Internationale Unternehmenstätigkeit ist kaum möglich ohne die Zusammenarbeit mit Banken. Für das internationale Unternehmen bedeutet das, dass es stets Kontakt zu seiner Hausbank beibehalten kann. Es kann die erforderlichen Kredite von dort erhalten und Akkreditive in Auftrag geben.
„Global banking“ und „Global Players“ waren die Schlagworte der 1990er und werden es vermutlich auch noch in Zukunft sein. Die internationalen Banken stehen schon des längerem im internationalen Geschäft in einem durch Internationalisierung und Globalisierung der Märkte intensivierten Wettbewerb. Globalisierung bedeutet die Ausführung von Bank- und Börsendienstleistungen rund um die Uhr, wobei die Dreiergruppe unter den Bankenzentren, New York, London und Tokio, jede mit ihrer eigenen Zeitzone, die dominante Rolle spielt. Es ist daher zu klären, was dies neben der Präsenz an allen bedeutenden internationalen Finanzplätzen, der Bereitstellung hochqualifizierten Personals im Investmentbanking sowie der Sicherung der Händler- und Vermittlerposition durch hohe Expertise in der Anlageberatung einerseits und der Finanzberatung (Gründungs-, Fusions-, Beteiligungs-, Kapitalstrukturberatung, etc.) andererseits für die heutige Bankenlandschaft bedeutet. Dazu werden die unterschiedlichen Unternehmenskulturen betrachtet und mit den bedeutenden Ansätzen des finanzmarktorientierten Handelns in Deutschland, USA und England sowie Japan in Beziehung gebracht.
Der Leser erhält so die Möglichkeit, die verschiedenen Arten der Bankenkulturen zu verstehen und sein Handeln an den Gegebenheiten auszurichten.
Das Buch richtet sich vor allem an Entscheidungsträger aus international tätigen Unternehmen sowie an jeden, der sich für verschiedene Kulturen interessiert. Zusätzlich bietet es ein gutes Verständnis über gesellschaftliche Auswirkungen auf die Arbeit von Banken in einem globalen Kontext.
Inhaltsverzeichnis
1. Das internationale Bankgeschäft
2. Einbettung des Systems Bank in die Umwelt
3. Kultur und Landeskultur
4. Unternehmenskultur
4.1. Unternehmenskultur und Bank
4.2. Der Typologische Ansatz nach Deal/Kennedy
4.3. Der Market Response/Market Autonomy Ansatz
5. Ausgewählte Bankenkulturen
5.1. Deutsche Bankenkultur
5.2. Angelsächsische Bankenkultur
5.3. Japanische Bankenkultur
5.3.1. Historische Betrachtung der japanischen Unternehmenskultur
5.3.2. Religiöse Einflüsse auf die japanische Unternehmenskultur
5.3.3. Japanische Bankenstrukturen
5.3.4. Unternehmenskultur in japanischen Banken
6. Schlussbetrachtung: Anforderungen an interkulturell operierende Bankmanager
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den maßgeblichen Einfluss nationaler Landeskulturen auf die Ausgestaltung von Unternehmenskulturen in internationalen Finanzinstituten. Dabei wird analysiert, wie sich unterschiedliche kulturelle Prägungen auf Führungsstile, Entscheidungsprozesse und strategische Ausrichtungen in den Banksektoren Deutschlands, des angelsächsischen Raums und Japans auswirken.
- Interaktion zwischen nationaler Kultur und Unternehmenskultur in Banken
- Kulturelle Typologien und strategische Managementansätze im Finanzsektor
- Vergleichende Analyse der Bankenkulturen (Deutschland, angelsächsischer Raum, Japan)
- Herausforderungen durch Fusionen und länderübergreifende Bankgeschäfte
- Anforderungsprofil an Manager in einem interkulturellen Arbeitsumfeld
Auszug aus dem Buch
4. Unternehmenskultur
Der Unterschied zwischen nationaler Kultur und Unternehmenskultur ist, dass ersteres alle Aspekte menschlichen und sozialen Lebens umfasst, während letzteres als Subsystem nur Teilaspekte darstellt. Integration in eine Landeskultur ist großteils eine Frage des Schicksals, die Teilnahme an einem bestimmten sozioökonomischen Gebilde jedoch Absicht.16
Die Unternehmenskultur bestimmt nicht unwesentlich die Art und Weise, wie zusammengearbeitet wird und wie die Entscheidungsprozesse zustande kommen.17 Gemeint ist damit das Maß an Übereinstimmung der jeweiligen kulturellen Prägung der einzelnen Mitarbeiter einer Unternehmung mit der Kultur des sozialen Systems „Unternehmung“ insgesamt.18 Unternehmenskulturen sind auch integraler Bestandteil von Sub-Kulturen innerhalb einer nationalen Kultur. Unternehmenskulturen umfassen die gesamte Palette an Normen, Wertvorstellungen und Denkmuster, die das Verhalten des Angestellten beeinflussen und somit auch das Image der Firma.19 Damit sind Begriffe verbunden wie Glaube, Werte (shared values), Identität, Image, Einstellungen, Normen und mitunter sogar Ideologien.20 Jeder Mitarbeiter gehört einer Arbeitsgruppe an und unterliegt infolgedessen deren Normen21 Infolgedessen gibt es keine allgemeingültige Unternehmenskultur, weil jedes Unternehmen durch die eigene Individualität geprägt ist.22
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das internationale Bankgeschäft: Beschreibt die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Banken im Kontext der globalisierten Finanzmärkte.
