Regieren im internationalen System

Eine Internationale Organisation und ein internationales Regime am Beispiel von UNO und Klimaschutzregime: Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede


Essay, 2010
6 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

1.Einleitung

Die Bemühungen um einen Zustand des Weltfriedens sind nicht nur durch einzelstaatliche Politik möglich, sondern bedürfen einer internationalen aktiven Politik. Konflikte oder Umweltprobleme können nicht allein von den einzelnen Staaten allein gelöst werden, deswegen besteht die Notwendigkeit internationale Steuerungsmechanismen zu gründen. Wenn man die Folgen des zweiten Weltkrieges betrachtet, erachtet man die Gründung der Vereinten Nationen, deren Ziel hauptsächlich die Sicherung des Weltfriedens ist, als sinnvoll. Derzeit findet in Kopenhagen vom 7. bis zum 18.Dezember 2009 die UN-Klimakonferenz statt, die weitere Strategien für das 2012 auslaufende Kyoto- Protokoll zur Bekämpfung des Klimawandels entwickelt. Ziel ist das globale Klima zu schützen. Die meisten internationalen Institutionen bezeichnen sich als ein Instrument für bestimmte Aufgaben, den Staaten zu helfen Lösungen für verschiedene Probleme zu finden. Daraufhin sind zwei Ausprägungen zwischenstaatlicher Institutionen von großer Bedeutung, und zwar die internationale Organisation und das internationale Regime. Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede weisen diese beiden Institutionen auf? Es wird in diesem Essay aufgezeigt wie sich die UNO (Internationale Organisation) von einem Klimaschutz (Internationales Umweltregime) unterscheidet.

2.Internationale Organisationen

2.1.Definition

Internationale Organisationen sind eigenständige Akteure im internationalen System, aber sie sind meistens auf den Konsens ihrer Mitglieder angewiesen und haben nur eng begrenzte eigene Befugnisse. Sie sind nicht keine Weltregierung, sondern beschränken sich auf Hilfsfunktionen wie zum Beispiel die Überwachung von Verpflichtungen. Unter einer Internationalen Organisation verstehen wir also sowohl problemfeldbezogene als auch problemfeldübergreifende zwischenstaatliche Institutionen, die gegenüber ihrer Umwelt aufgrund ihrer organschaftlichen Struktur als Akteure auftreten können und die intern durch auf zwischen staatlich vereinbarten Normen und Regeln basierende Verhaltensmuster charakterisiert sind, welche Verhaltenserwartungen einander angleichen.(Vgl.Rittberger,V.; Zangl,B. 2008:25).Danach ist das Ordunungsprinzip der Souveränität der Staaten zu beachten.

2.2.Charakteristiken internationaler Organisationen

Internationale Organisationen lassen sich auf drei verschiedene Arten charakterisieren. Sie werden häufig als Instrument staatlicher Diplomatie betrachtet. (Vgl. Vgl.Rittberger,V.; Zangl,B. 2008:23).Sie tragen dazu bei, die Interessen der Staaten in erster Linie durchzusetzen. Anschließend werden sie als „Arena“ eher als „Spielfeld „ oder „ Schaubühne “angesehen und dienen als Mittel staatlicher Politik. Sie sind vor allem konferenzdiplomatische Dauereinrichtungen bzw. intergouvernementale Verhandlungssysteme in denen alle Themen von internationalem Belang auf verschiedenen Kooperationsniveaus behandelt werden können. (ebenda) Als letztes besitzen Internationale Organisationen eine Akteursqualität(Vgl.Zangl,Bernhard 2003). Diese Akteursqualität wird dadurch gefestigt, dass in den Organisationen eine feste Verwaltungsstruktur existiert, inklusive eines Generalsekretärs und eines Konferenzorgans. Auch die auf freiwilliger Basis beruhende Mitgliedschaft, sowie vertraglich festgelegte Ziele stärken das einheitlich agierende Konstrukt einer internationalen Organisation. Die Vorstellung der Mitgliedsstaaten internationaler Organisationen hinsichtlich des richtigen Handelns gleicht sich also, weil diese auf gemeinsam vereinbarten Normen und Regeln beruht. Die meisten Internationalen Organisationen lassen sich erkennen durch zwischenstaatliche Verträge ihrer Mitgliedstaaten und haben ein mehr oder weniger klar definiertes Aufgabengebiet, sowie zwei zentrale Organe, nämlich eine Konferenz der Mitgliedstaaten und ein Sekretariat. Dazu tritt die Existenz weiterer Organe, des Verwaltungsstabes, eines Parlaments und mitunter auch eines Gerichthofes ,die nicht mit dem Kollektiv der Mitgliedstaatlichen Regierungen identisch sind, deren Zusammensetzung und Tätigkeiten zwar in unterschiedlichen Maße von Willen der Mitgliedstaaten abhängen, ohne jedoch vollständig davon determiniert zu sein(Vgl. Vgl.Rittberger,V.; Zangl,B. 2008) Kurz und gut sind Internationale Organisationen nach Archer durch drei Merkmale charakterisiert. Erstens ist ihre Mitgliedschaft zu nennen, die aus zwei oder mehreren souveränen Staaten oder auch nichtstaatlichen Akteuren besteht; zweitens ist ihr Ziel die Verfolgung gemeinsamer Interessen ihrer Mitglieder und letztens verfügen internationale Organisationen über autonome und dauerhafte Strukturen, geschaffen auf der Grundlage einer Vereinbarung, die getrennt und zumindest teilweise, auch unabhängig sind von der permanenten Kontrolle durch die Mitglieder(Vgl.Brummer,Klaus 2005:33)

