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Politikkonvergenz und Politiknetzwerke in der Europäischen Union am Beispiel des Bologna-Prozesses

Title: Politikkonvergenz und Politiknetzwerke in der Europäischen Union am Beispiel des Bologna-Prozesses

Term Paper , 2011 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Lisa Wegener (Author)

Politics - Topic: European Union
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Im Laufe des letzten Jahrzehnts wurde die deutsche Hochschullandschaft einem tiefgreifenden Wandel unterzogen, der bis heute nicht abgeschlossen ist und dessen Konsequenzen noch immer Anlass zu medialer Berichterstattung geben. Völlig ausgeklammert wird zumeist die Frage, worum es sich bei dem Begriff Bologna-Prozess eigentlich handelt. Es ist zwar weithin bekannt, dass es sich dabei um ein mit der Europäischen Union zusammenhängendes Vorhaben handelt, jedoch wird damit noch nicht die Frage beantwortet was dieser Prozess in politikwissenschaftlicher Hinsicht eigentlich sei. Die vorliegende Arbeit soll sich mit den Strukturen, nicht mit den Inhalten des Bologna-Prozesses aus einer politikwissenschaftlichen und teilweise politisch-soziologischen Sicht beschäftigen. Zunächst möchte ich einen kurzen historischen Abriss der bisherigen Ereignisse im Rahmen des Bologna-Prozesses liefern, da dieses Hintergrundwissen essentiell ist für die Beantwortung der zentralen Fragen: Was genau hat stattgefunden und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Als ebenso unabdingbar erscheint es mir, näher zu untersuchen, innerhalb welcher institutioneller Räume und Grenzen sich diese Ereignisse
abgespielt haben, daher wird sich das erste Kapitel des darauffolgenden Theorieteils mit der Klärung eines Phänomens befassen, ohne dass der Bologna-Prozess weder stattgefunden
hätte noch theoretisch einzuordnen wäre, der „Europäisierung“. Nachfolgend werde ich die zwei verbreitetesten Erklärungsansätze theoretisch einführen: die Phänomene der Politikkonvergenz und der politischen Netzwerke. Im Hauptteil dieser Arbeit möchte ich
diese zwei verschiedenen Ansätze zur Frage „Was ist der Bologna-Prozess?“ auf die praktischen Gegebenheiten des Bologna-Prozesses anwenden: 1) Bologna als eine Form von Politikkonvergenz. Dieser Terminus findet zwar nicht nur, aber insbesondere auf der
europäischen Ebene seine Anwendung und beschreibt die Annäherung politischer Regulierungsmuster über nationale Grenzen hinweg. 2) Bologna als Beispiel horizontaler Kooperation gleichberechtigter Akteure, d. h. Bologna als Politiknetzwerk. Schließlich sollen
die wichtigsten Zusammenhänge zwischen den vorgestellten Erklärungsansätzen dargestellt, offen gebliebene Fragen festgehalten und mögliche Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Bologna-Prozess: Historischer Abriss

3. Theoretische Grundlagen

3.a. Europäisierung

3.b. Politikkonvergenz

3.c. Politiknetzwerke

4. Der Bologna-Prozess als Fall von Politikkonvergenz

5. Der Bologna-Prozess als Politiknetzwerk

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Bologna-Prozess aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive theoretisch einzuordnen und seine konzeptionellen Grundlagen sowie die praktischen Anwendungsformen zu analysieren.

  • Historische Einordnung des Bologna-Prozesses
  • Analyse der Europäisierung als politisches Phänomen
  • Untersuchung von Politikkonvergenz im Hochschulbereich
  • Strukturelle Betrachtung als Politiknetzwerk
  • Bewertung der demokratischen Legitimität und Partizipation

Auszug aus dem Buch

3. Theoretische Grundlagen

„The BP [Bologna Process] completely relies on voluntary arrangements; participating countries are not members of the same institutional setting, nor do they act under the same jurisdiction. There are no legally-binding requirements that oblige the signatory states to implement reforms and there is no central steering authority“⁴. Nichtsdestoweniger findet der Bologna-Prozess statt, und zwar nicht chaotisch und ungeordnet, sondern in zielgerichteten und – zumindest teilweise – strukturierten Bahnen. Daher kann er als Paradebeispiel für die Erprobung und den weitgehend erfolgreichen Einsatz neuer Governance-Instrumente auf EU-Ebene angesehen werden. Diese Weiterentwicklung von Governance-Methoden beruht zum Teil auf der wachsenden Komplexität von politischen Handlungsfeldern – nicht zuletzt eben durch internationale Interdependenzen –, jedoch auch auf strukturellen Systembedingungen der Europäischen Union. Diese sollen im folgenden Abschnitt kurz geschildert werden.