2. Einbettung des Systems Bank in die Umwelt: Erläutert Banken als offene Systeme, die in einem komplexen Umfeld aus ökonomischen, politischen und kulturellen Rahmenbedingungen agieren.
3. Kultur und Landeskultur: Definiert den Begriff Kultur und analysiert, wie nationale Identitäten und soziale Normen das Verhalten in einem Land prägen.
4. Unternehmenskultur: Analysiert den Stellenwert der Unternehmenskultur und stellt theoretische Ansätze zur Kategorisierung und zum Verständnis dieser vor.
5. Ausgewählte Bankenkulturen: Bietet eine detaillierte vergleichende Betrachtung der spezifischen Bankenkulturen in Deutschland, den angelsächsischen Ländern und Japan.
6. Schlussbetrachtung: Anforderungen an interkulturell operierende Bankmanager: Leitet aus den theoretischen Erkenntnissen ab, welche Fähigkeiten Führungskräfte in einem globalen und kulturell heterogenen Umfeld benötigen.
Schlüsselwörter
Unternehmenskultur, Landeskultur, Internationales Management, Universalbanken, Investmentbanking, Globalisierung, Bankmanagement, Keiretsu, Deal/Kennedy-Ansatz, interkulturelle Kompetenz, Finanzsektor, Marktgegebenheiten, Relationship Banking, Strategieentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Bedeutung kultureller Einflüsse im internationalen Bankwesen und untersucht, wie nationale Kulturen die spezifischen Unternehmenskulturen innerhalb von Kreditinstituten formen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die Abgrenzung von Landeskultur und Unternehmenskultur, theoretische Ansätze zur Bankkultur sowie den Vergleich der Bankensysteme in Deutschland, den USA/Großbritannien und Japan.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, aufzuzeigen, dass Management nicht kulturfrei ist, und die notwendigen Kompetenzen für Manager zu identifizieren, die in einem interkulturellen Finanzumfeld erfolgreich sein wollen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Theorienanalyse, die bestehende Modelle zum interkulturellen Management und verschiedene Ansätze der Bankbetriebslehre zusammenführt und auf aktuelle Praxisfälle anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Ansätze (wie der Deal/Kennedy-Ansatz) dargelegt und im Anschluss die kulturellen Besonderheiten und historischen Entwicklungen der Bankensysteme in Deutschland, den angelsächsischen Ländern und Japan analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere das Spannungsfeld zwischen nationaler und Unternehmenskultur, der Wandel hin zum Investmentbanking und die Anforderungen an Führungskräfte bezüglich interkultureller Kompetenz.
Warum spielt die japanische Kultur eine so große Rolle für das Verständnis von Bankenstrukturen?
Weil das japanische Bankwesen durch eine historische Verwobenheit in Gruppenstrukturen (Keiretsu) und spezifische religiös-soziale Wertesysteme geprägt ist, die sich stark von westlichen, rein transaktionsorientierten Modellen unterscheiden.
Was bedeutet der Wandel der deutschen Bankenkultur für die "Deutschland AG"?
Der Wandel beschreibt die Abkehr von einem System der langfristigen, engen gegenseitigen Beteiligungen und Absprachen hin zu einer stärkeren Transparenz und Konkurrenz nach angelsächsischem Vorbild, bedingt durch den Druck der globalen Kapitalmärkte.
- Citation du texte
- Jens Droege (Auteur), 2003, Internationale Banking Cultures, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17039