2.3.Internationale Organisation am Beispiel der UNO (Vereinte Nationen)

Als einzige internationale Organisation ist die UNO thematisch allzuständig und weist eine nahezu globale Mitgliedschaft auf. Zur Analyse zwischenstaatlicher internationaler Organisationen, definiert man Kriterien, die hauptsächlich auf den Dimensionen“ Mitgliedschaft“ und „ Zuständigkeit „ beruhen. Sie werden danach geordnet, denn sie weisen eine Vielzahl verschiedenartiger Problemfelder erfassenden Aufgabenbereich. Daraus folgen selbständige Einrichtungen, die sich auf problemfeldspezifische Tätigkeiten konzentrieren. Die UNO verfügt über sechs Hauptorgane:

- Generalversammlung(General Assemby)
- Sicherheitsrat(Security Council)
- Wirtschafts-und Sozialrat(Economic and Social Council-ECOSOC)
- Treuhandrat(Trusteeship Council)
- Internationaler Gerichtshof(International Court of Justice)
- Secretariat

Die UNO hat eine komplexe Organisationsstruktur. Der Artikel 7.Abs.2 bestimmt, dass die Hauptorgane „je nach Bedarf“ Neben-bzw. Hilfsorgane (Zum Beispiel UNICEF- Kinderhilfwerk-) einsetzen können. Darüber hinaus ist die politische Wirklichkeit der vereinten Nationen dadurch gekennzeichnet, dass verschiedene subsidiäre Organe ihrerseits wiederum Unterorgane oder Arbeitsgruppen geschaffen haben; außerdem bestehen gemeinsame Nebenorgane zweier Hauptorgane wie auch eines UN-Hauptorgane und einer Sonderorganisation(Bps.UNESCO steht für Erziehung).Die meisten dieser auf Dauer oder zeitlich befristet wirkenden Gremien, die als Kommissionen, Unterkommissionen oder Ausschüsse eingesetzt werden, haben begrenzte Mitgliederzahlen und üben unterschiedliche Funktionen aus.( Unser,Günther 1997: 36-37)

Aufgrund der Vielfältigkeit der Probleme spielen die Vereinten Nationen eine zentrale Rolle im internationalen System. Die Staaten versuchen mit Hilfe der UNO die Kooperationsprobleme gemeinsam zu lösen. Das System wird als Moderator, Mittler und Tribüne betrachtet aber ändert nicht die Souveränität der Staaten. Die Vereinten Nationen wurden 1945 als Nachfolgeorganisation des Völkerbundes gegründet. Ziel war gemeinsam den Weltfrieden zu sichern. Außerdem dient sie der Zusammenarbeit bei wirtschaftlichen und sozialen Problemen, dem Schutz der Menschenrechte und der Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwischen Staaten.

Dennoch, da es keine Weltregierung gibt, nutzten die Staaten die Internationalen Institutionen, um Probleme zusammen zu lösen. Neben der Internationalen Organisation ist auch das Internationale Regime zu nennen.

3. Das Internationale Regime

Die Regimeforschung konzentriert sich auf spezifische Institutionen wie das internationale Handels- und das internationale Finanzregime oder die verschiedenen Abrüstungs- Umweltoder Menschenrechtregime. Im Gegensatz zu Internationalen Organisationen besitzen Regime keine Akteursqualität; sie beschränken sich nur auf ein bestimmtes Problemfeld und verfügen über Kontrollbefügnisse . Zu verdeutlichen wird hier nur das Umweltregime, insbesondere das Klimaschutzregime erläutert werden.

3.1. Allgemeine Definition

Die allgemeine akzeptierte Definition des internationalen Regimes geht auf Stephen D. Krasner (1983)zurück, der das Regime als ,, sets of implicit or explicit principles, norms, rules, and decision-making procedures around which actors' expectations converge in a given area of international relations." beschreibt. Diese vier hier genannten Elemente ( Prinzipien, Normen, Regeln und Verfahrensweisen ) werden als die Strukturmerkmale von Regime aufgefasst. Die Prinzipien eines Regimes sind als allgemeine Verhaltensstandards zu verstehen. Normen sind hingegen konkrete Verhaltensvorschriften und in Regeln drücken sich überprüfbare Verhaltensvorschriften aus, die von den Regeladressaten ein spezifisches Verhalten verlangen bzw. ein spezifisches Verhalten verbieten. (Vgl.Zangl,B.2003:119)

[...]

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Regieren im internationalen System
Untertitel
Eine Internationale Organisation und ein internationales Regime am Beispiel von UNO und Klimaschutzregime: Analyse der Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
6
Katalognummer
V170752
ISBN (eBook)
9783640897780
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
regieren, system, eine, internationale, organisation, regime, beispiel, klimaschutzregime, analyse, gemeinsamkeiten, unterschiede
Arbeit zitieren
Bernard Yaovi Agboyi (Autor), 2010, Regieren im internationalen System, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170752

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Regieren im internationalen System


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden