Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der rhetorischen Erziehung an den Schulen des Jesuitenordens - Schwerpunkt ist die Zeit der Gegenreformation. Tradition, Theorie, Praxis und Einordnung.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Rhetorische Erziehung in den Jesuitenschulen
- 2.1. Die 'eloquentia sacra` – Antike Tradition und jesuitische Waffenbildlichkeit
- 2.2. Traditionelle und frühneuzeitliche Rhetoriken und ihre Bedeutung für die Schulen der Gesellschaft Jesu
- 2.2.1. copia verborum et rerum
- 2.2.2. Progymnasiata-Sammlungen
- 2.2.3. Der humanistisch-philologische Typus
- 2.2.4. Der Erweiterungstypus
- 2.2.5. Rhetorik-Dialektiken in der Tradition Rudolf Agricolas
- 2.3. Rhetorische Ausbildungspraxis an den Jesuitenschulen
- 2.3.1. Ars (Theorie)
- 2.3.2. Imitatio (Nachahmung)
- 2.3.3. Exercitatio (Übung)
- 3. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Rhetorik in den Schulen der 'Societas Jesu` (Gesellschaft Jesu) im 16. und 17. Jahrhundert, einer Zeit, in der der Orden seinen Höhepunkt erreichte. Der Fokus liegt auf der Bedeutung und Vermittlung der Eloquenz innerhalb des jesuitischen Erziehungssystems, insbesondere auf dem Konzept der 'eloquentia sacra`.
- Die Bedeutung der Eloquenz in der Gegenreformation und den Glaubenskämpfen
- Die theoretischen Rhetorikmodelle, die von den Jesuiten verwendet wurden
- Die Entwicklung der Jesuitenrhetorik aus den Rhetoriklehrbüchern dieser Zeit
- Die Unterrichtspraxis in den Jesuitenschulen unter rhetorischen Gesichtspunkten
- Die Rolle der Eloquenz in der Ausbildung von Jesuitenpriestern
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 bietet eine Einleitung und stellt den historischen Kontext der Rhetorik in den Jesuitenschulen dar. Kapitel 2 untersucht die Bedeutung der 'eloquentia sacra' im Kontext der Gegenreformation. Es analysiert die Rolle der Eloquenz in den Glaubenskämpfen und die Bedeutung der Rhetorik für die Festigung des Katholizismus. Kapitel 2.2 beleuchtet die verschiedenen Rhetorikmodelle, die von den Jesuiten verwendet wurden, und untersucht die Entwicklung der Jesuitenrhetorik. Kapitel 2.3 beleuchtet die praktische Anwendung der Rhetorik in der Ausbildungspraxis der Jesuitenschulen.
Schlüsselwörter
Rhetorik, Eloquenz, 'eloquentia sacra', Jesuiten, Gesellschaft Jesu, Gegenreformation, Glaubenskämpfe, Rhetorikmodelle, Rhetoriklehrbücher, Jesuitenrhetorik, Unterrichtspraxis, Ausbildungspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter „eloquentia sacra“?
Es bezeichnet die „heilige Beredsamkeit“, die jesuitische Form der Rhetorik, die antike Traditionen mit religiösen Zielen der Gegenreformation verband.
Welchen Zweck hatte die Rhetorik für die Jesuiten?
Rhetorik diente als „Waffe“ in den Glaubenskämpfen, um den katholischen Glauben überzeugend zu verteidigen und Priester optimal auf ihre Predigttätigkeit vorzubereiten.
Wie sah die Ausbildungspraxis an Jesuitenschulen aus?
Die Ausbildung basierte auf dem Dreiklang aus Ars (Theorie), Imitatio (Nachahmung klassischer Vorbilder) und Exercitatio (praktische Übung).
Welchen Einfluss hatte der Humanismus auf die Jesuitenrhetorik?
Die Jesuiten griffen auf humanistisch-philologische Typen und Sammlungen (z.B. Progymnasmata) zurück, um eine umfassende Bildung in Wort und Sache (copia verborum et rerum) zu vermitteln.
Warum war die Rhetorik zentral für das jesuitische Erziehungssystem?
Sie war das Herzstück des Unterrichts, da sie die Schüler befähigte, sich in der Öffentlichkeit sicher zu bewegen und die Ziele der Gegenreformation sprachlich machtvoll zu vertreten.
- Arbeit zitieren
- Michael Lux (Autor:in), 2004, Rhetorische Erziehung in den Jesuitenschulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170220