interpret und damit dessen Interpretation eines Textes vorbeeinflusst ist durch seine spezifischen, realen Erfahrungen, Vorannahmen und Einstellungen. Besonders bei komplexen, schwierigen Texten ist dieses Vorverständnis flexibel und bewegt sich vorwärts. Diesen Prozess nennt Šabestari in seinem 1996 veröffentlichten Buch Hermenutik, ketāb o sonnat, den hermeneutischen Zirkel (dor-e hermenutik). Da also dieser Prozess zu jeder Zeit und bei jedem Leser oder Interpreten unter anderen zeitlichen und räumlichen Bedingungen stattfindet, kann es keine Deutung geben, die als die einzig wahre oder endgültige gilt oder präsentiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die Reformkonzepte dreier bedeutender iranischer Denker vor dem Hintergrund der aktuellen Legitimitätskrise des iranischen Regimes zu untersuchen.

2. Die Entwicklung der Islamischen Republik Iran und ihr gesellschaftspolitisches Dilemma: Dieses Kapitel stellt die historische Entwicklung der Islamischen Republik seit 1979 dar und beleuchtet das dualistische politische System, das den Boden für den post-revolutionären Reformdiskurs bereitete.

3. Leitprinzipien der Reformkonzepte der ‚Neuen Theologen‘ am Beispiel von Šabestari, Kadivar und Eškevari: Hier werden die zentralen hermeneutischen und methodischen Prinzipien der drei Reformer erläutert, insbesondere die Historisierung der Offenbarung und die Differenzierung zwischen ewigen und zeitgebundenen religiösen Geboten.

4. Zur Frage der Vereinbarkeit von Islam und Demokratie: Dieses Kapitel analysiert die Kritik der Reformer am Herrschaftsprinzip der velāyat-e faqih und diskutiert ihre konkreten Entwürfe für eine religiös-demokratische Regierungsform.

5. Fazit und Schlussbemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Entwürfe der Reformer bedeutende Ansätze für eine demokratische Gestaltung des iranischen Staates bieten, ohne dabei den religiösen Kern der Gesellschaft aufzugeben.

Schlüsselwörter

Islam, Demokratie, Reformtheologie, velāyat-e faqih, Schiiten, Hermeneutik, Säkularisierung, Menschenrechte, Regierungsform, religiöse Reformbewegung, Moḥammed Šabestari, Moḥsen Kadivar, Ḥasan Yusefi Eškevari, Iran, gesellschaftspolitische Krise.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Reformkonzepte von drei bedeutenden iranischen Denkern, die eine Vereinbarkeit von Islam und modernen demokratischen Werten anstreben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Hermeneutik religiöser Texte, die Kritik am aktuellen theokratischen Herrschaftssystem des Iran und die Suche nach einer demokratischen Regierungsform auf islamischer Basis.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu untersuchen, welche Impulse die Reformdenker Šabestari, Kadivar und Eškevari zur Lösung des gesellschaftspolitischen Dilemmas der Islamischen Republik liefern können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Analyse der politischen Entwicklungen, eine deskriptive Darstellung der theoretischen Reformansätze sowie eine vergleichende Untersuchung der religiös-politischen Konzepte der drei Denker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Einordnung des iranischen Systems, die philosophischen Leitprinzipien der Reformer sowie deren Kritik an der velāyat-e faqih-Konzeption und deren Visionen für eine religiöse Demokratie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Islam, Demokratie, Reformtheologie, velāyat-e faqih, Historisierung der Offenbarung und Menschenrechte.

Wie bewerten die Reformer das Prinzip der velāyat-e faqih?

Die drei Reformer kritisieren das Prinzip als unvereinbar mit demokratischen Grundsätzen und menschlicher Autonomie, da es auf der vermeintlichen Unmündigkeit des Menschen basiere.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen „Islam als Glaube“ und „Islam als Kultur“?

Diese Differenzierung erlaubt es den Reformern, zeitlose spirituelle Kernwerte von veränderbaren gesellschaftspolitischen Vorschriften zu trennen, um so eine Anpassung an moderne Erfordernisse zu ermöglichen.

Final del extracto de 43 páginas  - subir

Detalles

Título
Reformkonzepte der 'Neuen Theologen' Irans
Subtítulo
Am Beispiel von M. Kadivar, M. Shabestari und H.Y. Eshkevari
Universidad
University of Freiburg  (Orientalisches Seminar)
Calificación
1,3
Autor
Jannic Wöhrle (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
43
No. de catálogo
V170088
ISBN (Ebook)
9783640887651
ISBN (Libro)
9783640887897
Idioma
Alemán
Etiqueta
Iran Islam Politik Religion Khomeini Velayat-e Faqih Zwölferschia Revolution
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Jannic Wöhrle (Autor), 2010, Reformkonzepte der 'Neuen Theologen' Irans, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170088
Leer eBook
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