Das politische System der Europäischen Union ist ein komplexes Macht- und Interessengeflecht. Hieraus entsteht eine politische Realität, die durch das Zusammenspiel von Verfassungsnormen und Routinen politischer Praxis gekennzeichnet ist. Miteinander, nebeneinander und teilweise gegeneinander spielen sich sowohl top-down- als auch bottom-up-Prozesse ab. Von unten nach oben sollen auf demokratischem Wege Interessen artikuliert, Institutionen gebildet und schließlich Entscheidungen gefällt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den Bologna-Prozess ein und stellt die politikwissenschaftliche Forschungsfrage nach den zugrunde liegenden konzeptionellen Strukturen.

2. Der Bologna-Prozess: Historischer Abriss: Dieses Kapitel zeichnet die Entstehungsgeschichte von der Lissabon-Konvention bis zur Bologna-Erklärung nach und erläutert die Kernziele wie Mobilität und Vergleichbarkeit.

3. Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Begriffe wie Europäisierung, Politikkonvergenz und Politiknetzwerke definiert und als theoretischer Rahmen etabliert.

4. Der Bologna-Prozess als Fall von Politikkonvergenz: In diesem Kapitel wird analysiert, wie durch Mechanismen wie erzwungenen oder mimetischen Isomorphismus eine Angleichung der nationalen Hochschulsysteme angestrebt wird.

5. Der Bologna-Prozess als Politiknetzwerk: Dieses Kapitel betrachtet den Prozess als hybrides Gebilde, in dem verschiedenste Akteure auf nationaler und supranationaler Ebene miteinander interagieren.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Herausforderungen bezüglich der demokratischen Legitimität und der zukünftigen Kooperationsstrategien.

Schlüsselwörter

Bologna-Prozess, Europäisierung, Politikkonvergenz, Politiknetzwerke, Hochschulreform, Governance, Europäische Union, Isomorphismus, Interdependenzen, Reform, Bildungspolitik, Legitimität, Kooperation, Entscheidungsprozess, Mehrebenensystem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Bologna-Prozess nicht als bloße Bildungsreform, sondern aus einer politikwissenschaftlichen Perspektive hinsichtlich seiner konzeptionellen Grundlagen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Themen Europäisierung, Politikkonvergenz und die Struktur des Regierens in Netzwerken.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, den Bologna-Prozess theoretisch einzuordnen und zu erklären, warum und wie diese Reform trotz fehlender zentraler Steuerung stattfinden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Konzepte wie Governance-Instrumente und den akteurszentrierten Institutionalismus auf den Bologna-Prozess anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung und die anschließende Anwendung dieser Theorien auf den Fall des Bologna-Prozesses, unterteilt in Konvergenzmechanismen und Netzwerkstrukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Bologna-Prozess, Governance, Politikkonvergenz, Europäisierung und Politiknetzwerke.

Wie unterscheidet sich der Bologna-Prozess von einer hierarchischen EU-Richtlinie?

Der Prozess basiert auf freiwilligen Vereinbarungen zwischen den Teilnehmerstaaten ohne rechtlich bindende Vorgaben einer zentralen Steuerungsinstanz, was ihn zu einem Paradebeispiel für neue Governance-Formen macht.

Welche Rolle spielen "Bologna-Akteure" in diesem Netzwerk?

Sie sind die zentralen Akteure, wie Bildungsminister, die Vorbereitungsgruppe oder Interessengruppen, die durch formale und informelle Beziehungen den Prozess steuern und beeinflussen.

Welche Kritik an der Legitimität wird im Fazit geäußert?

Der Autor weist auf die „fehlende demokratische Einhegung“ hin, da Entscheidungen teilweise ohne ausreichende Rücksprache mit der Bevölkerung oder den betroffenen Interessengruppen getroffen wurden.

Warum wird der Bologna-Prozess als „mimetischer Isomorphismus“ bezeichnet?

Weil der Prozess durch Benchmarking und Best-Practice-Beispiele einen Druck auf die nationalen Akteure ausübt, erfolgreiche Modelle nachzuahmen, um Vergleichbarkeit herzustellen.

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Details

Title
Politikkonvergenz und Politiknetzwerke in der Europäischen Union am Beispiel des Bologna-Prozesses
College
University of Applied Sciences Bremen
Grade
1,3
Author
Lisa Wegener (Author)
Publication Year
2011
Pages
16
Catalog Number
V170159
ISBN (eBook)
9783640888979
ISBN (Book)
9783640889389
Language
German
Tags
politikkonvergenz politiknetzwerke europäischen union beispiel bologna-prozesses
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Wegener (Author), 2011, Politikkonvergenz und Politiknetzwerke in der Europäischen Union am Beispiel des Bologna-Prozesses, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170159
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